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«Ich habe mit 500 Frauen geschlafen, und Sie bringen die 3 hier an, die sich beschwert haben»

Im Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink hat ihr angeblicher Vergewaltiger dem Topmodel eine Lügenkampagne vorgeworfen – und alle Beschuldigungen zurückgewiesen. Lohfink selbst hatte zuvor den Saal verlassen.

08.08.16, 15:21 08.08.16, 15:48


Ein Artikel von

Im Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink hat der ehemalige Manager Sebastian C. den Vorwurf zurückgewiesen, das Model vergewaltigt zu haben. «Es war einvernehmlicher Sex», sagte er vor Gericht. «Wir hatten zu dritt Spass.» Auch Drogen oder K.o.-Tropfen seien in der Nacht im Juni 2012 nicht im Spiel gewesen.

Gina-Lisa Lohfink spricht vor dem Gericht in Berlin am 8. August mit Unterstützerinnen.
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

C. betonte, der eigentlich Geschädigte in dem Fall sei er selbst, weil er keine Arbeit mehr bekomme. Er warf Lohfink, die während seiner Aussage nicht im Saal war, eine Lügenkampagne vor: «Sie wollte unbedingt in die Presse», sagte er. Der 33-Jährige war bis vor Kurzem für die Justiz nicht auffindbar. Vor Gericht erklärte er nun, er sei psychisch nicht dazu in der Lage gewesen, sich früher zu melden.

Die frühere «Germany's Next Topmodel»-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink muss sich vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen falscher Verdächtigung verantworten, weil sie zwei Männer der Vergewaltigung beschuldigt hat.

Sebastian C. beklagt sich, er bekomme keinen Job mehr.
Bild: EPA DPA POOL

Der aufgekratzt wirkende C. musste von Richterin Ebner mehrfach zur Ordnung gerufen werden. Lohfinks Verteidiger Burkhard Benecken konfrontierte C. mit Äusserungen dreier Frauen, die ihn verschiedener Gewaltakte, darunter eine Vergewaltigung, beschuldigten. C. wies die Behauptungen zurück: «Ich habe mit 500 Frauen geschlafen, und Sie bringen die drei hier an, die sich beschwert haben.»

«Das sieht man doch, dass ich das nicht wollte»

Am Vormittag war der Prozess kurz unterbrochen worden, nachdem Lohfink vor Gericht in Tränen ausgebrochen war. Als Richterin Antje Ebner ein Sexvideo zur Beweisaufnahme – den Laptopmonitor vom Publikum abgewandt – anschauen liess, holte Lohfinks Anwalt seine Mandantin hinzu.

«Es ist wirklich schlimm, was hier mit mir gemacht wird», sagte sie und weinte: «Das sieht man doch, dass ich das nicht wollte.» Richterin Antje Ebner rügte daraufhin den Anwalt: «Sehen Sie nicht, dass Ihre Mandantin emotional überfordert ist?»

Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Lohfink und ihre Anwälte Christian Simonis (links) und Burkhard Benecken. Bild: EPA/DPA POOL

Lohfinks Verteidiger Burkhard Benecken und Christian Simonis meinten, in einer Filmsequenz Schläge in das Gesicht der Angeklagten zu erkennen. Dem widersprach Staatsanwältin Corinna Gögge. Dabei blieb strittig, ob Lohfinks Verhalten auf eine Ablehnung des Geschlechtsverkehrs schliessen lässt.

In dem Verfahren muss das Amtsgericht Tiergarten die Frage klären, ob Gina-Lisa Lohfink Pardis F. und Sebastian C. zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hat. Die beiden Männer hatten im Juni 2012 Sex mit Lohfink und machten Filmaufnahmen davon. Teile der Videos kursieren seither im Internet. In einigen Sequenzen ist zu hören, wie Lohfink «Nein» und «Hör auf» sagt.

