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Taucher bergen Leiche – jetzt wohl drei Tote bei BASF-Unglück



epa05589026 A huge cloud of dark smoke billows from a fire at the BASF chemical plant site in Ludwigshafen, Germany, 17 October 2016. One person has been killed and several people injured in an explosion on the BASF chemical company's site in Ludwigshafen. Several people remain missing after the accident, according to the city and company.  EPA/ULI ZIEGENFUSS

Heftige Explosion in Ludwigshafen Bild: EPA/DPA

Nach der verheerenden Explosion bei der BASF in Ludwigshafen ist die Zahl der Todesopfer vermutlich auf drei gestiegen. In einem Hafenbecken am Explosionsort bargen Polizeitaucher am Mittwoch die Leiche eines Mannes, bei dem es sich möglicherweise um einen seit dem Unglück vermissten Tankschiff-Matrosen handelt.

«Ob es der Vermisste ist, wissen wir noch nicht», sagte eine Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ordnete die Obduktion an, deren Ergebnis möglicherweise erst in einigen Tagen vorliegen wird.

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Hubert Ströber haben die Ermittler inzwischen «gewisse Teilerkenntnisse» zur Explosionsursache. Sie gingen auf eine Zeugenvernehmung zurück und müssten nun erhärtet werden.

Bei der Explosion und nachfolgenden Bränden im Landeshafen Nord waren am Montag zwei Männer der BASF-Werksfeuerwehr getötet worden, mehr als 20 Menschen wurden verletzt, viele schwer.

Begonnen hatte die Katastrophe mit einem eher kleinen Brand an einer Leitung in einem sogenannten Rohrgraben. Kurz darauf folgten die Explosion und mehrere Brände. Der Matrose eines im Hafen ankernden Tankschiffs war danach vermisst worden.

Der bereits vernommene Zeuge sei Mitarbeiter einer auf dem Gelände eingesetzten Fremdfirma und «im Bereich der Sicherung» tätig gewesen, sagte Ströber. Seine Angaben würden nun ausgewertet und bei den weiteren Untersuchungen berücksichtigt.

Weitere Zeugenbefragungen

Ströber kündigte weitere Zeugenbefragungen und Untersuchungen an, über die er aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen könne. Der Explosionsort selbst sei inzwischen begehbar, sagte Ströber. Polizeibeamte und Sachverständige seien vor Ort.

epa05588810 A dark cloud of smoke rises from the compound of the BASF company in Ludwigshafen, Germany, 17 October 2016. Several people have been injured in an explosion on the chemical company's BASF site in Ludwigshafen. Several people remain missing after the accident according to the city and company. Several people are also injured.  EPA/MICHAEL DEINES

Bild: EPA/DPA

Die Behörde ermittelt von Amts wegen in der Sache wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt.

Nach dem vermissten Matrosen hatten am Mittwoch 17 Taucher von Polizei und Feuerwehr gesucht. Gegen 12.30 Uhr bargen Polizeitaucher der technischen Einsatzeinheit Mainz die Leiche eines Mannes.

«Leider müssen wir davon ausgehen, dass unsere Befürchtungen traurige Gewissheit werden und wir ein drittes Todesopfer zu beklagen haben», sagte BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale. Die Gedanken seien nun bei den Angehörigen und den Verletzten.

Schweigeminute

Die Belegschaft gedachte der Opfer in einer Schweigeminute, zudem wehten die Fahnen im Betrieb auf halbmast, und es wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt. «Die Anteilnahme ist schon sehr gross», sagte eine BASF-Sprecherin.

radar-reuters  Zwei Unfälle mit mehreren Verletzten haben am Montag die Produktion des Chemieriesen BASF am Hauptstandort Ludwigshafen lahmgelegt. Nachdem es gegen Mittag im Landeshafen während Arbeiten an einer Rohrleitungstrasse zu einer Explosion und Bränden gekommen war, stoppte das Unternehmen aus Sicherheitsgründen seine zentralen Produktionsanlagen. Mehrere Menschen wurden nach Firmenangaben verletzt, einige wurden noch vermisst. Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. All

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht vom Tod zweier Kollegen und der Verletzung anderer. Sie richtete für die Familien der Feuerwehrleute ein Spendenkonto ein und rief alle Kollegen landesweit zur Unterstützung auf.

Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) forderte eine rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge und gegebenenfalls Konsequenzen. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Produktion sicher ist. Das ist für uns existenziell», sagte Lohse dem «Mannheimer Morgen» (Mittwoch). «Falls es Sicherheitslücken gibt, müssen diese geschlossen werden.»

Die Feuerwehr untersuchte an der Werksgrenze die Luftqualität, stellte nach Angaben von Feuerwehrchef Peter Friedrich aber nichts Auffälliges fest. (sda/dpa)

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