International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Nach Gift-Anschlag: Ex-Spion Skripal verlässt Spital

18.05.18, 11:34 18.05.18, 14:30

Skripal im Jahr 2006. Bild: EPA/KOMMERSANT

Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal ist aus dem Spital in Salisbury entlassen worden. Das teilte die Klinik am Freitag mit. «Das ist ein wichtiger Meilenstein in seiner Genesung, die nun ausserhalb des Hospitals stattfinden wird», sagte eine Mitarbeiterin des Salisbury District Hospitals der Mitteilung zufolge.

Detaillierte Angaben über den Gesundheitszustand und mögliche Folgeschäden für Sergej Skripal machte das Krankenhaus nicht. Auch über den künftigen Aufenthaltsort des 66-Jährigen wurde zunächst nichts bekannt.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Kleinstadt bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Sie wurden Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form vergiftet.

Spuren davon wurden an Orten entdeckt, die sie besucht hatten. Die höchste Konzentration stellten Experten an einer Türklinke am Wohnhaus des Ex-Spions fest.

Julia Skripal wurde schon am 10. April aus dem Spital entlassen und befindet sich nach Angaben der britischen Behörden an einem sicheren Ort. Den Kontakt zu einer Cousine in Russland und zur russischen Botschaft in London lehnte sie ab, wie aus einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung hervorging. Die diplomatische Vertretung zweifelt die Echtheit des Schreibens an.

Nowitschok war einst in der Sowjetunion produziert worden. Der Stoff war aber auch im Westen bekannt. London bezichtigt Moskau, hinter der Tat zu stecken. Der Kreml weist das zurück.

Schwere diplomatische Krise

Das Attentat löste eine schwere diplomatische Krise aus. Zahlreiche Diplomaten wurden auf beiden Seiten ausgewiesen. Grossbritannien lässt nun mehr als ein Dutzend Todesfälle von Kreml-Kritikern und Ex-Spionen im Land erneut untersuchen.

Mit der Aufklärung des Mordversuchs an den Skripals beschäftigte sich auch die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag. Sie liess Blutproben der Opfer und das verwendete Gift in unabhängigen Labors analysieren und bestätigte in einem Report die Ergebnisse britischer Experten. Die OPCW äusserte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag verantwortlich ist.

Nowitschok ist ein extrem gefährliches Nervengift. Toxikologen halten chronische Folgen und erst später auftretende Schäden für möglich.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Grossbritannien. (sda/dpa)

Russland ist «höchstwahrscheinlich» verantwortlich

Video: srf

Der Fall Skripal

«Fühle mich täglich stärker»: Giftopfer Julia Skripal äussert sich erstmals öffentlich

Putin und May geraten immer heftiger aneinander – diese 6 Dinge musst du jetzt wissen

Die Fronten verhärten sich: Russland weist zahlreiche Diplomaten aus EU-Ländern aus

Russische Herkunft von Nervengift nicht nachweisbar – doch es gibt ein grosses Aber

«Der Westen lügt die ganze Zeit» – so sehen Russen die Agenten-Affäre

Vorstoss scheitert: Russland wird nicht in Ermittlungen um Skripal-Affäre miteinbezogen

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
19
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 19.05.2018 19:46
    Highlight Es gibt für Kreml-Kritiker ein einfaches Rezept um weniger gefährdet zu sein. Geht nicht nach England. Es sieht fast so aus, als ob Kreml-Kritiker in Russland sicherer leben als in England. Vielleicht hat der MI6 halt nur eine "begrenzte Lizenz zum töten"
    3 0 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 19.05.2018 18:33
    Highlight Die ganze geschichte stinkt zum himmel, und entlarvt die Lügen des Westens total.
    2 0 Melden
  • Radiochopf 18.05.2018 13:20
    Highlight Am Anfang hiess es noch, dass Skripal und seine Tochter keine Chance haben werden.. sehr schön das sie es beide überlebt haben, aber es stellen sich nun schon ein paar berechtige Fragen mehr als es sonst schon waren..
    24 3 Melden
  • LibConTheo 18.05.2018 13:17
    Highlight Diese Aktion stinkt bis zum Himmel nach False Flag.
    19 4 Melden
    • Ueli der Knecht 18.05.2018 16:05
      Highlight Es könnte auch einfach nur ein Unfall gewesen sein.
      4 2 Melden
  • Ueli der Knecht 18.05.2018 12:27
    Highlight Vorgestern kam aus, dass auch "einige NATO-Länder" Novitchok produziert haben. Bei den spärlichen Infos der OPCW stach auch ins Auge, dass der verwendete Stoff eine aussergewöhnliche Reinheit aufwies.
    http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienste-bnd-beschaffte-nervengift-nowitschok-in-den-er-jahren-1.3982539

    Gut, dass Papi und Tochter Skripal genesen. Eine ebenso zynische wie kritische Frage der Russen ist: Warum sind sie nicht tot?

