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Participants of the demonstration 'G20 Protest Wave' gather in front of the city hall in Hamburg, Germany, Sunday, July 2, 2017 to protest againt the upcoming G20 summit on July 7 and July 8, 2017.  (Markus Scholz/dpa via AP)

Die Hansestadt findet sich bereits jetzt schon im Ausnahmezustand, obwohl der G20-Gipfel erst am Freitag beginnt.   Bild: AP/dpa

«Hamburg, meine Hölle» – die wichtigsten Fakten vor dem G20-Gipfel in Hamburg



Der G20-Gipfel in Hamburg beginnt zwar erst am Freitag. Doch die Proteste rund um die Zusammenkunft der 20 einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer haben schon längst begonnen. 

Die Frankfurter Allgemeine spricht jetzt schon von «Hamburg, meine Hölle». Das Polizei- und Sicherheitsaufkommen ist enorm. Viele Hamburger, die direkt vom Gipfel betroffen sind, verlassen ihre Häuser. Auf was sich die Hansestadt sonst noch alles gefasst machen muss, lest ihr in der folgenden Übersicht: 

10'000 Demonstranten, 8000 davon gewaltbereit

epa06061442 People in kayaks and small boats take part in a protest against the G20 summit in Hamburg, northern Germany, 02 July 2017. The G20 Summit (or G-20 or Group of Twenty) is an international forum for governments from 20 major economies. The summit is taking place in Hamburg 07 to 08 July 2017.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Einige Proteste laufen und liefen friedlich ab. Bild: FRIEDEMANN VOGEL/EPA/KEYSTONE

In this July 2, 2017 photo police clash with demonstrators after a raid at a camp of protesters against the G20 summit in Hamburg, Germany.  (Bodo Marks/dpa via AP)

Andere Demonstrierende wiederum mussten gewaltsam beseitigt werden. Bild: AP/dpa

Die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten werden in Hamburg auf ein Heer von Demonstranten unterschiedlichster Couleur treffen. Die Bandbreite reicht von Protesten grosser Nichtregierungsorganisationen bis hin zu Aktionen von Linksradikalen, bei denen mit Ausschreitungen zu rechnen ist. Die Hamburger Polizei erwartet 10'000 Demonstranten, 8000 davon gewaltbereit. 

Mutmasslich am wenigsten friedlich werden die von linksradikalen Aktivisten geplanten Proteste werden. Als potenziell besonders krawallträchtig gilt etwa eine für den Vorabend des G20-Gipfels am Donnerstag geplante Demonstration unter dem Motto «Welcome to Hell» (Willkommen in der Hölle), die an der Reeperbahn starten und rund um den Tagungsort in den Messehallen führen soll.

Deren Organisatoren erwarten nach eigenen Angaben bis zu zehntausend Teilnehmer aus dem harten Kern der linken und autonomen Szene. Sie bezeichnen ihre «antikapitalistische Demonstration» selbst als «Auftakt zur heissen Phase der direkten Aktionen und Blockaden gegen den G20-Gipfel», die ab dem am nächsten Tag folgen sollen.

20'000 Polizisten + 7000 Feuerwehrleute = Grösster Polizeieinsatz aller Zeiten 

Police officers fix barbed wire on to a fence at the Sternstanze train station close to the fair grounds in Hamburg, Germany, Thursday, June 28, 2017. The G20 will take place on 7th and 8th of July. (Bodo Marks/dpa via AP)

Hohe Zäune, zahlreiche Einsatzkräfte: In Hamburg findet während des G20-Gipfels der grösste Polizeieinsatz aller Zeiten statt.  Bild: AP/dpa

«Wir erwarten eine massive Militanz», sagt Polizeipräsident Ralf Martin Meyer gegenüber der «FAZ». Damit die angekündigten krawallträchtigen Demos bereits im Keim erstickt werden können, sorgen rund 20'000 Polizisten für die Sicherheit. 15'000 davon aus den Bundesländern, 4000 von der Bundespolizei. Dazu kommen 7000 Feuerwehrleute. Beim grössten Polizeieinsatz in der Hamburger Geschichte gelten nur noch Superlative: 3000 Fahrzeuge, 150 Diensthunde, 60 Pferde, elf Hubschrauber. 

