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Macron fordert nichts weniger als die «Wiedergeburt Europas»

17.04.18, 11:38

Der französische Präsident Emanuel Macron hat in einer engagierten Rede vor dem EU-Parlament eine «Wiedergeburt Europas» und ein Schliessen der Kluft zwischen Nord- und Südeuropa gefordert. Er bezeichnete die europäische Demokratie als «unsere Trumpfkarte». Der grösste Fehler wäre es, dieses Modell preiszugeben.

«Wenn wir uns nicht klar zu Demokratie mit allen Facetten in Europa bekennen, sind wir auf dem Holzweg.»

Denn «nicht nur Geld oder ein Vertrag» verbinde Europa, sondern «ein Zusammengehörigkeitsgefühl, eine Kultur», betonte Macron am Dienstag in Strassburg.

Der französische Präsident Emanuel Macron bei seiner engagierten Rede vor dem EU-Parlament am Dienstag in Strassburg. Bild: EPA/EPA

Entschieden wandte sich Macron gegen ein Europa, in dem nationale Egoismen zurückkommen. «Die illiberale Faszination wird von Tag zu Tag grösser». Aber «wenn wir uns nicht klar zu Demokratie mit allen Facetten in Europa bekennen, sind wir auf dem Holzweg», sagte er.

«Gegenüber einer autoritären Grundeinstellung überall ist die Antwort nicht die autoritäre Demokratie, sondern die Autorität durch Demokratie»

Es müsse eine «neue europäische Souveränität aufgebaut werden, die den Bürgern klare, entschlossene Antworten bietet. Damit klar wird, dass wir sie schützen können gegenüber der Unordnung der Welt». Es «sollte nicht die todbringende Illusion hier greifen, die unseren Kontinent in den Abgrund stürzt», sagte Macron weiter.

Gegenüber einer «autoritären Grundeinstellung überall» sei die Antwort «nicht die autoritäre Demokratie, sondern die Autorität durch Demokratie».

Gerade im Vorfeld der anstehenden EU-Wahlen nächstes Jahr sei es wichtig, die Werte hochzuhalten. Er wolle nicht, dass die Illusion der Gewalt mit einem Verzicht auf Freiheit verbunden sich breit mache, denn das wäre ein «Europa, in dem die Demokratie zur Ohnmacht verurteilt» werde. Notwendig sei natürlich aber auch eine kritische Debatte über Europa. (whr/sda/apa)

Mehr Europa und weniger Beamte – das hat Macron mit Frankreich vor

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16
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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 17.04.2018 19:15
    Highlight Macron fordert nichts weniger als die «Wiedergeburt Europas»

