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Sektenführer wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt

Sektenbosse von Colonia Dignidad haben Kinder missbraucht und Regimegegner gefoltert und umgebracht.

07.01.17, 08:11 07.01.17, 15:00


Radikale Glaubensgemeinschaften und Sekten sind politisch häufig am rechten Rand angesiedelt oder haben faschistoide Haltungen und Tendenzen. Das ist keine Überraschung, sondern ist eine logische Konsequenz ihrer Heilslehre und Strukturen. Denn autoritäre Systeme laufen stets Gefahr, rechtsradikale Züge zu entwickeln.

Konkret: Sie werden in der Regel von machtbesessenen Führern oder Gurus gegründet und sind rückwärts gewandt, weil sie ihre reaktionären Ideen konservieren wollen. Der Scientology-Gründer Ron Hubbard zum Beispiel wollte in seinem Machtrausch die ganze Welt scientologisch machen und die Demokratie abschaffen.

Das Phänomen ist auch beim Opus Dei, einer Art Geheimloge, auszumachen. Die reaktionäre katholische Bewegung im Rang eines Bistums möchte das Rad der Zeit zurückdrehen. Auch die Zeugen Jehovas sind eine autoritäre Freikirche, die den geistigen Spielraum ihrer Gläubigen einengt.

Weiter vertreten viele esoterische Gruppen und Bewegungen ein reaktionäres Gedankengut, das teilweise aus der Wiedergeburt- und Karmatheorie resultiert. Nicht von ungefähr sprechen Fachleute von der „braunen Esoterik“.

Ein besonders krasses Beispiel ist die christliche Polit-Sekte Colonia Dignidad (Kolonie der Würde), durch deren Geschichte sich eine Blutspur zieht. Nach jahrzehntelangen Vertuschungen und politischem Protektionismus sind nun endlich fünf ranghohe Exponenten der deutschen Sekte zu je fünf Jahre Haft verurteilt worden. Der oberste chilenische Gerichtshof warf den drei deutschen Sektenführern Kurt Schnellenkamp, Gerhard Mücke und Karl van den Berg sowie zwei ehemaligen chilenischen Geheimdienstmitgliedern die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Colonia Dignidad hatte unter dem Regime von Diktator Augusto Pinochet mit dem Geheimdienst zusammengearbeitet. Die vom deutschen Prediger Paul Schäfer 1961 in Chile gegründete Sekte diente dem Geheimdienst des Diktators als Folterzentrum.

Aber auch Sektenmitglieder wurden im getarnten Sektenzentrum körperlich gezüchtigt und teilweise sexuell missbraucht. Schnellenkamp und Mücke sind wegen solcher Verbrechen bereits in Chile in Haft. Etliche Sektenanhänger konnten sich aber der Justiz entziehen.

Geschundene Sektenmitglieder im Gruppenbild. bild Keystone

Vor zehn Jahren waren 18 Sektenanhänger und Geheimdienstmitglieder angeklagt worden. Sechs Angeklagte starben im Laufe der Verhandlungen, drei flüchteten nach Deutschland. So auch der Sektenarzt Hartmut Hopp, der bereits zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Hopp versteckte sich jahrelang, und die deutsche Justiz legte wenig Eifer an den Tag, ihn zu fassen. Seit er enttarnt worden ist, prüft nun das Landgericht Krefeld, ob es das Urteil aus Chile vollstrecken kann.

Sektenführer Schäfer war 2006 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er unter anderem Kinder verschleppt und sexuell missbraucht hatte. Vier Jahre später starb er im Alter von 88 Jahren.

Verhaftung des Sektenführers Paul Schäfer.

Schäfer, ein untersetzter Mann mit Glasauge, hatte 1961 seine abgelegene Kolonie 400 Kilometer südlich von Santiago aufgebaut. Das kleine, herausgeputzte Dorf mit den landwirtschaftlichen Musterbetrieben und den weiten Feldern wirkte wie ein Freilichtmuseum. Heute ist es ein Feriendorf.

Sektenführer Paul Schäfer entführte Knaben oder stahl sie einheimischen Familien

Der fromme Deutsche war ein Päderast und flüchtete damals vor der deutschen Justiz nach Chile. Im abgelegenen Sektenzentrum konnte er seine sexuelle Neigung an den Söhnen der Sektenmitglieder ausleben.

Wenn er „Nachschub“ brauchte, entführte er Knaben oder stahl sie einheimischen Familien. Immer wieder, so berichten ehemalige Bewohner der Kolonie, seien Babys, die gratis in der Sektenklinik behandelt wurden, für tot erklärt und in der Kolonie versteckt worden.

