International

Holte rund 58 Prozent der Stimmen: Rumen Radew. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Prorussischer Oppositionskandidat wird neuer Präsident Bulgariens

14.11.16, 00:19 14.11.16, 06:24

Bei der Stichwahl für das Präsidentenamt in Bulgarien hat der russlandfreundliche Oppositionskandidat Rumen Radew einen klaren Sieg eingefahren. Für den Kandidaten der Sozialisten (ehemals KP) stimmten offiziellen Zwischenergebnissen zufolge 59,08 Prozent der Wähler.

Die bürgerliche Regierungskandidatin Zezka Zatschewa kam auf lediglich 36,34 Prozent, wie die Zentrale Wahlkommission in der Nacht zum Montag mitteilte. Das amtliche Endergebnis der Stichwahl vom Sonntag soll spätestens bis Dienstagabend bekannt gemacht werden. Der frühere General und künftige Präsident Radew soll am 22. Januar 2017 sein Amt antreten.

Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen kündigte Ministerpräsident Boiko Borisow seinem Rücktritt an. Er hatte diesen Schritt bereits angedroht, nachdem Zatschewa schon in der ersten Wahlrunde Anfang November unterlag.

Sein Rückzug wird wahrscheinlich Neuwahlen im März nach sich ziehen. Angesichts vieler politischer Gruppierungen in Bulgarien wird zudem anschliessend mit Monate andauernden Koalitionsgesprächen gerechnet.

Von Beziehung zu Moskau profitieren

Der frühere Luftwaffenkommandant Radew hatte im Wahlkampf erklärt, sein Land müsse in den Beziehungen zur EU und zur NATO pragmatisch sein und nach Wegen suchen, von einer Beziehung zu Moskau zu profitieren. Auf dem politischen Parkett ist Radew ein Neuling. Er hat von der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Mitte-Rechts-Regierung von Borisow profitiert.

Den Bulgaren zeigte der Kampf gegen Korruption zu wenig Erfolge, sie sind enttäuscht von der EU und sorgen sich zunehmend vor einer Entfremdung eines immer selbstbewusster auftretenden Russland. (cma/sda/reu/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dan2016 14.11.2016 10:47
    Highlight Die Bulgaren machen es echt spannend. Und positionieren sich als erstes Kampffeld der Neufreunde Putin und Erdogan. Evtl. Eine Teilung eintlang Balkangebirge?
    0 2 Melden
  • Fumo 14.11.2016 08:48
    Highlight Das ein General ein Neuling auf den politischen Parkett ist würde ich nicht unbedingt behaupten. Wer kennt die Launen der Politiker besser als ihr Handlanger der die Kämpfe austragen muss?
    6 1 Melden

Nordiren blocken: Die 5 wichtigsten Antworten zum erneut geplatzten Brexit-Deal

Der Widerstand Nordirlands verhindert in letzter Minute einen Brexit-Deal. Doch London und Brüssel sind zuversichtlich, noch diese Woche handelseinig zu werden. Wieso das von grosser Wichtigkeit ist und wie es jetzt weiter geht.

So nah, aber doch so fern: Nachdem sich letzte Woche eine Lösung im Streit um Grossbritanniens Brexit-Rechnung abzeichnete, ging es am Montag in Riesen-Schritten einem Deal entgegen. Die britische Premierministerin Theresa May war auf Brüssel-Besuch und sollte mit dem EU-Kommissionspräsidenten letzte Differenzen bei den Fragen der Rechte der vom Brexit betroffenen Bürger und der künftigen EU-Aussengrenze in Nordirland klären. EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte nach einem Telefonat mit …

Artikel lesen