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President Donald Trump looks at Education Secretary Betsy DeVos as he speaks during a meeting with parents and teachers, Tuesday, Feb. 14, 2017, in the Roosevelt Room of the White House in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Das US-Bildungssystem muss sich auf etwas gefasst machen: Donald Trump und Betsy DeVos. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

«Sie gucken die Kinder an und sehen Dollarzeichen» – Krise im US-Bildungssystem

Schulen als Profitcenter, gute Bildung nur für Reiche – in Michigan kann man schon besichtigen, was auf die Amerikaner zukommt. Der Heimatstaat von Trumps Bildungsministerin Betsy DeVos leidet massiv unter ihrer Schulpolitik.

20.03.17, 04:44 20.03.17, 15:30

Britta Kollenbroich



Ein Artikel von

Wenn die Kinder der Mason School im Osten Detroits sehen wollen, wie es ihrer Schule bald gehen könnte, müssen sie nur ein paar Schritte über den Parkplatz gehen. Neben dem flachen Bau ihrer Grund- und Mittelschule steht ein prächtiges altes Gebäude, ein paar Stufen führen hoch zu einer weinroten Tür. «Public School» steht über dem Eingang. Seit fünf Jahren ist kein Schüler mehr hindurchgegangen.

Das einst schöne Schulgebäude verfällt. In den grossen Fenstern sind Scheiben zerbrochen, Gestrüpp wuchert über die Wege. In wenigen Monaten könnte auch das Gebäude der Mason Grund- und Mittelschule verlassen sein. Der US-Bundesstaat Michigan droht insgesamt 38 öffentlichen Schulen mit Schliessung – 24 davon allein in Detroit – weil sie in Leistungstests drei Jahre in Folge schlecht abgeschnitten haben. Mason ist eine von ihnen.

Detroit/ Ãffentliche Schulen/ US-Bildungssystem

Lehrer Donavon Gardener. bild: spiegel online

Nur die Schulen, die ihr Niveau deutlich steigern, bekommen vielleicht noch einmal eine Chance: «Wir wollen sehen, ob die Schulen das Zeug haben, sich zu verbessern», erklärt Natasha Baker, die in Michigan für Schulreform zuständig ist.

Überall in den USA kritisieren die grossen Lehrergewerkschaften heruntergekommene Gebäude, Geld- und Lehrermangel, miserable Leistungen der Schüler und Schulschliessungen. Das US-Schulsystem steckt in einer tiefen Krise. Und am Heimatstaat der neuen Bildungsministerin Betsy DeVos lässt sich jetzt schon absehen, was wohl auf das ganze Land zukommt: Ein echter Überlebenskampf.

Donavon Gardner führt ihn seit elf Jahren. Er unterrichtet an der Mason in Detroit, ist Sprecher der Lehrerschaft. Er hat selbst zwei Söhne. Auf dem Weg zur Arbeit setzt er sie an einer anderen Public School ab. Dann fährt er 20 Minuten in den Osten der Stadt, vorbei an verlassenen und einstürzenden Holzhäusern. «Gerade hier sollte Schule ein sicherer Ort sein», sagt er. Wenn die Kinder Zuhause schon kein fliessendes Wasser hätten, dann doch wenigstens in der Schule. «Stattdessen muss ich sie immer daran erinnern, das Wasser so lange laufen zu lassen, bis es nicht mehr trüb ist und auch dann sollten sie es eigentlich lieber nicht trinken.»

Gardener bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Aber wenn er die Zustände an seiner Schule beschreibt, wirkt er sehr besorgt. Oft sässen mehr als 30 oder 35 Kinder in einer Klasse, Kunst, Musik oder Sport fallen aus, weil es keine Lehrer dafür gibt. Seit Anfang des Schuljahres wartet er darauf, dass ihm ein Computerprogramm für den Unterricht bewilligt wird. «Es kostet nur 200 Dollar, aber dafür fehlt das Geld», sagt Gardner. Um arbeiten zu können, bezahlt er Materialien immer wieder aus der eigenen Tasche.

