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Forscher identifizieren deutsches U-Boot-Wrack vor britischer Küste

Seit mehr als 100 Jahren war ein deutsches U-Boot verschollen, samt 35 Mann Besatzung. Jetzt ist der Fall geklärt – auch dank Tauchern aus den Niederlanden.

22.01.16, 08:39

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Ein U-Boot-Wrack, das vor mehr als drei Jahren nahe der britischen Küste entdeckt wurde, stammt nach Angaben von Experten aus Deutschland. Das U-Boot mit Namen «U-31» sei 1915 während des Ersten Weltkriegs verschollen und stamme aus dem Bestand der kaiserlichen Marine, teilte der Windparkbetreiber Scottish Power Renewables mit.

Mitarbeiter des Unternehmens hatten das Wrack im September 2012 etwa 30 Meter unter der Meeresoberfläche in der Nordsee geortet, etwa 90 Kilometer vor der Ostküste Englands. Identifiziert wurde das U-Boot mithilfe von niederländischen Marinetauchern, die im trüben Wasser Bilder des 57 Meter langen Wracks gemacht hatten.

Letzte Patrouillenfahrt

Das Team hatte untersucht, ob es sich bei dem Wrack womöglich um das letzte noch vermisste niederländische U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg handelte. Die Vermutung wurde dann jedoch widerlegt, das berichtet der britische «Guardian».

Der Mitteilung des Windparkbetreibers zufolge war das U-Boot am 13. Januar 1915 zu einer Patrouillenfahrt ausgelaufen und nicht mehr zurückgekehrt. Laut dem Unterwasser-Archäologen Mark Dunkley ist davon auszugehen, dass «U-31» durch eine Mine zerstört wurde und mitsamt der 35-köpfigen Besatzung auf den Meeresboden sank. Dunkley sagte, das Wrack sei in einem «bemerkenswerten Zustand».

Es werde nun in den englischen Hoheitsgewässern seine letzte Ruhestätte finden, kündigte die Windparkfirma an. Allerdings sollen noch mögliche Angehörige der deutschen Bordbesatzung kontaktiert werden.

sms/dpa

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