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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Europa erneut Faschismus vor. Bild: AP/Pool Presidential Press Service

Erdogan gegen Europa: «Die Zukunft Europas werden unsere Brüder formen»

13.04.17, 21:28 14.04.17, 08:42

Drei Tage vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan Europa – darunter der Schweiz – erneut eine faschistische und islamfeindliche Haltung vorgeworfen. «Das Make-Up im Gesicht Europas zerfliesst», sagte Erdogan am Donnerstag während einer Wahlkampfveranstaltung in der Schwarzmeerstadt Giresun.

«Das darunterliegende faschistische, rassistische, fremdenfeindliche und islamfeindliche Gesicht hat angefangen, sich zu zeigen. Sie haben nun angefangen zu zeigen, dass sie islamfeindlich sind. Sie können Muslime nicht ertragen», sagte Erdogan.

«Was sie auch tun, es ist umsonst. Die Zukunft Europas werden unsere fünf Millionen Brüder formen, die sich aus der Türkei dort angesiedelt haben.»

Erdogan

Europa ist aus Sicht Erdogans allerdings trotz dieser von ihm unterstellten Haltung auf die dort lebenden Türken angewiesen. «Was sie auch tun, es ist umsonst. Die Zukunft Europas werden unsere fünf Millionen Brüder formen, die sich aus der Türkei dort angesiedelt haben», sagte der Staatschef. «Für Europa, dessen Bevölkerung altert, dessen Wirtschaft erlahmt und dessen Kraft versiegt, gibt es keinen anderen Ausweg.»

In der Türkei wird an diesem Sonntag in einem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems abgestimmt, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen würde.

Erdogan warf der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich «und vielen weiteren europäischen Ländern» vor, sich auf die Seite der Gegner seines Präsidialsystems gestellt zu haben. «Seht, heute greifen sie in allen europäischen Zeitschriften und Zeitungen diesen, Euren Bruder, an. Was habe ich ihnen denn getan? Was haben sie gegen mich?»

Erdogan hatte im Wahlkampf zum Referendum besonders Deutschland und den Niederlanden «Nazi-Methoden» vorgeworfen und damit scharfe Kritik in beiden Ländern ausgelöst. In mehreren Ländern – auch in der Schweiz – waren Auftritte von Politikern und Ministern abgesagt worden, die für die Annahme des Referendums werben wollten. (sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 14.04.2017 08:08
    Highlight Schauderhaft!
    Der Türkische Gau-Leiter von Putin's "Reich des Ostens" wirft Europa Faschismus vor.
    Verdrehter und skurriler geht kaum noch.
    Am Ende behauptet er noch, Ziegen seien Frauen!
    10 1 Melden
  • pamayer 14.04.2017 05:40
    Highlight Der Bosporus Trump.
    12 2 Melden
    • karl_e 14.04.2017 11:18
      Highlight Nein, sondern wie vor gut 100 Jahren: der "Kranke Mann am Bosporus". Die Geschichte wiederholt sich manchmal halt doch.
      10 1 Melden
  • Radiochopf 14.04.2017 01:28
    Highlight Solange die NATO noch ihren Stützpunkt haben dürfen und die USA ihre Atombomben in der Türkei, kann er sagen und machen was er will, da wird nichts passieren sonst wäre es gar nicht so weit gekommen.. der Mann ist gefährlicher als Assad, Gadaffi und wer auch immer...
    21 1 Melden
  • äti 13.04.2017 23:27
    Highlight Wenn der noch Brüder hat, stimmt etwas mit dem Islam wirklich nicht.
    17 4 Melden
  • Lapos 13.04.2017 22:59
    Highlight Hallo erdo, wenn du islamisten meinst, die so sind wie du, dann ja... bin ich absolut islamfeindlich!
    45 2 Melden
    • Bene86 14.04.2017 04:05
      Highlight Ja, für Typen wie Erdogan bin ich sogar gerne ein Nazi.
      13 2 Melden
  • Electric Elephant 13.04.2017 22:53
    Highlight Also dafür, dass dieser korrupte, grössenwahnsinnige Autokrat grad dabei ist, sein Land in eine Diktatur zu verwandeln, nimmt er das Wort Faschismus in Bezug auf andere in seinen Reden ein bisschen gar oft in den Mund! Und dazu zappelt, spuckt und tobt er jeweils wie ein Rumpelstilzchen mit ADHS, dem man intravenös Red Bull gespritzt hat... Einfach nur armselig und peinlich der Typ!
    57 2 Melden
  • Pokus 13.04.2017 22:07
    Highlight Die 5 Millionen fühlen sich dank der Bespitzelung besonders zu ihrem Führer angezogen. So etwas zeugt doch von gegenseitigem Vertrauen.
    45 2 Melden
    • rodolofo 14.04.2017 08:10
      Highlight Die haben ja auch ganz offen gesagt:
      "Wir wollen die Haare sein an Deinem Arsch, oh allmächtiger Führer!"
      4 1 Melden
  • DocM 13.04.2017 21:45
    Highlight Ist die Türkei "christenfreundlich"? Konkret versucht er mit seiner 5 Millionen Armee Europa zu bedrohen und sein Reich zu vergrössern. In der Konsequenz muss Europa die türkische Doppelbürgerschaft aberkennen und die Leute vor die Wahl stellen. Zurück nach Hause mit dem Türkenpass oder bleiben ohne.
    76 5 Melden
    • buenavista62 13.04.2017 22:01
      Highlight Wenn ich müsste, würde ich meinen türkischen Pass abgeben.
      50 2 Melden
  • Pius C. Bünzli 13.04.2017 21:36
    Highlight Wer Menschen nach Rassen oder Religionen unterscheidet ist einfach primitiv. Erdogan ist genau so ein Fall. Der alte Grosspapi soll sich mal beruigen und aufs Maul sitzen.
    72 3 Melden
  • Caturix 13.04.2017 21:36
    Highlight Die Zukunft Europas werden unsere fünf Millionen Brüder formen, die sich aus der Türkei dort angesiedelt haben
    Nein nicht alle und die die es versuchen werden es nicht überleben.
    57 3 Melden
    • redeye70 14.04.2017 03:38
      Highlight Fünf Millionen Brüder gegen 500 Millionen Einwohner in Europa? Die Vermessenheit Erdogans kennt keine Grenzen. Der wahre Rassist und Fanatiker ist doch er ganz alleine.
      18 1 Melden

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Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

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