International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Paniktaste in der iOS-App Panic SOS

Paniktaste in der iOS-App Panic SOS.
Bild: OMG Productions

Schutz für Frauen: Indien will Notruftaste auf Handys vorschreiben

Mobiltelefone müssen in Indien ab 2017 mit einem Panikknopf ausgerüstet sein. Die neue Vorschrift soll helfen, Frauen vor Übergriffen zu schützen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Ab dem 1. Januar 2017 müssen Handys, die in Indien verkauft werden, über einen Panik-Button verfügen. Telekommunikationsminister Ravi Shankar Prasad habe eine entsprechende Anordnung unterzeichnet, berichtet The Indian Express.

Demnach sollen herkömmliche Handys, die über eine physische Tastatur bedient werden, ab 2017 einen Notruf absetzen, sobald die Tasten «5» oder «9» länger gedrückt werden. Ein Jahr später soll zudem ein GPS-Empfänger Pflicht werden, der zugleich mit dem Notruf die Position des Handys übermittelt.

Mit der neuen Zwangsfunktion soll vor allem Frauen die Möglichkeit gegeben werden, schneller und zuverlässiger als bisher Hilfe zu rufen, wenn sie in eine Notsituation kommen. 

epa05131616 All India Progressive Women's Association (AIPWA) activists shout against Bengal government as they demand death penalty for the accused at the session court during verdict in Calcutta, eastern India on 28 January 2016. Court convicted six of the eight accused and will annouce sentence on 29 January. A 20-year-old college student gang raped when she came back after exam in Barasat village on 08 June 2013.  EPA/PIYAL ADHIKARY

Indische Frauen demonstrieren in Kalkutta für die Bestrafung von acht Angeklagten in einem Vergewaltigungsfall. 
Bild: PIYAL ADHIKARY/EPA/KEYSTONE

Vier Vergewaltigungen pro Stunde

Seit 2012 sechs Männer eine 23 Jahre alte Studentin in einem Bus brutal mehrfach vergewaltigt hatten, bekommen Meldungen über sexuelle Übergriffe in Indien vermehrt Aufmerksamkeit. Zwar wurde das Strafrecht verschärft und in einigen Fällen wurden auch Todesstrafen ausgesprochen, beseitigt worden ist das Problem dadurch jedoch nicht. Erst im März soll ein 20-Jähriger eine 15-Jährige zuerst vergewaltigt und dann angezündet haben, weil sie ihn nicht heiraten wollte.

Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge werden in dem bevölkerungsreichen Land durchschnittliche vier Vergewaltigungen pro Stunde gemeldet. Zugleich sei die Polizeipräsenz im weltweiten Vergleich extrem niedrig. 

Dreimal schnell drücken

Neben Handys mit Tastatur seien auch Smartphones von der neuen Vorschrift betroffen, meldet das Blog 9to5mac. Diese müssten entweder mit einer dedizierten Notruftaste ausgerüstet werden oder die Notruffunktion über die Einschalttaste auslösen können. Demnach soll es ausreichen, die Einschalttaste dreimal kurz nacheinander zu drücken, um einen Notruf zu senden.

Hersteller wie Apple und Samsung könnten eine solche Funktion per Software integrieren und werden das wahrscheinlich auch tun. Denn das Schwellenland Indien ist mit mehr als einer Milliarde Einwohnern einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Handyhersteller.

Unklar ist derzeit allerdings noch, wie genau der per Paniktaste ausgelöste Notruf funktionieren soll. Derzeit gibt es in Indien nicht einmal eine einheitliche Notrufnummer. Die soll erst im Laufe des Jahres eingeführt werden. Ausserdem ist unklar, ob und wie schnell Frauen in Indien tatsächlich Hilfe bekommen, sollten sie einmal den Panikknopf verwenden.

mak

Das könnte dich auch interessieren:

Wir wollen viel zu viel: Sexbots, die was fühlen und geklonte Mammuts

Link to Article

Diese Schweizer TV-Box macht dem Streit um Replay-TV ein Ende

Link to Article

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Link to Article

5 Hashtags, die viral gingen und tatsächlich etwas verändert haben

Link to Article

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Link to Article

27 Witze, die jeden Nerd zum Schmunzeln bringen

Link to Article

Vormarsch der Demokraten: Es gab doch eine «Blaue Welle» bei den Midterms

Link to Article

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sveitsi 27.04.2016 10:39
    Highlight Highlight Der Ansatz, den Frauen ein Gefühl von Sicherheit zu geben finde ich gut. Allerdings sollte man dringend auch bei den Vergewaltigern ansetzen. Ein Umdenken muss stattfinden, denn im besten Fall wird der Notfallknopf überflüssig.
    3 0 Melden
  • bangawow 26.04.2016 20:27
    Highlight Highlight Oder mal langsam mit dem Kastensystem aufhören.
    16 1 Melden

Sexuelle Belästigung – darum verlassen heute Googler ihr Büro (auch in Zürich)

Nach dem Android-Gründer Andy Rubin ist ein weiterer hochrangiger Google-Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung aus dem Unternehmen ausgeschieden. Der Google-Mutterkonzern Alphabet teilte am Mittwoch mit, Rich DeVaul habe die Firma ohne Abfindung verlassen.

Die Gründe nannte der Konzern nicht. Die «New York Times» hatte jedoch bereits in der vergangenen Woche berichtet, DeVaul sei vor einigen Jahren gegenüber einer jungen Job-Bewerberin zudringlich geworden.

Heute Donnerstag, 1. …

Artikel lesen
Link to Article