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Polizei bestätigt: Die gefundene Leiche ist die 17-jährige Anneli

18.08.15, 09:20 18.08.15, 15:25

Polizisten sichern in Lampersdorf in Deutschland Spuren. Bild: EPA/DPA

Ein Hof in Lampersdorf in Sachsen im Visier der Polizei. Bild: EPA/DPA

Traurige Wende im Entführungsfall Anneli-Marie: Die seit vergangener Woche vermisste 17-Jährige aus Sachsen ist tot. Bei einer am Montagabend auf einem Hof bei Meissen entdeckten Leiche handelt es sich um die junge Frau, bestätigte ein Polizeisprecher am Dienstag in Dresden. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen.

Die beiden Tatverdächtigen wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden am Montag in Dresden und in Bayern festgenommen. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung soll es sich um einen 39-jährigen arbeitslosen Koch und einen 61 Jahre alten Edelmetall-Händler handeln. Im Verhör soll einer der beiden einen Hinweis auf die Leiche gegeben haben.

Die Polizei wollte dies zunächst nicht bestätigen. Details wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag auf einer Medienkonferenz bekannt geben. Die 17-jährige Unternehmertochter war am Donnerstagabend nicht von einem Spaziergang mit ihrem Hund zurückgekehrt. Nach Angaben der Ermittler gab es eine Lösegeldforderung. Medienberichten zufolge belief sie sich auf rund 1.2 Millionen Euro.

Anneli hat die Entführung nicht überlebt. Sie wurde nur 17 Jahre alt. Bild: polizei dresden

Am Sonntag waren die Ermittler mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen. Nach einem Zeugenaufruf gingen dutzende Hinweise ein. Die Einsatzkräfte durchsuchten mehrere Gebäude. Bei der Durchsuchung eines Hofes bei Klipphausen stiessen die Beamten dann am Montagabend auf die Frauenleiche.

In einer von der Staatsanwaltschaft am Sonntag veröffentlichten Erklärung hatte die Familie des Mädchens gefleht, ihr die Tochter zurückzubringen. «Die Entführer sollen wissen, dass wir die angezeigten Forderungen erfüllen werden, um unser Kind bald in die Arme nehmen zu können», hiess es in dem Brief. 

(sda/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Mike H. 18.08.2015 16:59
    Highlight Ein Fall den man sicher bald in Aktenzeichen XY ungelöst schauen kann. Wie wer falsch gehandelt hat kann man als aussenstehender nicht beurteilen. Ich hoffe das diese Täter bald gefasst werden. Jeder der tötet gehört hinter Gittern. Traurig so etwas.
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  • Angelo C. 18.08.2015 11:38
    Highlight Man fragt sich unwillkürlich, ob die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen nicht gravierende Fehler gemacht hat.
    In aller Regel ist es doch in solchen Fällen praktisch immer so, dass Entführer zumindest die versuchte Übergabe ihrer Lösegeldforderung abwarten, bevor sie ein Opfer umbringen. In diesem Fall haben die Eltern ja auch öffentlich kommuniziert, dass sie zahlen wollten, und so bleibt die offene Frage, wieso es derart rasch zum schrecklichen Tod der jungen Frau gekommen ist. Ob man die Gründe dafür wohl noch erfahren wird, oder ob die Ermittler da lieber den Deckel drauf behalten?
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    • MsIves 18.08.2015 12:12
      Highlight Manchmal kommt es leider vor, dass die Täter total in Panik geraten und das Opfer dann töten. Die könnte schon dadurch ausgelöst worden sein, dass die Polizei die ganze Sache ziemlich öffentlich gemacht hat. Was ein, wie du sagts, gravierenden Fehler gewesen wäre. Nur Vermutungen! So oder so äussert tragisch das ein 17-jähriges Mädchen sterben musste.
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    • Datsyuk * 18.08.2015 12:34
      Highlight Ich denke auch, dass du die ganze Sache besser einschätzen kannst als die Personen, die in diesem schrecklichen Fall eine Entscheidung gefällt haben..
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    • Jaing 18.08.2015 12:37
      Highlight Da wir kein Wissen darüber haben, kann man nur spekulieren. Die Polizei in D mit SEK sind normalerweise erfahren in solchen Dingen, es ist ja (leider) auch bei weitem nicht die erste solche Entführung. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Polizei sehr schnell gemerkt hat, dass es sich bei den Entführern nicht um eiskalte Profis handelte, sondern um Amateure aus der Umgebung. Aus diesem Grund war die Entführte sicher massiv gefährdet, da Kurzschlussreaktionen wahrscheinlich sind. Evtl. wurde sie auch gleich nach der Tat schon umgebracht. Die Polizei musste deshalb wohl aufs Ganze gehen.
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    • Angelo C. 18.08.2015 12:53
      Highlight @Oliver Datsyuk : es ist zwar nicht ersichtlich, ob sich deine Ironien gegen meine Fragestellung (ohne Beantwortung) oder diejenige von Lisalulu richten, doch ist das eigentlich insofern einerlei, weil denkende Menschen sich in aller Regel gerne den Luxus leisten, etwas was gegen die gängige Erfahrung abläuft, zu hinterfragen.
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    • Datsyuk * 18.08.2015 13:43
      Highlight Angelo, sie richtet sich gegen deine Fragestellung. Man kann und soll alles hinterfragen. Aber etwas zu hinterfragen ohne die nötigen Kenntnisse ist doch absurd. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungsträger nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Du nicht?
      Verfügst du über Wissen, dass den Behörden in Deutschland bei der Entscheidung nicht bekannt war?
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    • Angelo C. 18.08.2015 14:47
      Highlight Oliver Datsjuk @ : Schau, wir reden da offensichtlich völlig aneinander vorbei. Da man eben "die nötigen Kenntnisse" nicht vermittelt erhielt, erhebt sich naturgemäss ja auch erst die Frageberechtigung. Und dies vor Allem deshalb (ich wiederhole mich ungern), weil der Ablauf sonst gemeinhin anders verläuft als in diesem tragischen Fall. Entführer ermorden ihre Geisel meist entweder dann, wenn das Lösegeld nicht erhältlich gemacht werden kann, oder aber wenn z.B. ein verfrühter Zugriffsversuch, bzw. sonstige für die Täter auffällige Ermittlungen im Vorfeld zu einer solchen Übergabe zu verzeichnen waren. Wobei es selbstverständlich auch mal andere Gründe dafür geben mag.