Mordopfer der Sekte Colonia Dignidad. bild Keystone

Für Schäfers Anhänger war die Kolonie vor allem ein Arbeitslager, das von Stacheldraht umzäunt war. Sie schufteten unter einem strengen Regime 16 Stunden am Tag auf den Feldern, Lohn gab es keinen, Kontakt nach aussen war untersagt. Es gab keine Zeitungen, kein Radio, und das Lesen von Büchern war verboten.

Die Anhänger des pädophilen Sektenführers mussten fromm, unterwürfig und angepasst sein und ihre Triebe unterdrücken. Familien wurden auseinandergerissen, Knaben und Mädchen wuchsen getrennt auf.

Umerziehung mit Elektroschocks und Psychopharmaka

Wer die Sektenregeln verletzte, wurde mit Züchtigung umerzogen: Mit Elektroschocks und Psychopharmaka wollte Schäfer Temperament und Charakter seiner Anhänger umpolen.

Schäfer war ein Vertrauter von Pinochet. Der Diktator liess seine Gegner teilweise im Sektenzentrum umbringen, wie später entdeckte Massengräber bewiesen.

Paul Schäfer war nach dem 2. Weltkrieg als Jugendbetreuer bei der evangelischen Kirche in Bayern tätig. Erste Anzeigen von Kindsmissbrauch wurden bereits 1946 registriert, doch Schäfer wurde erst fünf Jahre später entlassen. Nun zog er als Laienprediger durch Deutschland, richtete 1956 ein Kinderheim ein und nahm Waisen auf. Als er mit 250 Anhängern nach Chile flüchtete, entführte er auch Kinder, die ihre Eltern nie mehr sahen.

Der Sektenboss floh nach Argentinien

Nach dem Sturz von Pinochet dauerte es noch viele Jahre, bis die neue Regierung die Verbrechen im Sektendorf zu untersuchen begann. Schäfer entkam 1997 der Razzia und floh nach Argentinien. Nach acht weiteren Jahren wurde er verhaftet und nach Chile ausgeliefert.

Dass der Sektenarzt Hartmut Hopp, der massgeblich an den Verbrechen beteiligt war, sich auch heute noch frei in Deutschland bewegen kann, ist nur einer der verstörenden Aspekte dieser dramatischen Sektengeschichte.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Agnos ~ 23.01.2017 02:24
    Highlight Gebote und Verbote,

    Wenn dem Religionsführer den Fussball nicht in sein frommes Gefühl passt, ist es nicht recht, dass andern dasselbe empfinden gegen den Sport haben.

    Mit Bibelstellen, nicht ganzer Versen, benützt das geistliche Oberhaupt seinem religiöser Empfinden, ums seiner fussballfeindlichen Einstellung zu untermauern.

    Prügelstrafe für christliche Züchtigung, empfiehlt amerikanisch evangelikalen Ehepaar, als geistliches Gebot, dass an Kindern empfohlen wird, und wie es ausgeführt werden muss.

    Nicht nur Chile, sondern Europa und Amerika gibt es Prügelstrafe.
    11 0 Melden
    • Agnos ~ 28.01.2017 13:57
      Highlight Verweise wie was zu tun ist, und was gelassen werden muss, ist das was ausgelassen wurde nicht erwähnt.
      Wenn dem Prediger sein fussballfeindliche Gefühl, mit Bibelstellen, von nicht ganzer Bibelversen an Gemeindegliedern überträgt, und daraus mit seinen Thesen untermauert, so ist seine philosophische Erfinden irrational.

      Das betrifft auf allen selbstgemachten Dogmen, die nicht ganzheitlich fundiert sind, ohne Versenreihen neu erstellen, um in Gier und Völlerei zu leben.
      Sich Zeit zu nehmen, um von sich zu geben, was andere benötigen, und uns fröhlich macht, wie sie sich freuen.


      7 0 Melden
  • FliegenderTeppich 08.01.2017 16:43
    Highlight Zu diesem Thema kann ich den Roman "Rabenfrauen" sehr empfehlen. Er beruht auf Recherchen der Autorin und ist sehr packend und eindrücklich.
    4 0 Melden
  • Franz0506 08.01.2017 11:29
    Highlight Herr Stamm macht hier eine Auflistung von Verbrechen
    von kriminellen Sektenführern.
    Welche Aussage will er damit machen: Sekten sind böse? Glauben ist böse?
    Es gab auch schon atheistische Journalisten, die mit ihrem Geschreibe Verbrechen gegen die Menschheit begangen haben ("Der Stürmer", etc.)

