International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Brazilian Minister of Tourism Henrique Eduardo Alves talks on his mobile phone after a meeting with Brazil's Vice President Michel Temer (not pictured) in Brasilia, Brazil, December 14, 2015. Picture taken December 14, 2015. REUTERS/Ueslei Marcelino

Legte am Donnerstag sein Amt nieder: Tourismusminister Henrique Eduardo Alves.
Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Nach nur fünf Wochen im Amt: Dritter Minister in Brasilien unter Korruptionsvorwurf abgetreten

Nach gerade mal rund fünf Wochen im Amt verliert Brasiliens Interimspräsident Michel Temer bereits seinen dritten Minister wegen Korruptionsvorwürfen. Tourismusminister Henrique Eduardo Alves legte am Donnerstag sein Amt nieder.



Alves zieht mit dem Schritt Konsequenzen aus jüngsten Korruptionsvorwürfen eines früheren Managers des halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras. Der Ex-Chef der Petrobras-Tochter Transpetro, Sérgio Machado, hatte sogar Staatschef Temer selbst der Korruption bezichtigt.

Machados Aussagen vor den Ermittlern waren am Vortag ans Licht gekommen. Demnach soll Temer 2012 um Spenden für den Wahlkampf des damaligen Kandidaten seiner Partei PMDB für das Bürgermeisteramt von São Paulo gebeten zu haben. Temer bestritt die Anschuldigungen. Machado, der selbst unter Korruptionsverdacht steht, nannte die Namen von rund 20 Politikern in Verbindung mit Korruptionspraktiken.

Nach einem Bericht des Nachrichtenportals «Globo» müsse nun die Staatsanwaltschaft prüfen, ob Ermittlungen gegen Temer aufgenommen werden können. Gleichzeitig hielt «Globo» den Schritt für unwahrscheinlich.

Ermittlungen stoppen wollen

Temer hatte im Mai nach der Suspendierung von Staatschefin Dilma Rousseff das Präsidentenamt übergangsweise übernommen. Gegen Rousseff läuft ein Amtsenthebungsverfahren.

IMAGE DISTRIBUTED FOR AVAAZ - Avaaz activists acting in front of Brazilian Congress against corruption shortly before the report of the vote that asks that deputy Eduardo Cunha loses his mandate on the ethics committee of the Camara of Deputies, on Tuesday, June 7, 2016, in Brasilia, Brazil. (Joédson Alves/AP Images for AVAAZ)

Geldkoffer mit Schweizer Kreuz: Protestierende in der Hauptstadt Brasilia. Bild: AP IMAGES FOR AVAAZ/AP Images

Ende Mai war bereits Temers erster Planungsminister Romero Jucá nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt zurückgetreten. In einem den Medien zugespielten Mitschnitt eines vertraulichen Gesprächs war bekannt geworden, wie Jucá noch vor seiner Amtsübernahme Korruptionsermittlungen der Polizei stoppen wollte.

Wegen des Abhörskandals musste kurz danach auch Transparenz-Minister Fabiano Silveira seine Koffer packen.

50 Politiker im Visier

Das Land wird seit Monaten von einer beispiellosen politischen Krise erschüttert - und dies kurz vor den Olympischen Spielen vom August in Rio de Janeiro. Staatschefin Rousseff soll wegen Tricksereien bei den Haushaltszahlen noch in diesem Jahr ihres Amtes enthoben werden, auch der Parlamentspräsident und Rousseff-Rivale Eduardo Cunha ist aber wegen Korruptionsermittlungen suspendiert.

In der Krise nimmt die Petrobras-Affäre einen prominenten Platz ein. Bei den seit über zwei Jahren laufenden Ermittlungen (Operation «Lava Jato») wurde ein über Jahre gestricktes Korruptionsnetz beim staatlich kontrollierten Ölkonzern aufgedeckt. Derzeit wird gegen mehr als 50 Politiker ermittelt. (sda/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 17.06.2016 06:20
    Highlight Highlight Der progressiven staatschefin rousseff wurden von ihren gegnern peanuts untergeschoben um sie absetzen zu können (quelle woz 20/2016). Nun übertrifft sich die interimsregierung selbst mit korruptionsskandalen, welche die rousseff untergeschobenen vorwürfen bei weitem übertreffen. Machtspiele in reinkultur.
    3 0 Melden

Dieser Trump-Werbespot ist selbst Fox News zu rassistisch

Der konservative US-Sender Fox News und weitere Sender haben einen flüchtlingsfeindlichen Werbespot des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump zurückgezogen. Der Werbespot werde auf Fox News und auf dem Wirtschaftssender Fox Business Network nicht mehr gezeigt, erklärte eine Verantwortliche der als Trump-nah geltenden Sendergruppe am Montag.

Auch der Sender NBC und das soziale Netzwerk Facebook zogen das umstrittene Video zurück. CNN hatte den Werbespot gar nicht erst ausgestrahlt und als …

Artikel lesen
Link to Article