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Blatter geht, Katar bleibt: Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten zur Zukunft der FIFA

17 Jahre hat Joseph Blatter die FIFA regiert, wer sein Nachfolger wird, ist völlig offen. Sicher ist nur: Die Katar-WM 2022 steht nicht zur Disposition. Wie es jetzt bei der FIFA weitergeht? Hier sind die Antworten. 

03.06.15, 11:37

Peter Ahrens



Ein Artikel von

Wer führt jetzt die FIFA?

Joseph Blatter hat angekündigt, bis zur Wahl eines Nachfolgers in den kommenden Monaten im Amt zu bleiben. Häufig führt solch ein angekündigter Rücktritt zum Lame-Duck-Phänomen, aber das ist bei Blatter nicht denkbar. Selbst wenn sich die Nachfolger öffentlich um seinen Posten zanken würden und das FBI mit Ermittlungen drohte, wird der 79-Jährige versuchen, bis zuletzt mitzusprechen, mitzuentscheiden. Sonst wäre es nicht Joseph Blatter.

Wann kann ein Nachfolger gewählt werden?

Ein Nachfolger kann gemäss FIFA-Statuten frühestens in vier Monaten bestellt werden. Wahrscheinlicher ist es, dass ein ausserordentlicher Wahlkongress erst Ende des Jahres, eventuell sogar erst zu Beginn 2016 angesetzt wird. Die FIFA ist nicht der Verband für Schnellschüsse.

Wer könnte das sein?

Schwerer zu prognostizieren ist wohl nur, wer neuer Trainer beim FC Schalke wird. Eine seriöse Nachfolgedebatte ist derzeit unmöglich, zu sehr hat Blatter, den alle für unzurücktretbar hielten, die Fussballwelt mit seinem Schritt überrumpelt. So bleibt es dabei, dass die Namen der üblichen Verdächtigen in die Diskussion geworfen werden.

Da ist alles dabei: Von UEFA-Boss Michel Platini über den in der Vorwoche unterlegenen jordanischen Prinzen Ali Bin al-Hussein bis hin zu dem mächtigen kuwaitischen Strippenzieher al-Sabah, der allerdings einen engen Draht zu Blatter pflegte. Dass in den Nachrichtenagenturen selbst Franz Beckenbauer ins Gespräch gebracht wird, zeigt, dass die Verwirrung der Öffentlichkeit gross ist.

Sepp Blatters mögliche Nachfolger

Wie reagieren die Kontinentalverbände?

Blatter gegen Europa - das war in den vergangenen Wochen die Front. Dagegen standen die Mitgliedsverbände aus Asien, Südamerika und Afrika weitgehend nibelungentreu zum bisherigen FIFA-Boss. Entsprechend zurückhaltend haben sie jetzt auf die Demission Blatters reagiert. «Der AFC beobachtet die Situation und wird mit seinen Mitgliedern diskutieren, welches nun der beste Weg für den Weltfussball ist», lautet zum Beispiel die dürre Erklärung des Asiatischen Kontinentalverbands.

Von der Vereinigung der Nord- und Mittelamerikaner Concacaf gab es immerhin schon das Signal, «an dem Prozess der Erneuerung der FIFA mitzuwirken». Die Concacaf war unter der jahrelangen Führung von Jack Warner tief in die Korruptionsfälle der FIFA verwickelt. Letztlich war es die publik gewordene 10-Millionen-Dollar-Zahlung Südafrikas an die Concacaf über die FIFA, die den Rücktritt Blatters mitforciert hat.

Was wird mit den WM-Turnieren in Russland und Katar?

Alle Erwartungen, dass jetzt noch einmal ernsthaft die WM-Vergaben 2018 und 2022 neu verhandelt werden, sind unrealistisch. Die Verträge zwischen FIFA und den beiden hochumstrittenen Ausrichterländern sind gemacht und werden wahrscheinlich selbst den Korruptionsvorwürfen standhalten. Den Ländern das Turnier wegzunehmen wäre wohl das denkbar mutigste Signal, das man für einen Neuanfang der FIFA aussenden könnte. Aber es ist nahezu ausgeschlossen, dass der Verband sich dazu durchringt. Zum einen wären die Entschädigungszahlungen an die beiden Ausrichter immens, zum anderen gibt es auch keinen echten Willen, dies zu tun.

Die Verbände, die bisher auf eine Neuvergabe drängen – zum Beispiel Australien und England – tun dies auch nicht aus selbstlosen Erwägungen. Beide sind bei der Vergabe mit ihren Bewerbungen gescheitert und spekulieren noch darauf, dass sie den Zuschlag durch die Hintertür bekommen. Das wird nicht passieren.

Relativ leicht möglich wäre es einer neuen FIFA-Führung dagegen, den Druck vor allem auf Katar deutlich zu erhöhen, die Standards für die Bauarbeiter der Stadien einzuhalten. Da ist, ausser Lippenbekenntnissen, bisher fast nichts passiert.

Die fragwürdigsten Sprüche von Sepp Blatter

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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