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«Eine ganze Reihe von Linien überschritten»: US-Präsident Donald Trump droht mit Vergeltung. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Trump nach Giftgasangriff: «Meine Einstellung zu Syrien und Assad hat sich sehr verändert»

05.04.17, 22:37 06.04.17, 08:02

Die USA haben der Regierung von Baschar al-Assad die Schuld für den Giftgasangriff in Syrien gegeben und einen möglichen Alleingang angedeutet. «Für mich sind eine ganze Reihe von Linien überschritten worden», sagte US-Präsident Donald Trump und drohte mit Vergeltung.

Trumps UNO-Botschafterin Nikki Haley sagte fast zeitgleich am Mittwoch im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York, Staaten seien beim Scheitern der Weltgemeinschaft manchmal «zu eigenen Massnahmen gezwungen».

Der UNO-Sicherheitsrat ging nach einer Sitzung zum Thema Giftgas ergebnislos auseinander. Zur Abstimmung über eine von den USA, Frankreich und Grossbritannien eingebrachten Resolution kam es nicht. Mit der zweiseitigen Resolution sollte der mutmassliche Angriff scharf verurteilt und eine rasche Aufklärung gefordert werden.

Russlands stellvertretender UNO-Botschafter Wladimir Safronkow griff seinen britischen Amtskollegen Matthew Rycroft direkt an:

«Haben Sie überhaupt geprüft, was Sie geschrieben haben? Dieser Entwurf wurde hastig vorbereitet und überhaupt nicht gründlich.»

Russischer UNO-Botschafter Wladimir Safronkow

Sanktionen sah der UNO-Resolutionsentwurf nicht vor, forderte für Untersuchungsteams der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) aber detaillierte Angaben über Lufteinsätze des syrischen Militärs sowie Zugang zu relevanten Militärflugplätzen. Erst im Februar hatten Russland und China mit ihrem Veto Sanktionen gegen die syrische Regierung wegen dessen Chemiewaffeneinsätzen verhindert.

Russland hält Syriens Regime die Treue

Moskau erklärte, Assad ungeachtet westlicher Vorwürfe des Angriffs weiter zu unterstützen. «Russland und seine Streitkräfte unterstützen weiterhin die Anti-Terror-Operation der syrischen Armee zur Befreiung des Landes», sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, in Moskau.

Das Aussenministerium in Moskau nannte Vorwürfe gegen die syrische Luftwaffe wegen des Giftgasangriffs eine Fälschung («Fake»). Der Iran kritisierte politisch motivierte Schuldzuweisungen wegen der Giftgastoten.

Trump: Einstellung zu Assad verändert

In den USA liessen Trump und Haley offen, ob und welche Konsequenzen nun folgen würden. Trump erklärte aber, seine Einstellung zu Assad habe sich verändert. Die syrische Regierung werde «auf jeden Fall» ein Zeichen erhalten. Dieser «Affront des Assad-Regimes gegen die Menschlichkeit kann nicht toleriert werden», sagte Trump. Der Angriff am Dienstag auch auf Frauen, Kinder und Babys sei entsetzlich und furchtbar.

Die Lage in Syrien ist kompliziert, die Mittel der USA und ihrer Verbündeten sind begrenzt. Washington kann kaum militärisch gegen Assad vorgehen, ohne sich damit unmittelbar gegen Moskau zu stellen, das wie der Iran die syrische Regierung unterstützt.

Bei dem vermuteten Giftgasangriff in Chan Scheichun in der Provinz Idlib waren am Dienstag Aktivisten zufolge mindestens 86 Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Moskau traf der Angriff syrischer Kampfjets eine Werkstatt, in der die Opposition Giftgasmunition herstellt. Assad-Gegner nannten dies eine Lüge.

Ärzte ohne Grenzen: Chemiewaffen eingesetzt

Die Symptome der Bomben-Opfer lassen auch nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) auf einen Chemiewaffen-Einsatz schliessen.

Die Berichte der Experten aus dem Land würden nahelegen, dass die Zivilisten mindestens zwei verschiedenen Arten von Nervengas ausgesetzt gewesen seien, teilte die Organisation in Genf mit. Bei dem jüngsten Angriff sei vermutlich ein Wirkstoff wie das Nervengas Sarin sowie Chlor eingesetzt worden.

