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CEO Alexander Nix schildert die schmutzigen Methoden vor versteckter Kamera. Video: YouTube/Channel 4 News

Dirnen, Bestechung und Fake-IDs: Die finsteren Methoden von Trumps Facebook-Helfern

Eine Undercover-Doku von Channel4 zeigt die Machenschaften von Cambridge Analytica in einem neuen Licht. Der Bericht enthüllt, wie die Manager der Firma Wahlen auf der ganzen Welt versuchen zu beeinflussen – auf Bestellung. 



Im  Daten-Skandal um Facebook steht Cambridge Analytica im Zentrum des Sturms. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Channel 4 hat am Dienstagabend eine Doku ausgestrahlt. Reporter des britischen TV-Senders trafen sich dabei in einer verdeckten Recherche mit Alexander Nix, CEO von Cambridge Analytica.

Die Journalisten gaben sich als potenzielle Kunden aus, recherchierten während Monaten und filmten Gespräche heimlich mit der Kamera. Im US-Wahlkampf 2016 setzte auch Donald Trump auf die Dienste der Firma. Mit Erfolg, wie es scheint. 

In Sitzungen gaben die Cambridge-Analytica-Manager laut Channel4 zu, bei weltweit über 200 Wahlen «mitgewirkt» zu haben. Etwa in Nigeria, Kenya, Malaysia, Tschechien, Indien, Argentinien und den USA

Laut früheren Mitarbeitern setzte sich Cambrige Analytica auch für den Brexit ein. 

Der Prostituierten-Trick

Wie kann man Politiker auf dem schnellsten Weg erledigen? Die Manager von Cambridge Analytica bieten einen Rundum-Service und scheuen offenbar auch von schmutzigen Methoden abseits von Social Media nicht zurück. 

epa06318461 Cambridge Analytica CEO Alexander Nix speaks during the last day the 7th Web Summit in Lisbon, Portugal, 9th November 2017. The annual technology and internet conference attracts over 60,000 attendees from more than 100 countries, according to the organizers.  EPA/ANTONIO COTRIM

Alexander Nix. Bild: EPA/LUSA

Nix sprach in der Doku frisch von der Leber weg über die Methoden seines Unternehmens. Man könnte Politiker eine Falle stellen, in kompromittierende Situationen bringen, etwa durch Bestechungsgelder oder Prostituierte. 

«Wir könnten ein paar Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken», sagte Nix. Und fügte an: «die Ukrainerinnen sind sehr hübsch, das funktioniert gut.» Zum Plan gehörte jeweils dazu, das belastende Material später diskret auf sozialen Medien zu streuen. 

Facebook-Sicherheitschef geht im Streit

Der Sicherheitschef von Facebook verlässt den Konzern nach Streit über den Umgang mit mutmasslichen russischen Desinformationskampagnen. Alex Stamos habe sich innerhalb des Sozialen Netzwerks dafür starkgemacht, diese Vorgänge zu untersuchen und öffentlich zu machen. Dies berichtete die «New York Times» am Montag unter Berufung auf frühere und gegenwärtige Mitarbeiter. Damit sei er jedoch oft bei der Konzernspitze angeeckt, etwa bei Sheryl Sandberg, die zuständig für das operative Geschäft ist.Nachdem im Dezember seine Aufgaben anderen Personen zugeteilt worden seien, habe Stamos beschlossen, Facebook zu verlassen. Das Management habe jedoch befürchtet, dass dies einen schlechten Eindruck machen könnte und ihn dazu bewegt, bis August zu bleiben. (sda)

Die Bestechungsgelder

Um an belastendes Material zu kommen, setzte Nix auch andere bewährte Methoden ein. Beispiel gefällig? Man werde einem Politiker viel Geld für seine Kampagne bieten, dies im Gegenzug etwa für einen Landverkauf. «Wir werden das Gespräch aufzeichnen, die Sache im Internet veröffentlichen und so die Person ausradieren», sagte Nix den Undercover-Reportern. Diese hatten sich als Berater eines reichen Kunden aus Sri Lanka ausgegeben, der als Politiker gewählt werden wollte. Bestechungsgelder anzubieten ist sowohl in England wie den USA illegal. 

Bild

Nix und sein Geschäftspartner beim Undercover-Interview.

