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Tödlicher Vorfall in Berlin: Angreifer war ein Islamist

Ein 41-jähriger Iraker hat in Berlin eine Polizistin attackiert und wurde dann von einem Beamten erschossen. Er habe der Islamistenszene angehört.

17.09.15, 18:21 18.09.15, 10:34

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Berliner Polizisten haben einen Mann erschossen, der mit einem Messer eine Beamtin angegriffen haben soll. Der Angreifer war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Islamist. Wie Oberstaatsanwalt Dirk Feuerberg mitteilte, habe der 41-jährige Iraker in Berlin gewohnt und habe der Islamistenszene angehört.

Den Behörden war der Mann bekannt: Rafik Y. sei bereits 2008 vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation zu einer Haftstrafe verurteilt worden, hiess es. Nach dem Urteil kam der Mann 2013 wieder zurück nach Berlin und wurde weiterhin von den Behörden als Gefährder eingestuft.

Derzeit habe er unter Führungsaufsicht gestanden und die Anweisung erhalten, keinen Kontakt zu Islamisten aufzunehmen. Er habe eine elektronische Fussfessel getragen – diese habe er jedoch am Morgen entfernt.

Der mehrfach islamistisch aufgetretene Mann sei «ausgesprochen aggressiv aufgetreten». Unter anderem habe er vor kurzem in einer Gerichtsverhandlung eine Richterin bedroht.

Details zum Tatverlauf: Um 9.48 Uhr war bei der Polizei ein Notruf eingegangen. Passanten hatten beobachtet, wie ein Mann mit einem Messer in der Heerstrasse in Berlin-Spandau Menschen bedrohte. Vier Streifenwagen erreichten laut Polizeiangaben den Tatort im Westen Berlins kurz nach dem Alarm.

Mehrmals auf den Angreifer geschossen

Als die ersten beiden Polizisten ausstiegen und sich dem Mann näherten, habe dieser eine Beamtin mit dem Messer angegriffen. Daraufhin seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Ob einer oder mehrere Polizisten schossen, sagte der Sprecher nicht. Unklar ist bisher auch, ob der Täter tatsächlich Menschen angreifen wollte oder nur drohte.

Nach Medieninformationen stach der Täter einer 44-jährigen Polizistin unterhalb der Schutzweste in den Bauch. Der 30-jährige Kollege der verletzten Frau schoss mehrmals auf den Angreifer. Dabei gab es auch einen Durchschuss, nach dem die Kugel noch die Polizistin traf.

Der Angreifer starb trotz Wiederbelebungsversuchen. Die schwer verletzte Polizistin wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, ihr Zustand ist derzeit stabil. Zunächst untersuchte eine Mordkommission den Fall, inzwischen hat der Staatsschutz übernommen. Die Pistolen der Polizisten wurden eingesammelt.

vek/sms/jdl/mgb/dpa

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • AL:BM 17.09.2015 20:27
    Highlight Interessante Formulierung:
    ''Berliner Polizisten haben einen Mann erschossen, der mit einem Messer eine Beamtin angegriffen haben SOLL''

    Warum SOLL, wenn die Polizistin mit dem Rettungsheli ins Spital musste?
    Kommt jetzt dann wohl wieder das übliche 'warum haben sie nicht auf die Beine geschossen' und 'warum hat die Polizei überreagiert' Gewäsch?

    Manchmal frage ich mich ob die Leute die rosa Brille auch noch mal runter nehmen!
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    • Gelöschter Benutzer 17.09.2015 20:37
      Highlight Ja gwnau richtig Batman äähm AL:BM ich denke die Polizistin ist für solche Einsätze geschult und hat dementsprechend richtig gehandelt wir alle waren nicht an Ihrer Stelle, und müssen daher davon ausgehen das Sie angemessen gehandelt hat.
      Gute Besserung an die Polizistin und ich danke Ihr für Ihren mutigen Einsatz.
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