In Syrien herrscht seit gut sechs Jahren Krieg. Mehr als 400'000 Menschen sind nach UNO-Schätzungen bislang gestorben, Millionen sind auf der Flucht.

Milliarden-Hilfsgelder zugesagt

Auf der internationalen Geberkonferenz in Brüssel für die notleidenden Menschen und Flüchtlinge in den Nachbarländern sagten Vertreter aus rund 70 Staaten – darunter die Schweiz – für das laufende Jahr insgesamt 5,6 Milliarden Euro (6 Milliarden Dollar) an Hilfsgeldern zu.

Bundesrat Didier Burkhalter gab an der Konferenz in Brüssel bekannt, dass sich die Schweiz mit 66 Millionen Franken für die Verbesserung der humanitären Lage der Menschen beteiligen wolle. Ausserdem würden 7,5 Millionen Franken zur Friedensförderung eingesetzt. (sda/dpa/reu/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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29
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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 12:24
    Highlight Trump hat den rep vorwahlkampf ja genau damit gewonnen sich vom rep establishment abzugrenzen obwohl sein politberater roger stone genau das ist. Berater von nixon reagan und der rep partei seit ca 1962.
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 12:20
    Highlight Man sieht das trump das geistige kind von spin doctor roger stone ist ein strammer rechts aussen politiker der schon zu nixons zeiten mit alternativen fakten arbeitete und auch sonst nicht zimperlich war. Er behauptete lyndon b. Johnson habe den kennedy mord in auftrag gegeben das ist in etwa so hanebüchend wie trumps behauptungen: obama sein kein us bürger, es gebe einen deep state der von obama/clinton gesteuert wird (wenn es den deep state gebe wer er nie gewählt worden). Putin hat in die wahl eingegriffen nicht um trump zum präsidenten zu machen sondern clinton und dem agenda zu verhindern
    0 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 11:28
    Highlight Obama war ein grosser präsident er wird irgendwann in einem atemzug mit washington lincoln und franklin delano roosevelt genannt werden. Obama hatte realistisch gesehen nie die chance all die erwartungen und hoffnungen die auf ihn projeziert wurden zu erfüllen. Dazu noch das problem der realpolitik wo nicht das wünschenswerte sonder das machbare usus ist. Obama hat nie menschen beleidigt hass geschürt falsche versprechungen gemacht. Trump hat die zentralen wahlversprechen (wahlkampflügen) nicht erfüllt keine mauer die mexiko bezahlt, kein ersatz von obamacare durch etwas besseres, clintonfrei
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    • blaubar 06.04.2017 21:30
      Highlight @deleted: "Obama hat nie menschen beleidigt hass geschürt" Richtig. Er hat sie schlicht und einfach DELETED. 3000 Tote, ohne Gerichtsurteil per Drohne via Ramstein (D) als Funkbrücke einfach ausgelöscht. Ich finde dafür sollte er auch noch einen Oscar bekommen. Das ist ein richtig tolles Vorbild für alle.
      0 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 11:15
    Highlight Komisch das trump immer noch als nicht establishment gilt man sollte mal seinen politikberater roger stone ansehen. Er ist ein berater der rep partei der schon nixon und regan beraten hat viel mehr establishment geht ja gar nicht. Trump ist vielleicht eben doch ein mandchurien kanidat oder die rep wollten nur das weisse haus wieder haben und haben in dem apprentice star eine figur gesehen mit der sie die verhasste obama politik stoppen konnte. Die rep haben in der zweiten amtszeit obama keine politik für ihre wähler gemacht sondern nur obamas agenda blockiert.
    3 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 11:02
    Highlight Bei dem hintergrund von trump militärschule und seinem grössenwahnn opportunismus narzissmus der krankhaft wirkt frag ich mich manchmal ob im weissen haus nicht ein mandchurien kanidat sitzt
    2 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 10:55
