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Trump ist back home – diese 3 Probleme machen ihm die nächsten Tage zur Hölle

Die deutsche Kanzlerin verschreckt mit einem Auftritt halb Amerika, der Schwiegersohn ist in Nöten, das Weisse Haus in Russland-Panik: Nach seiner Rückkehr aus Europa steht Donald Trump vor harten Tagen. Wie reagiert er?

Veit Medick, Washington



Die Trumps beim Papst

Ein Artikel von

Spiegel Online

Es war alles so schön gedacht. Zur Wochenmitte sollte Donald Trump endlich mal wieder in Iowa sein. Weg aus Washington, weg von diesen internationalen Gipfeln, hin zu seinen treusten Anhängern, die stolz auf ihn sind, dass er den Mächtigen in der Welt mal wieder gezeigt hat, wo es langgeht. Iowa also, das war der Plan.

Bis zum Wochenende.

Trumps Leute haben den Trip vorsichtshalber abgesagt, die Unruhe in Washington ist schlicht zu gross, er muss sich jetzt kümmern um die Krisen, die seine Präsidentschaft umklammern. Mit seiner langen Auslandreise in den Nahen Osten und nach Europa wollte er ihnen entfliehen. Das, so viel lässt sich schon sagen, hat nicht geklappt. Drei Fragen muss er in den kommenden Tagen beantworten.

Wie reagiert er auf Angela Merkel?

German Chancellor Angela Merkel and President Donald Trump pose for a family photo with G7 leaders at the Ancient Greek Theater of Taormina, Friday, May 26, 2017, in Taormina, Italy. (AP Photo/Evan Vucci)

Freunde? Eher nicht! Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Ob Handel, Klima oder Flüchtlingskrise - Trump hat mit seiner Blockadehaltung in fast allen grossen Fragen des jüngsten G7-Gipfels seine Amtskollegen schwer genervt, nicht zuletzt Angela Merkel. Die deutsche Kanzlerin liess am Sonntag bei einem Wahlkampfauftritt in Bayern ihrem Frust freien Lauf und arbeitete sich in fast Schröderscher Manier an den USA ab. «Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei», sagte Merkel. Europa müsse sein Schicksal nun «wirklich» in die eigene Hand nehmen.

Merkel ist Transatlantikerin, sie weiss, dass sie kaum eine Krise ohne Washington wird lösen können. Aber in den USA war ihre Ansage gleich eine Top-Nachricht, ihre Worte kamen an wie eine Kündigung der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Etliche Medien zeigten sich entsetzt - wenn auch weniger von Merkel als vom eigenen Präsidenten. «Eine klare Referenz an Trumps desaströse Europa-Tour», sieht die «Washington Post» in Merkels Sätzen. «Trump schadet den tiefsten aussenpolitischen Interessen der Vereinigten Staaten», schreibt das Magazin «The Atlantic». Die «New York Times» sieht in Merkels Botschaft ein Indiz dafür, dass Trumps Reise «bei den Europäern nicht sehr gut angekommen ist». Und «Bloomberg» schreibt von einer «gruseligen» Bestandsaufnahme der Kanzlerin.

Für Trump ist Merkels Kritik unangenehm. Er arbeitet sich gerne an Deutschland und vermeintlich unfairen Exportbedingungen ab, will seine Reise aber auch als Erfolg verstanden wissen. Eine Debatte darüber, wie sehr sein störrisches Agieren den Zusammenhalt des Westens gefährdet, kann er nicht gebrauchen. Er wird sich überlegen müssen, wie er auf Merkel reagiert. Schweigt er, riskiert er als Präsident dazustehen, der sich vor einer deutschen Kanzlerin wegduckt. Beschwichtigt er, wirkt sein Verhalten beim G7-Gipfel im Rückblick wie reine Show. Kontert er, macht er womöglich alles nur noch schlimmer.

Wie lange hält er an Jared Kushner fest?

