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Steve Bannon wird auch in Zukunft keine Ruhe geben. Bild: EPA/EPA

Bannon: Comey-Rauswurf war der «grösste Fehler der modernen politischen Geschichte»

12.09.17, 15:52

Als Chefstratege von US-Präsident Donald Trump musste Steve Bannon im August abtreten. Der umstrittene Ultranationalist denkt jedoch nicht daran, in der Versenkung zu verschwinden. Vielmehr plant Bannon, die US-Politik von aussen zu beeinflussen, und das nicht zu knapp. Dies machte er in einem Interview deutlich, das er am Sonntag dem Fernsehsender CBS gab.

Es entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie, dass der Chef des Krawallportals Breitbart in der Sendung «60 Minutes» auftrat, dem wohl renommiertesten Politmagazin im US-Fernsehen. Die Erwartungen enttäuschte Bannon nicht. Er teilte kräftig aus gegen das Establishment der republikanischen Partei. Und er verschonte auch seinen früheren Chef nicht mit Kritik.

Der gefeuerte FBI-Chef James Comey bei der Anhörung vor dem Senat. Bild: EPA/EPA

Der Rauswurf von FBI-Chef James Comey sei der «grösste Fehler der modernen politischen Geschichte» gewesen, sagte Bannon. Ohne diese Entlassung wäre der Sonderermittler Robert Mueller niemals eingesetzt worden, der die Verbindungen von Donald Trumps Wahlkampfteam zu Russland untersucht. Diese Ermittlungen seien «eine totale Farce», lästerte Bannon.

Ein «Strassenkämpfer»

Trotz dieser Kritik hält er nach wie vor grosse Stücke auf den Präsidenten. Bannon bezeichnet sich selbst als «Strassenkämpfer», und darum verstehe er sich so gut mit Donald Trump: «Er ist ein Kämpfer. Ich werde ihm von aussen zur Seite stehen und ihn beschützen.» Er werde sicherstellen, dass seine Feinde wissen, dass sie «nicht ungehindert aufs Tor schiessen können».

Diese Feinde sind für Steve Bannon weniger die Demokraten oder die «Mainstream-Medien». Sie sitzen an der Spitze der eigenen Partei: «Das republikanische Establishment versucht, die Wahl von 2016 zu annullieren», sagte er. Es sei «ein offenes Geheimnis», dass führende Mitglieder der Partei Trumps «populistische, wirtschaftsnationalistische Agenda» nicht unterstützen würden.

Im Visier hat er in erster Linie die beiden führenden Republikaner im Kongress: Paul Ryan, den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, und Mitch McConnell, den Mehrheitsführer im Senat. Trump hat seine Frustration über die beiden wiederholt zum Ausdruck gebracht. Er macht sie verantwortlich für den gescheiterten Versuch, das Gesundheitsgesetz Obamacare zu kippen.

Angriff auf Senatoren

Bei Worten lässt es Steve Bannon nicht bewenden. Im Hinblick auf die Wahlen im Herbst 2018 plant er laut der Website Politico Angriffe auf republikanische Senatoren, die er für zu wenig loyal hält. Zu diesem Zweck habe er sich mit potenziellen Herausforderern getroffen, ebenso mit seinem wichtigsten Geldgeber, dem öffentlichkeitsscheuen Hedgefonds-Milliardär Robert Mercer.

Steve Bannon attackiert die Republikaner. video: Youtube/cbs

Abgesehen habe es Bannon auf die Senatoren Dean Heller aus Nevada und vor allem Jeff Flake aus Arizona. Dieser hat Präsident Trump wiederholt kritisiert, unter anderem in einem Buch. Führende Republikaner sind gemäss Politico alarmiert. Sie fürchten, dass sie zu deren Verteidigung Millionen investieren müssen, mit denen sie eigentlich die Demokraten angreifen wollten.

«Bürgerkrieg» wegen Dreamern?

Steve Bannon kümmert das nicht. Er warnte die Republikaner vor einem Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Wahlen 2018. Grund sei der Streit um die «Dreamer», die rund 800'000 jungen Erwachsenen, die illegal in den USA leben und denen die Ausschaffung droht. Es könne deswegen einen «Bürgerkrieg in der Republikanischen Partei» geben.

