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Kim Jong Un wird sich von Donald Trump kaum einschüchtern lassen. Bild: Wong Maye-E, Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

«Burger-Diplomatie» mit Kim Jong Un? Wie Trump Nordkorea stoppen kann

Mit dem Abschuss einer Interkontinentalrakete hat Nordkorea eine neue Eskalationsstufe gezündet. Die USA reagierten scharf – doch Donald Trumps Optionen sind beschränkt.

05.07.17, 14:30 06.07.17, 08:21

Soll man mit Nordkorea verhandeln? Für Donald Trump ist dies durchaus eine Möglichkeit. Im letztjährigen Wahlkampf gab sich der heutige US-Präsident offen dafür. Er würde für Machthaber Kim Jong Un nicht gerade ein Staatsbankett ausrichten, sagte er im Mai 2016: «Aber wir sollten zusammen einen Hamburger an einem Konferenztisch essen.»

Ob sich der jugendliche Diktator mit «Burger-Diplomatie» besänftigen lässt, scheint fraglich. Am Dienstag zündete Kim im wahrsten Sinn des Wortes eine neue Eskalationsstufe. Erstmals hat Nordkorea erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet, die Alaska und damit das Territorium der USA erreichen könnte.

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Nordkorea: Dritter Raketentest in einem Monat

Video: srf/SDA SRF

Der Test fand nicht zufällig am 4. Juli statt, dem Nationalfeiertag der USA. Kim Jong Un nannte die Rakete ein «Geschenk» für die «amerikanischen Bastarde». Damit steigt die Furcht vor einer weiteren Eskalation, etwa durch die Entwicklung von Atomsprengköpfen. Ausgeschlossen ist dies nicht, auch wenn es bei Nordkoreas Atomprogramm immer wieder Rückschläge gab.

«Nichts besseres zu tun?»

Was aber machte Donald Trump? Er reagierte auffallend verhalten. «Hat dieser Typ nichts besseres zu tun?» liess er via Twitter mit Verweis auf Kim Jong Un verlauten. Es sei schwer zu glauben, dass sich Südkorea und Japan das noch sehr viel länger bieten lassen. Vielleicht werde China einen «erheblichen Schritt» unternehmen, «und diesen Unsinn ein für allemal beenden».

Trumps Tweets zeigen, dass die USA bei aller verbaler Kraftmeierei kaum Optionen haben, um das kommunistische Regime in Pjöngjang zu stoppen:

Krieg

Einen Waffengang mit Nordkorea würden die USA sehr wahrscheinlich gewinnen. Aber der Preis wäre hoch, man rechnet mit bis zu einer Million Todesopfer. Besonders gefährdet ist Südkorea, dessen Hauptstadt Seoul sich in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie befindet.

Raketenübung von USA und Südkorea nach Nordkoreas Raketentest

Auch niederschwelligere Massnahmen wie eine Seeblockade könnten eine heftige Gegenreaktion auslösen. Deshalb halten sich selbst notorische  Falken wie die Senatoren John McCain und Lindsey Graham mit Forderungen nach einem Militärschlag zurück. US-Verteidigungsminister James Mattis warnte, ein Krieg mit Nordkorea hätte «katastrophale Folgen».

China

China solle «diesen Unsinn ein für allemal beenden», meint Donald Trump. Tatsächlich sind die Chinesen als wichtigste Verbündete wohl die einzigen, die Nordkorea in die Knie zwingen könnten. Und Peking ist selber nicht glücklich über Pjöngjangs Provokationen mit Atom- und Raketentests. Im April verhängte China deswegen einen Einfuhrstopp für Kohle aus Nordkorea.

Bewirkt hat es nichts, denn Kim Jong Un weiss, dass seine kommunistischen «Brüder» einen Sturz seines Regimes nicht riskieren. China müsste in diesem Fall mit einer Flüchtlingswelle aus dem völlig verarmten Nordkorea rechnen. Vor allem aber fürchtet Peking, dass im Fall einer Wiedervereinigung beider koreanischer Staaten bald US-Soldaten an der Grenze stehen werden.

