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Chinesische Staatsmedien: «Keine Angst vor einem Krieg mit den USA»

Der US-Zerstörer USS «Lassen» ist durch Gewässer gefahren, die von China beansprucht werden. Die Staatsmedien in Peking kritisieren die amerikanische Regierung scharf und fordern eine entschlossene Reaktion.



Ein Artikel von

Spiegel Online

China protestiert scharf gegen die Patrouillenfahrt eines US-Kriegsschiffes im Südchinesischen Meer. Das Aussenministerium in Peking bestellte US-Botschafter Max Baucus ein. Vizeaussenminister Zhang Yesui bezeichnete das Vorgehen der US-Marine bei dem Treffen als «ernste Provokation». China werde seine Souveränität über die Spratly-Inseln und die angrenzenden Gewässer entschieden verteidigen, sagte der Vizeminister.

epa04998019 A handout picture released by the US Navy dated 12 March 2015 of the guided-missile destroyer USS Lassen (R) in formation with the South Korean patrol craft Sokcho during the Foal Eagle 2015 exercise in waters to the east of the Korean Peninsula. The destroyer USS Lassen sailed within 12 nautical miles of Subi Reef in the Spratly archipelago, one of the areas where Beijing has allegedly been building artificial islands, according to media reports on 27 October 2015.  EPA/MC1 MARTIN WRIGHT / US NAVY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Die USS Lassen auf einem Archivbild.
Bild: EPA/US NAVY

Auch die chinesischen Staatszeitungen verurteilten die Aktion der USA scharf. Die nationalistische Global Times nannte das US-Manöver «eine politische Show». China habe zwar kein Interesse an einem bewaffneten Konflikt, Washington müsse aber überzeugt werden, dass China «keine Angst hat, einen Krieg mit den USA in der Region zu führen». Peking müsse «auf das Schlimmste vorbereitet» sein, forderte die Zeitung in ihrem Leitartikel.

Die Militärzeitung «People's Liberation Army Daily» zog in einem Leitartikel Parallelen zu Einsätzen der US-Armee in Afghanistan und im Irak. Die Vereinigten Staaten würden überall dort «Chaos stiften», wo einst Stabilität herrschte.

epa04998024 (FILE) A file picture dated 11 May 2015 shows an areal view of alleged artificial islands built by China in disputed waters in the South China Sea, west of Palawan, Philippines. A United States Navy warship entered disputed waters in the South China Sea, reaching within 12 nautical miles of the Spratly Islands, where China has built and expanded artificial reefs it claims as its own territory, news reports said on 27 October 2015. China has been on a reclamation and construction spree in the disputed South China Sea despite objections by other claimants, including the Philippines, Vietnam, Malaysia, Brunei and Taiwan. China's Foreign Minister Wang Yi on 27 October 2015, said China was trying to verify reports on the US ship. 'We ask the US to think carefully before taking any rash action and making trouble out of nothing,' he said.  EPA/RITCHIE B. TONGO/POOL

Die Felsen des Anstosses ...
Bild: RITCHIE B. TONGO/POOL/EPA/KEYSTONE

Washington hatte den Zerstörer USS «Lassen» durch die von China als Hoheitsgebiet beanspruchte Zwölf-Meilen-Zone um das Subi-Riff fahren lassen. Die Operation stehe im Einklang mit internationalem Recht, sagte ein Pentagon-Sprecher. Ziel sei es, die Rechte und Freiheiten sowie die gesetzeskonforme Nutzung von Gewässern und Luftraum für alle Länder nach internationalem Recht zu gewährleisten.

Mit der Aktion haben sich die Spannungen im jahrelangen Streit um die Inselgruppe verschärft. Sowohl Peking als auch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen erheben Anspruch auf das Gebiet. Die Spratly-Inseln liegen an einer der wichtigsten Schiffshandelsrouten. Zudem werden dort grosse Vorkommen von Erdgas und Öl vermutet.

China bestellt US-Botschafter ein

Das Aussenministerium in Peking hat den US-Botschafter Max Baucus einbestellt. Vizeaussenminister Zhang Yesui protestierte gegen die «ernste Provokation». China werde seine Souveränität über die Spratly-Inseln und die angrenzenden Gewässer entschieden verteidigen, sagte der Vizeminister bei dem Treffen am Vorabend, wie chinesische Staatsmedien am Mittwoch berichteten.

Die Operation stehe im Einklang mit internationalem Recht, sagte dagegen ein Pentagon-Sprecher. Ziel sei es, die Rechte und Freiheiten sowie die gesetzeskonforme Nutzung von Gewässern und Luftraum für alle Länder nach internationalem Recht zu gewährleisten.(sda/dpa/phi)

syd/dpa

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