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Der unaufhaltsame Kim: Warum ihn Sanktionen wenig beeindrucken

Mit seinem neuen Raketentest zeigt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un der Welt, wie ihn die jüngsten Uno-Sanktionen beeindruckt haben: gar nicht.

15.09.17, 11:39 15.09.17, 17:32

Wieland Wagner, Seoul

Alle Augen auf Kim Jong Un. Bild: EPA/YNA

Ein Artikel von

Und schon wieder spielen sich in Japan Szenen von Hysterie und Panik ab: In sonst verschlafenen Dörfern heulen Sirenen, per Lautsprecher werden Bewohner aufgefordert, Gebäude oder unterirdische Schutzräume aufzusuchen. Der Superschnellzug Shinkansen stoppt. Zeitungen verteilen Extrablätter.

Die Empörung ist gross in Japan, einer Nation, die grössten Wert legt auf Harmonie und einen minutiös regulierten Alltag. Doch Nordkoreas Diktator Kim Jong Un schert sich nicht um die Empfindlichkeiten seiner Nachbarn: Schon wieder liess er eine Rakete über die nördliche Insel Hokkaido hinweg in den Pazifik schiessen. Premier Shinzo Abe trat in Tokio vor die TV-Kameras und protestierte - und wieder klang er sehr hilflos.

Nordkorea: Dritter Raketentest in einem Monat

1m 0s

Nordkorea: Dritter Raketentest in einem Monat

Video: srf/SDA SRF

Denn mit dem jüngsten Raketentest zeigt Diktator Kim Jong Un, wie wenig ihn die jüngsten Sanktionen beeindrucken, die der Uno-Sicherheitsrat erst vor wenigen Tagen einstimmig beschlossen hat - und die auf Druck Chinas und Russland deutlich abgeschwächt worden waren.

Mit der neuen Provokation lässt Kim die Situation weiter eskalieren: Die neueste Rakete soll rund 3700 Kilometer geflogen sein - und damit noch deutlich weiter als jenes Modell, das er am 29. August über Hokkaido hinwegfeuern liess. Damit hat Kim nach Ansicht japanischer Experten bewiesen, dass er seine Drohung wahrmachen könnte, auch den pazifischen US-Luftwaffenstützpunkt Guam anzugreifen.

Tatsächlich sei Kim längst in der Lage, mit seinen Raketen auch Ziele auf dem amerikanischen Festland zu treffen, vermutet Jang Cheol Wun, Militärexperte der Kyungnam Universität in Seoul. «Kim hat die technologischen Ziele seines Nuklearprogramms grossenteils schon erreicht», sagt Jang gegenüber SPIEGEL ONLINE, «mit allen weiteren Tests sendet er vor allem politische Botschaften.»

Bild: EPA/SOUTH KOREA DEFENSE MINISTRY

Und auch die jüngste Botschaft des Führers der jüngsten Atommacht der Welt lautet: Nehmt mich endlich ernst!

Der Hauptadressat der nordkoreanischen Provokationen ist allerdings weit davon entfernt, Kim auf Augenhöhe zu begegnen. US-Präsident Donald Trump zeige kein Interesse, mit Nordkorea zu verhandeln, verlautet aus der südkoreanischen Regierung. Das amerikanische Misstrauen gegenüber Kim Jong Un sei einfach zu gross.

Diese Reaktion ist verständlich angesichts der schlechten Erfahrungen, die schon Trumps Vorgänger mit dem Regime in Pjöngjang gemacht haben. Doch wenn die USA nicht einen unkalkulierbaren Krieg gegen Nordkorea riskieren wollen, bleibt ihnen letztlich nichts anderes übrig, als direkte Gespräche mit Kim zu suchen. Denn die Nordkorea-Sanktionen, die ständig ein bisschen mehr verschärft werden, wirken nicht, solange China und Russland sie verwässern oder nicht ernsthaft umsetzen.

