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Skripal-Attentat: Chemiewaffen-Experten stützen Vorwürfe an Russland

12.04.18, 13:24 12.04.18, 17:32


Knapp sechs Wochen nach dem Attentat auf den früheren russischen Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Südengland haben unabhängige Experten den Einsatz des Nervengiftes Nowitschok bestätigt, aber keine Hinweise auf die Täter oder Drahtzieher geliefert. London beantragte für kommende Woche eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrates.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) veröffentlichte am Donnerstag in Den Haag die Ergebnisse der Untersuchung ihrer Experten. Diese bestätigen britische Angaben, nach denen der in den 1970 und -80er Jahren in der damaligen Sowjetunion fabrizierte Stoff Nowitschok verwendet worden war.

Die Ergebnisse der Analyse in den Labors «bestätigen die Ergebnisse Grossbritanniens», teilte die Den Haager Organisation mit. Der Stoff, dessen Name nicht genannt wird, sei von hoher Reinheit. Name und Struktur des chemischen Stoffes seien allerdings im Bericht aufgeführt, der nichtöffentlich sei.

Der britische Aussenminister Boris Johnson sagte, der OPCW-Bericht stütze seine Schlussfolgerung, dass Russland für den Anschlag verantwortlich sei. Er bestätige, dass das in Russland entwickelte Nowitschok bei dem Anschlag eingesetzt worden sei. Das Ergebnis basiere auf Tests von vier unabhängigen, hoch angesehenen Labors aus aller Welt. Alle hätten dieselben schlüssigen Ergebnisse.

epa06659883 British Foreign Secretary Boris Johnson leaves Downing Street after attending a meeting of the National Security Council to discuss the suspected chemical attack in Syria in London, Britain, 10 April 2018.  EPA/WILL OLIVER

Boris Johnson: Der britische Aussenminister vermutet Russland hinter dem Giftgas-Angriff. Bild: EPA/EPA

Moskau weist Bericht zurück

Die russische Regierung wies die Verdächtigungen erneut zurück. Russland habe keine anderen Kampfstoffe besessen als jene, die der OPCW gemeldet worden seien, sagte der stellvertretende Industrieminister Georgi Kalamanow in Moskau. Sie seien alle bis 2017 unter Aufsicht der Organisation vernichtet worden, bekräftigte er.

London hatte Moskau bereits zuvor als Drahtzieher des Anschlags beschuldigt. Das wiederum wurde von Russland vehement zurück gewiesen. Der Skripal-Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Russland und dem Westen. Mehr als hundert Diplomaten wurden wechselseitig ausgewiesen.

Grossbritannien hatte die OPCW mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt. Die Experten hatten Bodenproben entnommen und auch Gewebe- und Blutproben der Opfer in internationalen Labors untersuchen lassen.

Nicht an OPCW-Untersuchung beteiligt

Russland hatte vergeblich gefordert, an der Untersuchung des Anschlags beteiligt zu werden. Andernfalls, so hatte Moskau angedroht, werde es die Ergebnisse der OPCW-Untersuchung nicht akzeptieren.

Skripal und seine Tochter waren vor knapp sechs Wochen bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury gefunden worden. Julia Skripal war kürzlich aus dem Krankenhaus entlassen worden und befindet sich nach eigenen Angaben an einem sicheren Ort. Ihr Vater wird weiter in der Klinik behandelt. Er ist seiner Tochter zufolge ernsthaft krank. Auch sie selbst leide noch unter den Folgen der schweren Vergiftung.

Julia Skripal lehnt russische Hilfe ab

Julia Skripal lehnte unterdessen die angebotene Hilfe der russischen Botschaft in London ab. «Im Moment möchte ich von deren Leistungen nicht Gebrauch machen. Aber wenn ich meine Meinung ändere, lasse ich sie es wissen», teilte die 33-jährige Russin am Mittwochabend in einer über Scotland Yard verbreiteten Stellungnahme mit.

Die russische Botschaft zweifelte umgehend die Echtheit des Schreibens an. Der Text sei so verfasst, dass er die Positionen der britischen Behörden untermauere und jeden Kontakt von Julia Skripal mit der Aussenwelt verhindere.

Darüber hinaus erklärte Julia Skripal, keinen Kontakt mehr zu ihrer in Russland lebenden Cousine Viktoria Skripal haben zu wollen. «Ihre Meinungen und Behauptungen sind nicht meine und die meines Vaters», heisst es in dem von der Polizei veröffentlichten Schreiben.

