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FILE - This May 8, 2017, file photo shows Arch Canyon within Bears Ears National Monument in Utah. President Donald Trump is expected to announce Monday, Dec. 4, plans to shrink Bears Ears National Monument as well as Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah that were created by past Democratic presidents. (Francisco Kjolseth/The Salt Lake Tribune via AP, File)

Zum Bears Ears National Monument gehört der Arch Canyon. Bild: AP/The Salt Lake Tribune

Outdoor-Hersteller attackiert Trump: «Der Präsident hat euer Land gestohlen»



Steuerreform, Einreisestopp, Jerusalem: In den letzten Tagen entstand viel Hektik um US-Präsident Donald Trump. Eine seiner Anordnungen ging dabei fast ein wenig unter, obwohl sie von grosser Tragweite ist. Am Montag hat Trump zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Utah per Dekret um mehr als 5000 Quadratkilometer verkleinert.

Das Bears Ears National Monument wird 85 Prozent seiner Fläche einbüssen, Grand Staircase-Escalante schrumpft um etwa 50 Prozent. Beide Gebiete waren von demokratischen Präsidenten in den Status eines National Monument erhoben worden: Bears Ears erst im letzten Dezember von Barack Obama, Grand Staircase-Escalante 1996 von Bill Clinton.

Exhibitor Trevor Masters, of Patagonia, Inc., poses with a mannequin in the women's active collection at their exhibit during the Outdoor Retailer show Thursday, Aug. 4, 2016, in Salt Lake City. A wide array of clothing, gear and equipment specifically designed for women outdoor adventurers is on display at the summer version of the world's largest outdoor gear show for retailers that brings thousands of  people to Salt Lake City. (AP Photo/Rick Bowmer)

Patagonia produziert Kleidung und Ausrüstung für Outdoor-Aktivitäten. Bild: AP/AP

Trump ordnete die Verkleinerung nach eigener Aussage an, damit Einheimische wandern und jagen gehen können. Kritiker widersprachen energisch. Es gehe um harte wirtschaftliche Interessen, vor allem um die Suche nach Bodenschätzen und Fracking. «Wir dürfen dieser Regierung nicht erlauben, den Schutz zurückzufahren, der über ein Jahrhundert aufgebaut wurde», heisst es in einer Mitteilung führender demokratischer Politiker.

Gründer will Trump verklagen

Opposition gab es aus einer weiteren Ecke: Patagonia, ein Hersteller von Outdoor-Artikeln, änderte nach Trumps Anordnung seine Website: «Der Präsident hat euer Land gestohlen», heisst es in weisser Schrift auf schwarzem Grund. Die Verkleinerung der Schutzgebiete sei «illegal», es handle sich um «die grösste Ausmerzung von geschütztem Land in der amerikanischen Geschichte», hielt das Unternehmen fest, das auch in Zürich einen Shop betreibt.

Man engagiere sich seit bald 30 Jahren für den Schutz von öffentlichem Land, betonte Patagonia. Gründer Yvon Chouinard kündigte auf CNN an, er wolle den Präsidenten verklagen. Es sei eine Schande, dass Nationalparks nur vier Prozent der Fläche Amerikas ausmachen. In Costa Rica seien es zehn Prozent. «Diese Regierung ist böse, und ich werde mich nicht zurücklehnen und das Böse gewinnen lassen», sagte Couinard.

Patagonia steht mit dem Protest nicht allein. Die amerikanische Outdoor-Branche setzt sich generell für mehr Schutzgebiete ein. Mit REI hat ein weiteres Unternehmen Trumps Anordnung auf seiner Website kritisiert, wenn auch moderater als Patagonia. Andere Firmen wie North Face und Arc'teryx unterstützen den Schutz von öffentlichem Boden mit Geldspenden.

In Utah stossen sie damit auf wenig Anklang. Der streng religiöse Bundesstaat wählt überwiegend republikanisch. Trump argumentierte, die Menschen in Utah wüssten viel besser, was gut für ihr Land ist, als Bürokraten im fernen Washington. Im betroffenen San Juan County reagierte man erleichtert. Es ist der ärmste Landkreis in Utah und einer der ärmsten der USA.

Auch Indianer wollen klagen

Die Förderung von Öl und Gas würde die Landschaft weniger beeinträchtigen als der Abenteuertourismus, meinte County Commissioner Phil Lyman gegenüber CNN. «Patagonia wedelt mit der Fahne des Umweltschutzes und beutet die Natur für den industrialisierten Tourismus aus», sagte er an die Adresse von Firmengründer Yvon Chouinard.