Bildung wird privatisiert

Die Milliardärin und neue Bildungsministerin DeVos engagiert sich seit Jahrzehnten in Michigans Bildungssektor. Die Schliessungen dort sind das Ergebnis einer Schulpolitik, die sie entscheidend mitgeprägt hat: Seit Anfang der Neunzigerjahre unterstützt sie die «School Choice»-Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass Schüler selbst entscheiden können, wo und wie sie unterrichtet werden – an einer öffentlichen oder einer privaten Schule, in der Nachbarschaft oder weit weg.

Education Secretary Betsy DeVos listens at left as President Donald Trump speaks during a round table discussion at Saint Andrew Catholic School, Friday, March 3, 2017, in Orlando, Fla. (AP Photo/Alex Brandon)

Betsy DeVos und Donald Trump. Bild: Alex Brandon/AP/KEYSTONE

Die Bewegung unterstützt zudem sogenannte Charter Schools: Sie sind öffentlich, werden aber in der Regel von Unternehmen oder Privatleuten betrieben. Inzwischen gibt es sie fast überall in den USA, besonders viele in Michigan.

Im Gegensatz zu den Public Schools sind sie von den meisten staatlichen Regulierungen befreit – es gibt weniger Vorschriften darüber, was und wie im Unterricht behandelt wird oder wer überhaupt unterrichten darf. Befürworter argumentieren, dass so auch neue, experimentelle Unterrichtsformen möglich sind und die Bedürfnisse der Kinder besser erfüllt werden.

DeVos liebt Charter Schools und vor allem die freie Schulwahl. Und sie konnte US-Präsident Donald Trump überzeugen: Im ersten Haushaltsentwurf spendiert er dem Programm 1.4 Milliarden Dollar mehr. Zur Gegenfinanzierung streicht er einer Initiative für Nachmittagsangebote und Sommercamps fast die gleiche Summe.

Konkurrenzkampf ums Geld

Für Schulen wie Mason eine Katastrophe: Wie viele andere Public Schools kämpft sie mit Geldsorgen. Und mit jedem Kind, das an eine Charter School oder Privatschule wechselt, schrumpft das Budget. Denn in den USA werden Schulen über die Zahl ihrer Schüler finanziert. In einer Stadt wie Detroit, die wegen der schweren Finanzkrise Zehntausende Familien verlassen haben, verschärft der Wettbewerb die Situation weiter.

An allen US-Schulen finden im Oktober und im Februar sogenannte Zähltage statt für jeden dann angemeldeten Schüler überweist der Staat einen bestimmten Betrag. Die Höhe hängt davon ab, wie gut die jeweilige Stadt oder Gemeinde finanziell dasteht: In New York gibt es pro Schüler im Schnitt mehr als 18'000 Dollar, in Idaho nur rund 5800. Michigan liegt mit knapp 10'000 Dollar im Mittelfeld. Allerdings weicht der Betrag je nach Stadt nach oben oder unten ab. Laut US-Bildungsministerium beträgt der Unterschied zwischen Schulen in armen und reichen Bezirken im Schnitt 15,6 Prozent.

Detroit/ Ãffentliche Schulen/ US-Bildungssystem

Haus in der Nachbarschaft der Mason Schule. bild: spiegel online

Aus Sicht von Lehrer Gardener geht es Betreibern von Charter Schools häufig nur um dieses Geld: «Sie gucken die Kinder an und sehen Dollarzeichen», schimpft er. Tatsächlich ist der Anteil der Charter Schools, die profitorientiert arbeiten, in Michigan mit 80 Prozent sehr hoch. Die Schule wird zum Unternehmen – alles, was nicht für die Schüler ausgegeben wird, steckt sich der Betreiber als Gewinn in die Tasche. Um die Ausgaben zu senken, stellen diese Schulen zum Beispiel billige Lehrkräfte ohne Zertifikat ein, erklärt Terrence Martin von der Detroit Federation of Teachers, einer Gewerkschaft für Lehrer. Am Ende dieser Entwicklung könnte die Bildung in den USA weitestgehend in der Hand von Unternehmen liegen.

