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Antisemitischer Angriff in Berlin: Haftbefehl gegen Syrer

19.04.18, 22:25 20.04.18, 06:39

Nach dem antisemitischen Angriff auf einen jungen Israeli und seinen Begleiter in Berlin ist gegen den Täter Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend mit. Der 19-jährige syrische Flüchtling befindet sich in Untersuchungsgshaft. Er habe sich zur Sache nicht geäussert.

Der Beschuldigte hatte sich zuvor mit einer Rechtsanwältin der Polizei gestellt. Der Flüchtling aus Syrien ist seit 2015 in Deutschland.

Der 21-jährige Israeli und sein Freund waren am Dienstagabend im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs, dabei trugen sie Kippas – die traditionellen jüdischen Kopfbedeckungen.

«Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.»

Angela Merkel

Auf der Strasse wurden sie von drei arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft. Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen ein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen. Schliesslich flohen der Angreifer und seine Begleiter.

Politiker: «Beschämend»

Der Angriff hatte empörte Reaktionen von Politikern und Vertretern anderer Institutionen ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem «schrecklichen Vorfall» und betonte: «Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.»

Aussenminister Heiko Maas verurteilte die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Deutschland als «beschämend». «Das zeigt, wir müssen auch heute noch gegen jede Form von Antisemitismus sehr klar Stellung beziehen», sagte er in Berlin an einer Festveranstaltung zum 70. Gründungsjubiläum Israels. «Unsere Verantwortung, uns schützend vor jüdisches Leben zu stellen, die endet nie.»

Für Antisemitismus gebe es keine «Bagatellgrenzen», betonte Maas. «Solange jüdische Schulen und die Synagogen in Deutschland von der Polizei geschützt werden müssen, solange junge Männer auf offener Strasse verprügelt werden, nur weil sie eine Kippa tragen, und solange Preise für judenfeindliche Provokationen verliehen werden, ist das beschämend.»

Die Kriminalpolizei hatte den Angreifer bereits identifiziert, bevor er sich stellte. Zeugen hatten sich bei der Polizei gemeldet und Hinweise zu dem Mann gegeben. Auf dem Video, das der angegriffene Israeli gefilmt und ins Internet gestellt hatte, war das Gesicht des Täters gut zu erkennen. Wo der Beschuldigte lebt, teilte die Polizei bislang nicht mit. Auch zu möglichen Vorstrafen und seinen beiden Begleitern gab es keine Informationen.

Opfer nicht einmal Jude

Das 21-jährige Opfer ist nach eigener Aussage kein Jude. Der Mann sagte aber in der Fernsehsendung «Stern TV»: «Ich bin unter Juden aufgewachsen, meine ganzen Freunde in Israel sind Juden, ich habe auch Juden unter meinen Verwandten. Es hat etwas mit mir zu tun und es ist sehr wichtig für mich.»

Die Kippa habe er erst vor ein paar Tagen in Israel von einem Freund geschenkt bekommen, erzählte er an anderer Stelle. Trotz Warnungen habe er in Berlin die Erfahrung machen wollen, eine Kippa zu tragen.

Mike Samuel Delberg, Repräsentant der Jüdischen Gemeinde, sagte, an dem Angriff ändere sich nichts durch die Tatsache, dass das Opfer kein Jude sei. «Die Tat richtete sich gegen jüdische Symbole und gegen Juden.»

Importierter muslimischer Antisemitismus

Der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Regierung, Felix Klein, forderte eine realistische Abbildung von muslimischem Antisemitismus in der Kriminalstatistik. Danach würden 90 Prozent dieser Taten von Rechtsradikalen begangen, sagte Klein der Tageszeitung «Die Welt».

«Von Juden in Deutschland höre ich aber etwas anderes. Vor allem der muslimische Antisemitismus ist stärker, als es in der Statistik zum Ausdruck kommt.»