Die Verbreitungsmethode

Das Material lässt Cambridge Analyctica, die Datensätze von 50 Millionen Facebook-Usern besitzt, diskret in die sozialen Medien einfliessen. «Wir lassen die Informationen in die Blutbahnen des Internets einfliessen und schauen zu, wie die Sache wächst. Ab und zu geben wir noch einen kleinen Stoss. Wie mit einer Fernbedienung.»  Dies müsse passieren, ohne dass jemand auf die Idee komme, dies sei Propaganda. «Dann ist die nächste Frage plötzlich. ‹Wer steckt dahinter›?»

Viele Kunden wünschten zudem, dass keine ausländische Firma für sie arbeite. Darum habe man ein Netz von gefakten ID's und Webseiten aufgesetzt. 

epa06201400 Alexander Nix, CEO of Cambridge Analytica, speaks at the Credit Lyonnais Securities Asia (CLSA) Investors Forum 2017 in Hong Kong, China, 13 September 2017. In 2016, the United States Republican Party hired data analytics and behavioral communications firm Cambridge Analytica to run Donald J. Trump's presidential election campaign using big data and psychological profiling to successfully target undecided American voters in swing states. By using data-driven communications, Cambridge Analytica has been credited with the success of Donald J. Trump's presidential campaign.  EPA/ALEX HOFFORD

Bild: EPA/EPA

Nix weist auf Anfrage von Channel4 sämtliche Anschuldigungen zurück.« Wir benutzten kein unrichtiges Material für irgendwelche Zwecke», so ein Unternehmenssprecher. 

(amü)

Folgt mehr ...

Betrüger kopieren Facebook-Accounts und kassieren ab

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Video: srf

Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird

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31
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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • henkos 21.03.2018 22:22
    Highlight Highlight „Dirnen“?
    Liebes Watson-Team: Könntet Ihr Sprache aus dem 21. Jhd verwenden?
  • Don Alejandro 20.03.2018 18:38
    Highlight Highlight Das Grundübel mal wieder: Der Mensch selbst 🙈
  • walsi 20.03.2018 13:20
    Highlight Highlight Noch ein interessanter Link als Nachtrag. So neu ist das mit dem Auswerten von Facebook Daten nicht.

    http://www.zeit.de/digital/internet/2011-12/obama-facebook-app
  • LebeauFortier 20.03.2018 11:24
    Highlight Highlight Danke, dass Ihr das Apostroph im Titel gelöscht habt. Jetzt kann ich den Artikel guten Gewissens lesen. 😙
  • Gummibär 20.03.2018 10:50
    Highlight Highlight Beim Frühstücks-Ei beschlossen : Wenn ich im Lotto gewinne, engagiere ich Cambridge Analytica und werde Bundespräsident.
  • Sebastian Wendelspiess 20.03.2018 10:41
    Highlight Highlight Und ich dachte die Russen waren es...
    • roger.schmid 20.03.2018 17:55
      Highlight Highlight @sw: geht da nur entweder, oder?
      Das eine schliesst das andere doch nicht aus.
      Aber für euch Kremljungs gibt es wohl nur schwarz weiss.
  • El diablo 20.03.2018 09:34
    Highlight Highlight Schade. Ich dachte immer, dass die Illuminaten hinter all den Wahlmanipulationen stecken :(
  • Butzdi 20.03.2018 08:37
    Highlight Highlight Das erklärt wohl auch, weshalb die Republikaner sich von Trump alles bieten lassen und schweigen: Cambridge Analytica hat ‚Kompromat‘ gegen sie.
    Die Trump Jünger werden weiterhin alles abstreiten, aber die Schlinge zieht sich zu. Watergate war im Vergleich zu Trump-Gate ein Kindergeburtstag.
  • Bucky 20.03.2018 08:36
    Highlight Highlight Gibt es auch Schweizer Parteien unter der erlauchten CambridgeAnalytica-Kundschaft? Welche Parteien?

    Wohl die, die es sich leisten können...

    Und möglicherweise nur via Mittelsmänner, zum Beispiel Lobbyisten und Consulting-Firmen.

    Welche Parteien sicher nicht im CambridgeAnalytica-Club dabei sind, ist angesichts ihrer Parteifinanzen offensichtlich: Rot-Grün und die Linke.
    • Ueli der Knecht 20.03.2018 11:41
      Highlight Highlight Bucky: Vermutlich ist Cambridge Analytica, bzw. deren britisch-amerikanischer Mutterkonzern SCL (https://de.wikipedia.org/wiki/SCL_Group) nicht profitorientiert. Sie würden auch Rot-Grün oder die Jusos unterstützen (selbst ohne Auftrag), falls das deren strategischen Interessen nützt (zB. Destabilisierung und Meinungs-Polarisierung der Schweiz im Sinne von Divide et impera).

