International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Belgian police officers and soldiers control the access to Brussels' main airport in Zaventem, Belgium, in this April 1, 2016 file photo.   REUTERS/Yves Herman/Files

Hohe Polizeipräsenz beim Flughafen Zaventem in Brüssel.
Bild: REUTERS FILE PHOTO/REUTERS

Brüssel: Zwei Wochen nach den Anschlägen öffnet der Flughafen Zaventem seine Tore wieder

Fast zwei Wochen nach den Anschlägen von Brüssel wird der Flughafen Zaventem am Sonntag teilweise wieder geöffnet. Das gab der Flughafenchef nach einer Einigung mit Polizeigewerkschaften über zusätzliche Sicherheitsmassnahmen am Samstag bekannt.

02.04.16, 17:16


Es werde am Sonntag drei Starts der Fluggesellschaft Brussels Airlines geben, sagte Zaventem-Chef Arnaud Feist. Mit der offiziellen Genehmigung rechnete er noch im Laufe des Tages.

Am Freitagabend hatte es eine Einigung mit den Polizeigewerkschaften gegeben. Diese hatten mit Streik gedroht, sollten schärfere Sicherheitsvorkehrungen ausbleiben.

Die Polizeivertretungen forderten unter anderem eine «systematische Kontrolle» von Passagieren und ihrem Gepäck bereits vor Betreten des Flughafens. Vincent Gilles von der Gewerkschaft SLFP-Police erklärte, ihre Forderungen seien zu «90 Prozent» erfüllt worden. Demnach werde es auf jeden Fall Kontrollen schon vor den Bereichen geben, die nur von Passagieren mit gültigem Flugticket betreten werden können.

«Wenn ich gewollt hätte, hätte es mehr Opfer gegeben. Glücklicherweise bin ich nicht bis zum Ende gegangen.»

Salah Abdeslam

Der Flughafenbetreiber hatte Kontrollen vor dem Gebäude mit dem Argument abgelehnt, dies werde zu langen Warteschlangen führen, die erst recht ein leichtes Ziel von Attentätern seien. Bei den Anschlägen am Flughafen und in der U-Bahn am 22. März in Brüssel waren 32 Menschen getötet worden.

Wichtiger Arbeitgeber betroffen

Bis zur Reparatur der Abfertigungshalle von Brüssel-Zaventem und der Rückkehr zum normalen Betrieb kann es noch Monate dauern. Mit 260 Unternehmen unter seinem Dach und 20'000 Mitarbeitern zählt der Flughafen zu Belgiens grössten Arbeitgebern.

Der Flughafenbetreiber beziffert seine Verluste durch die Schliessung auf fünf Millionen Euro pro Tag. Von den im Flughafengebäude ansässigen Unternehmen haben bislang nur wenige ihre Verluste bekannt gegeben.

Bewusst gegen Zündung von Bombe

Im Fall der Anschläge von Paris im November, bei denen 130 Menschen getötet worden waren, sagte nun der mutmassliche Attentäter Salah Abdeslam nach den Worten seines Bruders: «Wenn ich gewollt hätte, hätte es mehr Opfer gegeben. Glücklicherweise bin ich nicht bis zum Ende gegangen.»

Paris-Attentäter Abdeslam in Belgien verhaftet

Mohamed Abdeslam, der seinen Bruder zuvor in einem Hochsicherheitsgefängnis in Brügge besucht hatte, machte damit am Freitagabend im französischen Sender BFMTV deutlich, dass sein Bruder seinen Sprengstoffgürtel bewusst nicht gezündet hatte.

Er bekräftigte auf BFMTV, dass Salah «kooperieren will, denn es gibt Rechenschaft abzulegen, aber nicht in Belgien». Jede Verwicklung in die Anschläge in Brüssel am 22. März habe sein Bruder zurückgewiesen, sagte Mohamed Abdeslam.

Salah Abdeslam gilt als der womöglich einzige überlebende Attentäter der Anschläge von Paris. Die belgische Polizei hatte ihn vor zwei Wochen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommen. Seiner Auslieferung nach Frankreich stimmte die belgische Justiz bereits zu.

Zusammenhang Paris-Brüssel

Die Behörden vermuten, dass zwischen den Anschlägen von Paris und Brüssel ein Zusammenhang besteht und Abdeslam dabei eine Schlüsselrolle spielte. So wurden in einer Wohnung des Brüsseler Selbstmordattentäters Khalid El Bakraoui Fingerabdrücke Abdeslams gefunden.

Ein weiterer Brüssel-Attentäter, Najim Laachraoui, war einst mit Abdeslam nach Ungarn gereist. Er soll auch die Bomben für die Anschläge in Paris hergestellt haben.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den in Frankreich festgenommenen Terrorverdächtigen Reda Kriket wurde unterdessen in Brüssel ein 33-jähriger Belgier gefasst. Ihm werde die «Beteiligung an Handlungen einer terroristischen Gruppe» vorgeworfen, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Samstag mit. (wst/sda/afp)

Terror in Belgien

Terrorzelle von Paris und Brüssel: Kommandeure, Helfer, Hintermänner

Gefährliche Gemeinsamkeiten? Was Belgien und die Schweiz unterscheidet

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht

19-jähriger Mormone überlebt zum zweiten Mal einen Anschlag

#StopIslam vs. #AufdieLiebe: Wie sich die Internet-Community selber ausspielte ... und trotzdem einen Sieg einfuhr

Wie Belgien zur Drehscheibe für Terroristen wurde

Augenzeugen berichten: «Überall war Blut. Es war entsetzlich»

Video zeigt Festnahme von Salah Abdeslam – weiterer Komplize von Paris-Attentätern identifiziert

Angriff auf Brüssel: Die Bilder, die Videos

Terror in Brüssel: Airports in Europa erhöhen Sicherheitstufe –  Swiss streicht Brüssel-Flüge

«IS»-Terrorist Abdeslam plante weitere Anschläge – zum Verhängnis wurde ihm eine Pizza

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Die grossen Sieger der Bayernwahl sind die Grünen, während die SPD regelrecht kollabiert ist. Sie profitieren davon, dass sie bald 40 Jahre nach ihrer Gründung noch immer relativ frisch wirken.

Die Wahlen im Freistaat Bayern haben für ein politisches Erdbeben gesorgt. Die «ewige» Regierungspartei CSU ist abgestürzt, ebenso die SPD. Dafür triumphieren die AfD und vor allem die Grünen, die nun zweitstärkste Kraft im Landtag sind. Auch wenn sich die Kräfteverhältnisse unter dem Strich kaum verändert haben, ist der Erfolg der Ökopartei bemerkenswert.

Das zeigt sich bei einem genauen Blick auf die Resultate. In der Hauptstadt München – bislang eine SPD-Hochburg – eroberten die Grünen …

Artikel lesen