Klein betonte: «Es stimmt: Judenhass hat auch ein hässliches islamistisches Gesicht und kann auch einen muslimischen Hintergrund haben. Antisemitismus ist in vielen islamischen Ländern verbreitet. Dieser wird oft nach Deutschland mitgebracht.» (sda/dpa)

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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30
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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kraken 22.04.2018 16:47
    Highlight Das sind auch die Geister, die Politik gerufen hat.
    7 6 Melden
  • Watson=Propagandahuren 20.04.2018 20:05
    Highlight Immer an die Migrations-Geschenke wie dieses denken wenn man uns wieder mal erzählen will dass Deutsche schlimme Nazis sind weil in ihrem Land solche Vorfälle zunehmen....
    14 5 Melden
  • Señor V 20.04.2018 08:31
    Highlight Solche Vorfälle sind tatsächlich nicht tolerierbar - nicht in Berlin, nicht in Deutschland, nirgendwo. Es zeigt aber auch auf, dass Europa einiges an Arbeit vor sich hat. Deutschland hat die Grenzen aus humanitären Gründen geöffnet, gekommen sind Menschen. Menschen aus einem andere Kulturkreis, welche aber zum Teil auch andere Werte pflegen. Integration besteht nicht nur darin, Deutsch zu sprechen oder einen Job zu haben, sondern auch die europäischen Werte zu leben: Toleranz, Solidarität und Freiheit. Für alle. Auch für Minderheiten.
    13 1 Melden
  • Ueli der Knecht 20.04.2018 00:46
    Highlight Korrekturen zum Erklärvideo:
    0:44: "Doch dort wohnten mittlerweile mehrheitlich Araber, die man Palästinenser nennt."

    Das hinterlässt den Eindruck, dass die Araber eingewandert wären. Tatsächlich waren sie aber immer schon da. Juden und Araber gehörten zum gleichen Volk, zu den Semiten (https://de.wikipedia.org/wiki/Semiten).

    Nach dem ersten Weltkrieg gab es den Vertrag von Sèvres (https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_S%C3%A8vres_%28Osmanisches_Reich%29), der einen "jüdischen Staat" in Palästina zusicherte. Dieses Versprechen haben die Israelis nach dem WW2 gewalttätig durchgesetzt.
    23 32 Melden
    • Kubod 20.04.2018 08:22
      Highlight Ueli der Knecht
      Nicht ganz richtig.
      Die Vorfahren der meisten Araber, die heute im Gebiet Israel und Judää-Samaria leben, sind als Gastarbeiter eingewandert.
      Im 19.Jahhundert war dieser Teil des osmanischen Reiches menschenleer. Es gab einige alteingesessene Araber und Juden und einige mit ihren Herden umherziehende Fellachenstämme.
      Erst russische Juden, die im 19. Jahrhundert in die damals menschenleeren Gebiete eingewandert sind, haben diese urbar gemacht. Man brauachte dazu auch Gastarbeiter. Jassir Arafat zum Beispiel war Ägypter.
      12 8 Melden
    • Saraina 20.04.2018 17:30
      Highlight Palästina war eine Kornkammer des osmanischen Reiches und auch in den Wüstengebieten von Beduinen bewohnt. Die erwähnten russischen Juden haben den Boden, den sie bewirtschafteten, von arabischen Grossgrundbesitzern gekauft. In den Städten gab es ein reiches kulturelles Leben. Die Saga von den menschenleeren Gebieten ist genau das: ein Gründungsmythos, und nicht Realität.
      6 10 Melden
    • Watson=Propagandahuren 20.04.2018 20:07
      Highlight Kubold: Ashkenazische Juden sind definitiv keine Semiten.
      3 6 Melden
    • Nicholas Fliess 22.04.2018 20:17
      Highlight Bullshitdetector: deinen eigenen Bullshit scheinst Du nicht entdecken zu können. Die Ashkenazi sind Semiten...
      5 2 Melden
    • Ueli der Knecht 22.04.2018 20:49
      Highlight Kubod, resp. die Israelis nennen willkürlich irgendein Gebiet "Judää-Samaria"; sie beziehen sich damit auf die biblische/historische Ortsangaben Judäa und Samaria, dessen Bevölkerung mehrheitlich Semiten waren.

      Ebenso Juden wie Araber sind Nachfahren der Semiten. Juden UND Araber sind Semiten.

