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CEO Alexander Nix schildert die schmutzigen Methoden vor versteckter Kamera. Video: YouTube/Channel 4 News

Dirnen, Bestechung und Fake-IDs: Die finsteren Methoden von Trumps Facebook-Helfern

Eine Undercover-Doku von Channel4 zeigt die Machenschaften von Cambridge Analytica in einem neuen Licht. Der Bericht enthüllt, wie die Manager der Firma Wahlen auf der ganzen Welt versuchen zu beeinflussen – auf Bestellung. 

20.03.18, 04:21 20.03.18, 16:49

Im  Daten-Skandal um Facebook steht Cambridge Analytica im Zentrum des Sturms. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Channel 4 hat am Dienstagabend eine Doku ausgestrahlt. Reporter des britischen TV-Senders trafen sich dabei in einer verdeckten Recherche mit Alexander Nix, CEO von Cambridge Analytica.

Die Journalisten gaben sich als potenzielle Kunden aus, recherchierten während Monaten und filmten Gespräche heimlich mit der Kamera. Im US-Wahlkampf 2016 setzte auch Donald Trump auf die Dienste der Firma. Mit Erfolg, wie es scheint. 

In Sitzungen gaben die Cambridge-Analytica-Manager laut Channel4 zu, bei weltweit über 200 Wahlen «mitgewirkt» zu haben. Etwa in Nigeria, Kenya, Malaysia, Tschechien, Indien, Argentinien und den USA

Laut früheren Mitarbeitern setzte sich Cambrige Analytica auch für den Brexit ein. 

Der Prostituierten-Trick

Wie kann man Politiker auf dem schnellsten Weg erledigen? Die Manager von Cambridge Analytica bieten einen Rundum-Service und scheuen offenbar auch von schmutzigen Methoden abseits von Social Media nicht zurück. 

Alexander Nix. Bild: EPA/LUSA

Nix sprach in der Doku frisch von der Leber weg über die Methoden seines Unternehmens. Man könnte Politiker eine Falle stellen, in kompromittierende Situationen bringen, etwa durch Bestechungsgelder oder Prostituierte. 

«Wir könnten ein paar Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken», sagte Nix. Und fügte an: «die Ukrainerinnen sind sehr hübsch, das funktioniert gut.» Zum Plan gehörte jeweils dazu, das belastende Material später diskret auf sozialen Medien zu streuen. 

Facebook-Sicherheitschef geht im Streit

Der Sicherheitschef von Facebook verlässt den Konzern nach Streit über den Umgang mit mutmasslichen russischen Desinformationskampagnen. Alex Stamos habe sich innerhalb des Sozialen Netzwerks dafür starkgemacht, diese Vorgänge zu untersuchen und öffentlich zu machen. Dies berichtete die «New York Times» am Montag unter Berufung auf frühere und gegenwärtige Mitarbeiter. Damit sei er jedoch oft bei der Konzernspitze angeeckt, etwa bei Sheryl Sandberg, die zuständig für das operative Geschäft ist.Nachdem im Dezember seine Aufgaben anderen Personen zugeteilt worden seien, habe Stamos beschlossen, Facebook zu verlassen. Das Management habe jedoch befürchtet, dass dies einen schlechten Eindruck machen könnte und ihn dazu bewegt, bis August zu bleiben. (sda)

Die Bestechungsgelder

Um an belastendes Material zu kommen, setzte Nix auch andere bewährte Methoden ein. Beispiel gefällig? Man werde einem Politiker viel Geld für seine Kampagne bieten, dies im Gegenzug etwa für einen Landverkauf. «Wir werden das Gespräch aufzeichnen, die Sache im Internet veröffentlichen und so die Person ausradieren», sagte Nix den Undercover-Reportern. Diese hatten sich als Berater eines reichen Kunden aus Sri Lanka ausgegeben, der als Politiker gewählt werden wollte. Bestechungsgelder anzubieten ist sowohl in England wie den USA illegal. 

Nix und sein Geschäftspartner beim Undercover-Interview.

