International

Donald Trump und Moon im Garten des Weissen Hauses. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Donald Trump zum Korea-Konflikt: Diplomatie statt Angriff

US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Nordkorea zu verstärken versucht. Die Geduld mit Pjöngjang «ist am Ende», sagte Trump am Freitag in Washington über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm.

30.06.17, 21:49 01.07.17, 17:22

Bei einem Besuch des neuen südkoreanischen Staatschefs Moon Jae In verzichtete er jedoch auf explizite Drohungen mit einem Militärangriff und stellte stattdessen verschärfte diplomatische und militärische Druckmittel in Aussicht.

Die nordkoreanische Bedrohung verlange nach einer «entschiedenen Antwort», sagte Trump. Die USA bereiteten deshalb zusammen mit Südkorea, Japan und anderen Verbündeten neue Sanktionen vor.

China erwähnte der US-Präsident in diesem Zusammenhang nicht. In den ersten Amtsmonaten hatte Trump noch stark darauf gesetzt, dass Pjöngjang durch Druck seines Hauptverbündeten zum Einlenken bewegt werden könne. Zuletzt bezeichnete Trump dann aber die entsprechenden chinesischen Bemühungen als gescheitert.

Der südkoreanische und der amerikanische Präsident zeigen Einigkeit. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Kein militärischer Alleingang

Bereits im Vorfeld von Moons Besuch hatte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter deutlich gemacht, dass Washington weiterhin versuchen wolle, Nordkorea mit diplomatischem und wirtschaftlichen Druck zum Einlenken zu bewegen.

Bei seinem gemeinsamem Medienauftritt mit Moon im Rosengarten des Weissen Hauses unterliess es Trump denn auch, seine früheren Drohungen mit einem militärischen Alleingang der USA zu wiederholen. Stattdessen sagte er nur vage, die USA würden sich selbst und ihre Verbündeten «immer verteidigen».

Moon teilte seinerseits mit, dass der US-Präsident seine Einladung zu einem Besuch in Südkorea noch in diesem Jahr angenommen habe. Eine konkrete gemeinsame Linie gegenüber Nordkorea wurde bei dem Treffen der beiden Staatsoberhäupter jedoch nicht erkennbar.

Moon tritt für einen Dialogprozess mit Pjöngjang ein, wodurch er sich von der südkoreanischen Vorgängerregierung unterscheidet. Nach seinen Unterredungen mit Trump stellte er dies nun als gemeinsame Linie mit Washington dar.

Die USA und Südkorea strebten zusammen einen «umfassenden Ansatz» gegenüber Pjöngjang an, zu dem Sanktionen wie auch «Dialog» gehörten, sagte der südkoreanische Staatschef. Trump liess jedoch nicht erkennen, dass er tatsächlich an einem Dialog mit Nordkorea interessiert ist.

Wollen die Provokationen Nordkoreas gemeinsam kontern: Moon und Trump. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Spannungen verstärkt

Moon hatte während des Flugs nach Washington laut südkoreanischen Medien gesagt, Nordkorea sollten Zugeständnisse für den Fall angeboten werden, dass das Land sein Atomprogramm einfriere. Welcher Art diese Konzessionen sein sollten, konkretisierte er nicht.

Pjöngjang hatte lange Zeit angekündigt, sein Atomprogramm aufzugeben, wenn es zu einem Friedensvertrag mit den USA käme. Inzwischen ist allerdings unklar, ob diese Haltung noch Bestand hat.

In den vergangenen Monaten provozierte Pjöngjang die internationale Gemeinschaft mit mehreren Raketentests. Die Spannungen mit Washington wurden zudem zuletzt durch den Tod des US-Studenten Otto Warmbier weiter verschärft. Der 22-jährige Student fiel in nordkoreanischer Haft ins Koma und starb kurz nach seiner Rückkehr in die USA.

Die verhärtete Haltung der USA im Nordkorea-Konflikt zeigte sich auch darin, dass Washington am Donnerstag wegen mutmasslicher Geschäfte mit Pjöngjang erstmals Sanktionen gegen eine chinesische Bank verhängte. (sda/afp)

Trump und sein Handschlag

Video: watson

100 Tage Trump in 90 Bildern

Das könnte dich auch interessieren:

Rumantsch, du hast die schönsten Fluchwörter! Errätst DU, was sie bedeuten?

Apple veröffentlicht Notfall-Update für iPhone, Mac und Watch (und TV)

Hier werden zwei Olympia-Skicrosser spektakulär durch die Luft geschleudert

Medienhaus Somedia streicht 600 Stellenprozente

Die Reaktionen dieser Basler Fussball-Reporter nach ihrer falschen Prognose? Unbezahlbar

Die irische Rebellin, die lieber stirbt, als auf die britische Krone zu schwören

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

«Vorwärts Marsch!» – hier findest du die schönsten Laternen des Morgestraichs

Trump kündigt «grösste Sanktionen aller Zeiten» an

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Makatitom 01.07.2017 00:49
    Highlight Dumb Trump und Diplomatie? Eher: i am the Master of the Universe, on your knees
    2 1 Melden
  • kleiner_Schurke 30.06.2017 23:25
    Highlight Will Trump 27 Mio Nordkoreaner mit Lebensmittel versorgen? Wir erinnern uns "America first", also wohl kaum. Deshalb eher kein Krieg...
    2 2 Melden
  • WilliMu 30.06.2017 22:24
    Highlight Weiss der Trump überhaupt, wo Nordkorea liegt?
    Ich vermute, eher nicht.
    Irgend wo, wo Japan und China liegen, das dürfte ihm genügen.
    Dafür aber hält er sich über das "blutende Facelifting" einer TV-Moderatorin auf.
    Das versteht er besser.
    9 18 Melden
    • grumpy_af 01.07.2017 06:00
      Highlight "Hey ich mag Trumps Art nicht, also verhalte ich mich gleich."
      5 2 Melden

Schülerin teilt nach Florida-Massaker so richtig gegen Trump aus

Emma Gonzalez hat das Massaker von Parkland überlebt. Nun ist die Schülerin sauer, aber so richtig sauer.

Die 17-jährige Teenagerin hat am Samstag an einer Anti-Waffen-Demonstration so richtig gegen Trump ausgeteilt. «Schämen Sie sich. Alle Politiker, die Geld von der Waffenlobby NRA erhalten haben», rief sie in Fort Laudadale in das Mikrofon. 

«Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von …

Artikel lesen