Dazu kommen weitere zahlreiche Spezialkräfte aus ganz Europa: Österreich schickt seine Antiterroreinheit «Cobra», Frankreich ihre Spezialzäune «Rapid Wall» (besonders hoch und rasch aufzustellen) und die Holländischen Polizisten sollen den Hafen im Auge behalten. 

Auf diese Sieben kommt es an

Demonstrators  against the G20 Summit  stand on stage wearing masks  depicting German Chancellor Angela Merkel, left, French President Emmanuel Macron, center,  and US President  Donald Trump in Hamburg, Germany, Sunday, July 2, 2017.   (Axel Heimken/dpa via AP)

Angela Merkel (rechts), Emannuel Macron und Donald Trump: Sie alle werden am G20-Gipfel dabei sein. Bild: AP/dpa

Grund für die vielen Proteste sind natürlich auch die Teilnehmer des G20-Gipfels. Vor allem auf diese sieben kommt es an: 

  1. Angela Merkel: Die deutsche Bundeskanzlerin ist die dienstälteste Regierungschefin in Europa. Aussenpolitisch war die Lage für Merkel selten so angespannt wie jetzt. Ihr Verhältnis zum neuen US-Präsidenten Donald Trump ist schwierig, weil die in der DDR aufgewachsene Pfarrerstochter für Freiheitsrechte und Freihandel eintritt und in der Globalisierung Chancen für alle Partner sieht – während Trump eine Politik der Abschottung betreibt. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Hamburg ist Merkels erster G20-Gipfel im eigenen Land.
  2. Donald Trump: Der US-Präsident ist in viel schlechterer Verfassung als sein Land. Er tut sich fünf Monate nach Amtsübernahme innenpolitisch schwer, hat bisher kaum ein grösseres Politikprojekt umsetzen können, blickt weiterhin auf geradezu desaströse Umfragewerte. Trump wird beim Gipfel versuchen, «Make-America-Great»-Themen zu spielen. Dazu gehört auch der Streit um Stahlimporte aus Deutschland und China und der grössere Kontext des Welthandels.
  3. Wladimir Putin: Der russische Präsident reist vor allem nach Hamburg, um erstmals Trump zu treffen. Russlands starke Stellung im Syrien-Konflikt ist ein Pfund, mit dem Putin bei der G20 wuchern kann. Seit dem Rauswurf aus der G8 ist der Zwanzigergipfel für ihn jedes Jahr die grösste internationale Bühne, auf der er viele Kontakte pflegt.
  4. Xi Jinping: Anders als seine Vorgänger will Xi auch eine grössere Rolle auf der Weltbühne spielen. Kern seiner geopolitischen Strategie ist die Initiative einer «Neuen Seidenstrasse». Geplant sind Investitionen in Wirtschaftskorridore und Infrastrukturprojekte wie Häfen, Strassen, Zugstrecken oder Pipelines, die Chinas Einfluss in der Welt ausweiten. Kritiker fürchten eine «neue Weltordnung chinesischer Prägung». Der Abschottungskurs von Trump spielt ihm in die Hände, da sich Xi als Vorkämpfer gegen Protektionismus und Klimawandel präsentieren kann.
  5. Recep Tayyip Erdogan: Der türkische Präsident gehört nicht zu den Lieblingsgästen in Deutschland. Es ist sein erster Besuch, seit er den Deutschen «Nazi-Methoden» vorwarf. Auslöser war, dass im Frühjahr Wahlkampfauftritte türkischer Regierungspolitiker in Deutschland verhindert wurden. Und auch nach dem türkischen Verfassungsreferendum sind solche Auftritte unerwünscht. Jetzt stellt sich die Frage, ob der türkische Staatschef überhaupt noch zum Gipfel kommt. Bisher hat er nicht reagiert.
  6. Salman: Mit König Salman wäre der einflussreichste Herrscher der arabischen Welt in die Hansestadt gereist. Das jüngste Muskelspiel ist die Isolation des Golf-Nachbarn Katar, dem Riad offiziell Terrorfinanzierung vorwirft. Doch kurz vor dem Start des Gipfels hat der saudische König seinen Besuch abgesagt. 
  7. Emmanuel Macron: Der französische Präsident ist erst seit wenigen Wochen im Amt, mischt aber schon kräftig in der Weltpolitik mit. Er traf bereits Trump und Putin. Der Senkrechtstarter will die Atom- und UNO-Vetomacht Frankreich auf internationaler Bühne wieder sichtbarer machen.