    Highlight Trump ist ein ignorant ich frage mich immer noch wie so einer die wahl gewinnen konnte. Jemand der sagt man habe nicht ahnen können wie komplex die materie krankenversicherungn ist und einen giftgas angriff von assad um zu merken was das für einer ist obwohl der geheimdienst die rolle assads als extremisten unterstützer während der us besatzung des iraks dem präsidenten sicher mitgeteilt hat. Und er ist so blöd zu meinen assad habe das allein gemacht zu putin kein wort. assad hat das nicht ohne rückendeckung aus moskau gemacht. Der anschlag am tag davor lässt rache als motiv immer wahrscheinli
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  • rodolofo 06.04.2017 07:02
    Highlight Vielleicht ist ja das "Orange Riesenmeerschweinchen" doch noch lernfähig?
    In diesem Zusammenhang ärgere ich mich immer darüber, dass sein Vorgänger, Barak Obama, als mitschuldig am Syrischen Bürgerkrieg bezeichnet wurde, weil er eine "Rote Linie" bezeichnet hatte, die bei Überschreitung Konsequenzen nach sich ziehen würde.
    Russland hat mit seiner Intervention die Verantwortung übernommen, dass dessen Schützling Assad und sein Régime sein Giftgas-Arsenal verschrottet und unschädlich macht!
    Wie wir heute wissen, war das nur eine Finte...
    Putin-Russland und Assad-Syrien sind skrupellose Nazis!
    4 6 Melden
    • blaubar 06.04.2017 12:52
      Highlight @rodolofo: Wir wissen überhaupt nichts. Bei diesen Quellen ist keine Information vertrauenswürdig.
      0 2 Melden
  • FrancoL 06.04.2017 01:58
    Highlight Bei solchen Aussagen frage ich mich: Wo sind die die HC als die Kriegstreibern hingestellt haben und versichert haben, dass Trump nicht in gleicher Art vorgehen würde?
    8 4 Melden
    • Dong 06.04.2017 08:32
      Highlight Hallo FrancoL: Ich denke nach wie vor, dass das unter HC wohl noch direkter zur Sache gegangen wäre, das ist alles.
      Der Umstand, dass für mich einer wie der in gewissen Angelegenheiten das kleinere Übel ist, ist auch mir nicht entgangen, das zeigt in etwa den Stand meiner Desillusioniertheit...
      3 2 Melden
  • Pasch 06.04.2017 01:43
    Highlight Fuchs Nachrichten
    1 1 Melden
  • Stoli49 06.04.2017 01:05
    Highlight Gewalt ist sicher die richtige lödung. Wissen wir ja mitlerweile.
    Seit wann interessiert eigentluch jemand menschenleben?
    1 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.04.2017 00:56
    Highlight Es sieht immer mehr so aus als putin, der kalte krieger, heiss wurde und er assad wegen st. Petersburg, von der leine liess. Und im weissen haus sitzt ein ignoranter psycho. Na dann gute nacht.
    3 5 Melden
  • batschki 06.04.2017 00:07
    Highlight Chemische Kampfgase geht gar nicht!
    Nur scheusslich.
    Es gefällt mir, dass Unternehmer Trump das auch so sieht.
    Vergifter gehören wegen Massen Mordes angeklagt. Wenn Justiz nicht hilft, dann eben Gegengewalt
    3 5 Melden
    • blaubar 06.04.2017 12:49
      Highlight Nein, eben nicht. Gewalt mit Gewalt bekämpfen??? Da gehört die UNO hin.
      0 2 Melden
  • blaubar 06.04.2017 00:02
    Highlight Ist es eigentlich wichtig für so einen Angriff der USA, ob Assad tatsächlich schuld an diesem Giftgasangriff ist, oder ist das nicht so extrem wichtig? Peanuts? Irgendwie klingelt es bei mir im Kopf, mich dünkt, so ähnliches hätte ich schon ein paar Mal erlebt. In Lybien, im Irak und in Vietnam. Bin mal gespannt, ob das Buebetrickli immer noch funktioniert.
    3 5 Melden
  • Abbaio 05.04.2017 23:54
    Highlight Glaube kaum, dass Trump die angekündigte Einzelaktion gegen Assad ausführen wird. Denn wie würden Russland, China und der Iran darauf reagieren? Zu riskant für die USA. Immerhin hat Trump diesmal seinen Zorn zumindest verbal an die richtige Adresse, Assad, gerichtet.
    18 13 Melden
    • FrancoL 06.04.2017 01:56
      Highlight An die richtige Adresse? Ist das SOOO klar, dass der Giftgas-Angriff von Assad kam?
      5 2 Melden
    • Abbaio 06.04.2017 11:38
      Highlight Nein ist es nicht. Hätt mich präziser ausdrücken sollen: Jetzt beschimpft er mal einen wirklich Bösen ders verdient hat.
      1 0 Melden
    • blaubar 06.04.2017 21:25
      Highlight Die Quellen für den Giftgasangriff sind ein Ex-Rebell (Syrische Beob.stelle) und ein paar Halsabschneider (White Helmets).
      Also KEINE Quelle. Unbrauchbar. Höchst tendenziös, verlogen und manipulativ! Nachweislich.
      0 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.04.2017 23:42
    Highlight Blablabla.