      Krasser formuliert - wenn ihr unbedingt streiten wollt - die heutige Islamophobie ist eine Form von Antisemitismus (zumindest sie sich gegen Araber richtet). Es gibt leider auch unter Semiten sehr viele Antisemiten. Vorallem in Israel.
      4 5 Melden
    • Kubod 22.04.2018 21:11
      Highlight @Oh Sereina.
      Wer hat dir den Bären aufgebunden.
      Die menschenleere Wüste als Kornkammer;)
      Daran arbeiten die Israelis heute noch hart mit High Tech.
      Sieh Dir einfach mal die Bilder aus der Zeit an, liess die Berichte der Osmanischen Beamten, liess die Reiseberichte von z.B. Agatha Christie, die ihren Mann, den Archäologen, in die Wüste begleitete.
      Kornkammer Osmaniens Muaaahhhrrhhh
      4 3 Melden
  • Datsyuk 19.04.2018 23:22
    Highlight Gut so. Absolut nicht tolerierbar!
    41 1 Melden
  • ErklärBart 19.04.2018 23:05
    Highlight «Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.»

    Und was ist mit dem Kampf gegen Islamophobie? Diese duldet ihr sogar in eurer Regierung (AfD).

    Gegen Juden: No-Go.
    Gegen Islam: nur weiter so, macht was ihr wollt.
    27 92 Melden
    • Roterriese 20.04.2018 07:31
      Highlight Whataboutism?
      11 7 Melden
    • Randy Orton 20.04.2018 07:37
      Highlight Wenn der Antisemitismus als Vorwand vorgeschoben werden kann um gegen Moslems zu hetzen, sind plötzlich sogar ganz rechte Politiker gegen Antisemitismus.
      6 19 Melden
    • Digichr 20.04.2018 07:42
      Highlight Die AFD ist in der Regierung in Deutschland? Hab ich was verpasst?
      12 3 Melden
    • hävi der 3. 20.04.2018 07:47
      Highlight Ist halt schon ein riesen Unterschied.
      5 5 Melden
    • durrrr 20.04.2018 08:01
      Highlight Die AfD ist schon in der Regierung? Das ging aber schnell.
      11 2 Melden
    • Kubod 20.04.2018 08:13
      Highlight Islamophobie ist ein Kamfbegriff aus Kreisen der islamischen Fundamentalisten.

      Man hat es wieder mal geschafft, sich als Opfer darzustellen.
      ES REICHT.

      Andersrum. Die Christentums- und Judentumsphobie der Araber und anderer Moslems, die krankhaft und reflexartig einen Gürtel nehmen, wenn sie eine Kippa oder einen Schweinefleischesser sehen, gehört genauer unter die Lupe genommen.
      Das Krankheitsbild Islam hat zu No-Go Gegenden in ganz Europa geführt, wo sich Schweinefleischfresser, Juden, Atheisten, Frauen etc. nicht mehr sicher frei bewegen können.
      Erinnert immer mehr an einen Zombiefilm.
      21 13 Melden
    • w'ever 20.04.2018 08:15
      Highlight leider sind jedoch beide, die orthodoxen juden und die extrem gläubigen moslems, nach wie vor nicht integriert und anscheinend nicht integrierbar.
      13 6 Melden
    • CASSIO 20.04.2018 08:15
      Highlight ErklärBart, was genau verstehst Du in diesem Artikel nicht? Ich erklär's Dir dann gerne.
      7 2 Melden
    • stabiler 20.04.2018 08:29
      Highlight Vorab: Die AfD wird nicht "in der Regierung geduldet", sondern ist eine (demokratisch gewählte) Partei im Bundestag. Sie sitzt also lediglich im Parlament. Parlament (Legislative) und Regierung (Exekutive) sind nicht das selbe.

      Und dann kann ich mich täuschen, aber Fälle, in denen Christen/Atheisten/Buddhisten in unseren Breitengraden Muslime physisch mit Gürtel, Messer, Spucken usw. attackierten (!), sind mir nicht eben viele bekannt. Gegenteiliges liest man da einiges häufiger. Kritik an solchen Verhältnissen dann mit körperlichen Angriffen gleichzusetzen... naja.