38 Quadratkilometer Sicherheitszone, eine Gefangenensammelstelle

Fünf Prozent der ganzen Stadt gelten inzwischen als Sicherheitszone – das sind rund 38 Quadratkilometer. Zu sichern sind der Weg vom Flughafen zum Tagungszentrum, die Hotels, in denen die Staatsgäste unterkommen – und last but not least das neue Wahrzeichen von Hamburg, die Elbphilharmonie. Denn am Freitag, dem ersten Gipfeltag, findet dort ein Konzert für die Staatsgäste statt. 

Die G20-Gipfel-Demos 

Doch es wird nicht nur gesichert, sondern auch einiges abgesperrt, verbarrikadiert und verriegelt. Die Hamburger müssen einige Einschränkungen hinnehmen. So sind zum Beispiel die Strassen rund um das Messegelände gesperrt. Auch inmitten der Stadt wird es zeitweise immer wieder zu Sperrungen kommen. In einem leerstehenden Grossmarkt wurde gar eine Gefangenensammelstelle aufgebaut. (ohe/sda)

In Hamburg herrscht jetzt schon Ausnahmezustand

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • julianoo 04.07.2017 01:44
    Highlight Highlight "Andere Demonstrierende wiederum mussten gewaltsam beseitigt werden." Das war eine Auflösung eines gerichtlich erlaubten Camps durch die Polizei, hat gar nichts mit gewalttätig Demonstranten zu tun! Hauptsache Schlagzeile, Gewalt bringt schön Klicks, hab ich echt besser erwartet.
  • Juerg FEHR 04.07.2017 00:55
    Highlight Highlight Ich nehme an, man kann bei watson Tickets für den Sonderzug Basel-Hamburg kaufen, oder ?
  • seventhinkingsteps 03.07.2017 22:25
    Highlight Highlight Kapitalinteressen und Profitgier verbindet auch Menschen wieder bei denen politische und kulturelle Differenzen grösser nicht sein könnten. Wie romantisch!
  • Pasch 03.07.2017 21:49
    Highlight Highlight Hamburg vor einem Monat...
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  • Roterriese 03.07.2017 20:43
    Highlight Highlight Und die Deutsche Bahn fährt die linksextremen berner Reitmatrosen sogar noch per extra Zug nach Hamburg. Ob Lowend und co. wohl auch schon unterwegs sind?
    • pachnota 03.07.2017 21:58
      Highlight Highlight Nein, Lovend und co., hockt Zuhaues, drückt die Daumen und fiebert am Bildschirm mit.