Kaum zurück in Washington, muss sich Trump auch schon wieder mit der Russland-Affäre herumschlagen. In seiner Abwesenheit hat sie sich wesentlich verschärft: Jared Kushner, sein Schwiegersohn, steht im Fokus des FBI, die Affäre ist damit in Trumps unmittelbarer Umgebung angekommen.

epa05990516 (FILE) - US President Donald J. Trump (L) is flanked by his senior advisor Jared Kushner (R) during a meeting with Italian Prime Minister Paolo Gentiloni (not pictured), at Villa Taverna in Rome, Italy, 24 May 2017 (reissued 26 May 2017). According to media reports, Jared Kushner is being focused on in the ongoing FBI investigation into the alleged links between Trump's campaign in the 2016 US elections and Russia, as it is believed that Kushner holds important information relevant to the investigation.  EPA/ETTORE FERRARI

Bild: EPA/ANSA

Das Problem: Kushner hat bei seiner Sicherheitsüberprüfung im Januar mehrere Gespräche mit dem russischen Botschafter verschwiegen. Zudem soll er mit diesem vor Trumps Vereidigung über einen geheimen Gesprächskanal nach Moskau gesprochen haben. Warum wollte Kushner ausgerechnet mit Moskau an den eigenen Behörden vorbei kommunizieren? Und warum legte er zu Jahresbeginn nicht einfach alle Kontakte mit russischen Beamten offen?

Führende Demokraten fordern Trump bereits auf, Kushner von sensiblen Informationen fernzuhalten oder ihn bis zur Klärung der Vorwürfe von seiner Arbeit im Weissen Haus freizustellen. Trump dürfte ihn kaum fallen lassen. Sein Schwiegersohn ist einer seiner wichtigsten Berater und mit zentralen Projekten betraut, vom Frieden in Nahost bis zur Verschlankung des Regierungsapparats. Zudem wirkte eine Entlassung wie ein indirektes Eingeständnis, dass Kushner sich etwas zu Schulden kommen liess. Andererseits: Hält Trump an ihm fest, dürfte die Affäre die Arbeit des Weissen Hauses noch mehr lahmlegen als ohnehin schon. Kann er sich das leisten?

Was passiert im Weissen Haus?

epa05970712 US President Donald J. Trump waves after arriving on the South Lawn of the White House by Marine One in Washington, DC, USA, 17 May 2017. Trump returns after delivering remarks at a commencement ceremony at the US Coast Guard Academy in Connecticut.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Um die Krise besser handhaben zu können, will Trump sein Team umbauen: Angeblich soll im Weissen Haus eine eigene Einheit entstehen, die die Russland-Affäre bearbeitet. Eine clevere Idee - auch Bill Clinton hatte in der «Lewinsky-Affäre» einst einen solchen «War Room». In Trumps Fall böte sich nicht nur die Möglichkeit, die Kommunikation zu verbessern, die Krisen-Einheit hätte auch den Vorteil, dass der Präsident sich stärker dem Regierungsalltag widmen könnte. Das ist dringend nötig, programmatisch hat er fast noch nichts zustande gebracht seit seiner Vereidigung.

Im Gespräch ist, alte Vertraute zurückzuholen. Vor allem zwei Namen kursieren: Corey Lewandowski, der Ex-Wahlkampfchef, und Sam Nunberg, ein ehemaliger Medienberater von Trump.

Es gibt zwei Probleme: Erstens wird über eine Änderung in Trumps Team bereits seit Wochen geredet - passiert ist bislang nichts. Und je länger es dauert, desto stärker setzt sich der Eindruck fest, dass es dem Präsidenten einfach nicht gelingen will, gute Leute für ein Engagement in seinem Weissen Haus zu gewinnen.

Zweitens wären auch Lewandowski und Nunberg alles andere als eine Ideallösung. Lewandowski wurde im Juni 2016 - ausgerechnet auf Anraten von Kushner - aus dem Wahlkampfteam gefeuert, ihm fehlt jede Erfahrung auf der grossen politischen Bühne. Strippenzieher Nunberg wurde von Trumps Anwälten im vergangenen Jahr wegen Geheimnisverrat verklagt. Er gilt inzwischen als begnadigt - hatte aber im Wahlkampf einen Intimfeind: Corey Lewandowski. Ob die beiden einstigen Rivalen das Mannschaftsgefühl in Trumps Weissem Haus verbessern würden, ist entsprechend fraglich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 29.05.2017 12:34
    Highlight Highlight Wetten, er wird versuchen vom Thema abzulenken, indem er mit grossem Brimborium den Klimaschutz versenkt, um von seinen Problemen abzulenken?