Die Verwandte spielt eine undurchsichtige Rolle. So hatte sie behauptet, die Skripals könnten sich mit Fisch vergiftet haben. London fürchtet laut dem Sender BBC, dass sie vom Kreml instrumentalisiert wird.

Sergej Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Grossbritannien. (cma/sda/dpa/reu/afp)

Russland ist «höchstwahrscheinlich» verantwortlich

Video: srf

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65
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    Alle Leser-Kommentare
  • Mandelbrot 13.04.2018 10:39
    Highlight Wenn bei mehreren Referenzlabors ("OPCW designated laboratories") nicht alle zu denselben Schlussresultaten führen, dann kann es schwierig werden bzgl.einer allgemeingültigen Gesamtaussage. Das kam und kommt immer wieder vor. Im OPCW-Bericht steht unter Punkt 10 nicht etwa "ALL results of analysis by the .......laboratories....", sondern nur "THE results of......" Das ist nicht etwa eine sprachliche Spitzfindigkeit von mir, sondern ein Mangel.
    3 1 Melden
  • Skeptischer Optimist 12.04.2018 18:43
    Highlight "Wenn etwa der Spiegel Berichte von Nachrichtenagenturen übernimmt und schreibt: "Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat die russische Herkunft des Giftes im Fall des früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal bestätigt", dann trifft dies auch nicht zu."

    https://www.heise.de/tp/features/Skripal-OPCW-bestaetigt-Anschlag-mit-einer-toxischen-Chemikalie-Update-4022388.html
    7 2 Melden
  • Apireon 12.04.2018 18:40
    Highlight Im weiteren Verlauf des Textes heißt es dann explizit:

    „Die OPCW nannte allerdings keinen mutmaßlichen Urheber der Attacke und auch nicht das verwendete Gift – es zeichnete sich nach Angaben der Experten aber durch eine "hohe Reinheit" aus. „
    12 0 Melden
  • Flexon 12.04.2018 18:19
    Highlight Warten wir einmal die vollständige Genesung der Opfer ab. Es ist davon auszugehen, dass diese sich am ehesten einen Reim auf diesen Anschlag machen können. Es scheint auch so, dass sie es nicht eilig haben, aus GB auszureisen. Ausserdem: ob der Westen wirklich Motive hat, zwei Ex-KGB-Agenten umzubringen scheint mir sehr zweifelhaft. Für Aussagen der Kreml-Herren würde ich meine Hand hingegen gewiss nicht ins Feuer legen. Aber vielleicht war es ja die Ndrangheta. Oder ein Verrückter. Oder der NDB. Das Leben ist kompliziert.
    11 7 Melden
  • Henzo 12.04.2018 17:11
    Highlight Ein chemiker alleine hat nicht die möglichkeit zu sagen von das gift kommt. Es sei denn, man kan massenspektroskopische untersuchungen machen und man hat eine matrix die eindeutig mit der matrix der proben der untersuchten produktionsstelle übereinstimmen. Dafùr braucht man aber die referenzproben, welche die russen sicher nicht aushändigen. Nun ist es aber so, dass die reinheit umd evtl. Andere fakten auf eine russische herkunft hindeuten. Wahrscheinlich ist, dass die russen den anschlag verübt haben oder aber, dass das material gestohlen oder verkauft wurde (z.B. an die USA) .
    21 6 Melden
    • Henzo 12.04.2018 18:44
      Highlight Wenn man Chemiewaffen auf dem Schwarzmarkt vertickt, sie nicht Ordnungsgemäss lagert und sie stehlen lässt, dann ist man ebenfalls zur verantwortung zu ziehen.
      7 2 Melden
    • Liselote Meier 12.04.2018 19:24
      Highlight Die USA ist in Besitz seit den 90er. Da einersets ein Hauptverantwortlicher Wissenschaftler in die USA überglaufen ist, Will Mirsajanow,sowie wurde das Forschungslabor Nukus in Usbekistan (wo Mirsajanow gearbeitet hat) von den USA schon 92 "dekontaminiert".

      An der personellen Führung 91/92 hatte sich in Usbekistan nichts geändert. Islom Karimov, 91 Präsident des obersten Sowjets Usbekistans und war Vollmitglied im Politbüro der KPdSU (Das höchste Grenium der Sowjetunion Stalinzeit 5, 1991 24) Ab Juni 91 bis 2016 Staatspräsident von Usbeskistan. Als Vollmitglied hatte man vollen Zugang

      6 2 Melden
    • Liselote Meier 12.04.2018 19:50
      Highlight Als Anti-These genau so Plausibel, dass es ein anderer Gheimdienst war, da solch Infos vom US-Geheimdienst auch an den britischen und französichen geht, an den BND nur teilweise.