Die Verbreitungsmethode

Das Material lässt Cambridge Analyctica, die Datensätze von 50 Millionen Facebook-Usern besitzt, diskret in die sozialen Medien einfliessen. «Wir lassen die Informationen in die Blutbahnen des Internets einfliessen und schauen zu, wie die Sache wächst. Ab und zu geben wir noch einen kleinen Stoss. Wie mit einer Fernbedienung.»  Dies müsse passieren, ohne dass jemand auf die Idee komme, dies sei Propaganda. «Dann ist die nächste Frage plötzlich. ‹Wer steckt dahinter›?»

Viele Kunden wünschten zudem, dass keine ausländische Firma für sie arbeite. Darum habe man ein Netz von gefakten ID's und Webseiten aufgesetzt. 

Bild: EPA/EPA

Nix weist auf Anfrage von Channel4 sämtliche Anschuldigungen zurück.« Wir benutzten kein unrichtiges Material für irgendwelche Zwecke», so ein Unternehmenssprecher. 

(amü)

Folgt mehr ...

Betrüger kopieren Facebook-Accounts und kassieren ab

Video: srf

Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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37
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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • henkos 21.03.2018 22:22
    Highlight „Dirnen“?
    Liebes Watson-Team: Könntet Ihr Sprache aus dem 21. Jhd verwenden?
    1 0 Melden
  • Don Alejandro 20.03.2018 18:38
    Highlight Das Grundübel mal wieder: Der Mensch selbst 🙈
    1 0 Melden
  • walsi 20.03.2018 13:20
    Highlight Noch ein interessanter Link als Nachtrag. So neu ist das mit dem Auswerten von Facebook Daten nicht.

    http://www.zeit.de/digital/internet/2011-12/obama-facebook-app
    6 3 Melden
  • LebeauFortier 20.03.2018 11:24
    Highlight Danke, dass Ihr das Apostroph im Titel gelöscht habt. Jetzt kann ich den Artikel guten Gewissens lesen. 😙
    16 0 Melden
  • Gummibär 20.03.2018 10:50
    Highlight Beim Frühstücks-Ei beschlossen : Wenn ich im Lotto gewinne, engagiere ich Cambridge Analytica und werde Bundespräsident.
    24 1 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 20.03.2018 10:41
    Highlight Und ich dachte die Russen waren es...
    18 12 Melden
    • roger.schmid 20.03.2018 17:55
      Highlight @sw: geht da nur entweder, oder?
      Das eine schliesst das andere doch nicht aus.
      Aber für euch Kremljungs gibt es wohl nur schwarz weiss.
      15 6 Melden
  • ElDiablo 20.03.2018 09:34
    Highlight Schade. Ich dachte immer, dass die Illuminaten hinter all den Wahlmanipulationen stecken :(
    18 6 Melden
  • Butzdi 20.03.2018 08:37
    Highlight Das erklärt wohl auch, weshalb die Republikaner sich von Trump alles bieten lassen und schweigen: Cambridge Analytica hat ‚Kompromat‘ gegen sie.
    Die Trump Jünger werden weiterhin alles abstreiten, aber die Schlinge zieht sich zu. Watergate war im Vergleich zu Trump-Gate ein Kindergeburtstag.
    37 7 Melden
  • Bucky 20.03.2018 08:36
    Highlight Gibt es auch Schweizer Parteien unter der erlauchten CambridgeAnalytica-Kundschaft? Welche Parteien?

    Wohl die, die es sich leisten können...

    Und möglicherweise nur via Mittelsmänner, zum Beispiel Lobbyisten und Consulting-Firmen.

    Welche Parteien sicher nicht im CambridgeAnalytica-Club dabei sind, ist angesichts ihrer Parteifinanzen offensichtlich: Rot-Grün und die Linke.
    32 3 Melden
    • Ueli der Knecht 20.03.2018 11:41
      Highlight Bucky: Vermutlich ist Cambridge Analytica, bzw. deren britisch-amerikanischer Mutterkonzern SCL (https://de.wikipedia.org/wiki/SCL_Group) nicht profitorientiert. Sie würden auch Rot-Grün oder die Jusos unterstützen (selbst ohne Auftrag), falls das deren strategischen Interessen nützt (zB. Destabilisierung und Meinungs-Polarisierung der Schweiz im Sinne von Divide et impera).

