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HEIDENAU, GERMANY - AUGUST 22:  Right-wing demonstrators clash with police as they protest against a refugees camp on August 22, 2015 in Heidenau, Germany. The right-wing political party NPD had organized a protest gathering the day before that reportedly drew up to one thousand participants in the small town just outside of Dresden. German authorities are expecting up to 800,000 refugees and migrants to arrive seeking asylum in 2015 and the country is struggling to find accommodation for them nationwide. The Heidenau facility is located in a former home furnishings store and is supposed to accommodate 250 people. (Photo by Matthias Rietschel/Getty Images)

Die Polizei rückte mit Schutzschildern gegen die Demonstranten vor. Bild: Getty Images Europe

Sie werfen Flaschen und Böller: Rechtsextreme randalieren vor Flüchtlingsheim in Dresden

Im sächsischen Heidenau haben erneut Rechtsradikale randaliert. Vor der Flüchtlingsunterkunft rückte die Polizei mit Schutzschilden an.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Heidenau bei Dresden ist es die zweite Nacht in Folge zu Krawallen gekommen. Aus einer Gruppe von etwa 150 rechten Demonstranten flogen am späten Samstagabend Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei rückte daraufhin mit Schutzschildern vor und begann, die mit Glasscherben übersäte Strasse zu räumen.

Ob es Verletzte oder Festnahmen gab, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. «Wichtig ist zunächst einmal, dass sich die Lage wieder beruhigt hat», erklärte der Sprecher. 

Bereits in der Nacht zu Samstag hatten Hunderte Rechtsextreme gegen die Flüchtlingsunterkunft in einem leerstehenden Baumarkt randaliert. Sie pöbelten Asylbewerber an und bewarfen Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern. Den Bürgermeister des Ortes bedrohten sie. Erst nachdem die Polizei Reizgas gegen die Randalierer eingesetzt hatte, konnten die ersten Flüchtlinge in das Gebäude einziehen.

Am Samstagabend trafen die Rechten zunächst auf mehrere Gruppen von insgesamt etwa 150 linken Demonstranten. Beide Seiten waren durch die Bundesstrasse voneinander getrennt. Anschliessend eskalierte die Situation erneut.

Bis Samstagabend waren etwa 120 neue Flüchtlinge in der Notunterkunft angekommen. Vier Busse konnten das Gebäude ungehindert erreichen. 

HEIDENAU, GERMANY - AUGUST 22:  Right-wing demonstrators clash with police as they protest against a refugees camp on August 22, 2015 in Heidenau, Germany. The right-wing political party NPD had organized a protest gathering the day before that reportedly drew up to one thousand participants in the small town just outside of Dresden. German authorities are expecting up to 800,000 refugees and migrants to arrive seeking asylum in 2015 and the country is struggling to find accommodation for them nationwide. The Heidenau facility is located in a former home furnishings store and is supposed to accommodate 250 people. (Photo by Matthias Rietschel/Getty Images)

Die Gruppe rechter Demonstranten stand einer Gruppe linker Demonstranten gegenüber. Bild: Getty Images Europe

(apr/dpa)

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