International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIVE --- DER HERBST 1977 IN DEUTSCHLAND WAR GEPRAEGT DURCH ANSCHLAEGE DER ROTEN ARMEE FRAKTION, DIE ENTFUEHRUNG UND ERMORDUNG DES ARBEITGEBERPRAESIDENTEN HANNS MARTIN SCHLEYER, DIE ENTFUEHRUNG DES LUFTHANSA-FLUGZEUGS LANDSHUT UND DIE SELBSTMORDE DER INHAFTIERTEN RAF-HAEFTLINGE IM GEFAENGNIS IN STAMMHEIM. DER

Schleyer in RAF-Gefangenschaft.  Bild: DPA dpa

Reue nach 40 Jahren – RAF-Terroristin bittet Schleyers Familie um Verzeihung

28.11.17, 06:44 28.11.17, 07:42

Mehr «International»



40 Jahre nach der Entführung und Ermordung des deutschen Arbeitsgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer hat die RAF-Terroristin Silke Maier-Witt die Familie um Verzeihung gebeten. Die 67-Jährige, die wegen der Tat zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war, brachte die Entschuldigung vergangene Woche vor.

Dies sei bei einem langen Gespräch mit Schleyers jüngstem Sohn Jörg in der mazedonischen Hauptstadt Skopje erfolgt, berichtete Bild am Dienstag. 

ARCHIVE --- VOR 40 JAHREN, AM 5. SEPTEMBER 1977, WURDE DER DEUTSCHE ARBEITGEBERPRAESIDENT HANNS MARTIN SCHLEYERVON EINEM KOMMANDO DER ROTEN ARMEE FRAKTION ENTFUEHRT. MIT DER ENTFUEHRUNG SOLLTEN INHAFTIERTE RAF-MITGLIEDER FREIGEPRESST WERDEN. DIE BUNDESREGIERUNG LEHNTE EINE FREILASSUNG AB UND SCHLEYER WURDE AM 19. OKTOBER WAEHREND DES SOGENANNTEN

Schleyer wurde aus einem Auto entführt.  Bild: DPA dpa

Maier-Witt habe Schleyer mit folgenden Worten begrüsst: «Es klingt so platt. Aber ich möchte erst einmal um Verzeihung bitten.» Weiter sagte sie dem Zeitungsbericht zufolge: «Es hilft nicht viel, aber ich denke, dass ich immer ausgewichen bin, mich dem zu stellen.»

Endlich das Schweigen brechen

Schleyers Hinterbliebene suchen seit Jahrzehnten eine Antwort auf die Frage, welches RAF-Mitglied die tödlichen Schüsse auf den Entführten abgegeben hat. Dies ist bis heute ungeklärt, weil die beteiligten Täter dazu schweigen. Vergangenen Monat hatte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Täter aufgerufen, ihr Schweigen über die Bluttaten der RAF zu brechen.

Nach dem mehr als siebenstündigen Gespräch mit Silke Maier-Witt erklärte Jörg Schleyer nun gegenüber «Bild»: «Erstmalig habe ich aus dem Mund einer wegen des Mordes verurteilten Terroristin erfahren, wer die drei Personen sind, die bei meinem Vater waren, als die tödlichen Schüsse abgegeben wurden.» Maier-Witts Bereitschaft, Auskunft über die Hintergründe der Tat zu geben, habe «glaubhaft» gewirkt, sagte Jörg Schleyer. «Jetzt hoffe ich, dass ihrem Beispiel weitere Täter folgen und ihr Wissen offenbaren.»

Vom Terror zum Raub – Die Rote Armee Fraktion (RAF)

Die Ermordung des von der RAF entführten Schleyer vor vier Jahrzehnten stand am Ende einer Serie dramatischer Ereignisse, die als Deutscher Herbst in die Geschichte eingingen. Noch während der Schleyer-Entführung kaperte damals ein mit der RAF verbündetes palästinensisches Terrorkommando die Lufthansa-Maschine «Landshut». Ziel war die Freipressung in Deutschland inhaftierter RAF-Terroristen.

Selbstmord in Stammheim

Nach einem mehrtägigen Irrflug des Urlauberflugzeugs stürmte eine Sondereinheit der Polizei die Maschine am frühen Morgen des 18. Oktober 1977 auf dem Flughafen im somalischen Mogadischu und befreite die Geiseln. Wenige Stunden später begingen drei in Stuttgart-Stammheim inhaftierte Terroristen der sogenannten ersten RAF-Generation Suizid, darunter Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Daraufhin ermordeten Mitglieder der zweiten RAF-Generation den entführten Schleyer. (sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

30 Millionen Facebook-Profile gehackt. User-Daten weg. So merkst du, ob du betroffen bist

Diese Inder löschen Pornos und Gräuel-Bilder aus dem Netz – und leiden dabei Höllenqualen

Warum Tabubrecher triumphieren und was die Schweiz damit zu tun hat

Swisscom erhöht Abopreise um 191%: So reagieren die Kunden auf den erzwungenen Abowechsel

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

Wir haben die Kantonsgrenzen neu gezogen – so sieht die Schweiz jetzt aus

Diese 7 Frauen hätten einen Nobelpreis verdient – nur eine könnte ihn noch bekommen

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Alpentourismus kämpft mit Gigantismus um Gäste: Kann das gut gehen?

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Diese Tweets zeigen dir, was mit Menschen passiert, wenn sie zu lange keinen Sex haben 😂

Sorry, Bundesrat Berset, aber es ist Freitag und wir hatten nichts Besseres zu tun ...

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

11 Schritte für mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag

präsentiert von

Du denkst, du kennst die Kommaregeln? Ha!

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hier gibt es Parallelen zwischen einer Hitler-Rede und AfD-Gaulands Artikel in der FAZ

Alexander Gauland, Chef der rechtsnationalistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), hat in einem Zeitungsbeitrag ähnlich argumentiert wie Adolf Hitler in einer Rede von 1933. Das ist die Ansicht zweier Historiker.

Gaulands in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) erschienener Text sei «ganz offensichtlich eng an Hitlers Rede angeschmiegt», sagte der Antisemitismus- und Nationalsozialismus-Forscher Wolfgang Benz dem «Tagesspiegel» vom Mittwoch. Gauland hatte in seinem Gastbeitrag zum Thema Populismus die angebliche Heimatlosigkeit der Eliten angeprangert.

Eine «globalistische Klasse» gebe «kulturell und politisch den Takt vor», schrieb Gauland. Ihre Mitglieder fühlten sich als Weltbürger in …

Artikel lesen