International

Lufthansa-Maschine in Düsseldorf: Rund 100'000 Passagiere werden vom heutigen Streik betroffen sein. Bild: EPA/DPA

Die Lufthansa-Piloten streiken auch am Donnerstag – zum 14. Mal!

23.11.16, 02:28 23.11.16, 06:47

Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft die Piloten bei der Lufthansa auch für Donnerstag zum Streik auf. Am Dienstagabend scheiterte die Lufthansa mit ihrem Eilantrag gegen den für Mittwoch angekündigten Ausstand in zweiter Instanz beim Hessischen Landesarbeitsgericht.

Der Streik der Lufthansa-Piloten am Mittwoch legt die Fluglinie in grossen Teilen lahm. Rund 100'000 Passagiere werden nach Angaben der Airline vom mittlerweile 14. Streik der Lufthansa-Piloten betroffen sein, 876 Flüge wurden gestrichen – und damit rund jeder zweite unter der Hauptmarke des Konzerns.

Von den gestrichenen Flügen seien 51 Interkontinentalflüge. Insgesamt kommt die Marke Lufthansa auf rund 1800 Flüge pro Tag. «2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt», heisst es in der Mitteilung des Unternehmens vom Mittag.

Darin sind allerdings auch Flüge von Konzerngesellschaften enthalten, die nicht bestreikt werden, wie zum Beispiel Brussels, Swiss oder AUA. Die Fluglinie hatte bereits am Dienstagmittag einen Sonderflugplan veröffentlicht und Passagiere soweit wie möglich umgebucht.

876 Flüge gestrichen: Heute Mittwoch bleiben die Lufthansa-Flieger vielerorts am Boden. Bild: Michael Probst/AP/KEYSTONE

«Im Eilverfahren nicht aufklärbar»

Am Nachmittag hatte die Lufthansa vor dem Arbeitsgericht Frankfurt einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik gestellt. Das Gericht scheute einen Eingriff in die Tarifautonomie: «Wir dürfen Tarifpolitik unsererseits nicht einer Bewertung unterziehen. An Tarifpolitik dürfen wir als staatliches Gericht nicht heran», erklärte der Vorsitzende Richter Martin Becker schon während der Verhandlung.

Auch in der zweiten Instanz unterlag die Lufthansa kurz vor Mitternacht. Der Vorsitzende Richter Peter Gegenwart hatte früh zu erkennen gegeben, dass er die von Lufthansa aufgeworfene Kritik an den Tarifforderungen der Vereinigung Cockpit im Eilverfahren für nicht aufklärbar hält. Den Streik verlängerte die Gewerkschaft nun bis Donnerstag 23.59 Uhr.

14. Streik

Die VC hat in dem laufenden Tarifkonflikt bereits 13 mal gestreikt. Die bislang letzte Runde wurde im September 2015 abgebrochen, nachdem das Landesarbeitsgericht Hessen einzelne Streikziele als rechtswidrig eingeschätzt hatte. Seitdem hatte die VC ihre Verhandlungstaktik geändert und sich auf offene Tarifthemen konzentriert. Der Anlass des aktuellen Streiks sind einzig Forderungen zum Gehalt der rund 5400 betroffenen Piloten.

Die Piloten der Airline hatten den Streik am Montag angekündigt. Erstmals war in der laufenden Tarifauseinandersetzung im April 2014 gestreikt worden. Dieses Mal geht es ausschliesslich um die Tarifgehälter der Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings.

Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte am vorigen Mittwoch erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. (cma/sda/dpa/reu)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MaxM 23.11.2016 08:12
    Highlight Ich weiss schon, dass man mit Lufthansa nicht fliegen soll. Man muss es nicht immer wieder wiederholen.
    7 3 Melden
  • Money is everything 23.11.2016 06:56
    Highlight Macht euren Job und hört au euch zu beklagen. Ihr habt diesen Job gewählt und hättet euch vorher übers Gehalt informieren sollen. All die armen Passagiere müssen nun leiden, weil ihr faules Pack permanent auf unzufrieden nachen müsst.
    13 7 Melden

Türkei-Kritiker verlieren auf Facebook tausende Follower – und niemand weiss wieso

Innerhalb weniger Wochen verlieren User, die Erdogan-kritische Beiträge auf Facebook posten, bis zu 5000 Follower und Freunde. Es werde automatisch und systematisch entliked. Sie sind überzeugt: Dahinter steckt Politik. 

Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

Artikel lesen