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epa04884627 Unidentifiable industrial goods at the explosion site in the aftermath of a huge explosion that rocked the port city of Tianjin, China, 15 August 2015. Explosions and a fireball at a chemical warehouse killed at least 85 people in the north-eastern Chinese port city of Tianjin late on 12 August. New explosions rocked a chemical warehouse in northern China as police ordered residents to evacuate buildings within a three-kilometre radius, state media said on 15 August.  EPA/WU HONG

Industrieabfälle an der Explosions-Stelle: Die Bewohner von Tianjin fürchten sich vor einer Umweltkatastrophe.   Bild: WU HONG/EPA/KEYSTONE

Die Angst vor dem weissen Schaum: Tianjin droht eine Umweltkatastrophe

Nach den verheerenden Explosionen in Tianjin erschwert Regen die Aufräumarbeiten. Viele fürchten, das Wasser könnte giftige Stoffe verbreiten. Gegen den chinesischen Arbeitsschutzminister wird ermittelt.

18.08.15, 14:25 18.08.15, 14:53


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Die chinesischen Behörden bereiten sich offenbar auf eine grössere Umweltkatastrophe in Tianjin vor. Derzeit würden Pläne für die Behandlung von «Zehntausenden Kubikmeter verunreinigten Wassers» im Unglücksgebiet gemacht, sagte der Chefingenieur des Umweltamtes der Stadt, Bao Jingling.

Der erste Regen seit der Explosionskatastrophe im Hafen von Tianjin schürt in der nordchinesischen Stadt neue Angst vor der Verbreitung giftiger Stoffe. Auf den Strassen sei eine weisse Flüssigkeit zu sehen, berichtete die Zeitung «Global Times». Auch andere chinesische Reporter sprachen von ungewöhnlichem weissem Schaum auf den Strassen.

Bao Jingling riet der Bevölkerung, sich so weit wie möglich von den Verschmutzungen an der Unglücksstelle zu entfernen. Der Regen löste Sorgen aus, dass die weit verstreuten Chemikalien bei Kontakt mit Wasser gefährlich reagieren oder das Abwasser vergiften. Bao Jingling kündigte an, die Luft werde an 18 Testorten untersucht und die Bevölkerung bei einer zu hohen Belastung umgehend informiert.

A medical worker lights candles, marking the seventh day since the Tianjin explosions, as she pays tribute to the people who died, in a ceremony at Binhai new district, Tianjin, China, August 18, 2015. Hundreds of residents displaced by huge explosions last week in the Chinese port of Tianjin demanded compensation on Monday, as authorities worked to complete a sweep of the blast site for dangerous chemicals. REUTERS/China Daily CHINA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN CHINA.

Schweigeminute für die Verstorbenen: Am siebten Tag wird in China traditionell den Toten gedenkt. Bild: CHINA DAILY/REUTERS

Durch die Explosionen nach einem Feuer in dem Gefahrgutlager vergangenen Mittwoch sind mindestens 114 Menschen gestorben. 70 Menschen gelten noch als vermisst. In Krankenhäusern wurden fast 700 Menschen behandelt, darunter 57 Schwerverletzte.

Mit einer Schweigeminute und dem Heulen von Schiffssirenen gedachten die Menschen in Tianjin am Dienstag der Opfer. Der siebte Tag nach dem Tod ist in China traditionell der Trauertag.

Die Aufräumarbeiten in dem riesigen Trümmerfeld mit herumgewirbelten Containern, ausgebrannten Häusern und Chemikalien kommen nur langsam voran. Bergungstrupps mit Spezialisten brachten bis Montagabend rund 150 Tonnen mit gefährlichen Chemikalien in Sicherheit, wie Vizebürgermeister He Shushan mitteilte. Ursprünglich hatten Beamte einen grossen Teil von 700 Tonnen giftigen Natrumcyanids in versprengten Behältern einsammeln und abtransportieren wollen.

TIANJIN, CHINA - AUGUST 17:  (CHINA OUT) Rescuers work at the blast site during the aftermath of the warehouse explosion on August 17, 2015 in Tianjin, China. The death toll has risen to 114 following last Wednesday night's explosion at a warehouse in the Binhai New Area of Tianjin.  (Photo by ChinaFotoPress/Getty Images)

Aufräumarbeiten in Tianjin: 150 Tonnen gefährlichen Chemikalien versetzter Abfall wurden bislang in Sicherheit gebracht. Bild: Getty Images Europe

Inzwischen ist der chinesische Minister für Arbeitsschutz, Yang Dongliang, von seinen Pflichten entbunden worden. Gegen den Chef der staatlichen Verwaltung für Sicherheit am Arbeitsplatz werde wegen «schwerer Verletzung von Disziplin und Gesetzen» ermittelt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Staatsagentur stellte keinen Zusammenhang mit der Katastrophe in Tianjin her, doch war Yang Dongliang bis Mai 2012 Vizebürgermeister der Metropole. Kommentatoren und Nutzer sozialer Medien wiesen auch auf seine Karriere in staatlichen Ölkonzernen und später in der chemischen Industrie Tianjins hin.

Auch gegen das Unternehmen Ruihai Logistik, das das unheilvolle Gefahrgutlager betrieb, wird wegen Ungereimtheiten bei seinen Lizenzen für den Umgang mit Chemikalien ermittelt. Das 2011 gegründete Unternehmen hatte von April bis Oktober 2014 nur eine vorübergehende Genehmigung, aber nach Auslaufen trotzdem weiter Chemikalien transportiert. Erst im Juni dieses Jahres habe Ruihai eine neue Lizenz bekommen, mit Gefahrgütern umzugehen. Dafür sei Sicherheitsprüfung vorgenommen worden. (wit/dpa/AFP)

Explosionen in Tianjin: Neue Luftaufnahmen zeigen das Ausmass der Zerstörung

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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