Boom der Charter Schools

Tatsächlich hat sich die Schullandschaft in Detroit drastisch verändert, seitdem das im Nordosten der USA gelegene Michigan 1993 Charter Schools erlaubte. Im gesamten Bundesstaat wurden solche Schulen gegründet, doch Detroit erlebte einen regelrechten Boom: Im Jahr 2000 gab es bereits 46 Charter Schools, 15 Jahre später hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Die einzige Stadt in den gesamten USA mit mehr Schulen dieses Typs ist New Orleans.

Gleichzeitig schlossen von den 288 Public Schools, die es im Schuljahr 2000/2001 in Detroit noch gab, 195. Von den 100'000 Schülern, die auf die öffentlichen Schulen der Stadt gehen, besuchen heute weniger als die Hälfte eine Public School.

Kein Geld, keine Alternativen

Eines dieser Kinder ist Shoniqua Kemps jüngste Tochter Imami. Die 15-Jährige besucht die Osborn High School. Wie Mason und viele andere von der Schliessung bedrohten Schulen liegt sie im armen Osten der Stadt. «Die meisten Menschen hören nur Schlechtes über die Schulen hier, und natürlich gibt es Aufs und Abs», sagt Kemp. «Aber die Schule ist für meine Tochter auch ein Stück Zuhause, sie kennt die Nachbarschaft, sie kennt die anderen Kinder – das ist viel wert.»

Kemp beschwert sich nicht gerne, sucht lieber nach Lösungen. Sie geht zu Schulsitzungen, engagiert sich für einen sicheren Schulweg. Aber jetzt? «Ich weiss nicht, was aus meiner Tochter wird, wenn ihre Schule wirklich schliesst», sagt sie.

Detroit/ Ãffentliche Schulen/ US-Bildungssystem

Shoniqua Kemp bild: spiegel online

Auf dem Papier kann sich Familie Kemp für jede andere öffentliche Schule entscheiden – möglichst eine bessere. In Detroit gar nicht so leicht: 92 Public Schools aus Detroit – also fast alle – gehören zu den schlechtesten 25 Prozent im ganzen Staat. «Alle anderen Schulen in der Umgebung stehen auch auf der Liste», sagt Mutter Kemp. Um überhaupt eine der besseren Schulen zu erreichen, müsste sie ihre Tochter morgens meilenweit fahren.

Und die von Bildungsministerin DeVos angepriesene Alternative ist für sie keine: Es gibt keine Charter School in ihrer Nähe. Hinzu kommt, dass die Charter Schools nicht besser abschneiden als die Public Schools: Bei den Mathe- und Lesekompetenzen der Kinder gibt es kaum Unterschiede.

«Wir brauchen mehr Geld für bessere Bildung»

Wer es sich leisten kann, zieht deshalb aus dem Stadtzentrum Detroits in die wohlhabenden Vorstädte. Andere melden zumindest ihre Kinder dort auf den Schulen an und nehmen lange Wege in Kauf. Einige Eltern aus dem Osten der Stadt bringen ihre Kinder auch jenseits der «Eight Mile Road» in die Schule, jener berühmten Grenze zu den Vierteln der reicheren Mittel- und Oberschicht.

Kemp hat nicht das Gefühl, dass sie dort willkommen ist. Sie braucht eine Schule in der Nachbarschaft. An einem kalten Februartag steht sie deshalb vor dem Fisher Building in Detroit und demonstriert mit Hunderten anderen gegen die Schulschliessungen. «Rettet unsere Kinder, rettet unsere Schulen», rufen sie auf dem Gehweg. Oben im Turm des Gebäudes sitzen die Verantwortlichen für die Detroit Public Schools.

«Zurück in die Segregation»

«Wir haben hier einen Vorgeschmack auf Betsy DeVos' Politik bekommen, es ist ein Kampf ums Überleben», sagt Lehrer Gardner. All die Schulschliessungen der vergangenen Jahre hätten nicht dazu geführt, dass sich das Bildungsniveau in der Stadt verbessert habe. «Das führt uns zurück in die Segregation: Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf die besseren Schulen und alle andere, die Armen, Schwarzen gehen auf die letzten, schlechten öffentlichen Schulen», sagt Gardner. «Das ist doch keine Auswahl.»