    Für eine ethische gute Lebensführung ist der Gottesglaube eine unverzichtbare Stütze.
    Und wüssten die Menschen von einer Wiedergeburt, in der begangenes Unrecht wieder auf sie zurückfällt und sie Wiedergutmachung zu leisten haben, so würden Sie sich heute mehr um eine gute Lebensführung bemühen.
    1 35 Melden
    • Alienus 09.01.2017 17:16
      Highlight Franz0815

      Es scheint Ihnen Probleme zu bereiten, ein spezielles Gewerbe einer genaueren Untersuchung zu unterziehen.

      Wenn z.B. bei dem Gewerbestand der Taschendiebe / Hütchenspieler eine signifikant höhere Kriminalrate feststellbar ist, so kann der darüber schreibende Journalist eine Frage oder gar Feststellung in den Raum stellen, dass man zwischen diesem Gewerbe und dem Kriminalverhalten eine Verbindung feststellen kann / muss.

      Der Unterschied zwischen den religiösen Führern und den Hütchenspielern ist der, dass die Religionsverführer für sich Gott auf ihrer Seite behaupten.
      6 0 Melden
    • Pasionaria 09.01.2017 19:03
      Highlight Alienus
      Koennte man an Stelle des Huetchenspiels nicht auch den Pokerspieler einsetzen, mit dem Fazit:
      pokern ist fur den Pokerspiel wie Religion fuer den Glaeubigen - erfunden und gezuechtet durch Menschen, beliebt, weil es jeder ausueben kann. Gepraegt vom Zufall und vom As.......

      Kl. Aufgabe, koenntest Du mir ev. den Ursprung des > Schindluders, nur (!) die ethymologische beschreiben.
      Danke i.v.
      3 2 Melden
    • Pasionaria 09.01.2017 19:15
      Highlight Nun, Franz, Sie laufen nicht das erste Mal in's offne Blog-Messer, siehe oben Alienus.
      Es waere Zeitverschwendung, Sie auf den Widersinn jedes einzelnen Ihrer Saetze hinzuweisen.
      Ich picke nur einen heraus "Für eine ethische gute Lebensführung ist der Gottesglaube eine unverzichtbare Stütze"
      Dass Sie ueberhaupt eine Stuetze dafuer brauchen, ist schon kennzeichnend.
      Jeder normal empathische Mensch braucht fuer ein solches Verhalten keine Stuetze, er sollte spontan ein solches an den Tag resp. an den Mitmenschen legen.
      Zum 100ten Mal - Humanitaet ist keine Glaubensfrage, sondern ein Verhalten
      9 1 Melden
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  • Maracuja 08.01.2017 09:47
    Highlight @Hugo Stamm: Radikale Glaubensgemeinschaften und Sekten sind politisch häufig am rechten Rand

    Genau, und wie Sie zu Recht schreiben bestimmt kein Zufall. Ein guter Artikel, aber für alle, die sich bereits mit Sekten beschäftigt haben, ist diese Erkenntnis nicht neu. Angesichts des erstarkenden Rechtspopulismus/Nationalismus frage ich mich jedoch, ob auch Kirchen, die nicht als Sekten gelten, in Zukunft wieder stärker nach rechts rücken werden.
    9 0 Melden
  • Spooky 07.01.2017 23:11
    Highlight "...Gedankengut, das teilweise aus der Wiedergeburt- und Karmatheorie resultiert."

    Lieber Herr Stamm
    Ich bin praktisch immer Ihrer Meinung. Aber wenn es den Hinduismus betrifft, dann habe ich gemerkt - seit ich auf Watson bin - dass Sie davon keine Ahnung haben.

    Darum bitte ich Sie, Herr Stamm, lassen Sie die von Ihnen sogenannte "Wiedergeburt- und Karmatheorie" aus dem Spiel! Von diesen Sachen verstehen Sie nichts.
    3 13 Melden
    • Pasionaria 08.01.2017 06:21
      Highlight Mister Spooky
      Jetzt aber halt mal.
      1.- verlangt niemand, dass Du mit einem Blogautor immer der gleichen Meinung sein musst (es genuegt schon, wenn Du es mit einer fotogenen....bist)
      2.- Laesst Deine Hoeflichkeit hier sehr zu wuenschen duebrig
      3.- Wieso behauptest Du mit Deiner ausfallenden, danebenliegenden Aufforderung, dass "Wiedergeburt- und Karmatheorie" ausschliesslich in Hinduismus vorkommt?