      Ist doch noch bequemer...: )
    • seventhinkingsteps 03.07.2017 22:27
      Highlight Highlight Ich dachte immer, der Antifa wird die Anreise per Reisebus bezahlt, für Unterkunft kommt der Staat auf und man wird am Ende nach geworfenem Pflasterstein bezahlt?
    • atomschlaf 04.07.2017 00:05
      Highlight Highlight @seventhinkingsteps: Das gilt nur für Demos "gegen Rechts" 😛
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hustler 03.07.2017 18:28
    Highlight Highlight Die Demonstranten müssen sich einfach im klaren sein, dass wenn sie Gewalt anwenden, kein bisschen besser sind als die Präsidenten gegen die sie demonstrieren.
    • Griffin 03.07.2017 19:18
      Highlight Highlight Voll, die Demonstranten werden auch Bomben auf die Messehalle abwerfen und mit Drohnen die Überlebenden abknallen...
    • Hustler 03.07.2017 20:19
      Highlight Highlight So war das nun auch wieder nicht gemeint.Ist nur schade, dass man so einen grossen Aufwand für nichts und wieder nichts betreibt. Und den Politikern ist es doch ehh egal, was andere denken.
    • Wiesoned 04.07.2017 07:50
      Highlight Highlight @Griffin
      Nein das machen sie nicht aber wenn man bedenkt das die Mehrheit der Demonstranten von der li. Seite kommen, welche eigentlich sonst gegen Gewalt/Krieg sind, machen sie es hier wirklich nicht viel besser. Sie brauchen Gewalt um ihre Meinung zu sagen und wenn das der einzige Weg ist, dann haben sie etwas falsch gemacht. Mir scheint es für sie als einzigen Weg wenn 8k von 10k schon gewaltbereit sind. Ich gehöre eigentlich auch zur linken Ecke aber wenn ich solche Sachen lese, schäme ich mich fremd, denn mit Gewalt vorzugehen macht sie wirklich nicht viel besser als das was sie bekämpfen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Liselote Meier 03.07.2017 18:27
    Highlight Highlight "Die Hamburger Polizei erwartet 10'000 Demonstranten, 8000 davon gewaltbereit"

    Das kann so nicht Stimmen da werden 100'000 - 150'000 erwartet, dieses Wochenende gab es schon eine Demo mit über 10'000.

    Damit is wohl spekulativ "harter Kern/Black Block" gemeint mit 10'000 wovon 8000 Gewaltbereit sein sollen.






    • Echo der Zeit 03.07.2017 20:15
      Highlight Highlight Die wollen Gewalt um den Sicherheitsaufwand zu Rechtfertigen, da genügen in der Regel 5 Gewalttätige Demonstranten. In Evian hat die Polizei es nicht gekriegt, dann hat man Einfach Provoziert und Dreingeschlagen.
    • Liselote Meier 03.07.2017 21:24
      Highlight Highlight Natürlich, würden solch viele Leute demonstrien ohne Gewalt kann man sie nicht kriminalisieren und muss sich zwangsläufig mit den Argumenten auseinander setzten.

      Seit Peter Urbach hat sich nicht allzuviel verändert.

    • derEchteElch 04.07.2017 06:35
      Highlight Highlight Och entschuldigung, jemand der einmal, bereits am Freitag demonstriert hatte, geht natürlich nicht ein zweites Msl aif die Strasse.

      Im Europapark zählt man Ihrer Logik nach Besucher auch mittels Drehkreuz an den Fahrgeschäften und nicht anhand verkaufter Eintritte 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Origin Gra 03.07.2017 18:16
    Highlight Highlight Und für was diese Geldverschwendung und Massive Umweltbelastung und massiven Einschränkungen der Einwohner? Ginge das nicht alles via Videokonferenz?
    • The Origin Gra 03.07.2017 18:46
      Highlight Highlight Besser wäre es man würde via Videokonferenz Reden, meinetweglich mit Public Stream, und folgendes beschliessen:
      - Filterpflicht für sämtliche Hochseedreckschleudigern
      - Kerosinpreise nach oben um Unnötige Flüge zu minimieren
      - Jeglichen Waffenhandel Weltweit verbieten, wer Panzer will soll sie gefälligst selbst Bauen
      - Fischereiverbotszone wie in Island auf 200 Meilen ausdehen und rigide Mengenreduzieren
      - Lebensmittelspekulation verbieten
      - sämtliche Kernwaffen Schrotten
      - Kohleabbau unterbinden

      Dann ginge es der Welt schon einiges besser
    • Snowy 03.07.2017 19:34
      Highlight Highlight Punkt 1 wäre sogar verhältnismässig einfach umsetzbar!

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

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