    Offenbar wurde sehr schnell und medizinisch richtig reagiert. Wäre das ohne Vorwissen möglich gewesen? Die Russen bezweifeln das.
    23 8 Melden
    • 道德 Compass 18.05.2018 14:16
      Highlight Der Stoff verflüchtet sich innerhalb Minuten, die Anlayse die Reinheitsgrad feststellt, ist ein fake.
      3 5 Melden
    • Ueli der Knecht 18.05.2018 14:39
      Highlight 道德 Compass: Willst du die Seriosität der OPCW anzweifelnd und ihr vorwerfen, Fake-Analysen zu produzieren?
      8 1 Melden
    • Saraina 18.05.2018 17:44
      Highlight Da müsstest du aber schon eine seriöse Quelle zu deiner Behauptung liefern, Compass
      3 3 Melden
    • 道德 Compass 18.05.2018 18:27
      Highlight genau das will ich sagen! Viel zu überzeugend war ein Glässchen mit "Chemiewaffe" von Saddam in der Hand von Colin Powell. Und viel zu frisch ist die Geschichte mit Qaddafie "Waffen" , die nie gefunden wurden.. Die gleichen "Labors" sind auch jetzt dran.

      ausserdem Labor hat lediglich bestätigt was der Stoff ist, anhand die Proben die dem Labor übergeben wurden. Was klar ist , die Proben kommen nicht vom Tatort...

      4 0 Melden
    • 道德 Compass 18.05.2018 19:14
      Highlight Seriöse Quelle zu absolut lächerlichen Behauptung ... würde keinen überzeugen. Aber da die Skripals wieder gesund sind, das ganze sieht aus als eine Medienaktion von Mrs. May
      4 2 Melden
    • Ueli der Knecht 18.05.2018 20:01
      Highlight 道德 Compass: Hast du den OPCW-Bericht gelesen? Wohl kaum!

      Die OPCW hat mit eigenen (unabhängigen) Leuten selber Proben genommen; unter anderem auch Blutproben der Skripals und von verschiedenen Tatorten. Die OPCW verliess sich nicht einfach auf dubiose Angaben irgendeiner Partei sondern untersuchte die ganze Beweiskette (http://bit.ly/2rScPkR).

      Soweit ich weiss, untersuchte die OPCW weder die US-Saddam-Chemiewaffen-Lüge noch was bezüglich Gaddafis Waffen (die OPCW untersucht aber zur Zeit Chemiewaffenvorfälle in Libyen). Falls du da mehr weisst, dann nenne mir bitte seriöse Quellen!
      4 2 Melden
    • 道德 Compass 20.05.2018 12:00
      Highlight Uli du verstehst nicht, ich will nicht über die Witze von Briten und Amerikaner diskutieren. Ich bin kein Clown von downing Street.
      2 2 Melden
    • Ueli der Knecht 20.05.2018 14:15
      Highlight 道德 Compass: Wenn du nicht über Witze diskutieren willst und behauptest, du seist kein Clown, dann solltest du dich einfach nicht wie ein Clown aufführen und auch keine Witze machen.

      Die OPCW ist übrigens eine Organisation der UN, nicht der Downing Street. Auch die Russen sind daran beteiligt. Ich meine, es ist ziemlich unreif und deplatziert, dass du dich über die OPCW lustig machst.
      2 1 Melden
    • 道德 Compass 20.05.2018 19:44
      Highlight Ueli wenn du für Watson arbeitest, muss du dich auch so vorstellen, übrigens dein Name passt sehr gut zu deiner ideologischen Haltung.
      1 0 Melden
    • Ueli der Knecht 20.05.2018 23:32
      Highlight 道德 Compass: Hast du denn auch irgendwie sachliche Argumente oder willst du hier wirklich nur rumblödeln, weil sie dir fehlen?
      0 1 Melden
  • elias776 18.05.2018 11:38
    Highlight Die Demokratie muss Angriffen von Autokraten trotzen!
    9 13 Melden
    • Ueli der Knecht 18.05.2018 12:43
      Highlight Welche Demokratie?
      20 8 Melden
    • Dirk Leinher 19.05.2018 16:50
      Highlight Welche Autokraten haben angegriffen?
      2 0 Melden

«Liebe Mann, LIEBEEE!» US-Bischof Michael Curry war der heimliche Star der Royal Wedding

Die Vermählung von Prinz Harry und seiner Angebeteten Meghan Markle ist kaum ein paar Stunden her, schon zeigt sich, wer der wahre Held der Royal Wedding war. Dieser Herr hier: 

Der amerikanische Bischof Michael Curry hielt seine Predigt mit so viel Begeisterung und Inbrunst, dass ihm die Twittergemeinschaft herself einen Orden verlieh. 

Artikel lesen