    Eine andere Variante wäre ein Krieg gegen Nordkorea oder den Iran, was schnell zu einem Flächenbrand werden könnte und wetten die rechtsnationale Internetbrigaden würden sogar das bejubeln.
    • Chrigi-B 29.05.2017 13:02
      Highlight Highlight Ein Krieg mit Iran ist keine gute Idee. Die Nato konnte ja nicht mal die Taliban besiegen😂. Die Taliban haben nach 3 Trillionen verschleuderten Dollar ca. 75% Kontrolle über Afgahnistan...
  • sowhatopinion 29.05.2017 11:37
    Highlight Highlight Die naiven Europäer müssen endlich mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen
    Es gibt zig Beispiele für das Gegenteil. Der automatische Informstionsaustausch bezüglich Steuerdaten wurde unter Obsma von den USA forciert
    EU und CH haben dem OECD-Standard zugestimmt.
    Die USA haben NICHT unterzeichnet und ziehen in Delaware, LasVegas, Miami etc. mit System unversteuerte Vermögen an. Das ist Interessenspolitik, aber die Europäer schluck(t)en bisher alle bitteren Pillen ohne Murren. Die brillanze Rhetorik Obamas vernebelte schon vor Trump die Sinne der Europäer.
  • NWO Schwanzus Longus 29.05.2017 11:36
    Highlight Highlight Heute ist richtig schönes Wetter das sollte man geniessen. Und im Zürisee kann man auch baden. Es ist Summertime!
  • sowhatopinion 29.05.2017 11:09
    Highlight Highlight Nicht (nur) Trump sondern auch ein naives Europa ist das Problem
  • sowhatopinion 29.05.2017 11:07
    Highlight Highlight Europa hat sich von der einstigen Schutzmacht nie emanzipiert. Mit der Globalisierung und der Führungslosigkeit der EU, 9/11 u. div Kriege hat sich diese Naivität noch verstärkt. Mit der Osterwei-terung und der Unsterstützung am Maidan hat man den Bogen überspannt und die Russen in der Folge die Krim besetzt. Mittlerweile sind aus G8 die G7 geworden und die USA konnten ihre Pos. als alleinige Supermacht verstärken. Teile und Hersche! Europa naiv und zerstritten. Der transatlantische Partner GB bald draussen. Es ist 5 vor 12. Europa muss zusammenrücken und nach aussen Kante zeigen.
  • Jol Bear 29.05.2017 10:24
    Highlight Highlight Wenn Merkel sagt, Europa könne sich nicht völlig auf andere verlassen und müsse sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen, dann dürfte Trump doch vollend zufrieden sein und sein Ziel erreicht haben. Genau das hatte er doch im Rahmen seines America-first-Credos immer schon gefordert.
    • Pisti 29.05.2017 12:28
      Highlight Highlight Europa kann sich seit dem WW2 nicht mehr auf die USA verlassen. Die USA verursacht überall Chaos und wir haben die Probleme. Anstatt zu reagieren haben wir den Staaten noch geholfen an unserem eigenen Grab zu schaufeln. Der Auftritt von Trump bei der Nato beweist wie schwach wir geworden sind. Trump lässt die ganzen Nato-Vertreter wie Idioten dahstehen und Stoltenberg steht daneben wie ein kleiner Schuljunge und lässt sich das noch gefallen.
  • Scaros_2 29.05.2017 10:18
    Highlight Highlight In Bern beginnt heute die Sommersession und ganz ehrlich. Ich habe keine Ahnung was die alles machen wollen.

    Was ich aber dank den täglichen Storys garantiert weis ist, wo Trump ist, wie es im Geht, was ansteht an arbeiten etc. etc.

    Ich weis mehr und genauer bescheid über das aktuelle politische in den USA als vor der eigenen Haustüre. In Bern könnten sie für mich die Steuern erhöhen. Ich würds nicht mitbekommen auf Watson weil Trump Thema nr. 1 ist. Watson hat zwar Sommersessions artikel. Aber findet die mal auf der Seite!!!
    • Bruno S. 88 29.05.2017 10:41
      Highlight Highlight Wartest du immer bis die gewünschten News zu dir kommen? Warum suchst du nicht selber danach?
      Ich verstehe deinen Standpunkt und worauf du aufmerksam machen möchtest. Aber mich stört das sich viele Leser nicht aktiv informieren sondern nur passiv.
      Die Sommersession in Bern generiert vielleicht 5% von den Klicks eines Trump-Artikels. Watson ist nun mal eine Gratis News-Seite und nicht das SRF.
    • Stachanowist 29.05.2017 10:55
      Highlight Highlight Scaros, Sie sprechen mir aus der Seele.
    • El_Sam 29.05.2017 11:04
      Highlight Highlight http://www.watson.ch/Schweiz/articles/306289003-Sommersession-beginnt--%C3%9Cber-das-streiten-sie-in-Bern-in-den-n%C3%A4chsten-Wochen
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