International

Das Flusskreuzfahrtschiff nach der Kollision (11.09.2016). Bild: EPA/DPA

Flusskreuzfahrtschiff in Bayern rammt Brücke – zwei Menschen sterben

11.09.16, 12:35 11.09.16, 14:22

Beim Aufprall ihres Kreuzfahrtschiffes auf eine Eisenbahnbrücke sind im bayerischen Erlangen zwei Crewmitglieder ums Leben gekommen. In einer aufwendigen Bergungsaktion auf dem Main-Donau-Kanal holten Rettungskräfte die Opfer aus dem völlig zerstörten Führerhaus.

«Bei den Toten handelt es sich um zwei 33 und 49 Jahre alte Männer», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Während der Ältere in Vertretung des Kapitäns der verantwortliche Schiffsführer war, handelt es sich bei dem Jüngeren um einen Matrosen.

Das Schiff hatte erst kurz vor dem Unglück seine Reise von Erlangen in die ungarische Hauptstadt Budapest angetreten. Nach der Kollision mussten etwa 180 Fahrgäste sowie die aus 49 Seeleuten bestehende Besatzung noch mehrere Stunden auf dem Unglücksboot verbringen, bis sie am Morgen an Land gebracht werden konnten.

Rettungskräfte bauten dafür eigens einen Notsteg. Die Passagiere kamen zunächst mit Bussen in ein nahes Gemeindezentrum und wurden von Notfallseelsorgern betreut. Ausser den beiden Todesopfern wurden keine Menschen verletzt.

Führerhaus zerstört

Mehr als 200 Rettungskräfte waren an dem Einsatz beteiligt. Sie fanden einen katastrophalen Anblick vor: Das Führerhaus wurde bei dem Aufprall völlig zerstört, die beiden aus Ungarn stammenden Crewmitglieder waren eingeklemmt und starben in den Trümmern.

Wie es zu dem Unglück kam, blieb zunächst völlig offen. «Zur Unglücksursache kann man momentan noch gar nichts sagen, ob es rein menschliches Versagen oder ein technisches Problem oder eine Kombination von beidem ist», erläuterte ein Polizeisprecher.

Gutachter, die Wasserschutzpolizei sowie die Staatsanwaltschaft seien vor Ort. Die Reederei des unter Schweizer Flagge fahrenden Schiffes war zunächst nicht zu erreichen.

Schiffsverkehr eingestellt

Der Schiffsverkehr auf dem Main-Donau-Kanal wurde bei Erlangen für zunächst unbestimmte Zeit eingestellt. Wann das Schiff abgeschleppt werden sollte, war noch unklar. Die betroffene Eisenbahnbrücke, auf der nur gelegentlich unter der Woche Güterzüge fahren, wurde nach Angaben der Stadt nach einer Prüfung wieder freigegeben.

Bereits im Juni waren an einem Wochenende zwei Passagierschiffe in Bayern havariert. Nahe Bad Abbach stiess ein Flusskreuzfahrtschiff auf der Donau bei starker Strömung gegen einen Brückenpfeiler, in der Nähe des ebenfalls in Niederbayern gelegenen Riedenburg krachte ein Kabinenschiff auf dem Main-Donau-Kanal gegen ein Baugerüst. Die insgesamt knapp 500 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden damals unverletzt in Sicherheit gebracht. (sda/dpa)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Türkei-Kritiker verlieren auf Facebook tausende Follower – und niemand weiss wieso

Innerhalb weniger Wochen verlieren User, die Erdogan-kritische Beiträge auf Facebook posten, bis zu 5000 Follower und Freunde. Es werde automatisch und systematisch entliked. Sie sind überzeugt: Dahinter steckt Politik. 

Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

Artikel lesen