      Aufgrundlage was öffentlich zugänglich ist (inkl. Wikleaks), kann man keinen Schuldigen bennen. Das einzige was man sagen kann ist, dass praktisch alles was sich Medien nennt, nicht objektiv berichtet. Von Bild/Blick warens ganz bestimmt erwiesen, zu RT sicher nicht, erwiesen.










      6 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 12.04.2018 17:04
    Highlight Gemach gemach. Erstmal wurde nun der Stoff erneut identifiziert. Das OPCW kann nun Untersuchungen in verdächtigen Labors anordnen - sich solchen Anordnungen zu unterwerfen, wäre Pflicht der Vertragsstaaten.

    Bloss: Die Novitschok Stoffe sind offenbar von den Verträgen gar nicht erfasst - und entsprechend auch nicht meldepflichtig. Russland schlaumeiert sich raus. Der begründete Verdacht bleibt bestehen
    36 38 Melden
    • Dirk Leinher 13.04.2018 22:09
      Highlight Meines Wissens wurden diese Stoffe nicht wegen der Russen nicht erfasst. Vielleicht liegt die Schlaumeierei ja auch anderswo.
      2 2 Melden
  • Skeptischer Optimist 12.04.2018 17:00
    Highlight Was der öffentliche Bericht des OPCW klar macht, dass die Proben praktisch keine Verunreinigungen aufweisen. Daraus können zwei Dinge abgeleitet werden:

    1. Dass die Herkunft nicht nachgewiesen werden kann.

    2. Dass der Herstellungsprozess sehr sorgfältig war.

    Es ist abzusehen, dass die Russen Pkt. 1 betonen werden, während die Briten versuchen werden Pkt. 2 so auszulegen, dass es ein staatlicher Aktor gewesen sein muss. Natürlich nicht sie selber, sondern die Russen.
    20 2 Melden
  • Mandelbrot 12.04.2018 15:57
    Highlight Falls die Skripals im Ristorante gleich in der Nähe ihres Hauses vorher Risotto die Mare mit Riesengarnelen, Muscheln und Tintenfischringen in Tomaten-Chili-Weissweinsauce gegessen haben , dann könnte man ja auch eine Lebensmittelvergiftung (Mytilismus) durch das Nervengift Saxitoxin nicht ausschliessen.Ich weiss es nicht, da ich zu wenig über die Symptome der beiden Skripals nach dem Essen weiss. Trotzdem, guten Appetit !! Ich bin leidenschaftlicher Koch, und meine Gäste schätzen meine Risotti.
    14 30 Melden
    • Mandelbrot 13.04.2018 06:45
      Highlight Solange die Fakten nicht auf dem Tisch liegen,lassen sich Alternativen, die auch realistisch sein könnten, nie ausschliessen.Mit der Lebensmittelvergiftungsvermutung in Fall Skripal sind im Moment weltweit eine ganze Gruppe von Medizinern und Toxikologen beschäftigt. Diese Vermutung oder Hypothese kann dann von Experten widerlegt oder verifiziert werden.
      1 1 Melden
  • Mandelbrot 12.04.2018 15:45
    Highlight Ich (promovierter Natutwissenschafter,Chemiker,Biologe) habe den OPCW-Bericht mehrmals durchgelesen.Weder Russland, noch der Name des Giftes sind darin erwähnt. Erwähnt wird aber der hohe Reinheitsgrad der Proben. Damit wird es aber praktisch unmöglich, die Herkunft des Giftes zu ermitteln. Die OPCW kann auch nicht untersuchen, wer das Gift eingesetzt hat. Warum berichten dann die Medien etwas, was gar nicht in diesem Bericht steht . Zudem wird von Blutproben gesprochen , nicht aber von Proben von der Türfalle !
    55 10 Melden
    • Mandelbrot 13.04.2018 08:47
      Highlight Silent speaker : Das ist mir selbstverständlich schon längst bekannt.
      1 1 Melden
    • Mandelbrot 13.04.2018 09:33
      Highlight Bitte unten weiterlesen ab Walsi abwärts.
      1 1 Melden
  • Watcher 12.04.2018 15:38
    Highlight 1. Hätte, könnte, wahrscheinlich.....
    2. Die Ruag stellt Waffen und Munition her. Wenn nun die Armee in Deutschland (welche nebenbei und unverständlicherweise auch ausserhalb ihrer Grenzen tätig sind) mit schweizer Munition auf einen Syrer schiesst, werden wir dann von Syrien angegriffen?

