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Volunteers and German Bundeswehr, armed forces soldiers, distrubute food to migrants before they are transported by bus to a refugee camp in the capital after arriving by train from Salzburg, Austria at Schoenefeld railway station in Berlin, Germany, October 5, 2015.   REUTERS/Fabrizio Bensch

Flüchtlinge werden in Berlin mit einem «Refugees welcome»-Transparent empfangen.
Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

1,5 Millionen Flüchtlinge allein in diesem Jahr? In Deutschland beginnt die Stimmung zu kippen

Flüchtlingskrise und kein Ende: Bis zu 1,5 Millionen Menschen sollen dieses Jahr in Deutschland eintreffen. Die kritischen Stimmen mehren sich, doch Angela Merkel bleibt unbeirrt.



Die Kanzlerin ist auf Reisen: Am Dienstag ist Angela Merkel zu einem mehrtägigen Besuch in Indien eingetroffen, einem riesigen, wirtschaftlich boomenden und einigermassen stabilen Land. Es muss für Merkel eine willkommene Abwechslung zur Flüchtlingskrise in Europa sein. Das Thema mag ein wenig aus den Schlagzeilen verschwunden sein, doch nach wie vor sind Tausende auf der Balkanroute unterwegs.

Die «Bild»-Zeitung veröffentlichte am Montag «brisante» Zahlen: Bis zum Jahresende könnten 1,5 Millionen Flüchtlinge in Deutschland eintreffen, berichtete das Massenblatt unter Berufung auf «Geheimakten». Das wären fast doppelt so viele, wie die Regierung offiziell angibt. Die Zahl scheint nicht aus der Luft gegriffen. «In Anbetracht der derzeitigen Sicherheitslage in mehreren Krisenregionen halte ich höhere Flüchtlingszahlen für sehr wahrscheinlich», sagte Luise Amtsberg, Abgeordnete und Flüchtlingsexpertin der Grünen, zu Spiegel Online.

Die euphorische «Refugees welcome»-Stimmung weicht der Ernüchterung. Dies zeigt eine am Montag veröffentlichte Umfrage, wonach 59 Prozent die Entscheidung der Bundeskanzlerin für falsch hielten, syrische Flüchtlinge aus Ungarn unregistriert nach Deutschland einreisen zu lassen. Im ZDF-Politbarometer von Anfang September hatten 66 Prozent der Befragten die Massnahme noch begrüsst. Zahlreiche weitere Indizien zeigen, dass die Deutschen an Merkels Parole «Wir schaffen das» zu zweifeln beginnen.

Pegida-Protest

Protestors hold a poster depicting German Chancellor Angela Merkel in a Nazi-style uniform with a Euro-sign as armband during a demonstration of PEGIDA (Patriotic Europeans against the Islamization of the West) in Dresden, eastern Germany, Monday, Oct. 5, 2015. (AP Photo/Jens Meyer)

Anti-Merkel-Plakat an der Pegida-Demo am Montag in Dresden.
Bild: Jens Meyer/AP/KEYSTONE

In aufgeheizter Atmosphäre haben sich am Montagabend Tausende an einer Demonstration der Pegida-Bewegung in Dresden beteiligt. Sie schwenkten deutsche Fahnen und hielten Schilder mit Parolen gegen Flüchtlinge wie «Asyltourismus stoppen», «Stopp Asylbetrüger, jeder ist einer zu viel», «Islam ist Unterwerfung – Stoppt die Invasion jetzt!» sowie «Merkel schuldig, begeht Ethnozid am eigenen Volk». Pegida-Gründer Lutz Bachmann sagte, es werde nicht bei «1,5 oder zwei Millionen» bleiben. Die Frauen oder die Kinder würden nachkommen. Es sei eine «unlösbare Aufgabe, diese Leute zu integrieren».

Massenschlägereien

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Bilder der Schlägerei im Zeltlager Calden bei Kassel.
YouTube/hnaonline

In mehreren Flüchtlingsunterkünften kam es zu Massenschlägereien. Die deutsche Polizeigewerkschaft forderte, Flüchtlinge nach Religionen getrennt unterzubringen. Die Streitereien sollen sich vor allem entlang ethnischer und religiöser Grenzen entzündet haben. Christen bräuchten besonderen Schutz, ebenso Frauen und Kinder. Diese Interpretation ist allerdings umstritten. Die Unterkünfte sind häufig hoffnungslos überfüllt. Ein Funke kann zu einer Explosion führen.

