International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06676553 British Prime Minister Theresa May pauses during her bilateral meeting with India's Prime Minister Narendra Modi at 10 Downing Street in London, Britain, 18 April 2018. May is hosting leaders of the Commonwealth countries in London this week.  EPA/SIMON DAWSON / POOL

Theresa May, Premierministerin des Vereinigten Königreichs.  Bild: EPA/BLOOMBERG POOL

Britisches Oberhaus verpasst Theresa May Brexit-Niederlage

18.04.18, 21:09 19.04.18, 07:00


Die britische Regierung hat bei einer Brexit-Abstimmung im Oberhaus eine empfindliche Niederlage erlitten. Die Lords votierten am Mittwoch mit grosser Mehrheit (348 zu 225) für einen Änderungsantrag zum EU-Austrittsgesetz, damit ihr Land nach der Scheidung von der Europäischen Union doch noch in der Zollunion bleiben kann. Auf diese Weise sollen befürchtete Konflikte durch die neue EU-Aussengrenze auf der Insel Irland verhindert werden.

Members of the House of Lords gather to hear the Queen's Speech in the Chamber at the Houses of Parliament during the official State Opening of Parliament in London, Wednesday May 18, 2016. The State Opening of Parliament marks the formal start of the parliamentary year and the Queen's Speech sets out the government’s agenda for the coming session.  (Justin Tallis / Pool via AP)

Das britische Oberhaus: «House of Lords Chamber». Bild: AP/POOL AFP

Abweichler aus den Reihen der Konservativen unterstützten den Antrag der Opposition. Damit ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen: Das Unterhaus kann in einer späteren Phase versuchen, das Abstimmungsergebnis wieder zu kippen. Premierministerin Theresa May regiert seit einer Wahlschlappe nur mit einer hauchdünnen Mehrheit.

Die Opposition will mit der Initiative eine feste Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland nach dem Brexit verhindern. Alte Wunden in der früheren Bürgerkriegsregion könnten wieder aufgerissen werden, fürchtet sie. Derzeit ist die Grenze unsichtbar.

Die Regierung beteuert, eine feste Grenze nach dem Brexit auf der irischen Insel verhindern zu wollen. Bislang liegen aber keine klaren Vorschläge auf dem Tisch, wie das umgesetzt werden könnte.

So reagiert die britische Presse auf den Brexit

Opposition will Zollunion

Brexit-Schattenminister Keir Starmer von der oppositionellen Labour-Partei bezeichnete das Abstimmungsergebnis als «einen wichtigen Schritt vorwärts». Die Zollunion sei der einzige praktikable Weg, um Arbeitsplätze zu erhalten, die Produktion zu unterstützen und die feste Grenze in Nordirland zu verhindern.

Das EU-Austrittsgesetz soll die Geltung von EU-Recht in Grossbritannien beenden. Gleichzeitig sollen alle EU-Bestimmungen in nationales Recht übertragen werden, damit am Brexit-Tag kein Chaos entsteht. Pro-europäische Parlamentarier wollen den Gesetzesentwurf so umschreiben, dass Grossbritannien eng an die EU gebunden bleibt.

Grossbritannien scheidet am 29. März 2019 aus der EU aus. Danach soll eine knapp zweijährige Übergangsfrist bis Ende 2020 folgen. (sda/dpa)

Wie britische Promis zum Brexit stehen

Brexit und die Briten

Europa ist wieder sexy

Der Brexit wird zum Zug-Unglück

Brexit: Begehen die Briten Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

7 Gründe, weshalb der Brexit die Weltwirtschaft in den Abgrund stossen könnte – und 1 Grund, warum er eine grosse Chance ist

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 19.04.2018 06:17
    Highlight Liebe BritInnen,
    bleibt doch einfach in der EU!
    Damit könnte Ihr Euch alle diese Probleme ersparen!
    Oder lasst die Bevölkerung nochmals abstimmen!
    Wenn die jetzt, wo sie erfahren hat, was für Folgen ihr "denen da oben zeigen wir's mal!"-Zeichen setzen haben kann, immer noch raus wollen aus der EU, dann sollen sie ihren Schlamassel haben!
    Wenn nicht, dann hätte mal wieder der kühle, Britische Verstand gesiegt. Wäre doch gar nicht so schlecht, oder nicht?
    It is, isn't it?
    19 7 Melden
  • Sophia 19.04.2018 00:58
    Highlight Langsam dämmert es den Briten. Die mit massiven Lügen gewonne Brexit-Abstimmung war wohl doch nicht so das Richtige für die Insel. Jetzt wird alles Mögliche durchdiskutiert und abgestimmt, aber ob Brüssel dann auch auf diese Wünsche eingehen kann, ist gar nicht sicher. Britische Sonderbehandlung könnte den ganzen bunten Haufen EU auseinander bersten lassen. Daher wird Brüssel nicht sehr flexibel sein können. Schade, dass man nicht alle Fehler auch wieder rückgängig machen kann, aber eines ist sicher, die EU funktioniert besser ohne die Briten!
    31 11 Melden
  • Radiochopf 19.04.2018 00:08
    Highlight Keine Angst, May weiss wie man auf so eine Niederlage reagiert.. eine Runde Putin/Assad-Hate und dann nochmals Corbyn Anti-Israel Karte spielen und wenn alles nichts hilft den Weisshelme anrufen und wiedermal nen Giftanschlag inszenieren... beängstigend wie die heutige Zeit an Filme wie V for Vendetta und Brazil erinnern, damals dachte man sicher noch das bleibt Science Fiction doch heute ist es bittere Realität...
    14 22 Melden
  • Posersalami 18.04.2018 23:42
    Highlight Da muss wohl bald ein Krieg her, damit May nicht noch ihr Gesicht verliert!
    10 16 Melden

«Die AfD plant den Staatsstreich» – eine Aussteigerin packt aus

Franziska Schreiber war vier Jahre lang Mitglied der AfD. Zuerst als Vorsitzende der Jugendorganisation Junge Alternative, dann als Mitglied im Bundesvorstand. Kurz vor den Bundestagswahlen im Herbst 2017 trat die 27-Jährige aus der Partei aus. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie vor ihrer ehemaligen Partei warnt.

Frau Schreiber, wenn Sie noch in der AfD wären, und wenn die AfD stärkste Partei wäre in Deutschland, könnte ich dann dieses Interview mit Ihnen noch führen?Franziska Schreiber: Nein, könnten Sie nicht, aus dem einfachen Grund, dass Sie dann als Journalist in Deutschland gar keine Lizenz mehr hätten. Sie sind, in der Sprache der AfD-Funktionäre, Schreiberling eines «linksrotgrün versifften Mediums», das man um jeden Preis eindämmen müsste. Die Medienlandschaft würde gesäubert, wer …

Artikel lesen