Sanktionen

Der UNO-Sicherheitsrat hat zahlreiche Massnahmen gegen Nordkorea verhängt. Er kommt am Mittwochabend zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Europäische Union erwägt als Reaktion auf den Raketentest neue Sanktionen.

Bewirkt haben sie bislang nichts. Das totalitäre Regime lässt lieber seine Bevölkerung verhungern, als bei seinem Streben nach Atomwaffen nachzugeben. Und wirklich schmerzhafte Massnahmen wie ein Ölembargo dürften am Widerstand Chinas scheitern, aus den erwähnten Gründen.

Diplomatie

Mit einem Hamburger wird sich Kim Jong Un kaum abspeisen lassen. Dennoch sind direkte Verhandlungen mit den USA das Hauptziel seiner Provokationen. Bislang weigerte sich Washington, dieses Kalkül zu honorieren. Trotzdem gab es immer wieder Kontakte auf diplomatischer Ebene, etwa im Fall des verstorbenen Studenten Otto Warmbier.

Jimmy Carter bei seinem Besuch in Nordkorea 2010. Bild: EPA

Experten schlagen vor, eine hochrangige Persönlichkeit als Vermittler einzuschalten. In der Vergangenheit hat dies funktioniert, zumindest zeitweise. Ex-Präsident Jimmy Carter besuchte 1994 Kims Grossvater Kim Il Sung und entschärfte die erste Krise um Nordkoreas Atomprogramm. 2010 reiste er erneut nach Pjöngjang und erreichte die Freilassung eines inhaftierten US-Bürgers. Im Jahr davor hatte Bill Clinton zwei Amerikanerinnen frei bekommen.