Besorgter Präsident

epa04961411 German President Joachim Gauck delivers a speech during a ceremony in the 'Alte Oper' in Frankfurt, Germany, 03 October 2015. On the occasion of the 25th anniversary of German Day of Unity on 03 October 2015, the official national ceremony and celebrations are taking place in Frankfurt am Main.  EPA/RALPH ORLOWSKI / POOL

Joachim Gauck an der Feier zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung.
Bild: EPA/DPA : REUTERS POOL

Skeptische Töne gab es am Samstag von Bundespräsident Joachim Gauck. An der zentralen Feier zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung in Frankfurt bezeichnete der einstige DDR-Pastor die Flüchtlingskrise als «Herausforderung, die Generationen beschäftigen wird». Anders als 1990 solle nun «zusammenwachsen, was bisher nicht zusammen gehörte». Gauck äusserte auch Verständnis für die Ängste der Bevölkerung: «Dies ist unser Dilemma: Wir wollen helfen. Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich.»

CSU-Polemik

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Horst Seehofer warnt vor einem Kollaps.
YouTube/ARD

Scharfe Kritik an der Kanzlerin kommt von der CSU, der Schwesterpartei von Merkels CDU. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer warnte vor einem «Kollaps mit Ansage». Die Entscheidung Merkels, die Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland einreisen zu lassen, sei ein Fehler gewesen, sagte Seehofer am Samstag. «Wir können nicht die ganze Welt retten», ergänzte Bayerns Finanzminister Markus Söder. Selbst beim Koalitionspartner SPD mehren sich die kritischen Stimmen. «Wir nähern uns in Deutschland mit rasanter Geschwindigkeit den Grenzen unserer Möglichkeiten», sagt Vizekanzler Sigmar Gabriel im Spiegel-Online-Interview.

«Bild» hat sich dem Stimmungswandel (noch) nicht angeschlossen. Die Zeitung rechnet jedoch vor, was Deutschland für 1,5 Millionen Flüchtlinge benötige: Bis 400'000 Wohnungen, bis 25'000 zusätzliche Lehrkräfte, rund 15'000 Polizisten und 68'000 Kita-Plätze. Es wäre ein Kraftakt selbst für ein Land wie Deutschland, das enorme Herausforderungen gewohnt ist.

Angela Merkel aber zeigt keinen Willen, ihren Kritikern entgegen zu kommen. So vorsichtig sie in der Regel agiert, so stur ist die Bundeskanzlerin, wenn sie sich auf einen Kurs festgelegt hat. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte sie vor der Abreise nach Indien, dass sie die Entscheidung vom September für eine Öffnung der Grenze für Flüchtlinge genauso wieder treffen würde. «Mich jetzt wegzuducken und damit zu hadern, das ist nicht mein Angang», sagte Merkel.

Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen

Auffanglager in Giessen

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    Alle Leser-Kommentare
  • SwissGTO 07.10.2015 18:18
    Highlight Highlight Zu den 1.5Mio kommt dann noch der gesamte Familiennachzug dazu.
  • Wilhelm Dingo 07.10.2015 17:57
    Highlight Highlight Wer wissen will wo diese Einwanderungswelle hin führt sei ein Aufenthalt in Frankreich empfohlen. Nicht schön.
    • Jol Bear 07.10.2015 20:19
      Highlight Highlight Läuft es, wie im neuesten Roman von Michel Houellebecq, 'Unterwerfung', so werden sich die Franzosen damit arrangieren.
  • Boston5 07.10.2015 16:54
    Highlight Highlight Die Flüchtlingswelle ist für Deutschland kaum zu bewältigen. Heute liest man in der Zeitung von weiteren Offensiven in Syrien, was noch mehr Flüchtlinge bedeutet. Man muss dieses Problem in Syrien lösen, anders ist es kaum zu schaffen, auch wenn man noch so solidarisch mit den Flüchtlingen ist.
    Die Stimmung kippt auch deshalb weil sich diese in den Unterkünften teilweise undankbar benehmen, schlagen sich zusammen wegen der Religion, als Flüchtling glaub ich hat man andere Probleme.
  • ferox77 07.10.2015 13:53
    Highlight Highlight Würde man hiesigen Politikern von den Grünen/SP glauben, müsste es ein Gerangel geben um die angeblich gut ausgebildeten Asylbewerber, die die Wirtschaft braucht und die den hiesigen Lebensstandard weiterhin sichern.
    Braucht z. B Italien keine Fachkräfte? Die italienischen Unternehmer und Politiker müssten doch händeringend an der Grenze stehen, um Fachkräfte aus Schweizer Asylheimen nach Italien zu locken.
    Von der christlichen Nächstenliebe erst gar nicht zu reden.
    Warum nur passiert das nicht?
    Weil irgend etwas an der ganzen Geschichte nicht stimmt.
    • Urmel 07.10.2015 15:55
      Highlight Highlight Sehr wahrscheinlich, weil im Herkunftsland gemachte Ausbildungen im Ankunftsland nicht zählen und diese so den Flüchtlingen nichts bringen.

