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Nach Razzia bei deutschen Rechtsterroristen: «Es handelt sich bei ihnen um Personen, die eher dumpf sind»

Spezialeinheiten haben die rechte Terrorzelle «Oldschool Society» zerschlagen, jetzt äussert sich der deutsche Verfassungsschutz zu der bisher unbekannten Gruppe: Die Mitglieder seien «eher dumpf», ihre Gewaltfantasien hätten die Fahnder alarmiert.

07.05.15, 09:10 07.05.15, 10:03

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Der Verfassungsschutz von des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen schätzt die am Mittwoch ausgehobene rechtsextremen Terrorzelle «Oldschool Society» als relativ gefährlich ein. «Wir hatten wegen ihrer Gewaltfantasien Sorge, dass sie völlig durchdrehen», sagte der Chef des Verfassungsschutzes NRW, Burkhard Freier, der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

Die Anschlagspläne waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bereits weit fortgeschritten. «Nach unseren Ermittlungen bestand grosse Gefahr, dass die Mitglieder der Gruppe ihre Ziele umsetzen würden», so Freier.

Ein Emblem der «Oldschool Society» Bild: AP/OSS

Mit Razzien in mehreren Bundesländern hatten Spezialeinheiten der Polizei die bisher unbekannte Terrorgruppe am Mittwoch zerschlagen. Die Bundesanwaltschaft liess vier Verdächtige festnehmen, gegen fünf weitere Beschuldigte wird ermittelt. Bei der Razzia wurde auch Sprengstoff sichergestellt. Ermittlerkreisen zufolge sei bei den Durchsuchungen am Mittwochmorgen «Pyrotechnik mit erheblicher Sprengkraft» sichergestellt worden.

Die Gruppierung habe Anschläge gegen namhafte Salafisten, Moscheen und Asylbewerberunterkünfte geplant. «Der Gruppe gehören etwa zehn Mitglieder an, die per Internet kommunizierten, sich aber auch persönlich trafen. Ihre Planungen waren so weit fortgeschritten, dass man eingreifen musste», sagte Freier. «Es handelt sich bei ihnen um Personen, die nicht über eine hohe Intelligenz verfügen, sondern eher dumpf sind.» (sas/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 15.05.2015 15:40
    Highlight Pegida verliert in D an gesellschaftlicher Relevanz.
    Es wäre besser gewesen: Statt Abdrängen in den Extremismus mehr Integration ins politische Spektrum.
    Obwohl immer von Vielfalt die Rede ist, gilt das offenbar nicht für politische Streitthemen.
    Vielfalt ist zu einem Lippenbekenntnissen geworden. Je mehr der Pluralismus und die offene Gesellschaft beschworen werden, desto weniger gibt es sie.
    Die ganze Entwicklung behagt nicht: Ramelow und der Bürgermeister von Tröglitz werden bedroht, Pegida-Demonstranten werden mit Steinen beworfen. Kann man sich nicht zivilisierter auseinandersetzen?
    0 0 Melden
  • Walter Sahli 07.05.2015 10:46
    Highlight Der Artikel von des watson'schen Autores beginnt ein bisschen hakelig...
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  • Lowend 07.05.2015 09:50
    Highlight Solche Gruppen gibt es auch in der Schweiz und es würde mich gar nicht wundern, wenn sie die «Pyrotechnik mit erheblicher Sprengkraft» hier in der Schweiz bei ihren Gesinnungsgenossen besorgt hatten. War ja schon bei den NSU-Mördern so, was aber hier in Land, dass nie Entnazifiziert wurde, keinen gestört hat, weil für Eidgenossen ja seit jeher alles Übel nur von Links kommt.
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    • Ehringer 07.05.2015 14:44
      Highlight Bin ja grundlegend auf Ihrer Seite. Ihre Hetze gegen rechts unter jedem Artikel der auch nur ein wenig mit dem Thema zu tun hat nervt mich allerdings genau so wie die Hetze gegen links in den 20min Kommentaren. Würde mir ein bisschen differenzierte Kommentare wünschen, die ein wenig höheres Niveau haben.
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    • Lowend 07.05.2015 15:37
      Highlight Zu Befehl! Wir werden den grassierenden Rechtsextremissmus totschweigen und warten, bis das Vouch wieder "Heil" schreit nur dass es dann zu spät sein könnte!
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