Bislang beharren die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea darauf, dass Nordkorea sein Nuklearprogramm einfriert. Vorher wollen sie nicht mit dem Regime reden. Darauf wird Kim sich aber kaum einlassen - denn auch sein Misstrauen ist gross. Er denkt nicht daran, die atomare Überlebensstrategie aufzugeben, für die er und seine Vorfahren den eigenen Untertanen jahrzehntelang so harte Opfer abverlangt haben.

Fazit: Für eine Lösung der Koreakrise gibt es nur einen Ausweg. Washington darf keine Zeit mehr verlieren, es muss sofort beginnen, mit Pjöngjang zu verhandeln. Wo geredet wird, wird zumindest nicht geschossen. Mit jeder neuen nordkoreanischen Rakete aber, die dann vielleicht doch mal von der berechneten Route abweicht, wächst die Gefahr eines Krieges, den niemand gewollt hat.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • River 16.09.2017 04:02
    Highlight Kimi baut jetzt einfach die Waffen, die man, also Murica, ihm zuvor unterstellt hat zu besitzen. Ich meine besser so als wie Saddam Hussein abgebombt zu werden, mit der selben Unterstellung...nur das Saddam die Bomben nicht hatte. Ghaddaffi ja auch nicht.
    Und Kimi weiss, dass die Resolutionen nur pro forma sind und eigentlich nur Mitleid erwecken. Und niemand würde es heut zu Tage wagen ein so unterdrücktes Volk zu bomben, ohne grosse Chance den lieben Führer zu treffen. Kimi ist nicht dumm. Der ist berechenbarer als...zB Trump
    4 1 Melden
  • Schnuderbueb 15.09.2017 20:48
    Highlight Irgendwie erinnert mich die UNO und der Kim an antiautoritäre ErzieherInnen der westlichen Hemisphäre und deren verzogenen Gofen.
    12 1 Melden
  • Holla die Waldfee 15.09.2017 14:57
    Highlight Die Fragen sind ernst gemeint.
    Ständig wird ein kim'scher Bombenschlag angedeutet. Ich will nun wissen, was dann ungefähr passieren könnte.

    1.
    Was würde es für China und Russland bedeuten, wenn tatsächlich eine Atombombe von Kim in Japan oder den USA einschlägt? Überwiegen für die Genannten die Vor- oder die Nachteile?

    2.
    Was würde es für die USA und Japan bedeuten?

    3.
    Was würden die USA, Japan u.a. tun, falls das passiert?

    Krieg ja klar. Aber wie sähe der aus? Wer gegen wen mit was, wo, wie lange? Und vermutlich auch eine weltweite Wirtschaftskrise? Oder nicht? Und was noch?
    8 0 Melden
    • Rendel 15.09.2017 16:47
      Highlight Ich glaube, hier ist keiner Hellseher.
      4 2 Melden
    • Holla die Waldfee 15.09.2017 20:37
      Highlight Was hat das mit Hellseherei zu tun? Ich frage nach "passieren könnte"! Nicht nach unverrückbarer Zukunftsprognose. Es gibt garantiert Leute, die verstehen genug von Weltpolitik und Wirtschaft, um ein paar Schätzungen abzugeben.
      8 0 Melden
    • Rendel 15.09.2017 23:50
      Highlight Man kann es meiner Meinung nach eben nicht abschätzen, bei den gegenwärtigen Akteuren.
      3 2 Melden
    • Hayek1902 16.09.2017 04:04
      Highlight Ich mag solche fragen. Ich komme von einem VWL-Hintergrund, hier meine Einschätzungen zu deinen Punkten.
      1.
      Für Russland wäre der Fall klar. Sie würden es verurteilen und Interventionen / Strafen dulden, ev. Sogar mitmachen um den Schaden kleinzuhalten und Stärke zu demonstrieren. China wäre wohl gezwungen, sich gegen Nordkorea zu stellen. Vielleicht würden sie probieren, der Nato zuvor zu kommen und Kim zu stürzen.