      Erschwerend hinzu kommt die Sprachbarriere. Möchten Sie eine Krankenschwester, die Sie nicht versteht? Eine Sprache ist leider nicht so schnell gelernt.

      Weiter würde die korrekte Bewilligung fehlen. Als Flüchtling darf man nicht arbeiten. Dies wäre wohl noch das am einfachsten zu lösende Problem von den dreien.
    • simiimi 07.10.2015 18:02
      Highlight Highlight Schauen Sie Schawinski von vor einer Woche mit Kurta Pelda nach. Dieser langjährige Kenner der Region sagt klipp und klar, dass das syrische Bildungssystem miserabel ist, und die Diplome der Migranten dementsprechend das Papier nicht wert sind auf dem sie ausgestellt wurden. Das ganze Geschwätz von der Behebung des Fachkräftemangels ist doch nichts als Baldrian fürs Volk
  • Hierundjetzt 07.10.2015 13:27
    Highlight Highlight Mutig von Frau Merkel, keine Frage. Gebührt meinen Respekt. Deutschland wird wohl demnächst in etwa den gleichen Ausländeranteil haben wie wir. Kurz: Das ist also das berühmte Rückgrad, dass unsere SVP immer fordert.
    • Hayek1902 07.10.2015 14:18
      Highlight Highlight also jetzt mal nicht übertreiben, die schweiz hat 24% ausländeranteil, deutschland 8%. da müssten also nochmals knapp 20 mio ausländer zuwandern.
    • Jonasn 07.10.2015 16:31
      Highlight Highlight Das ist so nicht richtig, D hat auf dem Papier 8%, aber in D wird man im Gegensatz zur CH einfach und schnell eingebürgert. Wenn man den Anteil hinzurechnet von Menschen, die z.B. aus der Türkei kamen oder irak, Ex Jugoslawien etc plus diejenigen, die durch familiennachzug in kurzer Zeit einen D Pass bekamen, ist Deutschland bei Ca 24%
    • Jonasn 07.10.2015 20:04
      Highlight Highlight Das ist auf dem Papier so, korrekt. In der Realität ist das anders. Das Recht auf deutschen Pass durch Geburt kommt hinzu, weiterhin der Familiennachzug, welcher eine gewichtige Menge ausmacht bei Gastarbeitern, zum Beispiel aus der Türkei. Ausserdem nicht hier aufgezählt werden Menschen im Asylstatus oder ähnlichen Modi. Was allein dieses Jahr 1,5 Mio sind plus diejenigen Hunderttausende aus den letzten Jahren, die im Duldungsstatus sind.
  • mitch01 07.10.2015 13:11
    Highlight Highlight Es ist nun mal so, man kann nicht alle aufnehmen und auch gleich vollkommen integrieren, es geht einfach nicht. Man sollte in alle diese Länder einmarschieren und quasi ein UNO Land daraus machen. Alle Diktaturen abschaffen und moderne Verwaltungen einsetzen. Das hilft den Leuten wirklich
    • glüngi 07.10.2015 13:27
      Highlight Highlight ja genau… wie in Afghanistan… Das hat's voll gebracht. Apache Gunships sind die Lösung aller Probleme.
    • herschweizer 07.10.2015 13:34
      Highlight Highlight haha ...ja genau darum steht die UNO in USA und die haben ja immer irgendwelche Militärbasen an der Sonne. Mit denen kann man sofort per UN-Mandat wo Demokratie verbreiten... perfekt das haben schon andere vor dir durchgedacht ;-)
    • meliert 07.10.2015 14:33
      Highlight Highlight ein tolle (theoretische) Lösung, nur leider funktioniert es nicht (man höre das heutige Tagesgespräch auf SRF1, Thema Afghanistan
  • Angelo C. 07.10.2015 13:01
    Highlight Highlight Ein nüchterner und zutreffender Bericht! Und wer täglich die News auf ARD oder "Maischberger" etc. aufmerksam verfolgt, der wird sich bewusst, dass die Sache definitiv nicht "zu stemmen ist" (Originalton Merkel). Die stark zunehmende Gewalt in den Lagern, welche tägliche grosse Polizeieinsätze erfordern, die fehlenden Unterbringungsplätze, die grossteils nicht vorhandene Registrierung usw. haben die Stimmung erwartungsgemäss kippen lassen und Deutschland geht sehr schweren Zeiten entgegen, die auch die EU und Europa insgesamt gewaltig erschüttern werden. Man sollte hierzulande daraus lernen!
    • Jol Bear 07.10.2015 16:06
      Highlight Highlight Theoretisch durchaus "zu stemmen". In der Realität jedoch problematisch: Flüchtlinge, die sich bekämpfenden Gruppen angehören, können ihre Aversionen nicht sofort beenden, konservative Muslime können nicht per Grenzübertritt ihre Traditionen ablegen, deutscher Bildungs-Standard und Sprache können nicht innert Wochen gelehrt werden usw. Längerfristig kann evtl. durch Zuwanderung der Geburtenrückgang in Deutschland kompensiert und die wirtschaftliche Vormachtstellung in Europa zementiert werden (das ist vermutlich der Plan von Merkel &Co.), aber auf diese Weise sehr sehr riskant.
  • Señor Ding Dong 07.10.2015 12:51
    Highlight Highlight Die Flüchtlingswelle war abzusehen. Ein Verteilschlüssel für grosse Flüchtlingswellen müsste bereits bestehen, nicht erst jetzt harzig ausgehandelt werden, wo die Leute schon an den Grenzen stehen.