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Brikne, 20.7.2017
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88
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88Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 20.03.2017 20:58
    Highlight Wozu brauchen die Bildung?
    Im von Trump's Regierung und den Republikanern weiter gemästeten Militär braucht es auch mehr Kanonenfutter!
    Denen muss man nur sagen, wo der IS, oder Hillary Clinton, oder ein anderer Feind -zum Beispiel ein Journalist- hockt. Und dann können sie vorwärts stürmen und das Feuer eröffnen!
    Lernen Schüler in den Public Schools schiessen?
    Eben nicht!
    Und genau darum sind Public Schools unnütz und eine unnötige Staatliche Geldverschwendung!
    1 0 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 20.03.2017 13:29
    Highlight Amerikanische Erziehung funktioniert anders als euroäische. Selektionsdruck ist kein amerikanisches Modell. In Amerika wird gefördert. Das Beste wird dann obenaus schwimmen. So die Idee.

    Davon könnten sich die Europäer ein gutes Stück abschneiden. Insbesonders sollten Lehrer und Eltern realisieren, dass Schulpflicht zu Gotthelfs und Pestolozzis Zeiten gut war. Aber heute ist es ein RECHT auf Bildung. Nicht Pflicht. Ein Recht der Kinder.

    "Du veränderst die Welt nicht, indem du tust, was man dir sagt!"

    Das MIT Media Lab prämiert Ungehorsamkeit mit 250'000 Dollar! (http://nyp.st/2mtYLJs)
    3 33 Melden
    • FrancoL 20.03.2017 14:18
      Highlight Wow, da habe ich nun wirklich in den letzten 20 Jahren eine ganz andere Erfahrung gemacht. Kein Selektionsdruck? Da haben mich aber meine Praktikanten dick angeschwindelt als sie mir ihren Werdegang dargelegt haben.
      Mag ja sein dass dass es Unterschiede gibt, aber meine Erfahrung ist da grundsätzlich anders.
      Schaue ich mir dann noch die Sportförderung an so leben unsere Sportler hier im Schlaraffenland.

      Nein ich habe dies wirklich anders kennen gelernt.
      13 0 Melden
    • Adremos 20.03.2017 17:08
      Highlight Es ist beides, eine PFLICHT und ein RECHT auf Bildung.
      Die PFLICHT darum, weil es (auch heute noch) Kreise gibt, die Bildung für sich und ihre Kinder ablehnen (verschiedene Gründe).
      Und ein RECHT darum, weil es Kreise gibt, die Anderen die Bildung vorenthalten wollen.
      Schulpflicht ist deshalb ein Grundpfeiler für eine gerechte und erfolgreiche Gesellschaft!
      14 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 20.03.2017 17:36
      Highlight Okay, FrancoL: Ich habe Erfahrungen von beidem. Natürlich gibt es nicht nur schwarz und weiss. Auch in Europa wird viel gefördert. Insofern ist mein Kommentar überzeichnet. Ich wollte nur die Unterschiede deutlicher machen.

      In Amerika wird die weitere Privatisierung des Bildungssystems diskutiert. Das kann man sich hier kaum vorstellen. Aber so dumm ist die Idee nicht, wenn man es aus Ami-Augen sieht.

      Ich könnte mir zB. vorstellen, dass Kinder Bildungsgutscheine erhalten, und sie sich dann selber auswählen dürfen, in welchen privaten Bildungsinstitutionen sie diese benutzen wollen.
      0 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • exeswiss 20.03.2017 12:53
    Highlight teilweise wird auf charter schools, die evolution verleugnet und unterrichtet das gott die erde vor 6000 jahren in 7 tagen erschaffen hat. guter artikel von john oliver
    =
    24 2 Melden
  • Alnothur 20.03.2017 12:52
    Highlight So viel hat der Bund in den USA nicht zu sagen - jetzt den Teufel an die Wand zu malen und zu sagen, was in Detroit abgehe, sei bald der Normalzustand in den ganzen USA, halte ich für völligen Humbug.
    1 18 Melden
  • Raphfa 20.03.2017 12:44
    Highlight Das ist schon seit langem auf der Agenda der Elite: Intelligente, gutausgebildete Menschen haben die schlechte Angewohnheit, sich das Denken nicht verbieten zu lassen. Noch schlimmer, wenn sie ein soziales Gewissen haben.

