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Carrie Grace schmiss nach einem Streit um ihren ungerechten Lohn ihren Korrespondenten-Job hin.  Bild: AP/PA

Aus Protest gegen zu tiefe Frauen-Gehälter lassen sich BBC-Moderatoren die Löhne kürzen

Sie wollen erreichen, dass Frauen endlich so viel verdienen wie Männer: Mehrere BBC-Moderatoren nehmen dafür freiwillig Gehaltskürzungen in Kauf. Zuvor hatte eine Korrespondentin ihren Job geschmissen.

26.01.18, 17:17 27.01.18, 09:37

Sie haben gute Jobs, sie sind gut bezahlt – und verzichten jetzt auf einen Teil ihres Gehalts: Sechs der bekanntesten Radio- und Fernseh-Moderatoren der britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC wollen damit darauf hinwirken, dass ihre weiblichen Kolleginnen endlich so gut bezahlt werden wie sie selbst.

Das berichtete die BBC am Freitag. Es handele sich dabei um Huw Edwards, Nicky Campbell, John Humphrys, Jon Sopel, Nick Robinson and Jeremy Vine. Die Moderatoren verdienen dem Bericht zufolge pro Jahr zwischen 200'000 und 750'000 Britischen Pfund – umgerechnet rund 230'000 und 860'000 Euro.

Im Streit um ungleiche Bezahlung hatte Anfang Januar die BBC-Bürochefin in China, Carrie Gracie, ihren Posten aufgegeben. Männer in der gleichen Position bekämen mindestens 50 Prozent mehr Gehalt als Frauen, kritisierte Gracie in einem offenen Brief auf ihrer Webseite. Gracie verdient laut BBC-Bericht 135'000 britische Pfund pro Jahr, also knapp 155'000 Euro.

«Das muss geklärt werden und ich unterstütze meine weiblichen Kolleginnen, die ganz richtig gesagt haben, dass sie für den gleichen Job auch gleich bezahlt werden sollten», sagte Jeremy Vine. Er ist der bestbezahlte der sechs.

John Humphrys teilte mit, er habe sich selbst dazu entschlossen, nun weniger zu verdienen. Es sei bereits die dritte Kürzung und es sei jedes Mal freiwillig gewesen, so Humphrys. Die BBC teilte mit, sie wollte auch mit anderen Mitarbeitern «zu gegebener Zeit» reden.

Vergangenen Sommer hatte die BBC erstmals die Gehälter ihrer Top-Moderatoren in Radio und Fernsehen veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass von 96 Top-Verdienern der Rundfunkanstalt nur ein Drittel Frauen sind. Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zur ungleichen Bezahlung der BBC-Mitarbeiter werden kommende Woche erwartet.

Gracie hatte in einem offenen Brief kritisiert, dass Männer in gleichen Positionen mindestens 50 Prozent mehr Lohn bekämen und warf der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt eine «verschwiegene und illegale Bezahlungskultur» vor. Sie habe deshalb ihren lukrativen Posten als Bürochefin in China aufgegeben und wolle nun auf ihren alten Posten in London zurückkehren. Gleichzeitig fordert sie die BBC auf, «das Problem einzugestehen, sich dafür zu entschuldigen und eine gleichwertige, faire und transparente Vergütungsstruktur zu schaffen».

Daraufhin schaltete sich die britische Gleichstellungsbehörde ein und will wissen, welche Richtlinien über die Gehälter entscheiden. «Wir werden auf Basis dieser Informationen prüfen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht», so die Behörde.

Ein Sprecher der BBC sagte, viele Unternehmen hätten mit ungleicher Bezahlung von Männern und Frauen zu kämpfen. Die BBC schneide deutlich besser ab als der Durchschnitt. Zudem habe eine unabhängige Überprüfung ergeben, dass es keine «systematische Diskriminierung» von Frauen gebe. (lgr/dpa)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • schuldig 28.01.2018 13:57
    Highlight Eine schöne Geste, aber auch nicht mehr!
    Wenn das überall Einzug hielte wär das vor allem toll für das Lohnkostenbudget der Firmen.
    Echte Gleichberechtigung hiesse gerecht berechnete Löhne für beide Geschlechter.
    Im vorliegenden Fall ist sein Lohn offenbar absurd hoch, sonst könnte der doch nicht problemlos gekürzt werden?!
    0 0 Melden
  • R. Peter 27.01.2018 00:57
    Highlight Umd wie verhält sich das nun mit dem unabhängigen Untersuchungsergebnis, das systematische Diskriminierung verneint? De besteht doch ein eklatanter Widerspruch?
    6 4 Melden
  • pamayer 26.01.2018 19:59
    Highlight Great! They've got really guts.
    Chapeau! (means: "hat")
    23 10 Melden
  • w'ever 26.01.2018 19:55
    Highlight damit tun sie der BBC aber sehr weh wenn die paar männer eine gehaltskürzung hinnehmen.
    wieviel ist den die kürzung? 1%? 2%? das muss auch dem eigenen bankkonto sehr schmerzen.
    und sorry, aber das sind moderatoren. die einen sind einfach besser als andere und haben dementsprechen auch mehr geld verdient.
    14 40 Melden
    • JaneSoda 26.01.2018 21:02
      Highlight Warum den Fokus aufs Negative?
      Ich freue mich über das grossartige Statement, das die Herren damit zum Ausdruck gaben. Das braucht Eier und ist ein schönes Zeichen hinsichtlich Gleichstellung!
      Wieviele % Prozente ist mir da einerlei. Was zählt ist die Haltung und deren öffentlichen Bekundung.
      28 3 Melden
    • w'ever 26.01.2018 22:57
      Highlight @jane
      nehmen wir mal an ich verdiene 200k pro jahr. du, weiblich, verdienst in der gleichen position wie ich 100k. ich finde dass nicht so gerecht. darum verzichte ich monatlich auf 50.- von meinem lohn um solidarität mit deinem ungerechten lohn zu bekunden. wie findest du jetzt meine gleichstellungseier?
      5 4 Melden
    • JaneSoda 27.01.2018 18:02
      Highlight Deine Gleichstellungs(l)eier ist in meinen Augen Rappenspalterei ;-)
      Die Haltung der Herren ist in meinen Augen ein Schritt in die richtige Richtung.
      4 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 26.01.2018 19:46
    Highlight So und jetzt SRF bitte nachmachen, das wird gleich einige Millionen einsparen, mindestens.
    17 15 Melden
  • Troxi 26.01.2018 19:06
    Highlight Ich bewundere John Humphrys besonders. Drei freiwillige Gehaltkürzungen, das würde nicht jeder machen. Hut ab!
    33 8 Melden

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