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25-Jähriger tötet in Toronto bei Amokfahrt zehn Menschen – was bisher bekannt ist

In der kanadischen Metropole Toronto hat ein Mann am Montag einen Lieferwagen vorsätzlich in eine Menschenmenge gesteuert. Dabei wurden mindestens zehn Menschen getötet.

23.04.18, 19:57 24.04.18, 11:44


Die Tat

Am Montagmittag, 13.27 Uhr Ortszeit, fuhr ein weisser Kleintransporter im Stadtteil North York in Toronto von der Strasse aus auf das Trottoir. 

Der Fahrer liess Medienberichten zufolge über zwei Kilometer rund 15 Strassenblocks hinter sich, ehe er mit zerbeulter Motorhaube auf dem Gehweg zum Stehen kam. Er mähte alles um, was ihm im Weg stand. Augenzeugen berichteten, der Wagen sei ungebremst über Dutzende Passanten gefahren. 

epaselect epa06687911 A rented van sits on a sidewalk about a mile from where several pedestrians were injured in northern Toronto, Canada, 23 April 2018. Eight to ten people were struck in two locations. Police took the driver into custody.  EPA/WARREN TODA

Bild: EPA/EPA

Der Zwischenfall ereignete sich an der Ecke Yonge Street und Finch Avenue. In dieser Gegend sind zu der Uhrzeit viele Menschen unterwegs, es gibt zahlreiche Geschäfte und Restaurants.

Die Opfer

Fussgänger seien in die Luft geschleudert worden, Menschen blieben hinter dem Transporter reglos liegen, am Boden überall Blut, so Beobachter vor Ort. 

Die Opfer seien noch auf der Strasse behandelt worden, sagte eine Sprecherin der Rettungskräfte. Fotos zeigten mit orangefarbenen Planen bedeckte, am Boden liegende Körper.

epaselect epa06688068 Toronto police officers stand by a covered body on Yonge Street in northern Toronto,  Canada, 23 April 2018. Nine people were killed and 16 injured when a man driving a white van plowed into pedestrians on a sidewalk on a main thoroughfare in Toronto. The man was taken into custody after being confronted by police.  EPA/WARREN TODA

Bild: EPA/EPA

Zuerst war die Rede von einigen Verletzten, dann sprach man von Toten. Zuletzt hiess es von Seiten der örtlichen Polizei, dass die  Amokfahrt zehn Menschenleben gefordert hat und 16 Personen verletzt wurden. Derzeit sei die Polizei daran, die Opfer zu identifizieren.

Der Täter

Der mutmassliche Täter wurde gefasst. Gegenüber den Medien sagte der örtliche Polizeichef Mark Saunders, beim Fahrer des Lieferwagens handle es sich um Alek Minassian.

Minassian 25 Jahre alt, Student und aus Richmond Hill, einer Gegend nördlich von Toronto. Die Polizei gab an, der mutmassliche Täter sei ihnen nicht bekannt gewesen. 

Die Verhaftung

In sozialen Netzwerken war der Fahrer zu sehen, ein korpulenter Mann, der sich einem Polizisten aggressiv in den Weg stellte. Auf Fernsehbildern waren der Mann und der Polizist zu sehen, wie sie ihre Waffen aufeinander richteten. Der Mann legte seine Waffe schliesslich nieder und wurde festgenommen.

Im Video eines Augenzeugen ist zu sehen, wie der Fahrer mit einem Gegenstand in Richtung eines Polizisten zeigt und dabei «Töte mich!» sowie «Schiess mir in den Kopf!» ruft. Zu einem Schusswechsel kam es vor seiner Festnahme aber nicht.

Video: watson

Das Motiv

Die Polizei konnte noch keine Angaben zum Motiv des mutmasslichen Täters machen. Jedoch sagte Torontos Polizeichef Mark Saunders vor Journalisten: «Diese Tat scheint eindeutig vorsätzlich gewesen zu sein.» Diese Aussage deckt sich mit jenen der Augenzeugen, die berichteten, dass der Fahrer ohne zu zögern über die Passanten gerast sei.

Der für die öffentliche Sicherheit zuständige Minister Ralph Goodale sagte, «auf der Grundlage aller verfügbaren Informationen» sei nicht davon auszugehen, dass eine Gefahr für die nationale Sicherheit bestehe. 

Der Vorfall ereignete sich kurz nach einem Treffen der G7-Aussenminister in Toronto. Derzeit tagen in Toronto ausserdem die Minister für öffentliche Sicherheit der sieben führenden Industrienationen.