Die Staatsanwaltschaft hält Lohfinks Vergewaltigungsvorwurf für unbegründet. Es handele sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Demnach bezogen sich Lohfinks Worte «Nein» und «Hör auf» auf das Filmen. Ende 2015 bekam Lohfink einen Strafbefehl über 24'000 Euro wegen falscher Verdächtigung. Weil das Model nicht zahlen wollte, steht es nun vor Gericht.

mxw/ala/dpa

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 09.08.2016 00:28
    Highlight Ein Richter fällt ein Urteil, das ist alles. Die Wahrheit kommt nie ans Licht. In keinem Fall.
    13 4 Melden
  • rolf.iller 08.08.2016 20:23
    Highlight Zieht Euch diese Studie der Bayrischen Polizei rein:
    https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/vergewaltigung_und_sexuelle_n_tigung_in_bayern_bpfi.pdf

    Beispiel S. 164: Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen beurteilen die Sachbearbeite-
    rinnen9
    die Anzeigen kritischer. In knapp drei Viertel der Fälle (73,7%;
    N=14) meinen die Sachbearbeiterinnen, dass es sich „mit hoher Wahr-
    scheinlichkeit“ bzw. „eher“ um eine Vortäuschung / falsche Verdächti-
    gung handelt; bei den männlichen Kollegen sind es nur drei Fünftel
    (60,6%; N=40).

    Vortäuschung scheint häufig zu sein und gehört bestraft.
    43 21 Melden
  • Randy Orton 08.08.2016 19:28
    Highlight Moment. Also kommt es nur auf das richtige Verhältnis an um zu bestimmen, ob es eine Vergewaltigung war? Es beschweren sich nur 3/500, sind die quasi als Kollateralschaden abzubuchen? Diese Argumentation ist doch ein Witz.
    117 23 Melden
    • SJ_California 08.08.2016 21:02
      Highlight Die 500 soll er erst mal beweisen... Vlt hat er ja 497/500 nur geträumt 😉
      56 7 Melden
    • Blutgrätscher 08.08.2016 21:43
      Highlight "Ich habe bisher mit 14000 Menschen zu tun gehabt, und sie bringen genau den, der sagt ich hätte ihm ins Gesicht geschlagen"
      67 3 Melden
    • Lekks 09.08.2016 03:52
      Highlight und was ist wenn die anderen 2 auch in die Presse möchten...also die Chance am Schopf gepackt ?!
      3 2 Melden
  • j_west3 08.08.2016 17:02
    Highlight Das sind sicher immer schwierige Fälle. Fakt ist aber, dass Frauen relativ einfach sowas behaupten können. Ob der Mann dann tatsächlich vergewaltigt hat oder nicht, spielt zu dem Zeitpunkt bereits eine untergeordnete Rolle, da der Schaden so oder so schon angerichtet ist (wie z. B. der Fall Kachelmann). Wieso müssen solche Fälle aber denn auch immer so krass in den Medien thematisiert werden? Das ist doch für keine der beiden Parteien "angenehm". Eben: Schwieriges Thema...
    192 32 Melden
    • lofi 08.08.2016 19:11
      Highlight @j_west3: ich habe nicht den eindruck, dass es für frauen "relativ einfach" ist, sowas zu behaupten. da eine vergewaltigung häufig schwierig zu beweisen ist, und, wie du ja auch schreibst, der prozess und medienrummel für niemanden "angenehm" ist, gibt es wohl mehr fälle, wo eine frau von einer anzeige absieht, als es fälle gibt, wo eine frau fälschlicherweise eine vergewaltigung behauptet.
      84 27 Melden
    • j_west3 08.08.2016 19:42
      Highlight @lofi: Ja, das ist bestimmt auch häufig das Szenario. Deswegen trauen sich viele nicht, die Wahrheit zu sagen. Und genau darum müssten solche heikle Fälle anders behandelt werden, mit mehr Vorsicht. Aber da die Medien immer mitmischen ist das wohl nur ein Wunschgedanke. Denn momentan sind die beiden Parteien sowieso immer die Verlierer. Wem soll man denn glauben? Die einzigen "Gewinner" sind vermutlich die Medien und die Anwälte.
      36 2 Melden
    • Aliyah 08.08.2016 19:43
      Highlight Was mich nervt ist, dass die Frauen welche es zur Anzeige bringen nicht recht bekommen (oder zumindest selten). Kenne eine bei welcher es im Verwandtenkreis vorkam (sass in der küche beim kaffee als ich ihn inflagranti erwischte) ich habe sie ermutigt zur polizei zu gehen... Ihr wurde nicht geglaubt es kam gar nicht zum prozess trotz meiner Aussage jetzt hat sie sich isoliert und ist immer wieder in der psychiatrie.... Sie tut mir leid 😔
      In solchen Fällen ist das echt bääh!
      54 16 Melden
    • j_west3 08.08.2016 22:31
      Highlight Das ist echt traurig... 😔
      Es macht aber auch wütend. Da läuft im System definitiv noch so einiges falsch.
      18 4 Melden
    • 123und456 08.08.2016 22:47
      Highlight das grundsatzproblem ist unser rechtssystem, welches ja an sich eine prima sache ist. aber um jemanden wegen etwas zu verurteilen braucht man Beweise, seien diese nun medizinischer Natur oder halt Zeugen.
      DAs problem ist, dass selten bis gar nie ein Zeuge/eine Zeugin die Tat mitbekommt und die meisten Opfer nicht unmittelbar nach der Tat zur Polizei gehen augrund von Scham/Schock, was wiederum das sicherstellen medizinischer Beweie schwer bis unmöglich macht. Daher wird es, meiner meinung nach, immer so bleiben dass der grossteil der vergewaltigungen nicht bestraft wird.
      7 2 Melden
    • 123und456 08.08.2016 22:49
      Highlight Das vorgetäuschte Vergewaltigungen eine ziemlich miese Sache sind und dem Beschuldigten das Leben ziemlich versauen können wissen wir denke ich alle und ich verurteile dies genau so wie die Tat selbst. Bei der heutigen Medienwelt ist man in Windeseile als "der Vergewaltiger" abgestempelt und quasi FReiwild der öffentlichen Empörung. Es ist nicht zuletzt auch eine Verhöhnung der wirklichen VErgewaltigungsopfer.
      12 0 Melden
  • Bruno Wüthrich 08.08.2016 16:09
    Highlight Als erstes eine Frage, die mit dem Fall nichts zu tun hat: Was braucht es, damit die Bezeichnung «Topmodel» angebracht ist. Im Zusammenhang mit Frau Lohfink ist mir der Zusammenhang nicht ganz klar.