      Es koennte gut sein, dass HST durch seine vielfachen Reisen (wahrscheinlich nicht an Touristen-Destinationen) ev. eine groessere Ahnung von Indien und der dort gelebten Kultur und Religionen hat...
      6 3 Melden
    • Spooky 08.01.2017 17:05
      Highlight Also bitte! Ich bin mit Kafi Freitag überhaupt nicht immer einig. Wäre ja langweilig. Und zu Hugo Stamm, den ich sehr respektiere, bin ich nicht unhöflich. Herr Stamm ist kein Sensibelchen, sonst würde er ja nicht auf Watson einen Blog schreiben. Er wird meine Meinungsäusserung überleben ;-). Es ist mir einfach aufgefallen, dass Herr Stamm von Hinduismus "nicht so viel versteht" (ist das höflicher? Akzeptierst du diese Formulierung, Pasionaria? ;-) Ich war mit 22 monatelang in Indien und habe dort nicht Haschisch geraucht, sondern an der Quelle Yoga studiert. Lieber Gruss
      3 3 Melden
    • Pasionaria 08.01.2017 22:10
      Highlight Hoeflich ja, aber kein bisschen aufschlussreicher.
      Jetzt zeige einfach noch auf - Beispiel bitte - dass HST nicht 'so viel' vom Hinduismus versteht.

      Dass Du die HST's Aussage betr. "Wiedergeburt- und Karmatheorie" nur auf den Hinduismus uebertraegst, zeigt eher Dein Unwissen auf, dass auch andere und schon viel aeltere Relig. darueber fantasier(t)en.

      Es ist dahingestellt, wer mit mehr Kenntnis nach Hause faehrt, ein Skeptiker, der unzaehlige Male gezielt auf Kulturreise in ein Land faehrt, oder einer, der sich auf Yoga-Tour dort festgefahren hat.
      Hauptsache, die Yoga-Asanas bekommt Dir wohl!
      0 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Regas 07.01.2017 20:32
    Highlight Mal eine Frage an die Redaktion: wieso wird eigentlich Stamms Blog bereits nach einem halben Tag von der Hauptseite oder der Schweizer Seite entfernt, während andere Artikel Tagelang aufgeschaltet bleiben, zum Beispiel: "Zukunfts-«Arena»:". Ich finde es echt schade.
    5 0 Melden
    • Michael Mettler 07.01.2017 23:12
      Highlight Der computer errechnet dies aufgrund der wenigen klicks, der fehlenden kommentaren, der seltenen sharings usw. Wird nächste woche mit ein bisschen polemik wieder anders. Onlinejournalismus lässt grüssen.
      2 1 Melden
  • Michael Mettler 07.01.2017 17:42
    Highlight Ich stelle fest: Je weniger Polemik desto weniger Comments. Hugo Stamm, danke für diese journalistische Leistung! Genau so schätze ich Ihre Arbeit. Das aufdecken und unermüdliche Wiederholen der Wahrheit und Brutalität.
    20 0 Melden
  • Share 07.01.2017 13:37
    Highlight Wie geschrieben steht, verstörende Aspekte, wenn die Faschisten anfangen in den eigenen Reihen zu säubern und sich so als Saubermänner hinstellen wollen. Das Pathologische kommt in verschiedener Gestalt. Auch wenn es neuerdings das Kleid des Pop-Art vor sich her trägt, sich ungleich anbiedernd und abwertend zugleich Populismus nennt.
    7 6 Melden
  • Sauäschnörrli 07.01.2017 11:11
    Highlight Der wollte es doch nur machen wie die grossen Kirchen.
    14 26 Melden
    • MeinSenf 07.01.2017 16:07
      Highlight Dan müssen Sie wohl ein fundierter Kirchenexperte mit ausgeprägtem Wissen sein?

      Immer diese unqualifizierten Aussagen auf Blickniveau, tststs...
      3 1 Melden
    • Share 07.01.2017 17:25
      Highlight @DeinSenf
      Ja, fangen wir doch gleich mal bei der Orthographie an. Kriechgänger. Wir sprechen von niederem Gesinde.
      2 3 Melden
    • teufelchen7 07.01.2017 20:59
      Highlight leider kann man den kirchen bis heute noch nicht nachgeweisen, dass sie auch pädophile haben... aber der vergleich mit dieser schrecklichen sekte geht trotzdem bisschen zu weit...
      3 2 Melden
  • pamayer 07.01.2017 08:38
    Highlight Viele Nazis flohen nach 1945 nach Chile, wo ihnen Pinochet gerne Asyl gewährte.
    Entsprechend sind die erwähnten Sektenführer Deutsche.
    Was wieder in das Bild der reaktionären und autoritären Sekten passt.
    37 22 Melden
    • Dr. Zoidberg 07.01.2017 10:02
      Highlight pinochet kam 1973 an die macht, knapp 30 jahre nach 1945. sehr unwahrscheinlich, dass dann noch viele nazis nach chile geflohen sind.