      Es wäre eigentlich schon längst angebracht, dass die Finanzierung der schweizer Parteienlandschaft und der CH-Politiker transparent würde. Aber das verbirgt sich leider alles hinter einem dicken Nebel. ;/
      31 0 Melden
  • N. Y. P. 20.03.2018 08:25
    Highlight Im US-Wahlkampf 2016 setzte auch Donald Trump auf die Dienste der Firma.
    (text)

    Moooment.

    Donald hat AKTIV um die Hilfe dieser Firma gebeten ?
    Oder hat Russland auf Geheiss von Donald diese Firma eingespannt ?

    Dieser Satz steht so beiläufig im Text.
    23 2 Melden
  • Bruno S. 88 20.03.2018 08:22
    Highlight Folgende Doku von ORF geht in die gleiche Richtung. Die Revolutionsprofis. Waren aktiv während dem arabischen Frühling und in der Ukraine!
    Wie es halt so in der Privatwirtschaft ist, gibt es immer bald einen anderen, der es günstiger und effizienter machen kann!
    32 2 Melden
    • Yusuke Urameshi 20.03.2018 13:44
      Highlight Man lernt wirklich nie aus und sieht gewisse Entwicklungen in einem neuen Licht. Besten Dank für das Video, welches auch nach 7 Jahre noch aktuell erscheint
      5 0 Melden
  • Radiochopf 20.03.2018 08:20
    Highlight CA ist eine amerikanische Firma und die haben über 200 Wahlen weltweit manipuliert?! Komisch, US-Geheimdienste und Medien erzählen uns doch seit der Wahl von Trump, dass die Russen Vorreiter und die einzigen sind, die das machen... hier sieht man nur wie heuchlerisch das alles immer war! glaubt wirklich echt jemand, dass die US-Geheimdienste nicht wussten, was CA gemacht haben all die Jahre? Ist nun Cambridge Analytica auch ne amerikanische Troll-Fabrik? Darf man nun auch jemanden «bezahlter US-Troll» nennen ohne gesperrt zu werden, wenn sein Kommentar nicht USA-kritisch ist?..
    71 57 Melden
    • Amadeus 20.03.2018 08:44
      Highlight @Radiochopf
      Wenn der Bericht stimmt, ist CA natürlich eine Trollfabrik. Das bestreitet auch niemand.
      Der Rest ihres Kommentars ist allerdings eine Ansammlung von Spekulationen, persönlicher Frustration und Behauptungen.
      29 10 Melden
    • Victarion 20.03.2018 10:55
      Highlight ähm US-geheimdienste und Medien erzählen was? Es tut mir leid aber es gibt genug berichte über Wahlmanipulation durchgeführt von den Amerikaner. Dies auch auf 20min, watson, blick, bild, wiki, cnn, bbc etc. Sie wollen doch einfach in einer Welt leben, wo alle behaupten die Russen sind die Bösen und die Amerikaner sind die guten. Nur sie haben den Durchblick und haben es durchschaut. Leider ist dem nicht so;). Es ist nicht alles schwarz und weiss.
      23 11 Melden
    • ThomasHiller 20.03.2018 11:29
      Highlight Jetzt ist es aber doch ein kleiner Unterschied, ob eine Firma aus eigenem Antrieb - übrigens egal, in welchem Land sie ansässig ist - oder eine Regierung solche Sachen lanciert.
      Und nach allen bisherigen Erkenntnissen ist das aus Russland aus auf Antrieb aus der russischen Regierung passiert, mindestens bei der Wahl in USA.

      Und ja, auch die CIA hat Dreck am Stecken. Darauf zu verweisen lenkt hier aber nur vom Thema ab, denn zumindest im Hier und Jetzt ist die CIA nicht das Thema.
      16 5 Melden
    • Ueli der Knecht 20.03.2018 12:33
      Highlight ThomasHiller: Cambridge Analytica gehört 100% zur Strategic Communication Laboratories Group (SCL). Deren Missionstatement:

      "Our mission is to create behavior change through research, data, analytics, and strategy for both domestic and international government clients."
      https://sclgroup.cc/missionstatement

      Es ist denen egal, ob sie für inländische oder ausländische Kunden arbeiten, aber es sind auf alle Fälle Regierungen ("government clients").