    Dieser Verteilschlüssel sollte auch relativ pragmatisch umgesetzt werden. Die Leute sollten erst mal irgendwo untergebracht werden, egal, wo sie jetzt am liebsten hinwollten.

    Kein Durchsetzungsvermögen, kein Handlungswille. Man hat wohl einfach gehofft, dass alles nicht so schlimm würde. Zum Glück gehören wir diesem Verein nicht an. Das sage ich als ehemaliger EU-Befürworter.
    • herschweizer 07.10.2015 13:10
      Highlight Highlight Man sollte sich doch bewusst sein was 1,5 millionen Menschen bewirken können die im Raum Syrien fehlen. Wem nutzt dieser Dichtestress in D und das freiere Feld in Syrien... und... importieren wir mit dem unkontrollierten Zustrom nicht auch deren Probleme... und ausserdem kenne ich Invasionen an denen weit weniger Leute beteiligt waren ;-)
    • Angelo C. 07.10.2015 14:57
      Highlight Highlight A propos Verteilschlüssel : in der heutigen ARD-Mittagstagesschau wurde heftig kritisiert, dass zahlreiche EU-Staaten einfach zu nationalistisch denken und auch so ihre Prioritäten setzen würden. Es wurde das Riesenchaos in ganz Deutschland thematisiert. Donald Tusk, Präsident der EU-Kommission, zeigte sich in einem weiteren Bericht aus Brüssel sehr besorgt und sah Europa Angesichts der gigantischen Flüchtlingsströme am Rande einer Katastrophe. Während David Cameron von der EU ganz strikte neue Einwanderungskriterien forderte, ansonsten der Verbleib von GB in der EU noch mehr gefährdet wäre.
  • The Writer Formerly Known as Peter 07.10.2015 12:42
    Highlight Highlight Ist das der gleiche Peter Blunschi der einmal schrieb alle aufnehmen? Mir scheint nicht nur in Deutschland kippt die Stimmung. Da übernahmen aber einige Kommentarschreiber mehr Verantwortung.
    • Peter 07.10.2015 12:54
      Highlight Highlight Erstens ist das kein Kommentar, sondern eine Beschreibung der derzeitigen Stimmungslage in Deutschland.

      Zweitens haben Sie vermutlich diesen Text nicht gelesen, darin beziehe ich mich explizit auf meine früheren Ausführungen:

      http://www.watson.ch/!628380340

      Und drittens: Wer sind diese Kommentarschreiber, die angeblich mehr Verantwortung übernommen haben?
    • Jonasn 07.10.2015 13:11
      Highlight Highlight Der Nachteil der deutschen Willkommenskultur ist, dass sich kein einziges Land ordentlich dieser moralisch zweifelsfrei richtigen Einstellung anschliesst. Deutschland war Vorreiter und niemand zieht nach. Ich bin überzeugt, vor 20,30 Jahren hätten viele Länder sich D angeschlossen. Heutzutage schaut jeder nur auf sich, man kommentiert das als moralisch toll, was Deutschland macht und aus der sicheren Distanz kritisiert man es dann in der Umsetzung. Kein anderes Land hat sich angeschlossen, also wird das jetzt zum Problem für D. Wenn die 5 grössten nachgezogen wären, wäre alles harmlos.
    • atomschlaf 07.10.2015 13:29
      Highlight Highlight @Jonasn: Ich wüsste nicht, woraus sich für Deutschland oder auch andere europäische Länder eine moralische Verpflichtunge ergibt, derartige Massen von Flüchtlingen aufzunehmen.
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