    Wer hat ursprünglich die Rebellen & co gegründet und finanziert?

    Die Verantwortlichen und Strategen dieser Angriffskriege gehören meiner Meinung alle ins Gefängnis.
    52 20 Melden
  • psylo 12.04.2018 15:14
    Highlight Und so verstummten alle, die behaupteten, es sei keinesfalls ein Kampfstoff der Novichok-Klasse gewesen...

    Jedenfalls ist es beruhigend zu sehen, dass die OPCW doch eine gewisse Autorität geniesst, und man ihrem Bericht auf allen Seiten Vertrauen schenkt.

    Nun gilt es zu ermitteln, wo der Kampfstoff herkommt. Meine Vermutung: ein solch potentes Gift, in der beschriebenen hohen Reinheit, wird wohl kaum in einer dunklen Garage von ein paar Hobbychemikern synthetisiert worden sein.

    39 20 Melden
    • Wilhelm Dingo 12.04.2018 17:25
      Highlight @psylo: im Bericht steht was anderes als was viele grosse Medien verbreiten. Lies den Bericht, Link oben beim Salami
      22 5 Melden
    • Posersalami 12.04.2018 17:46
      Highlight @ psylo: Das Zeugs wurde extra entwickelt das es einfach ist in Herstellung und Handhabung. Wenn die Forscher da nicht kompletten Bockmist zusammengebraut haben wird es wohl fast jedes Labor können, das ausgerüstet ist mit Giftigen Substanzen zu hantieren. Zumindest der Iran hatte wohl keine grossen Probleme beim kochen.
      https://tinyurl.com/ybtk7obh

      Was der Iran kann, kann fast jedes Land der Welt. Iran ist jetzt nicht unbedingt für seine hochentwickelte Industrie bekannt..
      16 10 Melden
    • psylo 12.04.2018 18:32
      Highlight Wie gesagt, Salami: Die Forscher im Iran haben den einen Stoff (der nicht unbedingt derselbe sein muss, wie gegen die Skripals verwendet), nur in einer Mikrosynthese hergestellt, und nicht isoliert. Siehe dein Link und die dort verlinkte Originalpublikation (hier direkt: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/rcm.7757). Zu behaupten, es sei einfach in Herstellung und Handhabung, ist reine Salamitaktik...
      9 3 Melden
  • Posersalami 12.04.2018 13:52
    Highlight Hier gibts das Paper der OPCW:

    https://20years.opcw.org/wp-content/uploads/2018/04/s-1612-2018e.pdf

    Ich kann darin irgendwie nichts finden, das Russland beschuldigen würde?

    Ich lese nur, dass die von GB festgestellte "Identität" des Gifts bestätigt wurde (Punkt 10)? Ich versehe das eher so, dass Novichok verwendet wurde, aber der Bericht sagt doch nichts über die Herkunft aus?

    Mein Englisch ist nicht das beste, evtl. ist mir da etwas durch die Lappen gerutscht? Kann mir bitte jemand das Zitat herausziehen, dass den Artikel von Watson bestätigt?
    150 49 Melden
    • Bucky 12.04.2018 17:22
      Highlight Wer ein bisschen was von Chemie versteht - viel Verständnis ist wahrlich nicht vonnöten - und nicht nur ökonomisch, politisch und juristisch gebildet ist wie die politische und journalistische sogenannte "Elite" im Westen, wird gar nicht erst nach einem Zitat suchen, das den Artikel bestätigen würde. Denn es genügt, den Russischen Industrieminister zu zitieren: "die Herkunft des Gifts im Fall Skripal könne gar nicht eindeutig bestimmt werden, weil es dafür keine klaren Indikatoren gebe." Das ist richtig. Denn Substanzen haben keine Seriennummer o. ä. zur Nachverfolgung.
      18 5 Melden
    • Bucky 12.04.2018 22:48
      Highlight "Es reicht doch wenn Herr Johnson und Frau May sagen es waren die Russen, ..." 😂

      Zugegeben, bei der ganzen Affäre habe ich mich schon ganz am Anfang gefragt, ob das jetzt die Früchte sind, die die so renommierten Privatschulen und -unis im Vereinigten Königreich tragen...