    Auf Kosten von unschuldigen Menschen.
    Und Waffen verkaufen.
    Und sich bereichern.
    America first.
    21 16 Melden
    • Enzasa 06.04.2017 03:40
      Highlight Na ja, alle Länder die Waffen verkaufen first
      1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.04.2017 23:38
    Highlight Hat er nicht gesagt, er möchte weniger Weltpolizei spielen?

    Oder hat da eine gewisse Lobby über Kushner etwas in Auftrag gegeben?
    21 7 Melden
  • Majoras Maske 05.04.2017 23:06
    Highlight Sollte Trump in Syrien militärisch gegen Russland und Iran vorgehen, wird er wohl auch die anderen westlichen Länder mit einer "Präsenz" in Syrien mit in den Konflikt reissen, also UK, FR und DE. Und aus dem Stellvertreterkrieg könnte ein echter werden. Und das Anliegen der ursprünglichen und vermutlich längst toten Demonstranten bleibt noch immer unerfüllt, nämlich die Demokratie.
    30 0 Melden
    • Enzasa 06.04.2017 03:41
      Highlight Trump schwenkt sich auf Clinton Linie ein
      5 1 Melden
  • Scaros_2 05.04.2017 22:47
    Highlight Und Tillersonnsagte vir kurzem noch das Syrische Volk solle entscheiden.
    9 4 Melden
    • ezclips 06.04.2017 00:31
      Highlight Leute das ist doch nicht so schwierig zu verstehen. Rex hatte vor ein paar Tagen ein kleiner Ausrutscher. Das hat halt den Herren die Millionen in das „Assad Removal Project“ investiert haben, nicht gefallen. So lässt man halt möglichst grausam und Medienwirksam, zivilsten über die Klinge spring und schon sind wieder alle schön auf einer Line. Militärisch brachte dieser Chemieangriff Assad anscheinend nicht viel die Rebellen & WH sind ja noch da für die Kamera, politisch den Gegnern von Assad schon.
      3 0 Melden
    • Scaros_2 06.04.2017 08:52
      Highlight In diesem Krieg kann man so oder so nicht mehr differenzieren ob so ein Angriff jetzt wirklich von Der Regierung oder sonstigen Leuten gekommen ist. Für mich ist es unmöglich zu beurteilen was richtig ist.
      3 0 Melden

Trump telefoniert mit Macron und Putin droht USA – Syrien steht erneute Eskalation bevor

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump haben sich für eine «starke Reaktion» auf einen mutmasslichen Giftgasangriff in Syrien ausgesprochen. Putin droht den USA mit «schwerwiegenden Folgen» im Falle eines Angriffs. 

Trump und Macron berieten in einem Telefonat erneut über eine Reaktion, wie der Elysée-Palast am späten Montagabend mitteilte. Im Gespräch bekräftigten beide Präsidenten, dass sie eine «starke Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf diese neuen Verstösse gegen das Chemiewaffenverbot» befürworteten.

Kurz zuvor hatte Trump gesagt, er wolle in den kommenden Stunden eine Entscheidung hinsichtlich eines möglichen militärischen Vorgehens verkünden. Eine Entscheidung diesbezüglich werde noch …

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