      richtig ist, dass viele nazis nach südamerika (also auch chile) geflohen sind, weil ind en 40ern dort fast flächendeckend (militär)diktaturen herrschten, die von den amerikanern unterstützt wurden und kein problem mit deutschen einwanderern hatten, die nicht über ihre vergangenheit sprechen wollten.
      58 4 Melden
    • pamayer 07.01.2017 12:50
      Highlight Danke für die Berichtigung. Ja, Militärdiktaturen haben kein Problem mit Nazis.
      18 1 Melden
    • Spooky 07.01.2017 22:01
      Highlight
      "Viele Nazis flohen nach 1945..."

      An alle katholischen Gläubigen: ...mit seelsorgerischer und praktischer Hilfe des Vatikans, übrigens.
      9 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 07.01.2017 08:33
    Highlight Besonders heimtückisch sind solche Sekten, weil sie als Köder für ihre Opfer -an sich wunderschöne- Utopien verwenden.
    So hat Osho, der Guru der Bhagwan-Sekte, tausende Hippies mit Versprechungen von Freier Liebe und Grossfamiliärer Gemeinschaft in seine Ashrams in Indien gelockt, bevor er dort seinen Psycho-Terror aufzog, der darin gipfelte, dass sich die Mitglieder der Sekte nur noch mit Handschuhen berühren durften...
    Etwas Ähnliches beobachte ich heute in der "Permakultur-Szene", die ebenfalls IdealistInnen mit Utopien von Naturverbundenheit, Spiritualität und Gemeinschaft anlockt...
    31 5 Melden
    • lilas 07.01.2017 09:54
      Highlight @Rodolfo bezüglich Permakultur: Es ist schade, dass es immer und seit Ewigkeiten Menschen gibt, die eine grundsätzlich gute Ideologie in eine Sekte umwandeln um zu Geld und Macht zu kommen. So werden immer wieder Vorstösse zu einem Umdenken zur Sau gemacht. Manche, die eine solche Ideologie wirklich leben möchten ohne für sich finanzielle Vorteile zu ergattern, werden in überteuerten Pseudoseminaren abgezockt und in Kommunen ausgebeutet
      20 1 Melden
    • rodolofo 07.01.2017 10:39
      Highlight @Ilias
      Die Permakultur-Szene bietet für mich eine Art "Déja vue"-Erlebnis.
      Auch wir "Pioniere" träumten ja damals von einem "Zurück zur Natur" und wollten grundsätzlich ALLES anders machen, als unsere Altvorderen, die wir als "Konventionelle Füdlibürger" verhöhnten.
      Eine solche militante Unbekümmertheit brauchst Du auch, damit Du gewisse Dinge wagst, um die andere einen weiten Bogen machen!
      Und Du wirst tatsächlich finden, was Du suchtest, aber Du musst auch viel Lehrgeld bezahlen dafür!
      Und Du wirst herausfinden, dass das Rad nicht nochmals erfunden werden muss.
      Heute geniesse ich Knospe-Bio!
      16 3 Melden
    • lilas 07.01.2017 10:58
      Highlight Natürlich! Es ist nur traurig dass auch die heutigen Pioniere abgezockt werden von Pseudogurus
      11 1 Melden

Oh, Globuli! Dass Mediziner homöopathisch heilen wollen, ist eigentlich ein Skandal 

In Deutschland kritisieren Ärzte die Homöopathie, eine Apotherkerin verkauft keine Globuli mehr. Und in der Schweiz? Da fehlt oft die Ehrlichkeit. 

Die Fakten sind klar: Manche homöopathische Mittel sind so stark verdünnt, dass sie keine Wirksubstanz mehr enthalten. Das bestreiten auch Vertreter der umstrittenen Methode nicht.

Sie behaupten unter anderem, die Informationen oder Energien der Ursubstanz gingen auf die Trägerflüssigkeit über. Ausserdem potenziere sich die Wirkung durch die Verdünnung.

Das sind abenteuerliche Interpretationen, die jeder wissenschaftlichen Erkenntnis und allen Naturgesetzen widersprechen. Das ist etwa so, als …

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