Ob er mit seiner Strategie Erfolg haben wird, ist zweifelhaft. Frühere Versuche, unliebsame Republikaner durch innerparteiliche Herausforderer zu «entthronen», waren gescheitert. Eines aber zeigt das Interview: Steve Bannon wird auch in Zukunft keine Ruhe geben. (pbl)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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19
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Garret 12.09.2017 22:52
    Highlight Dieser Mensch hat sowas böses in seinem Blick...
    18 6 Melden
  • Rim 12.09.2017 20:32
    Highlight Tja. Fanatiker/Spätbupertäre/Sektierer neigen zu Superlativen. Bei Trump sind die, selbstredend, allgegenwärtig. Bannon(Breitbart) kennt auch kaum Zwischentöne. Nun denn. Der grösste politische Fehler der modernen Geschichte ? ;-) Meint er damit die US-Geschichte? Wie auch immer. Bannon weiss, dass die Entlassung von Comey zu Mueller führte, der nun akribisch die mafiösen Geschäftsbeziehungen und Trumps politischen Dilettantismus untersucht. So gesehen hat Bannon recht: Cs. Entlassung war der grösste Fehler der "modernen" Geschichte, die mit Trump begann und mit ihm endet. (Wir kennen das ;-)
    31 3 Melden
  • Saraina 12.09.2017 19:45
    Highlight So wie es halbe SVP - Bundesräte gab, gibt es jetzt auch halbe republikanische Abgeordnete ? Die neue Rechte räumt auf mit der Demokratie und der Eigenverantwortung. Gefragt ist Linientreue.
    34 7 Melden
  • Butzdi 12.09.2017 19:03
    Highlight Bannon: Comey-Rauswurf war der «grösste Fehler der modernen politischen Geschichte»
    Nein, das war die Wahl des vetternwirtschaftenden schwerkriminellen Trump. Das GOP und seine Basis sind dafür verantwortlich. Mein Opa ist im Kampf gegen die Nazis gefallen und jetzt sitzen mehre davon im Weissen Haus. Traurig.
    38 8 Melden
  • Blutgrätscher 12.09.2017 18:02
    Highlight Der grösste Fehler der modernen Politgeschichte sitzt im Chefsessel...
    41 7 Melden
  • Sheez Gagoo 12.09.2017 17:11
    Highlight Ja, wenn der Bannon den Krieg erklärt, muss man ihn hrlt bekämpfen. Mit seinen eigenen Mitteln. Er will es ja so. Challenge accepted.
    35 9 Melden
  • Schweizer Bünzli 12.09.2017 17:05
    Highlight Sind natürlich ganz klar die Immigranten Schuld an der Finanzkrise und der mangelhaften Bewältigung derselben.
    67 13 Melden
  • Angelo C. 12.09.2017 17:02
    Highlight Zitat :

    "Im Visier hat er in erster Linie die beiden führenden Republikaner im Kongress: Paul Ryan, den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, und Mitch McConnell, den Mehrheitsführer im Senat."

    Da hat der Autor ganz entschieden den grössten und permanentesten Trump-Kritiker, seinen absoluten Intimfeind McCain vergessen 🤔.

    Der sägt Trump mit grossem Abstand am Meisten am Stuhlbein, und dies nicht erst seit gestern...
    43 1 Melden
  • Stibbs 12.09.2017 16:52
    Highlight Steve Bannon: «Wir sind erst am Anfang eines sehr brutalen und blutigen Konflikts.»

    Das befürchte ich auch. Wegen Leuten wie ihm.
    102 11 Melden
    • redeye70 12.09.2017 22:47
      Highlight Bannon will den Krieg. Er ist destruktiv und voller Hass. Typen wie ihn gab es immer wieder in der Geschichte. Die Folgen kennen wir.
      10 1 Melden
  • Juliet Bravo 12.09.2017 16:33
    Highlight In dem Bannon die Entlassung Comeys als "grössten politischen Fehler der modernen Geschichte" bezeichnet, zeigt er mE lediglich auf, dass er sich nicht gerade gut auskennt in moderner Geschichte.
    71 5 Melden
    • Domsh 12.09.2017 17:32
      Highlight Die gewohnte Trump/Bannonsche Superlative halt.
      Diese Rattenfänger können nicht anders...
      57 4 Melden
    • Eine_win_ig 13.09.2017 09:56
      Highlight Es zeigt für mich die Beschränktheit ihres Denkens auf. Für die Herren gibt es nur Amerika. Sonst nichts.
      2 0 Melden
  • Wehrli 12.09.2017 16:24
    Highlight Ist "Bannon" eigentlich der englische Plural von "Banana"?
    62 11 Melden
  • Wehrli 12.09.2017 16:22
    Highlight Bannon ist ein Dorftrottel-Querulant aus Seldwila. So was von bescheuert, wutgeladen und hitzig, unglaublich ...
    65 13 Melden
    • joe 12.09.2017 17:26
      Highlight ...und trotzdem sehr gefährlich!
      Solche Leute muss man immer ernst nehmen.
      44 2 Melden
  • Schweizer Bünzli 12.09.2017 16:21
    Highlight Wann nimmt endlich die Elite wieder das Heft in die Hand? So mächtig kann diese Elite ja gar nicht sein, so schwach wie sie zur Zeit auftritt.
    49 10 Melden
  • Don Phil 12.09.2017 15:55
    Highlight Spitzen-Diashow, muss man mal sagen :)
    5 3 Melden
  • ThomasHiller 12.09.2017 15:21
    Highlight Eigentlich ein trauriger Typ mit offensichtlich großen Minderwertigkeitskomplexen, die er mit überbordend-krawalligem Auftreten zu kompensieren versucht.

    Früher hat man solchen Leuten versucht mittels Therapie zu helfen, heute gibt es offenkundig genug Menschen mit ähnlichen persönlichen Problemen, daß es für politische Agitation und Anerkennung reicht...
    57 8 Melden

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