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Bayerischer Minister: «Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger»

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wollte in der ARD-Talkshow «Hart aber fair» wahrscheinlich sagen, dass die meisten Deutschen Migranten längst akzeptieren. Aber das ging ziemlich daneben.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die ARD widmete dem Thema Flüchtlinge am Montag einen ganzen Themenabend. Auch Frank Plasbergs Talkshow «Hart aber fair» beschäftigte sich mit der Frage: «800'000 Flüchtlinge – schafft Deutschland das?».

epa04266588 Interior Minister of Bavaria Joachim Herrmann speaks during a press conference after the rescue of injured cave explorer Johann Westhauser in Berchtesgaden, Germany, 19 June 2014. The seriously injured spelunker was hauled out of Germany's deepest cave on 19 June, successfully ending a multinational rescue operation lasting a week and a half. Johann Westhauser, 52, emerged from the cave at 11.44 am local time (0944 GMT) on a gurney, after being hauled up more than 6 kilometres of serpentine vents and narrow crevices in the rock.  EPA/PETER KNEFFEL

CSU-Politiker Herrmann: «Beim FC Bayern spielen auch 'ne ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit.» Bild: EPA/DPA

Dabei kam es zu einer Szene, die seither die Gemüter in den sozialen Netzwerken erhitzt. «Focus»-Chefredakteur Ulrich Reitz hob in einem Statement die Erfolgsgeschichten von Einwanderern hervor, als ihm der bayerische CSU-Innenminister Joachim Herrmann ins Wort fiel.

«Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat», sagte Herrmann lächelnd. «Und beim FC Bayern spielen auch 'ne ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit. Und das finden die Fans vom FC Bayern auch gut.»

Vermutlich wollte der CSU-Politiker damit ausdrücken, dass die meisten Deutschen mit Migranten kein Problem haben und sie akzeptieren. Doch dass er dabei ausgerechnet das geächtete N-Wort in den Mund nahm, sorgte auf Twitter und Facebook für Empörung, schliesslich ist Neger eine abwertende und rassistische Bezeichnung für Schwarze.

«Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht»

Im ZDF-«Morgenmagazin» versuchte Herrmann seine Äusserung zu erklären. Es habe sich lediglich um die Erwiderung auf die Aussage eines Anrufers gehandelt, der sagte, er wolle «Neger überhaupt nicht haben». Diese Aussage sei «völlig inakzeptabel», und deshalb habe er das Beispiel Roberto Blanco gewählt, rechtfertigte sich der Innenminister. «Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht», schob Herrmann nach. 

Mancher fühlte sich an ein früheres «Titanic»-Cover erinnert:

Moderator Frank Plasberg reagierte mit einem «Holla» auf Herrmanns Äusserung. Ranga Yogeshwar entgegnete: «Mir hat man auch schon mal Neger gesagt. Das ist einfach so. Wahrscheinlich ist das Mangel an Differenzierung. Der kommt aber mit der Zeit.» (syd/spiegel online)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 01.09.2015 13:07
    Highlight Highlight Mein Gott, da musste wieder jemand krampfhaft einen Grund finden, sich aufzuregen...
  • DerWeise 01.09.2015 10:33
    Highlight Highlight Also, seiner Betonung nach zu urteilen, war die Aussage im Kontext under Perspektive der deutschen der 70er zu verstehen. Wo DE noch viel weniger "offen" war und man den "Neger" (ja damals ging das Wort noch schnell über die Lippen, wie bei unserem Kasperli damals) eben trotzdem mochte, obwohl der anders war als der heimische Deutsche.

    Nur weil doofer CSU'ler das N-Wort benutzt hat, sollte man fairerweise den Kontext nicht aussen vor lassen

