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Drei Milliarden von der EU für Flüchtlinge sind der Türkei nicht genug

22.01.16, 06:22 22.01.16, 06:34


In der Flüchtlingskrise muss die EU aus Sicht der türkischen Regierung höhere Finanzhilfen als die bislang versprochenen drei Milliarden Euro einkalkulieren. Nach Aussagen des Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu reichen die Mittel vermutlich nicht aus.

epa05115598 Ahmet Davutoglu, Prime Minister of Turkey speaks during a panel session during the 46th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, 21 January 2016. The overarching theme of the Meeting, which takes place from 20 to 23 January, is 'Mastering the Fourth Industrial Revolution.'  EPA/LAURENT GILLIERON

«Bloss ein Zeichen des politischen Willens»: Davutoglu zu EU-Angebot. 
Bild: EPA/KEYSTONE

«Wir betteln nicht um Geld von der EU», sagte Davutoglu im Interview mit der Nachrichtenagentur DPA. «Aber wenn es einen ernsthaften Willen gibt, die Last zu teilen, dann müssen wir uns hinsetzen und über alle Einzelheiten der Krise sprechen.» Vor deutsch-türkischen Regierungskonsultationen am Freitag in Berlin fügte er hinzu: «Drei Milliarden Euro sind nur dazu da, den politischen Willen zur Lastenteilung zu zeigen.»

«Niemand kann von der Türkei erwarten, die gesamte Last alleine zu tragen.»

Türkischer Ministerpräsident Ahmet Davutoglu

Die Türkei ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge besonders aus Syrien, die in die EU kommen. Die EU hat der Türkei drei Milliarden Euro für die syrischen Flüchtlinge im Land zugesagt. Bereits über die Finanzierung dieser Summe gibt es unter den Mitgliedstaaten aber Streit.

Davutoglu sagte im Interview in Davos vor seiner Abreise nach Berlin: «Wir exportieren keine Krise, die Krise ist in die Türkei exportiert worden. Jetzt ist es eine europäische Krise geworden. Wir haben 2,5 Millionen Flüchtlinge in der Türkei aus Syrien, 300'000 weitere aus dem Irak

Die Türkei habe umgerechnet fast neun Milliarden Euro für die Flüchtlinge ausgegeben. «Niemand kann von der Türkei erwarten, die gesamte Last alleine zu tragen», sagte er. (kad/sda/dpa)

Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 22.01.2016 08:58
    Highlight Der neue UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi erinnerte kürzlich daran, dass Syriens Nachbarländer wie Jordanien, der Libanon und die Türkei noch immer einen Grossteil der Flüchtlinge unterbringt.
    Man darf daher auch daran erinnern, dass die Golfstaaten fast gar keine Flüchtlinge aufnehmen. Dabei sind diese nicht nur in der Region und habe dieselbe Sprache, Kultur und Religion wie die Flüchtlinge, sie haben darüberhinaus auch noch viel Geld wie Heu genug Platz für die Neuankömmlinge.
    7 0 Melden
    • ferox77 22.01.2016 10:02
      Highlight 2)
      KSA und Katar unterstützen auch noch den Daesh (IS) und tragen damit zu einer Verschärfung des Syrien-Konflikts bei. Somit sollten sie auch die Flüchtlinge aufnehmen.
      5 0 Melden
    • Joey Madulaina 23.01.2016 10:59
      Highlight Klar, die Superschurken in dieser Gegend, die eine ähnliche "Rechtsprechung" wie der Daesh haben (Saudi Arabien...), sollen Menschen aufnehmen, die vor dem Daesh und dem Krieg flüchten. Flüchtlinge sollen also bei Ländern Schutz suchen, die im Krieg mitmischen und den Daesh unterstützen, vor dem sie fliehen. Klingt logisch...
      0 1 Melden
  • Bärner Gieu 22.01.2016 07:32
    Highlight Ein CHF ist in der Türkei 10 mal mehr wert als in Europa. Die Schweiz könnte sich ja beispielsweise mit 10 Milliarden CHF in den Flüchtlingslagern im Libanon engagieren. Dann könnten wir hier eine restriktive Aufnahmepolitik betreiben, und es wäre ein Signal an die EU, viel mehr zu tun. Und den Leuten wäre vor Ort geholfen. Eine win-ein-Situation für alle. Und die Schlepper hätten das Nachsehen.
    2 5 Melden
  • Scaros_2 22.01.2016 07:19
    Highlight Diese Zahlen sind für mich nicht nachvollziehbar. Hier ein paar Milliarden, da ein paar Milliarden, paar Millionen für Griechenland undn nochmals etliche Milliarden für die Banken. Aber oft wird im eigenen Lande, an den eigenen Menschen gespart. Aber für so was hat man immer Geld. Geld das bei Ländern ankommt die für korruption bekannt sind.
    4 1 Melden
    • FrancoL 22.01.2016 12:06
      Highlight @Rhabarber; Und Deine Darstellung ist so sicher wie die Sonne im Westen aufgeht? Oder könnten sich da Fehler eingeschlichen haben?
      5 1 Melden
    • FrancoL 22.01.2016 18:53
      Highlight @Rhabarber; Ja ich dachte halt die Sonne geht schon noch im Osten auf und das dürfte Krisen hin oder her auch so bleiben.
      Wenn Sie dann so direkt nach "Fehlern" fragen kann ich dann noch festhalten dass zur Zeit die Investitionen in den meisten Herkunftsländer kaum etwas bringen, denn der Effekt, wenn es den in der ersten Investitions-Welle überhaupt gibt, kämme zu spät.
      Heute wäre es sinnvoll nicht direkt in den Ländern sondern unmittelbar in der Nähe zu helfen und Auffanglager zu unterstützen, damit die Hoffnung auf eine Heimkehr aufrecht erhalten wird und der Kultursprung kleiner bleibt.
      2 0 Melden

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