    Das haben ein Stalin, Hitler, die US-Oberhirne und andere Unterdrücker schon lange erkannt. Also weg mit den lästigen Bildungsausgaben! Höchstens für rentable Sparten. Dazu ein möglichst dummes Fersehprogram, Gewalt auf Spielkonsolen und Pornografie bis zum geht nicht mehr.

    Doch lernen kann man heute glücklicherweise auch ohne Schule. Wenigstens wenn man will.

    8 0 Melden
  • Volare 20.03.2017 11:29
    Highlight Etwas Recherche hätte nicht geschadet. Der Niedergang der amerikanischen Innenstädte hat in den 50/60er Jahren mit der Stadtflucht begonnen. Der Brain Drain wurde durch den Industriezerfall weitergeführt. Jeder der konnte, ist weg. Geblieben sind die Schwächsten der Gesellschaft und die Kriminellen. Die Beschulung deren Kinder ist nicht einfach und da haben bereits in den 90er Jahren Charter Schools gute Dienste geleistet. Natürlich war das nicht immer der Fall. Diese Umstände kann man sicherlich nicht auf die gesamte USA übertragen. Die Medien machen das aber gerne.
    2 6 Melden
  • Blutgrätscher 20.03.2017 11:01
    Highlight Wo sind die Trumpisten?

    Die sind doch sonst immer so schnell, wenn es darum geht, ihn bei sozialen Faux-pas mit dem Hinweis zu verteidigen, dass man sich doch auf seine Politik und nicht auf das geplänkel fokussieren soll.

    Hier haben wir seine Politik.

    Was jetzt?
    66 5 Melden
  • Platon 20.03.2017 10:56
    Highlight Nimmt mich wunder, was in diesen Charter Schools unterrichtet wird. Alternative Fakten?
    66 2 Melden
  • Shin Kami 20.03.2017 10:55
    Highlight Wissen ist Macht... Das wissen gewisse Leute nur zu gut und deshalb wird das verfügbare Wissen so gut wie möglich begrenzt...
    53 0 Melden
  • Töfflifahrer 20.03.2017 10:25
    Highlight Bildung der Masse ist für Populisten und die Elite immer gefährlich, also nicht verwunderlich, dass man die Bildungskonsumenten unter Kontrolle haben will.
    Warum steht bei den Bürgerlichen auch in der Schweiz die Bildung beim Sparen immer an erster Stelle?
    95 4 Melden
    • FrancoL 20.03.2017 11:18
      Highlight Weil man mit Minderinvestitionen in die öffentliche Bildung schon den Grundstein für eine Selektion legen kann und die Pyramide so formen kann wie sie am Besten für den Zweck der Bürgerlichen genutzt werden kann.
      55 1 Melden
    • Töfflifahrer 20.03.2017 14:07
      Highlight @FrancoL: Genau!
      4 0 Melden
  • Triple 20.03.2017 09:40
    Highlight Hatte ich letztens eine Diskussion mit einem konservativen Amerikaner. Er ist der Überzeugung die USA hätten das beste Bildungssystem weltweit...,
    88 3 Melden
    • Kiyoaki 20.03.2017 10:50
      Highlight Eine Bildung, die er anscheinend selbst geniessen konnte.
      54 0 Melden
    • TanookiStormtrooper 20.03.2017 12:41
      Highlight EinBILDUNG ist auch Bildung...
      10 0 Melden
  • FrancoL 20.03.2017 09:32
    Highlight Man muss früh der Masse die Chance auf eine wertvolle Bildung nehmen, sonst könnte man plötzlich merken dass auch Arme intelligent sein können. Zum kotzen.
    83 2 Melden
  • meine senf 20.03.2017 09:07
    Highlight Der absolute Albtraum.

