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Wird Theresa May im Herbst an die Downing Street 10 zügeln? Bild: WILL OLIVER/EPA/KEYSTONE

Diese Frau ist die grosse Favoritin auf die Cameron-Nachfolge

06.07.16, 09:33 06.07.16, 10:17

Im Rennen um die Nachfolge des britischen Premierministers David Cameron sind am Dienstag bereits zwei von fünf Kandidaten ausgeschieden und es gibt eine klare Favoritin: Theresa May. Für die Innenministerin stimmten 165 der 330 Tory-Abgeordneten. Auf den zweiten Platz kam Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom mit 66 Stimmen, gefolgt von Justizminister Michael Gove mit 48 Stimmen. Crabb erhielt 34 und Fox 16 Stimmen.

Video: watson.ch/reuters

Ex-Verteidigungsminister Liam Fox schied nach dem ersten Wahlgang der Fraktion von Camerons Konservativer Partei als Letztplatzierter automatisch aus. Kurz darauf zog auch Arbeitsminister Stephen Crabb seine Kandidatur zurück. Beide stellten sich hinter Favoritin Theresa May.

Zweiter Wahlgang am Donnerstag

Nach einem weiteren Wahlgang am Donnerstag bleiben die beiden bestplatzierten Kandidaten übrig, über die dann die rund 150'000 Parteimitglieder per Briefwahl abstimmen. Das Ergebnis soll am 9. September feststehen.

Die Kandidatenwahl ist auch für den künftigen Kurs Grossbritanniens nach dem EU-Referendum vom 23. Juni wichtig, bei dem eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der Briten für einen Austritt ihres Landes aus der EU gestimmt hatten.

May gilt als Euroskeptikerin

Innenministerin May gilt als Euroskeptikerin, hatte sich aber dem von Cameron angeführten Lager der Brexit-Gegner angeschlossen. Sie will sich mit dem Antrag auf einen Austritt aus der EU Zeit lassen.

Als Konsequenz aus dem Votum hatte Premierminister Cameron seinen Rücktritt angekündigt, die Brexit-Verhandlungen mit Brüssel soll sein Nachfolger führen. An dem Wahlgang am Dienstag nahm Cameron nicht teil.

Johnson stellt sich hinter Leadsome

Der frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson hatte sich vor dem Votum der Abgeordneten hinter Leadsom gestellt. Sie bringe den «Schwung» und die «Entschlossenheit» mit, die der nächste Regierungschef des Landes benötige, erklärte Johnson.

Johnson, der einer der Wortführer des Brexit-Lagers war, hatte am Donnerstag überraschend auf seine Kandidatur verzichtet, nachdem ihm sein Mitstreiter Gove die Eignung für das Amt abgesprochen und selbst kandidiert hatte.

Am Montag war mit dem Chef der rechtspopulistischen Partei UKIP, Nigel Farage, dann noch ein zweiter Brexit-Vorkämpfer zurückgetreten. Mit der Entscheidung für einen EU-Austritt habe er sein politisches Ziel erreicht, erklärte Farage zur Begründung.

Ätzende Kritik von Juncker

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äusserte am Dienstag scharfe Kritik an Johnson und Farage. «Die strahlenden Brexit-Helden von gestern sind nun die traurigen Helden von heute», sagte er vor dem Europaparlament in Strassburg. Die Anführer des Brexit-Lagers verliessen nun das «sinkende Schiff».

Aus der EU-Kommission kam auch Kritik an britischen Steuersenkungsplänen. Der Vorstoss des britischen Finanzministers George Osborne sei «keine gute Initiative», sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Er warnte vor «übersteigertem Steuerwettbewerb oder Steuerdumping».

Osborne hatte angekündigt, die Körperschaftssteuer auf unter 15 Prozent senken zu wollen. Die britische Regierung will damit nach dem Brexit-Votum Unternehmen im Land halten.

Gerichtliche Schritte

Die britische Anwaltskanzlei Mishcon de Reya hatte gerichtliche Schritte für den Fall angekündigt, dass die Regierung den Austrittsprozess ohne Beteiligung des Parlaments auslöst.

Nach Angaben Letwins ist es in jedem Fall aber Aufgabe des Parlaments, das Gesetz von 1972 zu widerrufen oder «beträchtlich abzuändern», das den Beitritt Grossbritanniens zur EU regelt. (sda/afp/reu/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Theor 06.07.2016 09:49
    Highlight Grundsätzlich stimmt es schon alles. Aber jetzt mal ehrlich: Kann Juncker einmal aufhören zu "täubele"? Klar ist der Brexit scheisse, aber der Mann benimmt sich dermassen unprofessionell und mimmt den Beleidigten. Für jemanden der in Europa eines der höchsten Ämter bekleidet total unwürdig.

    Da lob ich mir mal wieder die Merkel. Sie ist pragmatisch, flucht innerlich ganz sicher auch über die Briten, aber bleibt sparsam mit Worten und beharrt kurz und knapp auf ihren Forderungen.
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