  • Lumpirr01 01.09.2015 09:40
    Highlight Highlight Leider war es eine relativ einseitige und langweilige Sendung, weil ich erwartet habe, dass da auch mindestens auch ein kritischer Vertreter zum Asylwesen dabei sein wird. Oder werden diese in Deutschland nicht mehr zu einer solchen Sendung zugelassen? Das gesendete Thema mit der aktuellen Flüchtlingssituation passt nicht zu "Hart aber Fair", wo in der Regel wirklich sehr hart diskutiert wird. Es war mehrheitlich sehr friedlich, wo über die aktuelle Lage der Neuankömmlinge mehr oder weniger einvernehmlich berichtet wurde.
  • Patrick Bateman 01.09.2015 09:31
    Highlight Highlight Nun ja, Fauxpas, kann passieren, vor allem wenn man mit diesem Wort gross geworden ist.
    • 's all good, man! 01.09.2015 10:17
      Highlight Highlight Quatsch. Diesen Mist hat man schon vor zwanzig, dreissig Jahren erzählt und es war auch damals schon ein negativ behaftetes Wort. Zumal er hier ja auch noch die Aussage nachschiebt, dass die alle verhungern sollen. Weiss jetzt auch nicht genau, wo du hier noch einen Fauxpas sehen willst...
    • 's all good, man! 01.09.2015 10:26
      Highlight Highlight Sorry, das mit dem Verhungern war ja im anderen Artikel. Haha. Zuviel Empörung meinerseits und zuviele «Neger»-Ausrutscher auf einmal. ;-)
    • Patrick Bateman 01.09.2015 11:42
      Highlight Highlight @'s all good, man! Vergeben, ist ja nichts passiert. Naja, ich sehe den wirklich, zumal er vor laufender Kamera spricht, vielleicht ein wenig nervös ist und dann eine schlechte und sehr unvorteilhafte Wortwahl trifft. Wie gesagt, es stimmt, das Wort ist und bleibt negativ. Alle die versuchen, das zu verharmlosen, sorry, das wird nicht funktionieren.
  • klugundweise 01.09.2015 09:17
    Highlight Highlight Der Tessiner SVP Sprecher gab noch einen drauf: "Die Neger sollen doch alle verhungern!"
    Und die Parteioberen waschen die Hände in Unschuld.
    Doch die Saat die hier aufgeht wurde von ihnen gesät!
    • Baba 01.09.2015 10:27
      Highlight Highlight Schockierend an dieser Aussage ist für mich aber bei dieser Aussage nicht der Terminus "Neger", sondern dass "doch alle verhungern sollen".!

      Da hätte dieser Kerl auch völlig korrekte Begriffe wie "Schwarze", "Asylbewerber", "Afrikaner" oder sogar einfach "Menschen" sagen können. Wie ich schon unten schrieb, der Kontext macht es aus!
  • Baba 01.09.2015 09:14
    Highlight Highlight Es ist wohl weniger schlimm, wenn jemand in einem positiven Kontext 'Neger' sagt, als wenn jemand beim Werfen des Molotow-Cocktails auf eine Asylunterkunft 'Afrikaner' schreit... Aber das ist halt so bei politisch Überkorrekten, nicht der Kontext ist relevant, nur das einzelne Wort.

    Daneben war Neger - ganz im Gegensatz zu Nigger - nie negativ besetzt, bis eben die Political Correctness Einzug hielt und Deutsch nicht mehr von Englisch unterschieden wurde...
    • 's all good, man! 01.09.2015 10:13
      Highlight Highlight Dass das Wort "Neger" nie negativ konnotiert war oder ist, ist doch auch so ein Unfug, der sich hartnäckig zu halten scheint. Das ist in etwa so, wie wenn wir in zwanzig Jahren unseren Enkeln verklickern wollen würden, dass "Jugo" im Fall schon nie negativ gemeint war, weisch.
    • Exilsummi 01.09.2015 11:39
      Highlight Highlight Stimmt so nicht. Sogar Roberto Blanco selber sagt im focus-Interview, dass als er damals nach Deutschland kam, das Wort eher positiv besetzt war (Negerkuss, Negermusik).
    • Baba 01.09.2015 12:04
      Highlight Highlight 's all good, man: ich habe einige Freundinnen und Freunde die aus ex-Jugoslavien stammen (Serben und Bosnier). Die bezeichnen sich zum Teil sogar selbst als "Jugos". Jugo heisst nichts anderes als "Süd" - Jugoslavien = Südslavien.

      Auch hier wieder: es ist die Botschaft, die einen Begriff negativ behaftet. Wenn ich den Ausdruck "Aargauer" permanent in einem unvorteilhaften Kontext benütze, wird sicher irgendwann jemand sagen, "Aargauer" sei abwertend und dürfe nicht mehr verwendet werden. Und dann, what's next???

      Leute, die Aussage ist wichtig, nicht einfach einzelne Worte/Begriffe!
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Writer Formerly Known as Peter 01.09.2015 09:02
    Highlight Highlight Skurill diese "live" Aufnahme bei Youtube. Gibt es Menschen die den ganzen Abend Ihren Fernseher mit dem Handy aufnehmen und auf etwas spannendes warten? Ich verstehe es nicht. Da gibt es doch Zattoo. Replay TV, entsprechende Szene rausschneiden, Online stellen und gut ist. Also nur so ein Tipp, für den aufgeschlossenen empörten Wutbürger von heute...
    • Dä Brändon 01.09.2015 10:01
      Highlight Highlight Ich weiss ja nicht wie das so bei Euch ist, aber wir haben nur noch digitalen Empfang, den receiver hat man entweder im TV-Gerät oder extern. Heute kriegt man für 100.- bereits mit HD, d.h. man kann einfach paar Stunden zurückspuhlen und den Abschnitt nochmals schauen.
  • Linus Luchs 01.09.2015 08:34
    Highlight Highlight Joachim Herrmann war immer ein wunderbarer Weisser, der den meisten Rassisten wunderbar gefallen hat.
    • DerWeise 01.09.2015 10:38
      Highlight Highlight nach dir sind John Stewart, Bill Maher, Serdar Somuncu wohl auch alles Rassisten.... #Kontext

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