      2. & 3. Krieg und je nach dem, was getroffen wird. der Wunsch nach Vergeltung. Aber die Staaten würden weiter funktionieren ohne grössere wirtschaftliche Einbussen.
      3 4 Melden
    • Hayek1902 16.09.2017 04:10
      Highlight Bei einem Krieg würden wohl zuerst Bomben und Raketen auf Nordkorea abgeworfen, um alles zu zerstören was gegen Südkorea, Japan, den USA etc. Eingesetzt werden könnte. Ich glaube nicht, dass man eine Invasion durchführen würde, da dies mit enormen Verlusten verbunden ist und ein vereinigtes Korea enorme Schwierigkeiten bereiten würde. SK hat eine ca. 50 mal produktivere Wirtschaft als NK, dass ist kein Vergleich zu BRD und DDR. Auch müsste man millionen von Nordkoreanern neu bilden. Ich glaube nicht, dass ich ein Veteinigtes Korea noch erleben werde.
      5 0 Melden
    • Holla die Waldfee 16.09.2017 09:33
      Highlight Na da sind doch schon ein paar Ansätze. Danke Hayek, dass du dich traust :-)

      Rendel, dass man das deiner Meinung nach nicht abschätzen kann, sei dir belassen. Aber das bedeutet nicht, dass andere sich keine Gedanken darüber machen dürfen oder sollen. Über Eventualitäten nachzudenken ist in der Regel nicht das Dümmste.
      4 2 Melden
    • Rendel 16.09.2017 15:32
      Highlight Es ging ja nicht um ein sich keine Gedanken machen dürfen Holla, Du verstehst mich gern falsch.
      0 2 Melden
    • Holla die Waldfee 16.09.2017 20:27
      Highlight Oder du verstehst mich gern falsch, Rendel?
      Wenn ich von "ungefähr" und "könnte" spreche, dann geht es darum, sich über Möglichkeiten Gedanken zu machen. Da war dein Spruch mit dem Hellseher unangebracht. Passend wäre der Hellseherspruch dann, wenn jemand eine konkrete Prognose verlangen würde.
      2 0 Melden
  • Commander 15.09.2017 13:51
    Highlight Ich mag den dicken Kim nicht mehr sehen. Wenigstens ist's für seine hübsche Frau nicht allzu schlimm - wer 36 Meter lange Raketen als Schw***verlängerung braucht... ihr wisst was ich meine ;-)
    7 35 Melden
    • Wehrli 15.09.2017 14:09
      Highlight Kannst dir den Orgasmus vorstellen als die Rakete tatsächli so weit flog? Ich mein hey, dass muss unglaublich gewesen sein ...
      10 3 Melden
    • Rendel 15.09.2017 14:44
      Highlight Sie müssen ja ein richtiger Frauenversteher sein 🙄 .

      14 0 Melden
  • Rendel 15.09.2017 13:44
    Highlight Die Scheisse begann, als man Korea nach dem 2. Weltkrieg geteilt hat. Es gab keinen Grund dazu.
    40 5 Melden
  • HAL9000 15.09.2017 13:38
    Highlight Denkt eigentlich auch jemand an die Meerwasserverschmutzung durch die Raketen?
    Ist das nicht schlecht für das Meer?

    Ich meine, wenn der Atlantik "öberegheit" dann ist fertig mit gutem Klima. Definitiv und zackig.