    Was du erreichen kannst, was dir beigebracht wird, was für eine Welt du beim Aufwachsen kennenlernst und in welchen Umfeldern verkehrst und was du als "normal" empfindest hängt nicht von deinen Interessen oder deinem Können ab.

    Sondern nur davon, wo du aufwächst und wie viel Geld und welche ideologischen Vorstellungen deine Eltern haben.

    Feudalismus statt "american dream".

    Und wie immer: Alles Schlechte aus den USA wird in Europa mit 10 Jahren Verspätung übernommen. Siehe auch den Artikel wegen den boomenden Privatschulen hier.
    74 0 Melden
  • öpfeli 20.03.2017 08:39
    Highlight Zu dumm zu begreifen, intelligent genug um zu arbeiten. Die USA setzt den Plan für Europa auch gleich im eigenen Land um. Es läuft aus dem Ruder.
    45 2 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 20.03.2017 11:08
      Highlight Hast du 100% pro von Barnett der ein Verfechter der Masseneinwanderung ist. Den diese Attribute treffen auf die Islamischen Bevölkerungsteile allesamt zu.
      1 7 Melden
    • öpfeli 20.03.2017 18:52
      Highlight Möglich, dass es von Barnett ist. In meinem Kommentar gehts jedoch nicht um den Islam oder die Einwanderung. Kürzt man in der Bildung, geht es in die Richtung iq90.
      2 0 Melden
  • saukaibli 20.03.2017 08:27
    Highlight Schon heute gibt es kein westliches Land, indem die Chance auf einen gesellschaftlichen Aufstieg so klein ist wie in den USA. Die berühmte Geschichte "vom Tellerwäscher zum Millionär" gibt es in den USA schon lange nicht mehr. Und nun wird es noch schwieriger werden. Dabei haben einige Bundesstaaten jetzt schon ein Bildungsniveau wie der Tschad oder Sudan. Hier zeigt sich wieder einmal deutlich, was die Trump-Regierung von Menschen aus der Unterschicht hält. Mehr als Ungeziefer sind sie für die nicht. Trump würde sie wohl gerne feuern, das geht aber in einem Staat halt nicht.
    136 7 Melden
    • Donald 20.03.2017 09:04
      Highlight Man muss aber auch sagen, dass 8 Jahre Obama offenbar auch keine Besserung brachten...
      19 42 Melden
    • plapperi 20.03.2017 09:11
      Highlight Ich kenne mich im amerikanischen Bildungswesen leider nicht aus und wäre deshalb froh, wenn du deine Quellen benennen könntest, damit ich mir das fehlende Wissen holen kann. Besonders dein Vergleich 'einiger Bundesstaaten' im Vergleich mit Tschad und Sudan interessieren mich brennend. Danke.
      17 5 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 20.03.2017 11:11
      Highlight Trump hat aber was das angeht keine Schuld. Für die Jahrelangen Verfehlungen sind seine Vorgänger Schuld. Ob Trump es besser macht oder schlimmer können wir nicht sagen.
      3 22 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • EvilBetty 20.03.2017 08:22
    Highlight Wenn man das so liest bekommt man den Eindruck, die USA wären ein Entwicklungsland...
    154 1 Melden
    • Pius C. Bünzli 20.03.2017 09:16
      Highlight Sind sie ja auch
      21 1 Melden
    • Too Scoop 20.03.2017 10:53
      Highlight Ca. 300 Jahre im Verzug.
      8 0 Melden
    • meine senf 20.03.2017 10:57
      Highlight @kleiner_Schurke:

      Es glauben ja auch immer mehr, dass diese Mondlandung nur eine Verschwörung gewesen sei.