      Auch erinnert die Affäre daran, dass die A-Levels im Vereinigten Königreich halt doch nicht ganz so anspruchsvoll sind wie eine eidgenössische Maturität.

      Wir könnten jetzt bezüglich Bildungsniveau auch über das Verständnis des Datenschutzes und die (mutmasslich vorgetäuschte) Naivität von Mark Zuckerberg unterhalten...
      2 1 Melden
    • Bucky 13.04.2018 08:41
      Highlight Reinheitsgrad. Art von Verunreinigungen. Isomerie. Natürlich hat ein Stoff einen "fingerprint". Die Frage ist nur, wie gut - mit welchem Wahrscheinlichkeitswert - ein solcher "fingerprint" auf ein bestimmtes Labor als Ursprung deutet. Das kann in einem Fall ein klarer Fall sein. In einem andern kann es unklar sein. Gerade wenn das Labor das fingerprinting bewusst vornimmt.

      Im Fall von Novichok gab es Depots in verschiedenen postsowjetischen Staaten. Nicht nur in Russland. Es könnte sich um in der Sowjetunion hergestelltn Stoff handeln. Aber die Herstellung könnte auch neuer sein.
      1 1 Melden
  • RyXXel 12.04.2018 13:47
    Highlight Weil ja niemand ausser die Russen russisches Gift einsetzen können?
    91 78 Melden
    • Mandelbrot 12.04.2018 17:10
      Highlight Viele könnten diesen Stoff einsetzen, was aber nicht ao einfach ist aus toxikolog.Gründen.
      7 1 Melden
    • solum 12.04.2018 21:16
      Highlight Stimmt nicht. Der Erfinder, wenn man das so sagen kann, ist damals in die USA gezogen und hat die Staatsbürgerschaft erhalten. Die USA wollten dafür das Rezept. Man konnte in einem Paper lesen, dass die USA, RUS, Israel und GB Nowi herstellen können. Könnte theoretisch sogar in GB hergestelltes Nowi gewesen sein...

      Würde mich wundern, wenn der Post einmal mehr nicht veröffentlicht wird. Sorry Watson aber ihr habt ein Problem mit Fakten, wenn es um geopolitische Themen geht! Finde ich sehr schade.
      8 2 Melden
    • Mandelbrot 13.04.2018 10:45
      Highlight Solum : meinst Du den russischen Chemiker Mirsajanow ?
      1 0 Melden
  • Snowy 12.04.2018 13:46
    Highlight Nun ist also klar, dass das Nervengift aus russischer Produktion stammte.

    Beweist dies, dass Russland der Auftraggeber war? Nein.

    Selbst westliche Geheimdienste sagen, dass die Sicherheitskontrollen beim entsprechenden Labor beim Zusammenbruch der Sowjetunion sehr lasch waren und zig Behälter verschwunden sind.
    Einige davon wurden mit grosser Wahrscheinlichkeit bei Morden der Mafia verwendet.

    Jedenfalls wäre es durchaus denkbar, dass Geheimdienste in den Besitz solcher Proben aus russischem Fundus gekommen sind.
    43 39 Melden
    • Posersalami 12.04.2018 14:18
      Highlight Da ist das Paper der OPCW:

      https://20years.opcw.org/wp-content/uploads/2018/04/s-1612-2018e.pdf

      Wo steht, dass die Herkunft "Russland" bestätigt wurde? Ich lese das Paper so, dass lediglich das Gift bestätigt wurde. GB sagt ja selbst, dass sie die Herkunft nicht nachweisen können:

      https://www.theguardian.com/uk-news/2018/apr/03/porton-down-experts-unable-to-verify-precise-source-of-novichok
      30 14 Melden
    • TheDan 12.04.2018 14:41
      Highlight Falsch.
      Unter Punkt 10 des Summary Reports:
      "...confirm the findings of the United Kingdom relating to the identity of the toxic chemical that was used in Salisbury..."
      Es konnte nur nachgewiesen werden dass es sich um einen Stoff aus der Novichok Gruppe handelt. Wo dieses hergestellt wurde oder wer es eingesetzt hat wurde nicht untersucht und war auch nicht beauftragt worden.
      29 5 Melden
    • Skeptischer Optimist 12.04.2018 17:00
      Highlight Es ist derzeit nicht einmal wirklich klar, dass es ein "Novichok" ist, weil auch Porton Down dies selber nie abschliessend behauptet hat. Was wir darüber hinaus hören sind Halbwahrheiten von Politikern und deren Laufmädchen in den Medien.

