International

Einmal Pommes, bitte! Hier stärkt sich Angela Merkel in der Frittenbude für den EU-Gipfel

Stunde um Stunde zogen sich die Verhandlungen in Brüssel um Fragen wie den «Brexit» und die Flüchtlingskrise. Irgendwann hatte Bundeskanzlerin Merkel genug – und zog erst mal um den Block.

20.02.16, 07:49 20.02.16, 14:51

Peter Müller

Ein Artikel von

Die Brüsseler sind auf vieles stolz, das Atomium, ihren grandiosen gotischen Rathausplatz, das hochprozentige Bier und natürlich, die belgische Pommes. Eine Frage, über die sich die Einwohner der EU-Hauptstadt mit Leidenschaft streiten, dreht sich denn auch um die Kartoffenstreifen: Welche Frittenbude in der Stadt ist die beste?

Kanzlerin Angela Merkel entschied sich beim EU-Gipfel am Freitagabend ganz pragmatisch – sie ging zur nächstgelegenen Fritterie, Maison Antoine, am Place Jourdan, gleich neben dem Europaviertel.

Der Gipfel zum Thema Brexit schleppte sich seit Stunden dahin, es gab viele Einzelgespräche, Ratspräsident Tusk verhandelte mit Frankreichs Regierungschef Hollande und David Cameron, der Premier Grossbritanniens nutzte sowieso jede Gelegenheit, um klar zu machen, dass er hier um alles kämpfte. Was allerdings viel zu kurz kam, war die Nahrungsaufnahme.

Aus dem geplanten British Breakfast der EU-Regierungschefs sollte ein Mittagessen werden, dann verging die britische Tea Time ohne ein Treffen im Kreis der EU 28, auch das Abendessen liess auf sich warten.

«Andalouse» 3 Euro plus 70 Cent für die Sosse

Angela Merkel, die bislang bei noch fast jedem Gipfel im Mittelpunkt stand (Euro! Griechenland! Flüchtlinge!) und sich bestenfalls mal ein kleines Brötchen genehmigen konnte, fand sich bei diesem britischen Weltmachtsgetue mit einem Mal in einem Zustand wieder, den sie in Brüssel nicht kennt: Die Kanzlerin hatte Freizeit – und nutzte sie.

Also ging sie mit ihrem Europaberater Uwe Corsepius und Regierungssprecher Steffen Seibert ein bisschen um den Block. Ihr Ziel: die Frittenbude am Place Jourdan. Die Kanzlerin bestellte klassisch, wie die Nachrichtenagentur Reuters recherchierte: Als Sauce auf ihre Fritten nahm die Kanzlerin «Andalouse»: Majonese mit Tomatenpaste und Pfeffer. Teuer war es nicht, 3 Euro plus 70 Cent für die Sosse.

Es ist nicht das erste Mal, das Merkel mit gastronomischen Ausflügen für kleine Schlagzeilen sorgt. beim G-20-Gipfel in Brisbane im Herbst 2014 berichteten australische Medien ausführlich über einen Pub Crawl, den die Kanzlerin nach ihrer Ankunft in ihrem Hotel in der Vergnügungsmeile unternommen habe. Garniert waren die Berichte mit Selfies von deutschen Touristen mit Merkel. Damals waren Selfies noch harmlos.

Noch mehr mächtige dieser Welt: Diesen 62 Superreichen gehört so viel wie der halben Welt

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • niklausb 20.02.2016 11:51
    Highlight auch die kocht nur mit Wasser bzw. isst hier halt mal frittiertes
    1 0 Melden
  • Bowell 20.02.2016 11:49
    Highlight So volksnah, niiicht.
    2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.02.2016 10:05
    Highlight wie boulevardesk!
    5 1 Melden

Werden Angela Merkel und Emmanuel Macron Europa retten?

Die grosse Koalition in Deutschland könnte zur grossen Chance für dringend nötige Reformen der EU werden – wenn die SPD es nicht vermasselt.

Die Sondierungsgespräche für eine grosse Koalition in Berlin sind erfolgreich abgeschlossen, das Jammern darüber gross. Rechts wird bemängelt, dass weder Steuern massiv gesenkt noch Reformen angepackt werden. Links trauert man der Bürgerversicherung nach und beklagt die Obergrenze für die Zuwanderung.

Die Kommentare der Polit-Gurus fallen denn auch wenig schmeichelhaft aus. Ob die grosse Koalition «wirklich eine gute Idee» sei?, fragt die «NZZ» besorgt. Das «Wall Street Journal» spricht …

Artikel lesen