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Sechstes Todesopfer nach Hochwasser in Bayern – Video zeigt die Katastrophe

02.06.16, 08:28 03.06.16, 01:33

Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Am Donnerstagabend wurde in Simbach am Inn nach Polizeiangaben die Leiche eines 65-Jährigen gefunden. Drei Menschen werden weiterhin vermisst.

Nach den schweren Unwettern der vergangenen Tage hat sich die Zahl der Toten somit auf insgesamt zehn erhöht. Vier Menschen starben bereits zu Wochenbeginn in Baden-Württemberg, sechs kamen beim Hochwasser in Niederbayern ums Leben.

Simbach: In diesem Dorf ging gestern die Welt unter

Amateurvideos zeigen Hochwasser:

Bereits am Mittwoch waren in Simbach am Inn in einem Haus drei tote Frauen einer Familie entdeckt worden, eine weitere Tote war im ebenfalls zum Landkreis Rott am Inn zählenden Julbach entdeckt worden.

Simbach: Augenzeugen berichten von der Flutwelle.
Video: watson.ch

In dem Gebiet stehen nach wie vor mehrere Häuser unter Wasser, die Polizei und Einsatzkräfte suchen dort nach möglichen weiteren Opfern. Mehrere Menschen werden noch vermisst.

«Wir hoffen auf Verstärkung»

«Das Wasser zieht sich zurück. Die Lage hier hat sich beruhigt, wenn man das nach den Ereignissen so sagen darf», sagte ein Polizeisprecher. Eine Einsatzbesprechung solle klären, wie es im Hochwassergebiet weitergeht. «Wir hoffen auf Verstärkung, um die Schäden zu beseitigen.»

Das Landratsamt in Pfarrkirchen hatte am Mittwoch den Katastrophenfall ausgerufen, als die Fluten die Menschen in Triftern, Simbach am Inn und Nachbargemeinden überraschten. Keller, Tiefgaragen und Erdgeschosswohnungen wurden binnen kürzester Zeit überflutet, viele Autos mit dem Strom weggerissen. Etliche Bürger mussten mit Polizeihubschraubern gerettet werden. Der Sachschaden wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Erneut starker Regen vorausgesagt

Meteorologen kündigten für die betroffene Region und weitere Gebiete in Südbayern erneut starke Regenfälle an, binnen zwölf Stunden könnten am Donnerstag wieder bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. «Zum Teil sind unwetterartige Mengen über 40 Liter pro Quadratmeter in sechs bis zwölf Stunden möglich», berichtete der Deutsche Wetterdienst in München. Auch für andere Bundesländer wurden teils neue Unwetter erwartet.

In Simbach wurden am Mittwochabend nach der verheerenden Flutwelle von Tauchern drei Leichen in einem überschwemmten Haus gefunden. Die Bewohner der oberen Stockwerke des Mehrfamilienhauses hatten die Retter darüber informiert, dass im überfluteten Erdgeschoss noch Menschen sein müssten. Kurz darauf wurde eine Frau tot in einem Bach in der Nachbargemeinde Julbach entdeckt.

Menschen konnten sich nur noch auf Dächer retten

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern berichtete, dass sich an manchen Orten Menschen nur noch auf die Dächer ihrer Häuser retten konnten, weil die Fluten so schnell und überraschend gekommen seien. In Untertürk wurde ein ganzes Haus weggerissen. Darin kam aber offenbar niemand zu Schaden.

Hunderte Kinder mussten am Mittwoch bis zum Abend in zwei Schulen ausharren, weil die Zufahrtsstrassen nicht passierbar waren. Etwa 50 von ihnen konnten allerdings nicht mehr nach Hause gebracht werden und mussten, betreut von etwa zwei Dutzend Erwachsenen, in der Mittelschule von Triftern übernachten.

Die vom Wasser eingeschlossenen Schüler wurden mit Hubschraubern versorgt. Mehrere Schulen sollten auch am Donnerstag wegen des Hochwassers geschlossen bleiben. Der Energieversorger Bayernwerk hatte zudem mitgeteilt, dass Tausende Haushalte vorläufig weiter ohne Strom auskommen müssten.

Auch in Nordrhein-Westfalen leisteten die Retter in der Nacht Schwerstarbeit. Die Feuerwehr in Düsseldorf kämpfte gegen die Folgen eines heftigen Unwetters. Bis in die Nacht zum Donnerstag habe es rund 420 Einsätze gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Etwa 240 Mann rückten aus, um unter Wasser stehende Keller und geflutete Tunnel leer zu pumpen. Sorgen bereitete den Rettern das Flüsschen Anger, in dem das Wasser stetig stieg. Für den Notfall lagen 2000 Sandsäcke bereit.

Dämme werden verstärkt

Im Kreis Wesel wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Die Issel erreichte in der Nacht zum Donnerstag in Hamminkeln einen Pegelstand von zwei Metern, das sei 1,5 Meter höher als normal, sagte ein Sprecher des Krisenstabs. Bei einem Bruch des Dammes sei ein Gewerbegebiet betroffen. Derzeit versuchen Helfer, mit Sandsäcken den Damm zu stabilisieren.

In Baden-Württemberg und Franken hatte das Tief «Elvira» schon am Sonntagabend schwere Verwüstungen angerichtet. Vier Menschen waren bereits bei diesem Unwetter im Südwesten ums Leben gekommen.

Bei schweren Überschwemmungen in Frankreich ist ebenfalls mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurde am Mittwoch eine 86-jährige Frau in ihrem überfluteten Haus in Souppes-sur-Loing in Zentralfrankreich tot aufgefunden. (wit/dpa/AFP)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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