Der für die öffentliche Sicherheit zuständige Minister Ralph Goodale sagte, er habe keine Hinweise, dass sich der Vorfall gegen das G7-Treffen gerichtet habe. Die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland sprach von einem «sehr traurigen Tag». Das G7-Treffen werde aber wie geplant fortgesetzt.

Die Reaktionen

Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von einem «schrecklichen Vorfall» und dankte den Rettern vor Ort.

Auch Mike Pence, Vize-Präsident der USA, meldete sich auf Twitter und schrieb, er und Präsident Donald Trump würden das weitere Geschehen genau beobachten. 

 (sar/sda/afp/reu/dpa)

So konnte dieser Held einen Amokläufer entwaffnen

Video: watson

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gawayn 24.04.2018 08:40
    Highlight Es ist immer tragisch wenn es zu solchen Attentaten kommt.

    Hier aber erkenne ich einen Hoffnungsschimmer.
    Dieser Attentäter, der so viele Leben genommen hat.
    Sein Leben wurde dennoch verschont.

    Das ist der Weg zur Lösung des Konflikts.
    Es muss ein Jeder dann einsehen, diese Aktion war Unrecht.
    Wäre er erschossen worden, hätten die Drahtzieher es als Erfolg verbucht.
    So aber müssen sie fürchten was der Mann verraten könnte.

    Anstatt zu zeigen das wir noch brutaler sind, Grösse und Integrität beweisen.
    Nur so kann es gehen.
    3 2 Melden
    • Saraina 24.04.2018 15:19
      Highlight Woher kommt deine Ansicht, dass es Drahtzieher gibt? Bis jetzt sieht es eher aus wie ein sehr verwirrter Versuch, sich mittels Polizei zu suizidieren.
      3 0 Melden
    • Gawayn 24.04.2018 18:38
      Highlight Die gibt es immer.
      Zumindest Leute die einem solche "Tipps" geben.

      Ich kann nicht glauben, das ein normal gesunder Mensch, ohne Radikalisierung zu so etwas fähig ist
      1 1 Melden
    • Saraina 24.04.2018 20:18
      Highlight Und woher kommt deine Erkenntnis, dass der Mann "normal gesund" ist?
      0 0 Melden
  • exeswiss 24.04.2018 01:55
    Highlight holy shit der officer ist die ruhe selbst. in den usa wär das video 3 sekunden gegangen und der fahrer wäre tot gewesen...
    181 8 Melden
    • who cares? 24.04.2018 06:57
      Highlight Der Polizist hat erkannt, dass der Typ zwar Leute mit dem Auto ummähen kann, aber nicht schiessen wird, sondern erschossen werden will. Dass nenne ich eine super Ausbildung! Könnten sich die Amis mal eine Scheibe davon abschneiden als auf alles schiessen, dass sich bewegt.
      118 9 Melden
    • TheDude10 24.04.2018 07:03
      Highlight ...und man hätte den Täter nicht einmal befragen können.

      Die Gesellschaft muss sich mehr um ihre Abgehängten kümmern, dann passieren solche Sachen seltener.
      56 14 Melden
    • Saraina 24.04.2018 07:07
      Highlight In Frankreich auch...
      30 6 Melden
    • Nelson Muntz 24.04.2018 08:48
      Highlight Das beste Beispiel, wie verschieden Amis und Kanadier sind!

      "With glowing hearts we see thee rise,
      The True North strong and free!"
      5 1 Melden
    • äti 24.04.2018 08:56
      Highlight LU auch .....
      0 6 Melden
    • SocialCapitalist 24.04.2018 10:45
      Highlight Also wird nach diesem Attentat kein Verbot aller fahrzeuge ausgesprochen sondern man sollte besser auf Geistig Labile Menschen zugehen und sie behandeln
      Dann kann man das selbe ja auch bei Schusswaffen Amokläufen machen oder ?
      2 6 Melden
    • äti 24.04.2018 12:41
      Highlight @fuck, beides.
      1 1 Melden
    • just sayin' 24.04.2018 12:51
      Highlight die medien nehmen auch nur "solche" vorfälle auf und schlachten sie aus.

      deeskalation und verhältnismässigkeit ist in extremen stresssituationen nur sehr schwer zu bewahren.

      es ist leicht als aussenstehende person, welche nie in solchen situationen war, darüber zu urteilen - und eben diese personen dürfen mich nun mit blitzis eindecken.
      1 0 Melden
    • Saraina 24.04.2018 15:22
      Highlight Nein, denn Schusswaffen sind keine Geräte des täglichen Gebrauchs für den Durchschnittsbürger. In diesem Fall war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass der Täter sich keine Waffe im nächsten Supermarkt besorgen konnte.

      2 1 Melden

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