    #haninowellesäge
    13 25 Melden
    • zeromg 15.09.2017 14:08
      Highlight Wenn der liebe Kim schon mit Lackschuhen seinen Berg besteigen kann, wird er wohl auch eine Gummiente finden die ihm sein Spielzeug zurück bringt.
      8 1 Melden
    • gioferra 15.09.2017 14:38
      Highlight "Pazifik"
      22 0 Melden
  • zappeli 15.09.2017 13:13
    Highlight Irgendwie alles schonmal gelesen. Kim ist böse und alle anderen ratlos. Gibts da nichts Neues dazu? Warum zum Beispiel erlässt man Sanktionen? Wen trifft man damit wirklich? Nur so als Beispiel.
    23 9 Melden
    • Schlumpfinchen 16.09.2017 10:13
      Highlight Die Idee von Sanktionen ist, das Volk dazu zu bringen, gegen den Machthaber zu rebellieren. Funktioniert leider nur beschränkt. Im Fall von Nordkorea wahrscheinlich gar nicht, das Regime gibt es schon zu lange.
      3 0 Melden
    • PaLve! 17.09.2017 23:55
      Highlight Wann haben Sanktionen jemals etwas gebracht?
      0 0 Melden
  • Triumvir 15.09.2017 13:01
    Highlight Solange die Russen und Chinese dem dicken Kim nicht seine Grenzen aufzeigen, solange macht er weiter. Sollte er jedoch so dumm sein und die Amerikaner oder deren Alliierten angreifen, dann wird ihm sein dämliches Grinsen ziemlich schnell vergehen...
    20 14 Melden
    • PaLve! 15.09.2017 13:30
      Highlight Nenne mir einen Grund, wieso er die Amerikaner angreifen sollte?
      Du klingst nicht gerade so, als du dich mit Korea beschäftigt hast.
      "Sollte er so dumm sein" denkst du, du hast irgendwie wie mehr Ahmung von Weltpolitik als ein Diktator und dessen eiskalten Regimes?
      20 7 Melden
    • PaLve! 17.09.2017 23:58
      Highlight Hui, habe gerade die ganzen Rechtschreibe-, Tipp- und Gramatikfehler gesehen. Kann man hoffentlich trotzdem lesen.
      0 0 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 15.09.2017 12:16
    Highlight Mit Kim Jong Un zu Verhandeln ist sinnlos. Das hat Obama schon zu genüge versucht. Erfolglos. Das Regime baute weiter an der Bombe. Man würde besser untersuchen, warum es so weit kommen konnte und die aktuellen Sanktionen scharf beobachten und Sanktionsbrecher hart bestrafen. Diesmal müssen auch Russland und China am gleichen Strick ziehen.
    8 21 Melden
    • PaLve! 15.09.2017 13:32
      Highlight Nordkorea hat schon oftmals genug Bedingungen für eine Abrüstung gestellt. Link gibt es nicht, findest du nach 5 Minuten Googlesuche.
      14 5 Melden
    • Wehrli 15.09.2017 14:08
      Highlight Sanktionsbrecher hart bestrafen = China und Russland.

      Hahahaha
      0 7 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 15.09.2017 15:11
      Highlight @PaLve: Das funktioniert nicht so. Wer eine Behauptung aufstellt, hat diese zu beweisen. Mag sein, dass es solche Bedingungen gibt. Der gesunde Menschenverstand sagt nein. Weil sobald der irre Kim nicht mehr an der Bombe baut, nehmen ihn die anderen nicht mehr ernst.
      7 2 Melden
  • Grittibenz 15.09.2017 11:55
    Highlight Wieso sollen ihn Sanktionen auch einschüchtern ?
    Seinem Volk ging es ja vorher schon misserabel, nun einfach noch ein bisschen schlechter. Da ihm das Wohlergehen seines Volkes sowieso nicht gross zu interessieren scheint, stören die Sanktionen ihn auch nicht gross.
    Ihm selbst machen sie ja nichts aus.
    37 11 Melden
    • meine senf 15.09.2017 12:55
      Highlight Man könnte noch weiter gehen: Wahrscheinlich nützen ihm die Sanktionen innenpolitisch sogar.

      Wenn nicht alles so rund läuft wie in der Propaganda versprochen, dann hat er die Sanktionen als Ausrede. Oder gar als "Beweis", dass das Ausland wirklich so schlimm sei wie immer behauptet und man sich deswegen erst recht um den Führer scharren soll.
      30 6 Melden
    • PaLve! 15.09.2017 13:33
      Highlight @meine Senf
      Sorry für denn Blitz, war nicht extra ;)
      8 2 Melden

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