      Es bleibt abzuwarten, ob die Russen, die den vollständigen Abschlussbericht auch erhalten werden, näher auf die Art der toxischen Substanz eingehen.
      15 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 12.04.2018 13:40
    Highlight "Nervengift Novichok aus russischer Herkunft "

    Woher will die OPCW wissen, dass der Stoff in Russland hergestellt wurde? Wie geht das? Haben die Vergleichsproben?

    Oder hat Watson das einfach dazu gedichtet? Steht das wörtlich so im Bericht? Novichok wurde zB. schon im Iran hergestellt, so weiss ja die OPCW erst von dem Zeugs..
    http://www.spectroscopynow.com/details/ezine/1591ca249b2/Iranian-chemists-identify-Russian-chemical-warfare-agents.html?tzcheck=1,1,1,1,1&&tzcheck=1&tzcheck=1&tzcheck=1

    Wenn der Iran das herstellen kann, kann es wohl so gut wie jedes Land der Welt.
    118 56 Melden
    • psylo 12.04.2018 16:05
      Highlight Posersalami, danke für den Link. Interessant ist, dass in der Originalpublikation dazu (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/rcm.7757) die als Novichok bezeichnete Verbindung nicht isoliert wurde, sondern einfach eine Lösung davon analysiert wurde. Auch der Vorläuferstoff ist gemäss Artikel dermassen toxisch, dass äusserste Vorsicht empfohlen wird. Hergestellt wurde das ganze zudem in einem Mikrosyntheseverfahren; schwierig zu sagen, wieviel es braucht, um jemanden zu töten - ich denke nicht unbedingt, dass das reichen würde.
      9 3 Melden
    • Ueli der Knecht 12.04.2018 16:10
      Highlight Ich würde aber mal behaupten, dass es in der von der OPCW behaupteten Reinheit weder die Iraner noch die Russen hinkriegen.

      Die OPCW-Feststellung, dass die gefundene Substanz praktisch frei von Verunreinigungen war, spricht eher gegen die Herkunft Russland.
      10 14 Melden
    • Mandelbrot 12.04.2018 16:13
      Highlight Im Bericht heisst es nur "a nerve agent" oder "a toxic chemical", aber nie Nowitschok. Jeder kann selber nachlesen.
      14 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas Rohrer 12.04.2018 13:37
    Highlight Was bedeutet russische Herkunft. Bedeutet das nun dass das Nervengift explizit in Russland für das Attentat hergestellt wurde oder das die Russen das anno dazumal entwickelt haben (dies wusste man ja bereits).
    28 21 Melden
    • Ueli der Knecht 12.04.2018 14:40
      Highlight Im Bericht der OPCW steht nichts von russischer Herkunft.
      32 6 Melden
    • Fe2 12.04.2018 16:55
      Highlight Ich glaube die Push-Benachrichtigung war so verfasst. Bin mir aber nicht mehr sicher.
      4 0 Melden
  • walsi 12.04.2018 13:33
    Highlight Ist die Bestätigung betreffend der Art des Giftes oder betrffend der Herkunft des Giftes? Ich bin mir sicher, dass auch unser Chemiwaffenlabor in Spiez diesen Kampfstoff herstellen könnte. Dann wäre es ein von der Sovijetunion entwickeltes Gift welches in der Schweiz hergestellt wurde.
    44 29 Melden
    • Ueli der Knecht 12.04.2018 14:43
      Highlight Bestätigt wurde nur die Identität der chemischen Substanz. Das bedeutet die chemische Struktur und den "geläufigen" Namen dieser Struktur. Im Punkt 12 der OPCW-Mitteilung wird das ausdrücklich erwähnt. Von Herkunft steht da kein Wort.
      19 2 Melden
    • Mandelbrot 12.04.2018 16:28
      Highlight Lieber Ueli der Knecht, im Bericht steht rein nichts zur chemischen Struktur des Neurotoxins, denn dann müsste es z.B. heissen : Chloro(fluoro)methyliden-amino(1,2-dialkyl-2-chloroethyl)fluoro-phosphonat.
      3 1 Melden
    • Mandelbrot 12.04.2018 17:19
      Highlight Das Labor in Spiez arbeitet vor allem im C-Waffenabwehrbereich (Bevölkerungsschutz)
      4 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

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