      Wenn man sich fragt, wie in Europa nach der relativ aufgeklärten und fortschrittlichen Antike das finstere Mittelalter entstehen konnte, muss man nur in die USA blicken (und hoffen, dass wir dem nicht nacheifern).
      18 0 Melden
  • Slavoj Žižek 20.03.2017 07:28
    Highlight Ist ja nicht so das das derzeitige Bildungssystem auch nur einen Pfifferling Wert ist. Mit den Bildungsgutscheinen kann jeder Schüler seine Schule selber aussuchen und kommt so vielleicht aus einem gewaltätigen Umfeld raus. Ausserdem ist Detroit ein schlechtes Beispiel, Motorcity ist pleite und hat kein Geld mehr, egal welches Bildungssystem gerade aktuell ist.
    11 85 Melden
    • Datsyuk * 20.03.2017 09:46
      Highlight Möchtest du denn in der Schweiz ein solches Modell einführen?
      43 1 Melden
    • Alnothur 20.03.2017 13:02
      Highlight Ich sehe das Konzept zwiespältig - die Grundidee ist ja eigentlich gut. Aber wie so oft ist "gut gemeint" ein Synonym für "schlecht gemacht". Klar, sowas kann durchaus gerade in Problemvierteln für Kindern eine Chance sein, aber dafür müsste der Bildungsgutschein auch etwa für den dadurch längeren Schulweg aufkommen, damit auch wirklich alle die Chance nutzen können. Und es bräuchte massive Begleitprogramme, denn man kann sich ja ausmalen, wie viel Freude so eine "Rich kids school" hat, wenn aus dem Problemviertel ein paar Kinder rüberkommen. Da liegt das Mobbing schon in der Luft...
      3 0 Melden
    • Schlumpfinchen 20.03.2017 13:09
      Highlight Viele us-amerikanische Städte sind kurz vor der Pleite. Mit gut ausgebildeten Lehrern, sicheren Schulen und einem guten Bildungsplan könnte man deine negativen Punkte deutlich verbessern.
      Freie Schulwahl haben nur Leute der oberen Mittelschicht und Oberschicht, denn man muss sich eine bessere Schule auch erst leisten können. Die, welche es nicht können, kommen an eine Schule mit schlecht gebildeten Lehrern, schlechtem Bildungsplan usw. schlussendlich haben sie keine Chance aus ihrem Umfeld rauszukommen. Das hast du dir leider etwas zu wenig überlegt.
      3 0 Melden
  • Anam.Cara 20.03.2017 07:28
    Highlight Immerhin ist die Trump Regierung konsistent. Er hat nie gesagt: make America smart again...
    85 5 Melden
  • Kronrod 20.03.2017 07:17
    Highlight Der Artikel lässt die wichtigste Frage offen: wenn die Charter Schools tatsächlich so mies sind, wie hier nahegelegt wird, wieso schicken dann alle Eltern ihre Schüler dort hin?
    29 6 Melden
    • meine senf 20.03.2017 09:16
      Highlight Wahrscheinlich weil diese Information die Eltern gar nicht erreicht.
      Oder weil sie prinzipiell alles, was die "Experten", die "Lügenpresse" oder der "Mainstream" finden, für unwahr halten.
      25 1 Melden
    • suchwow 20.03.2017 10:10
      Highlight Weil es ja anscheinend keine Alternativen gibt. Public Schools? Nein. Private Schulen? Nicht bezahlbar. Charter Schools scheint eine mehr schlechte als rechte Lösung zu sein. Aber was will man machen?

