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Es brodelt in deutschen Flüchtlingsheimen: Zwei Asylbewerber sind nach Streit in Lebensgefahr 

Bis zu 20 Flüchtlinge sind in einem baden-württembergischen Schulzentrum mit Besen und Pfannen aufeinander losgegangen. Zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.

09.10.15, 21:05


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Bei einer Auseinandersetzung unter Asylbewerbern in einer baden-württembergischen Flüchtlingsunterkunft sind zwei Menschen lebensgefährlich verletzt worden. Eine dritte Person wurde leicht verletzt.

Wie die Polizei mitteilte, waren in der Stadt Backnang bis zu 20 Menschen in einem Schulzentrum in Streit geraten und mit Besen, Pfannen und anderen Gegenständen aufeinander losgegangen. Zwei der Beteiligten wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Warum es zu dem Streit kam, war zunächst unklar. Laut Polizei dauern die Ermittlungen noch an.

Aggressionen mündeten auch in anderen Städten mitunter in brutale Gewalt. Bei einem Versuch von Selbstjustiz unter wütenden Flüchtlingen in Thüringen wurden auch Polizisten attackiert. Bewohner der Unterkunft bewarfen sie im thüringischen Ohrdruf mit Steinen, als sie einen unter Missbrauchsverdacht stehenden 29-jährigen Iraker abführen wollten. Andere Heimbewohner versuchten, den mutmasslichen Täter in ihre Gewalt zu bringen, um selbst Rache an ihm zu üben. Gegen drei beteiligte Flüchtlinge wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs und versuchter Gefangenenbefreiung erstattet, gegen den Iraker Haftbefehl erlassen.

Auch wieder Brände in Unterkünften

Bereits am Donnerstag brach in Ingolstadt aus unbekannter Ursache in einem Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft ein Feuer aus. Diese wird von rund 100 Flüchtlingen bewohnt. Vier Personen wurden mit Rauchgasvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Ebenfalls am Donnerstagabend waren in Hamburg-Harburg Flüchtlinge aus Eritrea und dem Irak aus unbekanntem Grund aneinandergeraten. Dabei griffen sich rund 30 bis 40 Asylbewerber teilweise mit zerlegten Bettgestellen an. Die Polizei war mit 15 Streifenwagen im Einsatz und nahm drei Menschen kurzzeitig in Gewahrsam. Verletzte gaben sich der Polizei nicht zu erkennen.

In einer Unterkunft in Hamburg-Neugraben kam es der Polizei zufolge am Donnerstagnachmittag bei der Kleidungsausgabe zu einem Streit zwischen einem Afghanen und einem Iraker. Daraufhin stritten sich 50 bis 60 Menschen. Zwei Menschen wurden festgenommen. Verletzte gab es nicht.

18 Streifenwagen für eine Schlägerei

In Mannheimer lieferten sich Flüchtlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Syrien und Afghanistan eine Schlägerei, bei der sieben Beteiligte verletzt wurden. Die Polizei rückte am Donnerstagabend mit 18 Streifenwagen an, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts wurde verletzt, vier Jugendliche kamen mit Rettungswagen in Krankenhäuser. Warum die Schlägerei ausgebrochen war und wie viele Beteiligte es gab, war zunächst unklar.

In einer Notunterkunft in Schwerin-Lankow prügelten sich sechs Flüchtlinge in der Nacht zum Freitag. Ein 29-Jähriger wurde dabei leicht verletzt. Auslöser sei nächtlicher Lärm gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

In Flüchtlingsunterkünften hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder Bewohner untereinander geprügelt. Einem Polizeisprecher zufolge kommt es gerade dort oft zu Streitereien, weil viele Menschen unter einfachsten Bedingungen auf engstem Raum leben müssen.

kry/dpa

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie woof 10.10.2015 08:11
    Highlight 2) Gerade Deutschland hätte wissen müssen was da auf sie zukommt. Nach mehr als zehn Jahren Erfahrung in Afghanistan sollte man annehmen, dass sie die Kultur ein bisschen kennen, aber dem scheint nicht so zu sein. Nicht nur die Politiker sind gefordert, sondern wir alle, denn eine neue Kultur lernt man nicht in einem Monat, dafür braucht es Jahre! Die Flüchtlinge sind jetzt da und können nicht einfach wieder zurückgeschickt werden, das ist keine Ware!
    0 1 Melden
  • zombie woof 10.10.2015 08:10
    Highlight 1) Falsche Erwartungen und verschiedene Kulturen ist ein gewaltiger Zündstoff! Die Flüchtlinge haben das Paradies erwartet und landen in einer harten z.T. für sie surrealen Welt in der sie völlig überfordert sind. Ein Afghane, der nur die Koranschule besucht hat, hat eine ganz andere Denkweise als z.B. der Syrer oder noch extremer, als wir. Da braucht es nichts, da genügt ein Kuss, einer Frau die Hand geben, eine andere Auslegung des Korans als er sie kennt und schon passierts. Das kann man ihm nicht mal als Fehlverhalten ankreiden, er kennt es nicht anders!
    2 2 Melden
  • AndreaHadorn 10.10.2015 00:52
    Highlight In ihren Herkunftsländern dürfen die Menschen nicht mit der Hilfe der Polizei rechnen. Sie machen eine neue Erfahrung.
    0 1 Melden
  • M2020 10.10.2015 00:37
    Highlight Gefährlich was sich da zusammenbraut.

    Was meint ihr? Eskalationspotential wegen zu engen Platzverhältnissen? Frust festzusitzen und nicht weiter zu kommen? Angestaute Wut wegen Übermüdung der langen Reise? Kulturproblem? Oder alles halb so wild und nur Einzelfälle?
    2 0 Melden
  • atomschlaf 09.10.2015 21:47
    Highlight Weshalb werden solche Störenfriede nicht konsequent abgeschoben?
    34 3 Melden

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