      Es wäre eigentlich schon längst angebracht, dass die Finanzierung der schweizer Parteienlandschaft und der CH-Politiker transparent würde. Aber das verbirgt sich leider alles hinter einem dicken Nebel. ;/
  • N. Y. P. D. 20.03.2018 08:25
    Highlight Highlight Im US-Wahlkampf 2016 setzte auch Donald Trump auf die Dienste der Firma.
    (text)

    Moooment.

    Donald hat AKTIV um die Hilfe dieser Firma gebeten ?
    Oder hat Russland auf Geheiss von Donald diese Firma eingespannt ?

    Dieser Satz steht so beiläufig im Text.
  • Bruno S.1988 20.03.2018 08:22
    Highlight Highlight Folgende Doku von ORF geht in die gleiche Richtung. Die Revolutionsprofis. Waren aktiv während dem arabischen Frühling und in der Ukraine!
    Wie es halt so in der Privatwirtschaft ist, gibt es immer bald einen anderen, der es günstiger und effizienter machen kann!
    Play Icon
    • Yusuke Urameshi 20.03.2018 13:44
      Highlight Highlight Man lernt wirklich nie aus und sieht gewisse Entwicklungen in einem neuen Licht. Besten Dank für das Video, welches auch nach 7 Jahre noch aktuell erscheint
  • Mira Bond 20.03.2018 07:54
    Highlight Highlight Investigativer Journalismus vom feinsten, was diese verdeckten Ermittler erarbeitet haben. Bravo !
  • malu 64 20.03.2018 07:46
    Highlight Highlight Passt perfekt in diese Welt !
  • Tatwort 20.03.2018 07:12
    Highlight Highlight Und wieder ein kleiner Hinweis: Folgt den Spuren von Cambridge Analytica (...)

    [Anmerkung der Red.
    Teil des Kommentars wurde gelöscht. Danke für den Hinweis!]
    • Paedu87 20.03.2018 11:30
      Highlight Highlight Mercer ist tatsächlich das personifizierte Böse. Nicht nur dass er mit Hochfrequenzhandel jegliche Art von marktwirtschaftlicher Logik im Wertschriftenhandel zerstört hat. Er bringt tatsächlich die Glaubwürdigkeit der Demokratie von Innen heraus ins Wanken und schafft es so grössere Massen in die Fänge einer zu seinen Gunsten agierenden autokratische politische Führung zu treiben und das in einer Vielzahl von Ländern.
  • Eine_win_ig 20.03.2018 06:32
    Highlight Highlight Hab das Ding gestern geschaut. CIA 2.0...
  • grumpy_af 20.03.2018 06:21
    Highlight Highlight Ich bin ja nicht derjenige, welcher Worten und Symbolik zu viel Macht gibt, aber sollte nicht gerade watson auf Begriffe wie "die Tschechei" verzichten? Wird ja sonst alles nach Oblivion geblitzt, wenn es nicht politisch korrekt ist ..
    • @schurt3r 20.03.2018 07:10
      Highlight Highlight ...
      Benutzer Bildabspielen
    • @schurt3r 20.03.2018 07:11
      Highlight Highlight PS: Ist korrigiert, danke.
    • grumpy_af 20.03.2018 07:23
      Highlight Highlight @schurt3r: Genau meine Reaktion, wenn ein neues Emoji oder Wort (Bsp. Marijuana) als potenziell rassistisch eingestuft wird, nur weil eine klitzekleine Minderheit sich einen Spass erlaubt und dies unironisch auch so verwendet. ;)
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  • walsi 20.03.2018 05:42
    Highlight Highlight Clinton wird sich ärgern, dass sie diese Leute nicht engagiert hat. ;-)
    • MM 20.03.2018 07:27
      Highlight Highlight Sind die Leute noch zu müde, um die Ironie zu erkennen?
    • Vanessa_2107 20.03.2018 08:00
      Highlight Highlight tztztz Clinton ist nicht Trump.
    • Vanessa_2107 20.03.2018 08:32
      Highlight Highlight MM - so wie manche über Hillary lästern und sie geradezu hassen, weiss ich nicht ob der Kommentar ironisch gemeint war...
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