      Siehst ja, wie es abgeht. Wenn es um WhatsApp geht und diesen Statusupdate, regen sich alle auf und zwingen WhatsApp zu einer Versionsrückkehr. Aber bei den ganz wichtigen Dingen steht niemand auf...
      38 0 Melden
    • Alnothur 20.03.2017 13:03
      Highlight Sie sind nicht so mies, wie hier nahegelegt wird, das ist die simple Antwort. Es ist nur das obligatorische "Private sind pöhse!! Mimimi!".
      2 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 20.03.2017 07:13
    Highlight Überall auf der Welt, auch in der Schweiz, investieren Regierungen weniger in die Bildung. Dank dem Internet sind jedoch günstigere Ausbildungen möglich und der Ort wird sekundär. Es ist auch ärmeren Leuten möglich, mit entsprechendem Einsatz, eine Bildung praktisch auf allen Niveaus zu erreichen. Mit ein paar Lehrern und Professoren vor Ort und einer privat organisierten Lern-Community, kann man heute bereits sehr gute Resultate erzielen. Zum Glück ist man im 21. Jahrhundert nicht mehr den Staat angewiesen, solange dieser nicht auch noch den Bildungszugang im Internet blockiert.
    10 93 Melden
    • EvilBetty 20.03.2017 09:36
      Highlight Und diese Leute studieren dann an der Youtube Uni mit Lehrmitteln aus dem KoppVerlag.
      46 1 Melden
    • alessandro 20.03.2017 10:11
      Highlight In der schule lernt man sehr viel mehr als nur inhaltlichen stoff. In der schule wird ein kind für eine lehre oder eine weiterführende schule vorbereitet. Die ganze internet sache ist vielleicht für zwei pro klasse etwas. Die anderen benötigen eine bezugsperson die führt, beratet, hilft, fördert, fordert und nicht zuletzt eine vorbildfunktion innehat.
      Du stellst dir die sache deutlich zu eindimensional vor.
      43 1 Melden
    • Adrian Habegger 20.03.2017 10:22
      Highlight Bullshit... sorry internet ersetzt keine bildung!! Klar die informatio en sind vorhanden und abeufbar doch ohne anleiteitung kann das WIssen schlecht erlernt werden... die möglichkreit im angesicht der lehrperson fragen zu stellen und fie zusammenhänge aufgezeigt zu bekommen ist ein zentraler Pfeiler der grundschule!
      31 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • ClownNr 20.03.2017 07:01
    Highlight Um Krieg zu führen braucht es schliesslich keine gut ausgebildete Bevölkerung. Ein Soldat der zu viel denkt und weiss ist nicht der beste! Und wenn man dann noch Geld für Waffen bei der Bildung einsparen kann...
    Armes Amerika!
    169 8 Melden
    • DerTaran 20.03.2017 07:54
      Highlight Unsere Schulen in der Schweiz sind zwar alle schick und gut ausgestattet, aber unsere Lehrpläne sind eine Katastrophe. Ich behaupte ja, dass machen unsere Politiker nur um der Industrie billige und willige Arbeitskräfte zu schenken.
      Nur 9 Jahre Schule und davon 1 Jahr Abzug für Bewerbungen lässt keinen Zeit für mehr als eine Grundbildung.
      24 70 Melden
    • Scaros_2 20.03.2017 08:38
      Highlight Warum sollen unsere Lehrpläne eine Katastrophe sein? Bitte führe aus da ich nicht dieser Meinung bin. In den 9 Jahren schule habe ich sehr viel gelernt was als Basis für die Berufswelt passte.
      33 2 Melden
    • ClownNr 20.03.2017 09:35
      Highlight Naja über Lehrpläne lässt sich streiten wie über die Ausländerfrage... Links vs rechts.
      Und schliesslich haben wir mit der Berufslehre eine der besten Grundbildungssysteme weltweit. Darf man diese 3-4 Jahre nicht zu den Schuljahren dazuzählen?
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  • Swisslord 20.03.2017 06:53
    Highlight
    http://
    73 1 Melden
  • pamayer 20.03.2017 06:35
    Highlight Das Übliche: Wert ist, wer/was Geld bringt.



    Der Rest kann vor sich hin siechen.
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  • TheDude10 20.03.2017 05:57
    Highlight Ich denke trump ist es nur recht, dass nur Reiche bildung erhalten und die armen ungebildet gehalten werden damit er sie weiterhin an der Nase herumführen kann.
    150 4 Melden
    • saukaibli 20.03.2017 08:29
      Highlight Klar, Rechtspopulisten sind immer gegen Bildung, sonst verlieren sie ihre Wähler. Was glaubst du wieso will die SVP immer bei der Bildung sparen?
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Warum die schlechtesten Gymi-Schüler häufig Akademiker-Kinder sind

Ein Fall aus dem Kanton Obwalden hat die Diskussion über die Chancengleichheit im Schweizer Bildungssystem neu entfacht. Bildungsökonom Stefan Wolter sagt im Interview, warum das Langzeitgymnasium der Chancengleichheit schadet und weshalb er dem «Doping-Mittel» der Nachhilfe kritisch gegenübersteht.

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