    Ist Macron Hindu?
    2 0 Melden
  • Radiochopf 17.04.2018 14:23
    Highlight Blablabla.. Herr Macron, statt schöne Worte ohne Tagen erwarte ich Taten von ihnen die ihren Worten folgen.. davon war bis jetzt wenig zu spüren.. wieso streikt ihr Bahnpersonal? Vielleicht sollten sie mal lieber ihr Wahlversprechen einlösen.. und so nebenbei, es gibt nicht nur Nord und Südeurop, nein auch Osteuropa und Westeuropa...mit May und Trump
    haben sie ja nun neue Freunde dir für ein vereintes Europa stehen - nicht...
    11 3 Melden
    • Grégory P. 17.04.2018 18:16
      Highlight Hoi radiochopf, Ich bin nicht sicher, ob Macron dich wirklich lesen und antworten wird... Auch deine Erwartungen sind herzig. Zum Inhalt: Ignoranz zeichnet dein Kommentar aus. Von rechts bis links sind sich alle Politikern und Beobachtern einig: Macron hat innert 12 Monate mehr Reformen geplant und durchgesetzt wie kein anderen Präsident der 5. Republik. Es ist auch der Grund, warum die Bahnmitarbeitern streiken. Streik gehört zur Französische Demokratie wie die Volksinitiative zur Schweiz. Bisschen Respekt mit unsere Nachbarn und Freunde könnte nicht schaden.
      1 2 Melden
  • fischbrot 17.04.2018 13:23
    Highlight "...fordert nicht* weniger..."
    7 1 Melden
  • Dong 17.04.2018 13:11
    Highlight Wenn denen die Demokratie am Herzen läge, könnten sie bei sich zuhause ja bspw. Volksabstimmungen einführen.
    Tun sie aber nicht, etwas mehr Bescheidenheit wäre also angemessen.
    26 7 Melden
    • TheRealSnakePlissken 17.04.2018 15:51
      Highlight Fetisch "Volksabstimmung" - als ob es keine gut funktionierenden rein repräsentativen Demokratien gäbe. In GB hat man es ja versucht mit der Brexit-Abstimmung und das Land tief gespalten.
      7 4 Melden
    • Dong 18.04.2018 09:26
      Highlight So hab ich das auch nicht gemeint. DE funktioniert - wenigstens wirtschaftlich - extrem gut, die GroKo hingegen macht (by Design) den Bundestag zur Alibiübung, entschieden wird da letztlich in den Parteizentralen.
      Abgesehen davon hast du natürlich recht, das Volk kann auch irren, wem sagst du das. Trotzdem halte ich Abstimmungen für ein gutes Mittel, Politiker und Volk zu synchronisieren.
      Wo ich halt kratzbürstig werde, ist, wenn Leute, wenngleich gewählt, die Bodenhaftung verlieren: "Autorität durch Demokratie", das könnte auch von Erdi stammen.
      1 0 Melden
    • TheRealSnakePlissken 18.04.2018 13:41
      Highlight Sicher, die Position des französischen Präsidenten ist sehr stark per definitionem. Frankreich war mal das bevölkerungsreichste Land Europas mit entsprechendem Machtanspruch und Weltsendungsbewusstein. Passt auch , dass F zentralistisch organisiert ist mit allen Vor- und Nachteilen. Innenpolitisch m.E. eher nachteilig (schwache Stellung der Regionen, KMU sind benachteiligt gegenüber Konzernen, totale Paris-Dominanz im medialen Bereich) aber aussenpolitisch kann rasch gehandelt werden und F spricht mit einer Stimme und nicht wie in D: kaum schaut Mutti Merkel nicht zum Rechten, tönt jeder rum
      2 2 Melden
  • TheRealSnakePlissken 17.04.2018 13:00
    Highlight Und die Schweiz glänzt bei all dem durch Abwesenheit. Dabei wäre jetzt angesagt, den Karren Europa GEMEINSAM aus dem Dreck zu ziehen, statt sich vor Trump, Putin und Co. wegzuducken.
    16 39 Melden
    • Ökonometriker 17.04.2018 14:44
      Highlight Die Schweiz wäre bei Europa wohl schon dabei - wenn die mal eine echte Demokratie, mit Initiative und Referendum, einführen würden.
      16 2 Melden
    • Saraina 17.04.2018 21:51
      Highlight Damit Europa lahmgelegt wird, mit unsinnigen "denen da oben zeigen wir's jetzt mal" Initiativen? Bürger, die über Referenden abstimmen obwohl sie null Ahnung von der Materie, aber eine simple Meinung haben? Lieber nicht.
      2 2 Melden
    • Ökonometriker 18.04.2018 07:34
      Highlight @Saraina: im Parlament sitzen sehr wenige Ökonomen - Juristen und Bauern entscheiden über die Wirtschaft unserer Nation. Die machen es nicht besser als der Durchschnittsbürger. Nur haben
      Parlamentarier als Teil der Elite auch die Interessen der Elite und werden von zudem von Lobbies beeinflusst.
      2 0 Melden
  • aglio e olio 17.04.2018 12:52
    Highlight "Entschieden wandte sich Macron gegen ein Europa, in dem nationale Egoismen zurückkommen. «Die illiberale Faszination wird von Tag zu Tag grösser». Aber «wenn wir uns nicht klar zu Demokratie mit allen Facetten in Europa bekennen, sind wir auf dem Holzweg», sagte er."

    Aha, aber wiederholte völkerrechtswidrige Angriffe (fehlendes UN Mandat),aktuell quasi im Alleingang mit GB und USA, sind keine nationalen Egoismen? Ich finde es widersprüchlich.
    39 15 Melden
    • TheRealSnakePlissken 17.04.2018 15:46
      Highlight Wenn das mit den Putin-Trollen hier nicht bald aufhört, muss ich mich leider von Watson verabschieden.
      5 9 Melden
    • Ollowain 17.04.2018 16:35
      Highlight TheReal.. : Du armer, willst du in eine Meinungsblase? Dann bleib bitte auf Facebook.
      8 3 Melden
    • aglio e olio 17.04.2018 16:53
      Highlight TheReal..., Pro Völkerrecht=Putin Troll? 😐
      Sorry, ich glaube dir fehlt die Grauzone.
      5 1 Melden

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