Eine solche Visite könnte Kim Jong Uns Ego schmeicheln. Auf die Besuche des Basketballstars Dennis Rodman reagierte er äusserst wohlwollend. Eines allerdings stellte der Diktator klar: Nordkorea wird nie auf Atomwaffen verzichten. Ein abschreckendes Beispiel sind für ihn Saddam Hussein und Muammar Gaddafi. Beide waren zur Vernichtung ihrer Waffenarsenale bereit. Sie «bezahlten» dies mit dem Verlust ihrer Macht und am Ende ihres Lebens.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Butzdi 05.07.2017 21:13
    Highlight Trump hat sich in seinen 71 Jahren noch nie als Held hervorgetan. Mit dem goldenen Löffel im A geboren bekam er immer was er wollte, drückte sich vor Arbeit und Verantwortung und rächte sich an denen die an ihm zweifelten.
    Nun ist er theoretisch die mächtigste Person der Erde und erwartet gehorsam und Unterwerfung wenn er tweetet. Leider ist auch Präsident sein viel komplizierter als er sich das vorstellte. China, NK, Russland und viele andere Länder respektieren ihn absolut nicht. Daher geht er golfen, tweetet und sucht seine vor seiner Nase parkierte Limousine. Sad old man... abtreten.
    11 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.07.2017 18:45
    Highlight Die einen wollen uns besteuern bis das Zahnfleischbluten noch als Blutspende durchgeht, die anderen wollen uns ausbeuten in jeglicher Hinsicht, bis wir völlig marode geworden freiwillig unser Herz einem Roboter spenden. Und im Sandkasten der Welt sitzen zwei fette Bubis und spielen mit Nuklearwaffen. Ach, Asteroid, sei gnädig. Wir sind nicht würdig für das Geschenk, das uns die Natur gemacht hat: Mensch zu sein.
    11 8 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.07.2017 18:37
    Highlight Wer ist eigentlich für die Besetzung all dieser Regierenden verantwortlich? Das Volk? Wir haben ja nur noch die Wahl zwischen Geldgier oder Machtwahn. Seine Tage wirklich leben kann man wohl nur noch, wenn man diese Politheinis ausblendet.
    6 9 Melden
  • LeChef 05.07.2017 17:18
    Highlight Die Sorge der Nordkoreaner ist sicher nicht unbegründet. Natürlich würden die USA gerne ein wiedervereinigtes Korea sehen, nicht zuletzt um im Notfall einen direkten Landzugang zu China zu haben. Gleichzeitig ist es aber auch realistisch, dass Kim versucht den Süden anzugreifen, sollten die USA und Japan ihm eine zu starke Aufrüstung erlauben bzw. ihre Bündnisse relativieren. Auch Kim sähe gerne ein vereinigtes (kommunistisches) Korea. Dass Südkorea gegen den Norden allein bestehen würde, ist unwahrscheinlich.
    5 2 Melden
  • Rubby 05.07.2017 16:19
    Highlight Oh mein gott zwei deppen die mit waffen spielen...das kann kein gutes ende finden ...
    16 13 Melden
  • Schwanzus Longus 05.07.2017 16:01
    Highlight Eins muss man dem Nordkoreanischen Regime lassen. Sie waren seit dem Koreakrieg nie in Kriegerische Handlungen verwickelt. Auch haben sie ihre Atomwaffen nie eingesetzt. Auf die USA trifft das Komplette Gegenteil zu die Länder in Schutt und Asche gebombt hat. Aber eines ist sicher, die USA und Nordkorea brauchen sich Gegenseitig. Die USA um ihre Truppen in Fernost zu Begründen, Nordkorea um ein Feindbild zu haben das ihr Regime rechfertigt. Sie neutralisieren sich Gegenseitig was tatsächlich den Frieden erhält. Krieg ist nicht realistisch. Es wird nur gepoltert aber der Frieden bleibt.
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    • Pedro Salami 05.07.2017 19:31
      Highlight Doch, waren sie. Es gab schon div. Scharmützel mit Südkorea auf See wie auch an Land. Natürlich waren das kriegerische Handlungen.
      3 8 Melden
  • AllIP 05.07.2017 15:29
    Highlight Machen wir es einfach......
    22 6 Melden
  • Luca Brasi 05.07.2017 15:18
    Highlight Jemanden schicken, der Kims Ego schmeichelt? Also von den ehemaligen US-Präsidenten blieben noch Carter, die beiden Bushs und Obama übrig. Carter und Bush senior sind zu alt und Bush junior stellte Nordkorea in "die Achse des Bösen". Bleiben dann nur noch als letzte Hoffnung Friedensnobelpreisträger Obama, Basketballstar Rodman und der amtierende Präsident der USA für eine solche diplomatische Visite. Ob es wirklich etwas bringt, steht auf einem anderen Stern. Es müsste wohl ähnlich verlaufen wie beim Iran, wobei die Trump-Administration diesen Deal ja auch nicht mag.
    26 11 Melden
    • Richu 05.07.2017 15:56
      Highlight @Luca Braci: Sehrwahrscheinlich kann nur China den nordkoreanischen Machthaber zur Vernunft bringen!
      17 1 Melden
    • René Obi 05.07.2017 16:02
      Highlight Der Trumpel soll doch seinen Schwiegersohn schicken. Der kann ja anscheinend alles...
      16 10 Melden
    • bokl 05.07.2017 18:11
      Highlight @LB
      Und zwischen den Büschen war acht Jahre Anarchie? Oder muss Bill noch seine Hillary trösten und hat keine Zeit?
      15 2 Melden
    • Luca Brasi 05.07.2017 18:29
      Highlight @bokl: Jetzt habe ich doch glatt den Clinton vergessen! Danke. Mea culpa, er ist ja auch noch da. Er sah aber auch schon fitter aus. Und seine Beziehung zum jetzigen US-Präsidenten dürfte wohl nach dem Wahlkampf seiner Frau auch nicht so toll sein.
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