      Und deine grosse Gewissheit, dass "die Behörden nach bestem Wissen gehandelt haben" kann ich zwar hoffend annehmen, nicht aber verifizieren, denn die Kriminalgeschichte hat, wie wir alle wissen, immer mal wieder gezeigt, dass es bei Ermittlungen nicht selten zu gravierenden Fehlern gekommen ist - und dies völlig unabhängig von "bestem Wissen und Gewissen".

      Und daher erwarte ich eigentlich irgendwann - und dies ohne jede Unterstellung gegenüber der Polizei, sonder ganz einfach dem differenzierten Denken verpflichtet - eine taugliche Erklärung wieso das so ungewöhnlich ablief. Solche Haarspaltereien können wir uns da füglich sparen 😉!
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    • Datsyuk * 18.08.2015 16:08
      Highlight Du sagst aus, dass du nicht weisst, ob die Behörden nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Dann schreibst du, dass es trotz bestem Wissen und Gewissen zu Fehlern kommen kann. Wie sollen denn also die Behörden entscheiden? Nicht nach bestem Wissen und Gewissen? Würdest du die Entscheidung nicht nach bestem Wissen und Gewissen treffen?
      Du legst mit deiner Aussage über die falsche Vorgehensweise der Behörden nahe, dass diese womöglich nicht nach bestem Wissen gehandelt haben.

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    • Angelo C. 18.08.2015 16:34
      Highlight Mir das Wort im Mund umzudrehen, scheint dein grösstes Verlangen zu sein - daher beschliessen wir hier das unergiebiges Geplänkel - und ich überlasse dir somit gerne das zuvor geäusserte letzte Wort 😐!.
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    • Datsyuk * 18.08.2015 16:44
      Highlight Nein, das will ich nicht. Ich will lediglich zeigen, dass deine Argumentation einfach nicht schlüssig ist.
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    • AL:BM 18.08.2015 17:18
      Highlight Die Polizei teilte mit, dass die Täter (die in Gewahrsam sind, dank einer Handyortung) scheinbar Andeutungen gemacht haben, wonach Anneli deren Gesichter gesehen habe und daher sterben musste.
      Der einfache Weg ist natürlich immer der Polizei die Schuld zu geben.
      Jeder Einzelfall kann anderer taktischer Vorgehensweisen bedürfen. Da sie über kein Insiderwissen oder Erfahrung in Ermittlungen in einem Entführungsfall haben (TV zählt nicht), sind Ihre Aussagen wieder nur die üblichen haltlosen Anschuldigungen .
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  • Jaing 18.08.2015 11:22
    Highlight Ich denke, man sollte aufgrund des Persönlichkeitsschutzes und zugunsten der betroffenen Familie, die auch um Zurückhaltung der Medien gebeten hatte, das Bild von Anneli nun verpixeln. Es kann ja leider nichts mehr zum Fahndungserfolg beitragen.
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    • Grigor 18.08.2015 16:11
      Highlight Danke dafür. Schade das sich Watson dazu nicht äussert und auch bei der Verpixelung nicht aktiv wird, sind ja sonst auch immer dabei in den Kommentaren.
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    • Anded 18.08.2015 18:29
      Highlight Was zum Geier soll ein verpixeltes Bild bringen? Wenn schon gar kein Bild.
      0 3 Melden
  • SVARTGARD 18.08.2015 10:03
    Highlight Dreckschweine!
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