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epa05089093 Police check suspects at the Cologne Central Station in Cologne, Germany, 05 January 2016. On New Years Eve dozens of women were molested and robbed around the Cologne Central Station.  EPA/MARIUS BECKER

Die Silvesternacht 2015/16 in Köln sorgte für Aufsehen: Damals war es unter anderem vor dem Hauptbahnhof zu massenhaft sexuellen Übergriffen gekommen.  Bild: EPA DPA

Ein «Gehege für Frauen» an Berliner Silvesterparty? Worum es wirklich geht

30.12.17, 20:43 31.12.17, 09:29


In Deutschland wird gerade wild über ein «Gehege für Frauen an Silvester» diskutiert. Die dabei gemachten Aussagen sind lebhafte Beispiele dafür, wie schnell Fake News die Runde machen. Aber von vorne:

Es begann mit einem Tweet des deutsch-türkischen Aktivisten Ali Utlu. Dieser spricht vom «Versagen von Staat und Gesellschaft», wenn beide nicht mehr fähig seien, Frauen vor Missbrauch zu schützen und an Silvester dafür extra Gehege errichten müssen. 

Die Reaktionen auf Utlus Aussagen liessen nicht lange auf sich warten. Sie kamen unter anderem auch von Seiten der AfD. So empörte sich Alice Weidel auf Facebook: «Dass zu Silvester in Berlin und anderen deutschen Städten sogenannte ‹Schutzzonen für Frauen› eingerichtet werden, in denen weibliche Partygänger vor Übergriffen durch Migranten Zuflucht finden sollen, ist eine völlige Kapitulation des Staates vor der überbordenden Einwandererkriminalität.» Martin Hess, ebenfalls AfD-Politiker, bläst ins gleiche Horn und twittert: «Diese Zustände sind eines zivilisierten Landes unwürdig.» 

Wie Ali Utlu ursprünglich auf die Idee kam, es werde an der Silvesterparty in Berlin Sicherheitszonen für Frauen geben, ist unklar. Die ganze Diskussion zeigt jedenfalls deutlich, wie schnell falsche Nachrichten, ohne jegliche Nachprüfung, auch von Seiten bekannter Politiker, aufgenommen und weiterverbreitet werden. 

«Women's Safety Area»

Denn, wie die Recherche von bento zeigt, ist die Behauptung, es gäbe ein «Gehege für Frauen», weit weg von der Wahrheit. In Wirklichkeit geht es um ein Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) – die Unfallhilfsstelle. Diese Stelle steht Frauen sowie Männern offen. In diesem Zelt werden, wie jedes Jahr, Menschen betreut, die Probleme aller Art haben. 

Der einzige Unterschied zu den vergangenen Jahren: Im Zelt, das am Rande der Partymeile steht, wird am 31. ein zusätzliches Schild mit der Aufschrift «Women's Safety Area» aufgehängt. In diesem Bereich ziehen sich die Mitarbeiter des DRK zurück, um mit Opfern von sexueller Gewalt sprechen zu können. 

Auch in der Vergangenheit haben DRK-Mitarbeiter Frauen, die sexuell belästigt wurden bereits betreut. In diesem Jahr wurde lediglich gesondert darauf hingewiesen. Und (ohe)

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Video: srf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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20
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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thinktank 31.12.2017 11:25
    Highlight Frauen im Gehege? Ich dachte bisher immer, sie seien Freiwild.
    9 3 Melden
  • Posersalami 31.12.2017 07:01
    Highlight "Damals war es unter anderem vor dem Hauptbahnhof zu massenhaft sexuellen Übergriffen gekommen"

    Gibts dazu jetzt eigentlich endlich mal eine richtige Untersuchung, welche die "Massenhaftigkeit" belegt? Mein letzter Stand ist, dass da am Ende nicht mehr passiert ist also an jedem Karneval. Ich hab das aber auch schon lange nicht mehr verfolgt.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/untersuchungsauschuss-abschlussbericht-zur-koelner-silvesternacht-seiten-vorwuerfe-1.3423966

    Und hat die Polizei jetzt auch Schlüsse gezogen?
    21 77 Melden
    • poga 31.12.2017 07:37
      Highlight Also mehr als 1000 Anzeigen, in einer Nacht in einer Stadt, tönt schon ein wenig nach Massenhaftigkeit.
      23 0 Melden
    • Eskimo 31.12.2017 08:04
      Highlight Die Polizei hat die Anweisung nicht aktiv über Gewalt die von Migranten ausgeht zu berichten. Also wirst du kaum mehr was darüber lesen....
      19 1 Melden
    • Normi 31.12.2017 09:46
      Highlight Es gibt genügend Videobeweise dafür, dass mit Karneval ist eine Schutzbehauptung für es auch böse Einheimische gibt...
      13 1 Melden
    • Stachanowist 31.12.2017 10:42
      Highlight Von Zeit.de, Stand heute. Gerngeschehen ;)
      21 0 Melden
  • Gsnosn. 31.12.2017 06:36
    Highlight Im RTL gab es diesbezüglich ein Interview mit einem Polizeisprecher und hat indirekt das bestätigt von Ali.
    47 17 Melden
    • Iko5566 31.12.2017 10:00
      Highlight Hä???
      1 7 Melden
    • chnobli1896 31.12.2017 11:17
      Highlight RTL 😂😂😂
      5 10 Melden
  • Frank8610 31.12.2017 02:27
    Highlight Also doch keine Fake News...
    49 26 Melden
    • Herr Ole 31.12.2017 10:57
      Highlight Na ja, doch. Kein Gehege für Frauen, sondern ein Ort für die Opfer sexueller Belästigung. Zwei verschiedene Dinge.
      14 3 Melden
    • poga 31.12.2017 21:09
      Highlight https://pbs.twimg.com/media/DSY9LsZX0AIaB5f.jpg
      3 0 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 30.12.2017 21:06
    Highlight Schild mit der Aufschrift «Women's Safety Area» aufgehängt. In diesem Bereich ziehen sich die Mitarbeiter des DRK zurück, um mit Opfern von sexueller Gewalt sprechen zu können.
    Weil ja nur Frauen Opfer von sexueller Gewalt werden können.
    Zur Bildunterschrift: War das nicht 2015/16?
    97 39 Melden
    • trio 31.12.2017 09:50
      Highlight Wahrscheinlich gibt es eine verschwindet kleine Anzahl Männer, welche an Karneval Opfer sexueller Gewalt werden. Und die fühlen sich wohl kaum derart durch Frauen eingeschüchtert, dass sich ein separates Zelt rechtfertigen würde.
      15 2 Melden

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