Die im Landkreis lebenden Ureinwohner sehen das ein wenig anders. Eine Koalition von fünf Indianerstämmen – darunter die Navajos – hat gemäss «Washington Post» rechtliche Schritte eingeleitet. Auch Umweltorganisationen wollen den Präsidenten, Innenminister Ryan Zinke und den zuständigen Chefbeamten verklagen. Damit dürften die Gerichte ein weiteres Mal das letzte Wort zu einer Anordnung von Donald Trump haben. (pbl)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • atomschlaf 06.12.2017 20:10
    Highlight Highlight Gestern im Echo der Zeit wurde erwähnt, dass Utahs Bevölkerung den Entscheid Trumps grossmehrheitlich begrüsse.
    Somit ist dagegen auch gar nichts einzuwenden.
    Solche Unterschutzstellungen gegen den Willen der lokalen Bevölkerung sind Auswüchse einer egoistischen Haltung der Städter, welche ländliche Regionen nicht als Lebensraum für die dortige Bevölkerung, sondern als eine Art Naturmuseum für ihr Freizeitvergnügen betrachten.
    6 25 Melden
  • öpfeli 06.12.2017 16:02
    Highlight Highlight Dieser Mann mit seinem elenden Charakter widert mich so richtig an.
    36 2 Melden
  • Knety 06.12.2017 15:59
    Highlight Highlight Das war absehbar. Wenn er die USA isolieren will, muss er Rohstoffe im eigenen Land fördern.
    Das die Isolation diesmal splendid wird wage ich doch sehr zu bezweifeln.
    23 1 Melden
  • Valon Behrami 06.12.2017 15:14
    Highlight Highlight Zur Rücksichtslosigkeit von Trump kommen noch die schlechten Ausreden dazu.
    72 3 Melden
  • N. Y. P. D. 06.12.2017 15:11
    Highlight Highlight Trump ordnete die Verkleinerung nach eigener Aussage an, damit Einheimische wandern und jagen gehen können.

    Aber eigentlich geht es ja um Bodenschätze und um das Fracking.

    Was mir einfach nicht in die Birne geht. Oder in den Kessel. Wieso darf man so schamlos lügen ?
    Man gibt sich nicht mal mehr Mühe, etwas zu vertuschen.

    Steuerreform, Jerusalem, dieser Park. Langsam wird mir mulmig.

    Ich würde Donald Trump gerne mal alleine auf einem Berggipfel begegnen.

    132 7 Melden
    • Pana 06.12.2017 17:08
      Highlight Highlight "Was mir einfach nicht in die Birne geht. Oder in den Kessel. Wieso darf man so schamlos lügen ?
      Man gibt sich nicht mal mehr Mühe, etwas zu vertuschen."

      Wir leben in einer postfaktischen Welt. Und Trump fühlt sich pudelwohl.
      29 1 Melden
    • Juliet Bravo 06.12.2017 18:41
      Highlight Highlight Man kann fast sagen Trump ist in seinem Amt angekommen. Und tut was er kann für seine Agenda. Wir sollten uns warm anziehen.
      5 1 Melden
  • Flying Zebra 06.12.2017 14:56
    Highlight Highlight 😡😡😡😡
    33 4 Melden
  • hävi der spinat 06.12.2017 14:22
    Highlight Highlight Wie in Orwells 1984: Der grosse Staatsfeind Nr. 1
    Früher war es ja noch Blocher.
    32 11 Melden
    • Tomjumper 06.12.2017 18:55
      Highlight Highlight Wenn du auf steuererleichterungen für Reiche stehst, keine intakte Umwelt brauchst und ein paar millionen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten mehr willst, kannst du ihn auch deinen Freund nennen.
      6 3 Melden
    • hävi der spinat 06.12.2017 21:42
      Highlight Highlight Tomjumper
      Was hast du gegen ein paar Millionen Flüchtlinge aus dem nahen Osten?
      Einem wie dir macht so etwas doch Spass.
      3 5 Melden
  • raphe qwe 06.12.2017 13:44
    Highlight Highlight Langsam glaube ich das Trump eine Strichli-Liste mit Beschlüssen von Obama abarbeitet.
    115 4 Melden
  • elias776 06.12.2017 13:44
    Highlight Highlight Trump macht mich extrem wütend :(
    53 4 Melden

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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