      Insofern gibt es keinen erkennbaren Unterschied zwischen amerikanischen und russischen Troll-Farmen.
      9 2 Melden
  • Mira Bond 20.03.2018 07:54
    Highlight Investigativer Journalismus vom feinsten, was diese verdeckten Ermittler erarbeitet haben. Bravo !
    180 4 Melden
  • malu 64 20.03.2018 07:46
    Highlight Passt perfekt in diese Welt !
    32 2 Melden
  • Tatwort 20.03.2018 07:12
    Highlight Und wieder ein kleiner Hinweis: Folgt den Spuren von Cambridge Analytica (...)

    [Anmerkung der Red.
    Teil des Kommentars wurde gelöscht. Danke für den Hinweis!]
    15 1 Melden
    • Paedu87 20.03.2018 11:30
      Highlight Mercer ist tatsächlich das personifizierte Böse. Nicht nur dass er mit Hochfrequenzhandel jegliche Art von marktwirtschaftlicher Logik im Wertschriftenhandel zerstört hat. Er bringt tatsächlich die Glaubwürdigkeit der Demokratie von Innen heraus ins Wanken und schafft es so grössere Massen in die Fänge einer zu seinen Gunsten agierenden autokratische politische Führung zu treiben und das in einer Vielzahl von Ländern.
      19 0 Melden
  • Eine_win_ig 20.03.2018 06:32
    Highlight Hab das Ding gestern geschaut. CIA 2.0...
    103 2 Melden
  • grumpy_af 20.03.2018 06:21
    Highlight Ich bin ja nicht derjenige, welcher Worten und Symbolik zu viel Macht gibt, aber sollte nicht gerade watson auf Begriffe wie "die Tschechei" verzichten? Wird ja sonst alles nach Oblivion geblitzt, wenn es nicht politisch korrekt ist ..
    37 2 Melden
    • @schurt3r 20.03.2018 07:10
      Highlight ...
      34 6 Melden
    • @schurt3r 20.03.2018 07:11
      Highlight PS: Ist korrigiert, danke.
      27 1 Melden
    • grumpy_af 20.03.2018 07:23
      Highlight @schurt3r: Genau meine Reaktion, wenn ein neues Emoji oder Wort (Bsp. Marijuana) als potenziell rassistisch eingestuft wird, nur weil eine klitzekleine Minderheit sich einen Spass erlaubt und dies unironisch auch so verwendet. ;)
      7 2 Melden
    • scherii 20.03.2018 08:10
      Highlight ID's → IDs 🤓

      🙋🏻‍♂️
      19 0 Melden
    • iHero 20.03.2018 09:40
      Highlight @schurt3r und wer kommt jetzt den ausgespuckten Kaffee aufwischen? GIF-Reaktion des Tages! :-)
      4 3 Melden
  • walsi 20.03.2018 05:42
    Highlight Clinton wird sich ärgern, dass sie diese Leute nicht engagiert hat. ;-)
    42 44 Melden
    • MM 20.03.2018 07:27
      Highlight Sind die Leute noch zu müde, um die Ironie zu erkennen?
      20 8 Melden
    • Vanessa_2107 20.03.2018 08:00
      Highlight tztztz Clinton ist nicht Trump.
      21 7 Melden
    • Radiochopf 20.03.2018 08:10
      Highlight @Walsi
      Sie hat ne andere Firma engagiert, kein Mitleid bitte ;-)...
      22 17 Melden
    • Vanessa_2107 20.03.2018 08:32
      Highlight MM - so wie manche über Hillary lästern und sie geradezu hassen, weiss ich nicht ob der Kommentar ironisch gemeint war...
      16 2 Melden
    • walsi 20.03.2018 10:05
      Highlight @Radiochopf: Dann hat sie wohl aufs falsche Pferd gesetzt. 😁
      3 5 Melden

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