International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Handeln eines Unternehmens hat die grösste Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens verursacht»

30.11.15, 17:39 30.11.15, 17:51


Brasiliens Fukushima: 62 Millionen Kubikmeter giftiger Schlamm kriecht in die Flüsse

Brasiliens Präsidentin Dilma Rouseeff will den für die Schlammkatastrophe im Rio Doce und Atlantik verantwortlichen Bergwerksbetreiber zur Rechenschaft ziehen. «Das unverantwortliche Handeln eines Unternehmens hat die grösste Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens verursacht», sagte Rousseff am Montag bei der Eröffnung der UNO-Klimakonferenz in Paris.

Es ist immer noch unklar, wie viele Giftstoffe nach einem Dammbruch in einem Eisenerz-Bergwerk den Fluss Rio Doce («Süsser Fluss») auf mehreren hundert Kilometer Länge kontaminiert haben könnten. Dieser mündet in den Atlantik, in den nun auch viel Schlamm geflossen ist.

Die Regierung fordert mindestes 20 Milliarden Reais (5.3 Mrd. Franken) Schadenersatz – mit einem Fonds soll die Säuberung des Flusses bezahlt werden sowie die Entschädigung der betroffenen Menschen. Der Minenbetreiber Samarco gehört dem brasilianischen Unternehmen Vale und dem australisch-britischen Konzern BHP.

Als Ursache für den Dammbruch am 5. November wird ein leichtes Erdbeben vermutet, die Betreiber müssen sich unzureichende Sicherheitsmassnahmen vorwerfen lassen. Durch die Schlammlawine starben bisher 13 Menschen, viele Landstriche wurden verwüstet.

Ausmass der Schäden nicht absehbar

Fachleute halten es für möglich, dass der Fluss in mehreren Monaten dank der Regenzeit von den Schlammassen eingermassen befreit werden kann – aber das Ausmass der Umweltschäden ist nicht absehbar. Der Fluss fällt als Trinkwasserreservoir aus, viele Tiere sind akut bedoht.

Rousseff betonte, man versuche mit aller Kraft, die Schäden zu begrenzen und der Bevölkerung zu helfen. Der Vale-Konzern erklärt, die nach Dammbrüchen in einem Rückhaltebecken ausgelöste Lawine könne Metalle wie Arsen und Nickel im Fluss mitgerissen haben, betont aber, dass der Schlamm selbst keine Giftstoffe enthalte.

BHP schloss eine Gefahr für die menschliche Gesundheit aus. Aber die UNO, die Regierung und Umweltschützer bezweifeln dies stark. Mehr als 50 Millionen Tonnen Schlamm flossen in den Fluss. Neun Tonnen tote Fische wurden schon aus den Gewässern geholt. (sda/dpa)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amadeus75 30.11.2015 19:08
    Highlight War ja klar, dass die Firma, welche die Umweltkatastrophe verursacht hat, mit einer Geldstrafe davon kommt! Der oder die Verantwortlichen, gehören in den Knast!
    2 1 Melden
    • Joey Madulaina 01.12.2015 06:51
      Highlight Vale machte Wahlkampfspenden, natürlich kommen die glimpflich davon...
      0 0 Melden

Gericht lehnt Haftentlassung ab: Brasiliens Ex-Präsident Lula bleibt im Gefängnis

Der seit rund einem Monat inhaftierte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva muss vorerst im Gefängnis bleiben. Die Richter der Zweiten Kammer des Obersten Gerichtshofs lehnten mehrheitlich einen Antrag auf Haftentlassung ab.

Dies berichteten örtliche Medien am Mittwoch übereinstimmend. Wegen Korruption verbüsst Lula eine zwölfjährige Freiheitsstrafe.

Er soll von einem Bauunternehmen die Renovierung eines Luxus- Appartements angenommen haben. Lula weist die Vorwürfe zurück. Er …

Artikel lesen