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A French Gendarmerie rescue helicopter flies over the debris of the Germanwings Airbus A320 at the site of the crash, near Seyne-les-Alpes, France, in this picture taken on March 27, 2015. French BEA  air accident investigators reported March 13, 2016 that a doctor had recommended that the German pilot who crashed a Germanwings jet into the Alps last year should be treated in a psychiatric hospital two weeks before the disaster. Prosecutors believe co-pilot Andreas Lubitz, who had a history of severe depression, barricaded himself into the cockpit and deliberately propelled his Airbus jet into a mountainside killing all 150 people on board.  Picture taken March 27, 2015.     REUTERS/Gonzalo Fuentes/Files

Der Pilot liess sein Flugzeug auf dem Rückflug von Barcelona in den französischen Alpen zerschellen.
Bild: X02443

Abschlussbericht zum Germanwings-Absturz: Pilot Lubitz hätte gar nicht Pilot werden dürfen

In ihrem Abschlussbericht zum Germanwings-Absturz fordern französische Ermittler strengere Kontrollen für Piloten. Auch die geistige Gesundheit soll regelmässig untersucht werden.

13.03.16, 12:21 14.03.16, 13:56


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Piloten sollen regelmässig darauf getestet werden, ob sie insbesondere aus «psychologischen oder psychiatrischen Gründen» nicht in der Lage seien, ein Flugzeug zu steuern. Das fordern Ermittler der französischen Flugunfallbehörde BEA in ihrem Abschlussbericht zum Germanwings-Absturz im März 2015. Eine entsprechende Empfehlung sei an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und an die EU-Mitgliedstaaten gegangen.

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

Zudem empfahlen die Experten weltweit neue Regeln zu Berichtspflichten über Piloten. Mediziner sollten demnach verpflichtet werden, die Behörden zu informieren, wenn der Gesundheitszustand eines Piloten eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen könnte. Bisher sei die ärztliche Schweigepflicht von Land zu Land unterschiedlich geregelt.

Zugleich bestätigten die Ermittler erneut, dass der Co-Pilot Andreas Lubitz die Maschine absichtlich zum Absturz brachte. Der Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings war am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Arzt empfahl für Lubitz Behandlung in psychiatrischer Klinik

Bereits in einem Zwischenbericht im vergangenen Mai war die BEA zu dem Ergebnis gekommen, dass Lubitz das Flugzeug absichtlich abstürzen liess. Den Flugkapitän hatte er zuvor aus dem Cockpit ausgesperrt.

Dem Abschlussbericht zufolge empfahl ein Arzt zwei Wochen vor dem Absturz für Lubitz die Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Lubitz zeigte laut Bericht Symptome, die mit einer depressiven Phase im Dezember 2014 übereinstimmten. In den Monaten danach ging Lubitz deswegen zu mehreren Ärzten, so der Bericht.

Keiner der Mediziner habe die Behörden oder Lubitz' Arbeitgeber informiert, sagte BEA-Chefermittler Arnaud Desjardin. Auch Lubitz teilte vor dem Unglücksflug 4U9525 Germanwings nicht mit, dass er krank geschrieben war. Der 27-Jährige hatte in der Vergangenheit mehrfach unter schweren Depressionen gelitten und sich in den Tagen vor dem Absturz im Internet über Möglichkeiten eines Suizids informiert.

File photo of Andreas Lubitz running the Airportrace half marathon in Hamburg, Germany September 13, 2009. French BEA air accident investigators reported March 13, 2016 that a doctor had recommended that the German pilot who crashed a Germanwings jet into the Alps last year should be treated in a psychiatric hospital two weeks before the disaster. Prosecutors believe co-pilot Andreas Lubitz, who had a history of severe depression, barricaded himself into the cockpit and deliberately propelled his Airbus jet into a mountainside killing all 150 people on board. REUTERS/Foto-Team-Mueller/Files   BEST AVAILABLE QUAILITY

Lubitz litt unter schweren Depressionen.
Bild: FOTO-TEAM-MUELLER/REUTERS

Wegen der fehlenden Informationen hätten weder die Behörden noch der Arbeitgeber etwas unternehmen können, «um ihn am fliegen zu hindern», sagte Desjardin. Germanwings und die Muttergesellschaft Lufthansa haben eigene Fehler stets verneint und betont, dass Lubitz Flugtauglichkeit bescheinigt worden sei.

Lubitz hätte gar nicht Pilot werden dürfen

Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hätte Lubitz wegen einer nicht geheilten schweren Depression, unter der er während seiner Ausbildung gelitten hatte, eigentlich nicht Pilot werden können. Demnach urteilte ein Psychiater des flugmedizinischen Dienstes der Lufthansa im Juli 2009, Lubitz habe seine schwere Depression überstanden. Er könne «einen Pilotenschein der Klasse 1» empfehlen.

Das war möglicherweise ein Irrtum, denn Lubitz schrieb in einem Eintrag in eine Krankheitschronik, den er selbst auf den «22.12.2009» datierte: «Ich möchte wieder gesund werden… lieber Herrgott im Himmel… gib mir die Kraft, die bösen Gedanken zu vertreiben.»

Die Katastrophe in den südlichen französischen Alpen hatte international Entsetzen ausgelöst. Am 24. März, dem ersten Jahrestag des Absturzes, wird in der Region erneut der Opfer gedacht.

ulz/dpa/AFP/AP/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • elivi 13.03.2016 15:02
    Highlight es ist gut aus so einer tragödie lehren zu siehen, aber piloten sind ja nicht die einzigen mit verantwortung über leben und tod. man müsste ja dann jeden untersuchen ... bus fahrer, zug führer, autofahrer der in ein bus fahren könnte...
    15 3 Melden

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