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Nils H. vor dem Bezirksgericht in Oldenburg im Jahr 2015. Bild: EPA/DPA

Massenmord in Deutschland: Pfleger soll mehr als 84 Menschen mit Giftspritze getötet haben

Ein in Deutschland bereits verurteilter Krankenpfleger soll 84 weitere Menschen auf dem Gewissen haben. Das gaben die Ermittler am Montag im niedersächsischen Oldenburg bekannt.

28.08.17, 10:40 28.08.17, 11:29

Der heute 40 Jahre alte ehemalige Krankenpfleger musste sich vor Gericht bereits für sechs Taten auf der Delmenhorster Intensivstation verantworten und verbüsst derzeit eine lebenslange Haftstrafe.

Würde er auch für die 84 weiteren Taten für schuldig befunden, wäre es eine der grössten Mordserien in der deutschen Kriminalgeschichte.

Der Mann hatte Patienten im Spital Medikamente gespritzt, die Herzversagen oder einen Kreislaufkollaps auslösten. Dann belebte er die Schwerkranken wieder, um als heldenhafter Retter vor seinen Kollegen dazustehen. Das gelang nicht immer. Auch an seiner früheren Arbeitsstelle am Klinikum Oldenburg soll er Patienten getötet haben.

Mehr Taten gestanden

In sechs Fällen hatte sich der Ex-Pfleger bereits vor Gericht verantworten müssen. Die Richter hatten ihn unter anderem wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Prozess hatte er aber deutlich mehr Taten gestanden.

Wie viele Menschen er tatsächlich auf dem Gewissen hat, versuchte über drei Jahre eine Sonderkommission zu klären. Die Ermittler werteten Hunderte Patientenakten aus und liessen mehr als 100 Leichen ausgraben, um diese auf Rückstände von Medikamenten zu testen.

Die Zahl der Todesfälle, für die der Krankenpfleger verantwortlich ist, liege wahrscheinlich noch um ein Vielfaches höher, weil viele Patienten eingeäschert worden sind, sagte der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme. Die Dimension der Verbrechen mache «fassungslos».

Weitere Ärzte angeklagt

Weil auffällig viele Patienten während der Schichten des Mannes. starben, gab es an beiden Kliniken Gerede. In Delmenhorst lagen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft aber auch konkrete Hinweise vor, dass er Patienten tötete.

Zwei frühere Oberärzte und der Stationsleiter werden deshalb wegen Totschlags durch Unterlassen vor Gericht stehen. Die Ermittlungen gegen Verantwortliche am Klinikum Oldenburg laufen noch.

«Die Morde hätten verhindert werden können», sagte Kühme. Die damals Verantwortlichen hätten aus Sicht der Ermittler schneller handeln und Unterstützung suchen sollen. «Im Klinikum Oldenburg wusste man um die Auffälligkeiten», sagte Kühme. (cma/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • RozaxD 28.08.2017 15:15
    Highlight WAS???
    8 0 Melden
  • Christian Mueller (1) 28.08.2017 14:59
    Highlight Warum schreit niemand Terror? Warum ruft niemand den Notstand aus mit sonderrechten für Polizei und Justiz? Achso, lässt sich politisch nicht ausschlachten. Stellt euch vor, ein LKW eines Attentäters hätte 70 Menschen getötet, was dann los wäre...
    11 25 Melden
    • seventhinkingsteps 30.08.2017 00:18
      Highlight "Terroristische Handlungen sind solche, die mit Tötungs- oder schwerer Körperverletzungsabsicht oder zur Geiselnahme und mit dem Zweck begangen werden, einen Zustand des Schreckens hervorzurufen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder etwa eine Regierung zu nötigen, und dabei von den relevanten Terrorismusabkommen erfasst werden“.

      Not really
      1 0 Melden
  • Datsyuk 28.08.2017 13:11
    Highlight Das darf nicht wahr sein. Wie wenig muss er von sich halten, wenn er Patienten in Lebensgefahr bringt, um dann als Held dastehen zu können?
    25 0 Melden
    • Mafi 28.08.2017 15:47
      Highlight Einfach nur krank.
      3 0 Melden

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