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Nasa/jpl-caltech

Peking wächst im Rekordtempo – und treibt dadurch die Temperaturen in die Höhe

Dagegen wirken andere Grossstädte wie Provinz: Chinas Hauptstadt Peking hat sich von 2000 bis 2009 um das Vierfache ausgedehnt. Neue Siedlungen verändern das Klima der Metropole.

08.07.15, 10:17 08.07.15, 12:08


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Offiziell ist die chinesische Hauptstadt Peking grösser als Thüringen und fast so gross wie Sachsen. Doch ihre 20 Millionen Bewohner konzentrieren sich inmitten einer Tiefebene im Nordosten Chinas.

Die Messungen über die Ausdehnung des tatsächlichen Siedlungsgebiets unterscheiden sich deutlich: Manchen zufolge scheint es kaum grösser als Berlin, anderen zufolge ist es mehr als dreimal so gross wie die deutsche Hauptstadt.

Die bislang genauesten Messungen aber lassen Berlin nun fast wie ein Provinznest aussehen: Peking hat sich demnach zwischen Jahrtausendwende und 2009 um mehr als das Vierfache ausgedehnt. Im Eiltempo werden Strassen gebaut und vor allem Hochhäuser errichtet.

Peking war bereits 2009 mit 4139 Quadratkilometern etwa fünfmal so gross wie die deutsche Hauptstadt, berichten Forscher um Mark Jacobson von der Stanford University in Kalifornien im Fachblatt Journal of Geophysical Research. Seither dürfte Peking weiter gewachsen sein, doch neuere Daten liegen nicht vor.

Vier Grad wärmer

Bisherige Messungen beruhten auf Fotos von Satelliten. Die neuen Daten indes fussen auf Radarmessungen des NASA-Satelliten «QuickScat», sie erfassen auch verstreute Siedlungen: Gebäude und Strassen werfen mehr Strahlung zum Satelliten zurück als Erdboden und Pflanzen – sie verraten sich also in den «QuickScat»-Daten.

Die grössere Siedlung wirke sich aufs Stadtklima aus, schreiben die Wissenschaftler: Peking werde immer wärmer, vor allem im Winter. Die kalte Jahreszeit falle drei bis vier Grad wärmer aus als in den 90er-Jahren. Strassen und Dächer heizen sich stärker auf als Vegetation. Zudem verdunstet weniger Wasser, weil Erdboden betoniert wird – Verdunstung kühlt die Luft.

Gebäude blockieren zudem Luftströmungen. Die seit 2000 gewachsenen Siedlungen hätten den Wind um ein bis drei Meter pro Sekunde abgeschwächt, berichten Jacobson und seine Kollegen, das entspricht zwei Windstärken. Der berüchtigte Smog hält sich mithin noch hartnäckiger in der Metropole. Und neue Siedlungen sind in Planung – Peking wächst weiter. (boj)

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