    Zur Sache: Es geht hier um zwei Partien, von denen eine ein schweres Verbrechen begangen hat. Entweder hat Sebastian C vergewaltigt, oder Frau Lohfink beschuldigt ihn zu Unrecht. Derzeit ist es eher Letztere, die schlechte Karten hat.

    Hoffentlich findet die Justiz zweifelsfrei heraus, wie es wirklich gewesen ist.
    135 8 Melden
    • Nosgar 08.08.2016 17:15
      Highlight Der einzige Zusammenhang zu einem Topmodel besteht darin, dass sie bei Germany's next Topmodel masl den 12. Platz erreicht hat. Das war aber noch bevor sie sich plastisch dermassen verunstalten liess.
      91 4 Melden
    • SJ_California 08.08.2016 21:06
      Highlight Sie sollte ihren Chirurgen anklagen :) gäb wohl auch mehr Cash...
      39 10 Melden
    • 123und456 08.08.2016 22:53
      Highlight Es ist leider oftmals unglaublich schwierig eine Vergewaltigung zweifelsfrei nachzuweisen. Eine Tatsache, der sich viele Vergewaltiger bewusst sind und sie bewusst ausnutzen. Zudem stellt sich, wie so oft, die Frage wo die Vergewaltigung denn "beginnt".
      8 1 Melden
    • Lichtblau 08.08.2016 23:00
      Highlight @Bruno Wüthtrich: gute Analyse.
      4 1 Melden

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