International

Die Queen präsentiert ihrem Mann, Prinz Philipp (Mitte), den australischen Ritterorden. In Australien sorgte die Ehrung für den pannenanfälligen Prinzen vor allem für Spott. Jetzt wird er als einer der vorerst letzten australischen Ritter in die Geschichte eingehen.
Bild: POOL/REUTERS

Ritter sind «altmodisch und anachronistisch»: Australien verzichtet auf «Sirs» und «Dames»

02.11.15, 07:02 02.11.15, 09:02

Australien hört nach rund eineinhalb Jahren wieder auf damit, verdiente Bürger zu Rittern zu schlagen. Der neue Premierminister Malcolm Turnbull kündigte am Montag die Abschaffung der Ehrung an, nachdem sie sein Vorgänger Tony Abbott im März 2014 erst wieder eingeführt hatte.

Das Adelsprädikat passe nicht mehr in «unsere moderne Form der Würdigung», erklärte Turnbull. Vor Reportern in Sydney bezeichnete Turnbull die Titel als «anachronistisch und altmodisch».

Mit der Entscheidung war bereits gerechnet worden, seit Turnbull seinen Rivalen Abbott im September als Vorsitzenden der Konservativen und damit automatisch auch als Regierungschef abgelöst hatte.

Abbott, ein glühender Anhänger der Monarchie, hatte viel Spott auf sich gezogen, als er Anfang des Jahres Prinz Philip und damit dem Mann der Queen den australischen Ritterorden verlieh. Die Ehrung für den pannenanfälligen Prinzen hatte indirekt zu Abbotts Entthronung beigetragen: Sie wurde zum Symbol für Abbotts zahlreiche Alleingänge.

Deutlich weniger monarchistisch eingestellt als sein Vorgänger: Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull.
Bild: EPA/AAP

Aber schon vorher hatte sich Abbott mit der Entscheidung wenig Freunde gemacht, diese längst passé geglaubte Tradition wieder aus der Mottenkiste zu holen. Inzwischen bedauert selbst er seine «unkluge Entscheidung».

Bereits in den Ritterstand erhobene Männer und ihre weibliche Entsprechung («Dame») blieben von der Entscheidung jedoch unberührt. Prinz Philip behält damit seine Ehrung – und er wird einer der letzten australischen Ritter sein. (trs/sda/afp)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Australien ist kein Land» – Studentin fällt mit Arbeit durch, doch dann wehrt sie sich

Australien sei ein Kontinent und kein Land, befand die Dozentin einer US-Uni und liess ihre Studentin durchfallen. Die verstand es, sich zu wehren.

Erst dachte Ashley Arnold, 27, das sei alles ein Witz. Die amerikanische Studentin hatte an der Southern New Hampshire University einen Online-Kurs in Soziologie belegt und eine Projektarbeit abgegeben, für die sie eine soziale Norm in den USA mit der eines anderes Landes vergleichen sollte.

Sie wählte Australien - und fiel durch. Sie habe kein Land ausgewählt, sondern einen Kontinent, begründete ihre Dozentin. Daraufhin begann Arnold einen Mailwechsel, aus dem das …

Artikel lesen