      16 5 Melden
    • Marlon Mendieta 20.04.2018 08:29
      Highlight Falsch, ErklärBart
      Grosse Teile der deutschen Politik und der Zivilgesellschaft wehren sich mit allen legalen Mittel gegen die braunen AfD Idioten.
      Wo auch immer es geht, werden sie auch vor Gericht gezerrt...
      4 11 Melden
    • dorint 20.04.2018 08:56
      Highlight Als erstes: jegliche religiöse Diskreminierung ist ein Problem und muss im Keim erstickt werden.

      Allerdings verwechselst Du meines Erachtens ein paar Dinge in Deinem Kommentar: die AfD sitzt im Bundestag - ist allerdings nach deutscher Definition nicht in der Regierung. Ihre islamophobe Haltung wird in breiten Teilen Deutschlands abgelehnt und deutlich kritisiert.
      Bezüglich Antisemitismus hat Deutschland eine besondere Verantwortung, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Deshalb die deutlichen Reaktionen.

      In der Summe hast Du allerdings wie eingangs geschrieben recht.
      5 6 Melden
    • dmax 20.04.2018 19:18
      Highlight Welchen islamophopie meinst du ErklärBart?

      Eine phobie ist wenn man vor ALLEN muslime angst hätte!!!

      ist ja nicht der fall, wir haben vor den muslimischen extremisten angst!!!

      und das berechtigt!

      10 2 Melden
    • Watson=Propagandahuren 20.04.2018 20:08
      Highlight @Kubod: Genau und "Antisemitismus" ist ein Kampfbegriff zionistischer Fundamentalisten
      3 6 Melden
    • ErklärBart 20.04.2018 22:35
      Highlight Lies mal die Kommentare beim Beitrag über die Auspeitschungen in Indonesien.

      Die sind extrem diskriminierend und alle sehr pauschal. Islam = Gewalt, das ist der Tenor.
      2 7 Melden
    • Roterriese 21.04.2018 11:04
      Highlight @ErklärBart, die Auspeitschung ist in der Scharia vorgesehen, mehr Islam geht also gar nicht.
      8 3 Melden
    • Kubod 21.04.2018 11:20
      Highlight @ErklärBart
      Gewalt als ein Mittel zur Missionierung und zur Ausbreitung der eigenen Macht sind nun mal im Koran festgeschrieben.

      Nenn mir ein islamisches Land, das nicht über kurz oder lang in Richtung Sharia und der damit einhergehenden Unterdrückung von Nicht- und Andersgläubigen abgerutscht ist.

      Solange die Mullahs in den Koranschulen und Moscheen diese Denkweise einbleuen, wird das auch nicht besser.
      7 2 Melden
    • Kubod 21.04.2018 11:40
      Highlight @BSD3000

      Die einflussreiche Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), ein Zusammenschluss sämtlicher islamischer Länder,ist die stärkste Verfechterin des Begriffs Islamophobie.
      Die Sheiks und Mullahs wollen damit die Diskussion um die Unverträglichkeit der Sharia mit der modernen Welt im Keim ersticken.
      Es gibt genügend Mitläufer in der modernen Welt, die mit den alten Männern mitzieht und keine offene Diskussion mag.

      Dies mit Antisemitismus zu vergleichen, zeugt von grundlegender Unkenntnis der Materie.
      3 3 Melden

Mit diesen Plakaten liessen tausende Demonstranten die AfD gerade so richtig alt aussehen

Die rechtspopulistische Partei AfD hatte für heute Sonntag ihre Sympathisanten zu einem «Tag der Abrechnung» nach Berlin gerufen. 10'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren angemeldet worden – gerade mal 5000 kamen zusammen. 

Bei den drei angemeldeten Gegendemonstrationen seien rund 25'000 Teilnehmer gekommen, so die Polizei. Das Motto dort: «Die AfD wegbassen». 

Das sah dann so aus:

Mit ihren Plakaten liessen die Demonstranten die Rechtspopulisten zudem ziemlich alt aussehen:

(meg)

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