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Zika-Virus in Brasilien: Sind die Olympischen Spiele in Gefahr?

Die WHO hat den weltweiten Notstand ausgerufen – weil sich das Zika-Virus rasant ausbreitet. Was heisst das für Reisende? Und was ist mit den Olympischen Spielen in Brasilien? Antworten auf die wichtigsten Fragen.



Was steckt hinter dem Zika-Virus?

Ein Artikel von

Spiegel Online

Was ist da los in Brasilien?

In Brasilien wie in anderen lateinamerikanischen Ländern breitet sich das Zika-Virus stark aus. Übertragen wird der Erreger durch die Gelbfiebermücke Aedes aegypti.

Wie gefährlich ist das Virus?

Nur ein Fünftel der Infizierten bemerken Symptome wie leichtes Fieber, Hautausschlag, Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen über zwei, drei Tage. Gefährlich aber kann eine Zika-Infektion offenbar für Schwangere sein: Sie können das Virus auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu Fehlbildungen wie Mikrozephalie führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen und rät Schwangeren, die betroffenen Länder zu meiden.

Mehr zum Zika-Virus, zu Verbreitung, Behandlung und Schutz lesen Sie hier: «Was bedeutet der Ausbruch des Zika-Virus für Reisende?»

In Brasilien finden im August die Olympischen Spiele statt. Könnte das Virus die Austragung gefährden?

Revellers take part in the annual block party known as the

Das Risiko für Besucher und Athleten in Brasilien sei «gleich null» – dies gelte aber nicht für Schwangere, sagte der Stabschef des brasilianischen Präsidialamts, Jaques Wagner. Die Spiele wegen des Zika-Ausbruchs abzusagen, schloss er aus. Auch die WHO hat betont, dass es im Moment keinen Grund für allgemeine Reisewarnungen gebe.

Das Klima könnte den Olympischen Spielen zu Hilfe kommen. Da im August in Brasilien Winter ist, könnten die Folgen milder ausfallen, wie Rios Bürgermeister Eduardo Paes sagte. «Im Monat August gibt es keine Verbreitung dieser Moskitos.»

Was tut die Regierung gegen das Zika-Virus?

Ab dem 13. Februar will Brasiliens Regierung 220'000 Soldaten einsetzen, um die Nester der Zika-übertragenden Gelbfiebermücke auszurotten. Sie sollen ausserdem in den betroffenen Gebieten von Haus zu Haus gehen, um Broschüren zu verteilen und den Menschen Tipps zum Mückenschutz zu geben. Ausserdem sollen mindestens 400'000 Schwangere mit Mückenschutzmitteln versorgt werden. Solche Massnahmen werden regelmässig ergriffen, auch um die Ausbreitung des sich ebenfalls stark verbreitenden Dengue-Erregers einzudämmen.

So bekämpft Südamerika das Zika-Virus

Auch die Stadtverwaltung von Rio de Janeiro plant Vorsichtsmassnahmen vor den Olympischen Spielen: Einen Monat vor der Eröffnungszeremonie soll ein Expertenteam alle Wettkampfstätten inspizieren und Brutstätten der Stechmücken ausmerzen, kündigte sie an.

Für den regionalen Gesundheitssekretär José Macedo Sobral sind solche Massnahmen wichtig, aber nur begrenzt effektiv. Dem «Deutschlandfunk» zufolge sagte er: «Ich glaube, man kann die Stechmücke in Schach halten. Ähnlich wie man Schädlinge in der Landwirtschaft bekämpft. Aber die Stechmücke auszurotten, ist kaum möglich. Die abgelegten Eier können 14 Monate überleben, bevor sie Larven erzeugen. Sie komplett auszurotten, ist sehr schwierig.»

In den kommenden Wochen steht mit dem Karneval bereits ein Testlauf an, wie weit Rio für die Gesundheitsgefahren im Umfeld der Olympischen Spiele vorbereitet ist.

Könnten Grossveranstaltungen wie der Karneval und die Olympischen Sommerspiele für eine weltweite Verbreitung des Virus sorgen?

Hierzu sind die Prognosen der Experten nicht einheitlich: Die Olympischen Spiele könnten einer «Globalisierung des Virus» Vorschub leisten, sagte Dennis Tappe vom Berhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg der «Süddeutschen Zeitung». Andere wie Jan Felix Drexler, Virologe an der Universität Bonn, vermuten, dass die Bevölkerung bis zu den Veranstaltungen eine hohe Immunität erreicht haben werde und sich die Zika-Lage beruhige. Dazu kommt, dass im August die Aedes-Mücken wenig aktiv sind.

In Deutschland werde sich das Zika-Virus nicht ansiedeln, sagte der Bonner Virologe Christian Drosten von der Gesellschaft für Virologie (GfV). Es gebe derzeit «keinerlei Anzeichen» dafür, dass das Virus künftig über in Deutschland vorkommende Moskitos übertragen werden könnte.

abl/dpa

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